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6 Rechtsnormen in:

Stefan Müller, Katja Gelbrich

Interkulturelle Kommunikation, page 273 - 278

1. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4600-5, ISBN online: 978-3-8006-4601-2, https://doi.org/10.15358/9783800646012_273

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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6 Rechtsnormen 6.1 Göttliches Recht Immer mehr Gesellschaften stehen – wieder – unter dem Einfluss eines „göttlichen“ Rechtssystems. 6.1.1 Islamisches Recht Shari‘a Die in Kap. D-4.3 ausführlicher vorgestellte Sammlung von Gesetzen, die im islamischen Kulturraum nicht nur das Zusammenleben der Menschen regeln, sondern auch die Beziehung zwischen Gott und den Menschen, beruft sich auf göttliche Normen. Von Menschen sind sie weder relativierbar bzw. kritisierbar oder in anderer Weise in Frage zu stellen. Denn der „Gesetzgeber“ ist Gott. Deshalb ist aus Sicht der Gläubigen das islamische Recht, wie jedes religiöse Rechtssystem, dem vom Menschen geschaffenen positiven Recht grundsätzlich überlegen. Wie Schirrmacher/Spuler-Stegemann (2004) darlegen, kam die Schari‘a allerdings nirgendwo jemals vollständig zur Anwendung. Selbst Staaten wie der Sudan oder der Iran, welche offiziell von einer vollen Wiedereinführung der Schari‘a sprechen, würden diese nur teilweise anwenden. In den meisten islamischen Ländern orientiere sich die Rechtsprechung an einem Konglomerat aus Geboten des Korans, Elementen der islamischen Überlieferung, dem arabischen Gewohnheitsrecht, vorislamischen Rechtsprinzipien sowie Rechtsprinzipien, welche während der Kolonialzeit dem europäischen Recht entlehnt wurden. Verständnis von Gerechtigkeit Das islamische Recht betrachtet den Menschen als ein vorrangig soziales Wesen, eingebunden in die Normen einer ewigen, von Gott gestifteten Weltordnung. Deren in Gesetze gefasste Regeln verfolgen das Ziel, die Interessen der Individuen 6.1 Göttliches Recht Inhaltsverzeichnis 6.1 Göttliches Recht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 270 6.1.1 Islamisches Recht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 270 6.1.2 Jüdisches Recht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 6.2 Naturrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 272 6.3 Gewohnheitsrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 272 6.4 Positives Recht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273 6.4.1 Common Law . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273 6.4.2 Code Law . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 270 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 271 6.1 Göttliches Recht 271 auszutarieren. Gerechtigkeit wird nicht individualistisch verstanden sondern als ein Zustand, der die Stabilität des sozialen Systems gewährleistet. Individuelle Freiheit ist immer nur nachgeordnete Folge von Gerechtigkeit. Strafen und Sanktionen zielen deshalb primär auf sozialen Ausgleich. Schwerste Strafen (z.B. soziale Ächtung, Verbannung) konkretisieren sich weniger im Verlust von Freiheit, als im Verlust der sozialen Einbindung. Arten von Vergehen Grenzvergehen. Sie verletzten göttliches Recht und sind deshalb ohne den geringsten Ermessensspielraum mit dem im Koran bzw. der Überlieferung vorgesehenen Strafmaß zu ahnden. Hierzu zählen Ehebruch und Unzucht, Verleumdung wegen Unzucht, schwerer Diebstahl, schwerer Straßen- und Raubmord, Genuss von Alkoholika und Drogen, Abfall vom Islam sowie Homosexualität und Vergewaltigung. Eine außergerichtliche Einigung (z.B. Vergleich) ist ausgeschlossen. Zu vergeltende Verbrechen. In diese Kategorie fallen Mord, Totschlag, Körperverletzung etc. Da sie „nur“ menschliches Recht verletzten, werden sie als vergeltbar eingestuft. Vergolten sind sie, wenn dem Schuldigen unter Aufsicht eines Richters Gleiches zugefügt wird. Auf Vergeltung kann verzichtet werden, sofern das Opfer bzw. dessen Familienangehörige damit einverstanden sind und der Täter ein Blutgeld entrichtet sowie religiöse Bußübungen verrichtet. Ermessensvergehen. Dies sind Aufruhr, Beleidigung, Bestechung, Betrug, Erpressung, Kidnapping, Unterschlagung, Urkundenfälschung, falsches Zeugnis etc. Bei diesen Vergehen können Richter einen großen Entscheidungsspielraum nutzen, wenn sie das Strafmaß festlegen. 6.1.2 Jüdisches Recht Wie die jüdische Religion insgesamt, so ist auch die Halacha (vgl. Kap. D-4.1.2) in der jüdischen Gesellschaft omnipräsent. Der rechtliche Teil der schriftlichen Überlieferungen des Judentums befasst sich nicht nur mit der Beziehung zwischen Mensch und Gott (z.B. Ritual und Religion, Moral und Ethik), sondern mit allen Facetten menschlichen Verhaltens, insb. den Beziehungen zwischen den Menschen (vgl. Donin 1987, S. 31 f.). Die Halacha ist somit sowohl das Fundament der Theologie des Judentums als auch des jüdischen Rechtssystems (neben dem religiösen Recht auch des Zivil- und Kriminalrechts). Allerdings setzt sie sich vergleichsweise wenig mit theoretischen Problemen auseinander. Ziel ist es vielmehr, die Gläubigen anzuleiten, die Gebote (,mitzwot‘) zu jeder Zeit zu befolgen. Die Halacha beruht auf den Satzungen und Geboten der schriftlichen und der mündlichen Thora sowie auf der Gesetzgebung der „großen“ Rabbiner. Hinzu kommen