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Rainer Gömmel, Einführung in:

Albert Galli, Vera-Carina Elter, Rainer Gömmel, Wolfgang Holzhäuser, Wilfried Straub (Ed.)

Sportmanagement, page 15 - 17

2. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3678-5, ISBN online: 978-3-8006-4613-5, https://doi.org/10.15358/9783800646135_15

Bibliographic information
Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 1 Einführung von Rainer Gömmel Seit dem Erscheinen des Vorgängerbandes sind zehn Jahre vergangen, in denen die Kommerzialisierung des Sports, angetrieben von Medialisierung und Internationalisierung, weiter fortgeschritten ist. Nicht immer scheint sich parallel dazu auch die Professionalität des Managements, z.B. in Mannschaftssportarten, verbessert zu haben. Kurz nach dem Konkurs von Xamax Neuchatel im Winter 2012 drohte mit Servette Genf ein weiterer Ausfall während der laufenden Saison in der schweizerischen Super League. In Spanien wird eine gesetzliche Regelung für die hochverschuldeten Klubs der Primera Division diskutiert, und die UEFA versucht unter dem Begriff „Financial Fairplay“ auch über die Klublizensierung der wachsenden Ver- und Überschuldung entgegenzuwirken. Diese und andere Hinweise auf teilweise ungeordnete wirtschaftliche Verhältnisse in europäischen Fußball-, aber auch anderen Profiligen, haben möglicherweise den Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft veranlasst, ein „Manager-Zertifikat“ als Voraussetzung für das Engagement in einem Profiklub zu fordern. Interessant an diesem Vorstoß ist eigentlich nur die Frage, ob eine qualifizierte Managerausbildung obligatorisch sein soll. Im deutschen Bildungswesen hat sich jedenfalls in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten an Universitäten, vor allem aber im Bereich staatlicher und privater Fachhochschulen und anderer Institutionen ein breitgefächertes Angebot verschiedener sportökonomischer Studiengänge herausgebildet, die nicht nur auf die Managertätigkeit an der Spitze eines Klubs, einer Liga oder eines Verbandes zugeschnitten sind, sondern auf das gesamte Personal. Im Hinblick auf die notwendige Aus- und Weiterbildung sind in der Forschung stets neue Probleme aufgegriffen und bisherige Methoden und Ergebnisse verbessert worden. Dieser Entwicklung tragen die Vielfalt und Tiefe der Beiträge im neuen Band Rechnung, der insofern seinen Vorgänger vollkommen ergänzt und den aktuellen Anforderungen in der Praxis entgegenkommt. Neben dem Kern des früheren Bandes (Controlling, strategische Vereinsführung, Vermarktung) sind mehrere neue Schwerpunkte hinzugekommen sowie bisherige „klassische“ Unternehmensaufgaben auf den neuesten Wissensstand gebracht worden, was im Folgenden bei über drei Dutzend Autoren nur grob, eher die Neugierde weckend skizziert werden kann. Grundlegend ist der erste Beitrag über die Besonderheiten von Ligen aus ökonomischer Sicht und damit auch die besondere Anwendung des wirtschaftswissenschaftlichen Instrumentariums im Sportmanagement (Frank Daumann). Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 2 Rainer Gömmel2 Ihm folgen nach rechtlichen und steuerlichen Grundlagen der Vereinsführung (Thomas Dehesselless) jetzt fünf Beiträge zu ganz unterschiedlichen Finanzierungsformen (Thomas Dehesselles/Christian Frodl, Elmar Neveling, Ingo Süßmilch, Dietmar Schubert, Andreas Rathgeber/Marc Wagner); denn die Bedeutung der Sportfinanzierung außerhalb des klassischen Bankkredits wird künftig erheblich zunehmen. Nicht zuletzt unter dem Aspekt Verschuldung und Financial Fairplay widmen sich ebenfalls fünf Beiträge der Rechnungslegung im Verein und der Klublizenzierung (Albert Galli/Thomas Dehesselless, Oliver Köster/Thomas Ehemann, Felix Holzhäuser, Albert Galli/Marcel Benz/Andrea Traverso, Albert Galli/Werner Möglich). Die UEFA- Regelungen berücksichtigen insbesondere das Monitoring, während die Kriterien des deutschen Ligaverbandes eher vergangenheits- und liquiditätsorientiert, jedoch dem UEFA-Verfahren angepasst sind. Diese Beiträge leiten über zur Corporate Governance, einem Problemfeld, das für Sportunternehmen erst seit wenigen Jahren bearbeitet wird und hier durch die grundlegenden Elemente einer effizienten Kontrolle des Managements allgemein (Joachim Lang) sowie die Mindestanforderungen aus der Sicht des UEFA Financial Fairplay (Mario Hamm) dargestellt sind. Der folgende Themenblock lenkt den Blick durch die Analyse der Krisen im Profifußball (Marcel Benz/Steffen Gehring) auf seit längerem existierende sowie relativ neue und wenig beachtete Herausforderungen. Das sind einerseits die Ausgestaltung des Controlling im Berufsfußball (Oliver Haas), die strategische Klubführung und Balanced Scorecard (Albert Galli/Marc Wagner/Dietmar Beiersdorfer) und andererseits die Frage nach mehr Rendite durch Corporate Happiness (Oliver Haas/Armin Lipp) und das Versicherungsmanagement im professionellen Sportbereich (Kai Bockelmann). Aufgrund jüngerer Entwicklungen in Theorie und Praxis beschäftigt sich eine Reihe von Beiträgen mit Problemen aus dem großen Bereich, den die Begriffe Vermarktung, Marketing, Sponsoring und Merchandising grob umreißen und somit das Kerngeschäft von Sportunternehmen darstellen. Wichtige rechtliche Fragen betreffen die Zentralvermarktung (Martin Stopper), die Sportberichterstattung im Rundfunk (Udo Steiner), das Sponsoring (Thomas Dehesselles/Thomas Hertl) und, analog zur gewerblichen Wirtschaft, das wachsende Problem des Ambush-Marketing (oft auch als Guerilla Marketing bezeichnet) und der Produktpiraterie (Karl Harnacher). Unter betriebswirtschaftlichem Aspekt elementar und aktualisiert sind das Marketing im Sport (Arnold Hermanns/Florian Riedmüller), die Grundlagen des Sportsponsorings (Arnold Hermanns/Ariane Bagusat) und die früher wenig beachtete, inzwischen als fundamental erkannte Markenbewertung bei Fußballunternehmen (Vera-Carina Elter). Deren Erträge fließen weiterhin in bedeutendem Maße aus dem Ticketing (Gregor Lentze/Felix Holzhäuser) und dem Merchandising (Peter Rohlmann). Im Vergleich zum Teamsport vernachlässigt, aber besondere praktische Kenntnisse voraussetzend, ist die Vermarktung von Einzelsportlern (Hermann Schlindwein). Unterschiedliche Perspektiven der Vermarktung schildern einerseits die Eigenvermarktung fernsehmäßiger Sportrechte von Verbänden, Ligen und Vereinen (Peter Duvinage) und andererseits die Vermarktung durch Sportfive, bezogen auf Entwicklung und Perspektiven von Fußballclubs als Marke sowie deren Geschäftsfelder (Philipp Hasenbein). Zwei Beiträge widmen sich der in neuerer Zeit fast sprunghaft veränderten Medienlandschaft. Kein Verein und kein Sportler, der nicht in einem sozialen Netzwerk vertreten ist und dort kommuniziert. Grundlagen zu dem neuen Phänomen liefert die Medienanalyse im Sport und die sich daraus ergebenden Herausforderungen (Carsten Schröer/Laura Brager) sowie speziell das heutige, moderne Kommunikationsmanagement (Dirk Jungels). Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 3 31 Einführung Die abschließenden vier Themen betreffen Personalfragen ganz unterschiedlicher Art. Die optimale Personalbesetzung im Sportmanagement (Ewald Manz) ist gewissermaßen eine erste Antwort auf die eingangs erwähnte Forderung des Managers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach besser qualifizierten Managern. Die Spielervermittlung im Profifußball (Andreas Parensen) bedeutet zumeist ein eher die Phantasie beflügelndes Thema. Eine marktgestützte finanzielle Spielerbewertung im Teamsport (Albert Galli) ist der Versuch, aus logischer, betriebswirtschaftlicher Sicht Transferzahlungen zu erklären bzw. den Transfermarkt transparenter zu gestalten. Ähnliches gilt für das Spielervermögen, das im Kontext verschiedener Kriterien gesehen werden muss (Vera-Carina Elter). Auch dieser Band versucht dem Anspruch gerecht zu werden, Wissenschaft und Praxis gleichermaßen zu berücksichtigen, dem Lernenden das sportökonomische Instrumentarium anschaulich vorzuführen und dem Praktiker Bestätigung und Anregung, auch kritischer Art, zu geben.

