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3 Aberglaube in:

Stefan Müller, Katja Gelbrich

Interkulturelle Kommunikation, page 241 - 245

1. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4600-5, ISBN online: 978-3-8006-4601-2, https://doi.org/10.15358/9783800646012_241

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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3 Aberglaube 3.1 Grundlagen Sprachlogisch ist Aber-Glaube einerseits ein „verkehrter“, d.h. in falschen Vorstellungen befangener Glaube und andererseits die Verkehrung religiöser Über zeugungen (in Gestalt des Glaubens an die Existenz übernatür licher, d.h. magischer Kräfte). Was unter einem verkehrten Glauben konkret verstanden wird, hängt von der Wissenschaftsdisziplin ab (vgl. Shermer 2003; Gerlach 2000; Stute 1997). • Aus religionsgeschichtlicher Sicht sind alle vom eigenen Glauben abweichende Überzeugungen abergläubisch. • Völkerkundlich ist damit der mündlich überlieferte Volksglaube gemeint, in den religiöse Anschauungen aus der Vergangenheit sowie Sagen, Mythen, Wahrsagerei etc. einfließen. Auch Erkenntnisse der Volksmedizin, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten, zählen hierzu. • Die Aufklärung (vgl. Kap. C-2.1.5) verstand unter Aberglauben den Glauben an Phänomene, die weder naturwissenschaftlich noch durch die orthodoxe Religionslehre erklärbar sind. 3.2 Freitag, der 13. Aberglaube ist ein allgegenwärtiges Phänomen. Spätestens seitdem die um 13.13 Uhr gestartete Apollo 13 auf dramatische Weise explodierte und verbrannte, sind viele Menschen davon überzeugt, dass die Zahl 13 Unglück verheißt. Besonders groß sind die Befürchtungen, wenn der 13. auf einen Freitag fällt. Noch im 19. Jahrhundert weigerte sich Lloyds, Schiffe zu versichern, die an diesem Tag aus dem Londoner Hafen ausliefen. Und in Mecklenburg galt früher der Freitag als idealer Hochzeitstermin – außer er fiel auf den 13. oder 17. des Monats. Angeblich soll in den USA in 40 % der Wolkenkratzer das 13. Stockwerk „fehlen“. Damit kein Gast in einem Zimmer mit der 13 nächtigen muss, nutzen viele Hotels 3.1 Grundlagen 3.2 Freitag, der 13. Triskaidekaphobie: phobische Angst vor der 13 Inhaltsverzeichnis 3.1 Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238 3.2 Freitag, der 13. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238 3.3 Wissenschaftliche Sicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239 3.3.1 Unfallstatistik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239 3.3.2 Kulturgeschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239 3.3.3 Religionswissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240 3.3.4 Sozialwissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 238 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 239 3.3 Wissenschaftliche Sicht 239 dieses nicht durchnummerierte Stockwerk vorzugsweise für Wirtschaftsräume oder gastronomische Zwecke. Aus dem gleichen Grund folgt in vielen Flugzeugen die Sitzreihe 14 auf die Sitzreihe 12. Angesichts der zunehmenden Internationalisierung verfehlen diese Vorkehrungen allerdings mehr und mehr ihre Wirkung. Denn Kunden, die aus anderen Kulturräumen stammen, fürchten andere Unglückszahlen: Südafrikaner bspw. die 2 und Asiaten die 4. Deshalb sucht man dort in den meisten Hochhäusern die 4., 14., 24. etc. Etage vergeblich. Und deshalb sind in Japan unbedingt vierteilige Geschenke zu vermeiden. Lang ist die Liste der unglückseligen Freitage. Hier eine kleine Auswahl: • Die Londoner Börse erlebte am 6.12.1745 ihren ersten „schwarzen Freitag“. Damals ließ die Nachricht vom Vormarsch des schottischen Thronanwärters Charles Edward Stuart auf die Stadt Derby die Börsenkurse abstürzen. • Am 11.5.1866, einem Freitag, brach die in London ansässige Overend, Gurney & Co-Bank zusammen. • Ein Freitag war es auch, als am 24.9.1869 in den USA die Blase einer Goldspekulation platzte. • Und selbstverständlich war der 9.5.1873, der als Wiener Börsenkrach in die Geschichte einging, ein Freitag. 