Verfügungen und religionsgerichtliche Entscheidungen aus der Frühzeit, welche diese Gelehrten in Form von Kommentaren dokumentiert haben. Für aktuelle religionsgerichtliche Entscheidungen liefern diese Texte die Präzedenzfälle. Im Gegensatz zu den von Rabbinern formulierten ,mitzwot‘, die unter bestimmten Bedingungen von dazu befugten Gelehrten modifiziert werden können, sind die göttlichen ,mitzwot‘ unveränderlich. Davon abzugrenzen sind die ,minhag‘: die weniger verbindlichen, z.B. regionalen Bräuche. mitzwot vs. minhag Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 270 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 271 272 Teil D: Einfluss der Religion 6.2 Naturrecht Im Zuge der Aufklärung (vgl. Kap. C-2.1.5) verbreitete sich die damals revolutionäre Vorstellung, dass es Rechtsprinzipien gibt, die absolut gültig sind: weder göttlichen Ursprungs noch von Menschen verfasst, sondern von Natur aus gültig (vgl. Bloch 1977; Strauss 1977). Demnach besitzt jeder Mensch „von Natur aus“, d.h. unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft etc., unveräußerliche Rechte, etwa das auf körperliche Unversehrtheit. Dieser Auffassung zufolge ist das Naturrecht dem kodifizierten, d.h. von Menschen „gesetzten“ Recht (= positives Recht) grundsätzlich übergeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Zusammenhang mit der Diskussion über die Menschenrechte ähnliche Vorstellungen entwickelt (vgl. Muhm 2004). 6.3 Gewohnheitsrecht Das in den Nicht-Buchgesellschaften mündlich überlieferte Recht beruht auf Bräuchen und Gewohnheiten. Ein Gewohnheitsrecht (bzw. ,customary law‘) entwickelte sich vor allem dann, wenn eine Gesellschaft aufgrund unzureichender Institutionen und eines entsprechenden Selbstverständnisses nicht in der Lage oder willens war, geschriebenes Recht durch förmliche Gesetzgebungsverfahren und dazu befugte staatliche Organe verbindlich zu verfassen und zu vollziehen (vgl. Freitag 1976). Von Gewohnheitsrecht spricht man üblicherweise aber erst dann, wenn eine Rechtsordnung über einen längeren Zeitraum praktiziert wurde und dem Rechtsempfinden der zugrundeliegenden Rechtsgemeinschaft weitgehend entspricht. Das Gewohnheitsrecht spielt im Privatrecht des angelsächsischen und des römischen Rechts, im islamischen Gewohnheitsrecht sowie im Völkerrecht, in Gestalt des Völkergewohnheitsrechts, eine bedeutende Rolle (vgl. Kemper/Reinkowski 2005; Verdross 1969). Charakteristisch ist weiterhin, wie in diesen zumeist egalitären und kontextorientierten Gesellschaften Streitfälle beigelegt wurden bzw. werden. Wer gegen die mündlich überlieferten sozialen Normen verstößt, wird nicht, wie in modernen Industriegesellschaften, durch Strafandrohung und die Institutionen der Rechtspflege, sondern durch sozialen Druck gezwungen, die Normen einzuhalten und sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern (= Sozialstrafen). Die später begründeten Stammesgesellschaften vollzogen dann einen grundlegenden und für die Betroffenen äußerst schmerzhaften Wandel der Rechtsauffassung. Nunmehr werden Strafen, bis hin zu Folter und Hinrichtung, entscheidendes Instrument der Rechtspflege. Einfluss der Kontextabhängigkeit auf das Rechtsverständnis „Very high-context systems, by definition, take much more into account, and this has the effect of putting the accused, the court, the public, and those who are the injured parties on the same side, where, ideally, they can work together to settle things. […] In a word, the function of the trial is to place the crime in its context and present it in such a way that the criminal must see and understand the consequences of his act.” Hall (1976, S. 111f.) 6.2 Naturrecht 6.3 Gewohnheitsrecht Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 272 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 273 6.4 Positives Recht 273 6.4 Positives Recht Die übergeordnete Rechtsordnung, welche selbständige Staaten sich geben, wird als Rechtssystem bezeichnet. Geprägt wird das Rechtssystem von kulturspezifischen Rechtsauffassungen bzw. Rechtsphilosophien. Als Basistypen unterscheidet man das ,common law‘ und das ,customary law‘. 6.4.1 Common Law Das im angelsächsischen Kulturraum verbreitete ,common law‘ ist eines von zwei Rechtssystemen, die sich in der westlichen Hemisphäre herausgebildet haben. Anders als die Rechtssysteme, die sich auf das göttliche Recht berufen und Sozialstrafen vorziehen, verhängen beide hauptsächlich Freiheitsstrafen. Im Gegensatz zum kontinentaleuropäischen ,code law‘ ist das ,common law‘ ein überwiegend durch Fallsammlungen (d.h. frühere Entscheidungen höherer Gerichte) dokumentiertes Gewohnheitsrecht. Es wurde nur zum geringen Teil kodifiziert (d.h. in einem systematischen Gesetzestext dokumentiert) und korreliert mit dem Pragmatismus, welcher der angelsächsischen Welt nachgesagt wird. 6.4.2 Code Law Vorwiegender Geltungsbereich des stärker legalistischen und rechtssystematischen ,code law‘ ist Kontinentaleuropa: ein allgemeines Regelwerk, das sich an abstrakten Rechtsgrundsätzen orientiert. Das durch die napoleonischen Kriege in Kontinentaleuropa verbreitete Rechtssystem schreibt die Grundsätze bürgerlichen Rechts, welche weitgehend dem Römischen Recht entstammen, fort. Hierzu zählt insb. ,in dubio pro reo‘: Dieser Rechtsgrundsatz