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References

Zusammenfassung

"Das vorliegende Handbuch [...] gibt eine exzellente Orientierung für modernes und professionelles Sportmanagement [...]"

Wolfgang Niersbach

Präsident des Deutschen Fußball-Bundes

Immer weiter reichende ökonomische Aktivitäten und damit verbundene Risiken - Entscheidungsträger im professionellen Sport müssen nicht nur ihren Partnern aus der Wirtschaft auf gleicher Augenhöhe begegnen, sie müssen vielmehr die Klubs und deren Tochtergesellschaften bzw. die Organisationseinheiten um Einzelsportler in entsprechender Weise ausrichten und leiten, um den sportlichen vor allem aber den ökonomischen Wettbewerb erfolgreich bestreiten zu können.

Dieses umfassende Handbuch liefert Ihnen Lösungen zu den zentralen Fragen im professionellen Sportmanagement - es stellt die wesentlichen Ansatzpunkte für die unternehmerische Führung und die dafür notwendigen Grundlagen aus Betriebswirtschaftslehre, Steuern und Recht vor.

Vor allem am Beispiel des aus der ökonomischen Perspektive am weitesten entwickelten professionellen Fußballsports richtet sich dieses praxisorientierte Nachschlagewerk insbesondere an Verantwortliche in Klubs - Vereinsvorstände, Organe der Kapitalgesellschaften, Leiter der betriebswirtschaftlichen Bereiche und deren Mitarbeiter -, natürlich aber auch an Einzelsportler und ihre Berater sowie an Kapitalgeber, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Studierende.

Über die Autoren und Herausgeber

Das Handbuch "Sportmanagement" ist ein Gemeinschaftswerk von ausgewiesenen Praktikern, die über langjährige Erfahrungen im professionellen Sport verfügen. Es wird herausgeben von Prof. Dr. Albert Galli, Prof. Dr. Vera-Carina Elter, Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Gömmel, Wolfgang Holzhäuser und Wilfried Straub.

"(...) Wenn das Buch auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, es befasse sich nur mit dem Profisport, so ist das ein falscher Eindruck. Da es sich in allen Teilbereichen um einen professionellen Umgang mit dem Sport bemüht, ist es bestimmt auch für den "normalen" Vereinsführer ein hilfreiches Werk. Hilfreich ist auch die klare Gliederung in kurze Artikel zu Teilbereichen."

In: Der Budoka 12/2002, zur 1. Auflage