billigt dem Angeklagten (bzw. mutmaßlichen Täter) den gleichen Anspruch auf Gerechtigkeit zu wie dem Opfer und den staatlichen Institutionen (als Sachwalter des Rechtsanspruchs der Gemeinschaft). „Im Zweifel für den Angeklagten“ war ein Meilenstein des europäischen Wegs zu einem Rechtsverständnis, das auf Vergeltung verzichtet und Strafe in den Dienst der Resozialisierung stellt. Wie groß diese zivilisatorische Leistung ist, verdeutlicht der Vergleich mit der US-amerikanischen Rechtspflege. Die dort üblichen und als legitim angesehenen aggressiv-suggestiven Verhörtechniken haben überproportional viele Fehlurteile zur Folge und dienen oft eher dem Ziel, einen Schuldigen zu finden, als zu prüfen, ob der bzw. die Verdächtige schuldig ist (vgl. Gudjonsson/Pearse 2011; Kassin 2008). Reid-Verhörtechnik „In den USA verwendet die Polizei die sog. Reid-Technik, die in der Wissenschaft hart kritisiert wird. Die Polizisten gehen dabei mit der expliziten Voreinstellung in ein Verhör, dass der Verdächtige schuldig ist. Diese Annahme setzt einen Prozess der Bestätigung in Gang. Der Ermittler provoziert Reaktionen, die eine Schuld wiederum wahrscheinlicher erscheinen lassen. Je hartnäckiger ein Verhörter dann leugnet, so haben Studien gezeigt, umso verbissener versucht der verhörende Polizist, dessen Schuld zu beweisen – und ein Unschuldiger wird in der Regel alle Vorwürfe zurückweisen. In der Reid-Technik geschulte Polizisten setzen die Verdächtigen unter Druck. Immer wieder werden sie mit ihren angeblichen Taten konfrontiert, die Verhörten werden ständig unterbrochen. […] Je länger 6.4 Positives Recht Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 272 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 273 274 Teil D: Einfluss der Religion die Befragung andauert [bis zu 26 Stunden], desto stärker wird der Wunsch, dem zu entgehen. Auf einmal erscheint ein Geständnis das kleinere Übel zu sein, das Verhör soll einfach enden. G.H. Gudjonsson stellte fest, dass ein falsches Geständnis dann besonders wahrscheinlich ist, wenn den Verdächtigten eine Belohnung in Aussicht gestellt wird: Schlaf, endlich essen oder nach Hause gehen zu dürfen, zu telefonieren oder Entzugserscheinungen durch einen Drink oder andere Drogen loszuwerden. Teil der Reid-Technik ist es schließlich, dem Verdächtigten kleine Rechtfertigungsbrücken zu bauen; z.B.: ,Welcher Mann hätte in deiner Situation nicht so gehandelt, so sexy, wie sie angezogen war‘, könnte der Polizist etwa zu einem mutmaßlichen Vergewaltiger sagen. In diesem Fall scheinen Milde und Verständnis zu winken.“ Herrmann (2011, S. 16) Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 274 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 275 7 Allgemeine Rechtsprinzipien & grundlegende Kategorien zwischenmenschlicher Kommunikation 7.1 Gerechtigkeit & Fairness 7.1.1 Normative Sichtweise Verschiedene Gesellschaften, Religionsgemeinschaften bzw. Kulturräume entwickelten unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie die Ergebnisse gemeinsamen Handelns unter den Akteuren bzw. Berechtigten gerechterweise aufzuteilen sind. Die jüdisch-christlichen Gesellschaften des mehr oder minder individualistischen Westens präferieren im Regelfall das Equity-Prinzip, während in den übrigen Weltregionen das egalitäre Equality-Prinzip vorherrscht. Da bspw. in den konfuzianisch beeinflussten Ländern Ostasiens zumeist nicht das Individuum, sondern die Gruppe die relevante Denkkategorie ist, haben dort Harmonie und Solidarität Vorrang, weshalb unterschiedliche Leistungen nach Möglichkeit als gleichwertig angesehen werden. Aber auch in westlichen Gesellschaften erlangen immer wieder Subkulturen Einfluss auf den öffentlichen Diskurs, die egalitäre Werthaltungen vertreten (z.B. die Kommunitarier; vgl. Reese-Schäfer 1994; Etzioni 1993). Sie sehen Gerechtigkeit erst dann verwirklicht, wenn Gleichheit herrscht. Der Globalegalitarismus fordert, dass jeder Mensch, ungeachtet seiner Staats-, Kultur- und/oder Religionszugehörigkeit, gleich behandelt werden sollte (vgl. Rawls 2002). 7.1 Gerechtigkeit & Fairness Equity-Prinzip: Erfolgsbeteiligung gemäß dem individuellen Leistungsbeitrag. Equality- Prinzip: Gleiche Entlohnung aller, mehr oder minder unabhängig vom individuellen Leistungsbeitrag. Inhaltsverzeichnis 7.1 Gerechtigkeit & Fairness . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 275 7.1.1 Normative Sichtweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 275 7.1.2 Befunde der empirischen Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 276 7.2 Vergeltung vs. Vergebung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 276 7.3 Ehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 276 7.4 Wahrhaftigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 278 7.5 Vertrauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 278 7.6 Harmonie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 279 7.7 Konservatismus & Risikobereitschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 280 7.8 Intellektualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 280 7.9 Nationalstolz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 281 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 274 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 275

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Zusammenfassung

Prof. em. Dr. Stefan Müller lehrte Marketing an der Technischen Universität Dresden.

Prof. Dr. Katja Gelbrich ist Inhaberin des Lehrstuhls für Internationales Management an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Menschen kommunizieren auf vielfältige Weise. Nur wenige der dabei zu beobachtenden Kommunikationsformen und -inhalte sind weltweit gleichermaßen verständlich. Verständi­gung setzt deshalb u.a. voraus, dass die Beteiligten in der Lage sind, kulturspezifische Signale zu decodieren, z.B.:

• Grußformeln und Regeln des Small Talk (= verbale Kommunikation),

• Stimmlage, Tonhöhe und Lachen (= paraverbale Kommunikation),

• Mimik, Gestik sowie Art und Dauer des Blickkontakts (= nonverbale Kommunikation),

• Distanz und Nähe, körperliche Begrüßungsrituale und Gastgeschenke (= extraverbale Kommunikation).

Ausgehend von E. T. Halls berühmter These, dass „Kommunikation Kultur ist und Kultur Kommunikation“, erörtern die Autoren den Einfluss der Landeskultur auf die Kommuni­kation. Vor dem Hintergrund kulturabhängiger Weltbilder, Mythen, Helden, Rituale, Symbole, Tabus, Normen und Werte diskutieren sie die Möglichkeiten des Verstehens

und des Missverstehens.

Neben den Besonderheiten und Gesetzmäßigkeiten der interpersonellen Kommunikation in kulturübergreifenden Interaktionen behandelt das Buch die Grundlagen der interkulturellen kommerziellen Kommunikation. Sie umfasst Print-, TV- und elektronische Werbung, Public Relations, Verkaufsförderung, Sponsoring, vergleichende Werbung, Direkt­marketing und Empfehlungsmanagement bei Zielgruppen mit unterschiedlicher kultureller Orientierung. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit den verschiedenen kommu­nikativen Stilen. Hierzu zählen Denk-, Argumentations- und Verhandlungsstile sowie Führungsstile und Konfliktstile.