3.3 Wissenschaftliche Sicht 3.3.1 Unfallstatistik Ausweislich der amtlichen Unfallstatistik der Jahre 1971–1997 verunglücken in Finnland an einem Freitag, den dreizehnten, 61 % mehr Frauen tödlich als an anderen Freitagen (vgl. Näyhä 2002). Männer allerdings verunglücken an diesem ominösen Tag nicht häufiger als an anderen Tagen. Somit kann nicht das Wirken übersinnlicher Kräfte die Erklärung sein, möglicherweise aber das Phänomen der Selbsterfüllenden-Prophezeiung: Frauen sind anfälliger für Aberglauben und leiden mehr unter Ängsten aller Art als Männer. Ihr deshalb erhöhtes Angstniveau senkt die Konzentrationsfähigkeit, was wiederum die Unfallwahrscheinlichkeit erhöht. 3.3.2 Kulturgeschichte Unklar sind die kulturhistorischen Wurzeln bzw. Ursachen des (Aber-)Glaubens an diesen vermeintlich unheilvollen Tag. Erstmals erwähnt das Zauberbuch „6. und 7. Buch Moses“ einen „Freitag, den …“. Volkskundler vermuten dahinter 3.3 Wissenschaftliche Sicht Gefährliche Tage: (1) Die Wahrscheinlichkeit, an einem Geburtstag zu sterben, ist um 14 % höher als an jedem anderen Tag des Jahres. Vor allem Herzinfarkt (+ 18,6 %) und – bei Frauen – Hirnschlag (+ 21,5 %) treten an diesem Tag gehäuft auf (vgl. Ajdacic-Gross et al. 2012). Männer, die älter als 35 Jahre sind, begehen an ihrem Geburtstag überzufällig häufig Selbstmord (vgl. Williams et al. 2011). (2) Dagegen berichtete die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), dass 2012 insgesamt 12.500 ihrer sieben Mio. Versicherten an einem Montag einen Unfall erlitten, aber „nur“ 9.900 an einem Freitag. Dienstag, der 13: Für Griechen, Spanier u.a. das, was für uns Freitag, der 13 ist. Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 238 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 239 240 Teil D: Einfluss der Religion ein „Kokettieren mit dem Unglück“, einen ,running gag‘, der sich langsam in der Volkskultur festsetzte (vgl. Hirschfelder 2002). Zwar war die Zahl 13 immer schon eine besondere Zahl, jedoch ebenso Glücksbringer wie Unheilsbote. Ausschließlich mit Unglück assoziiert wurde die 13 in Verbindung mit dem Freitag in Deutschland erstmals in den 1950er-Jahren. 1957 berichtete dann die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass der für einen Freitag, den 13. vorgesehene Stapellauf des Tankers Tina Onassis verschoben wurde, um Unglück von dem Schiff abzuwenden. Angesichts des eigenen kulturellen Vakuums nahm die deutsche Gesellschaft damals, in der Nachkriegszeit, Bräuche anderer Kulturen (vor allem der Vereinigten Staaten) begierig auf. In den alten Erzählungen jedoch sucht man vergeblich nach „Pech-Freitagen“. Erst in modernen Texten und Liedern spielt dieser Tag eine Rolle – etwa in Gestalt eines Computervirus, der an einem solchen Freitag wirksam wird. Andere versuchen, das Phänomen mit der Bibel bzw. mit Legenden zu erklären. War nicht Jesus Christus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern der 13. Gast? Und wurde er nicht am nächsten Tag, einem Freitag, gekreuzigt? Wichtig dürfte auch gewesen sein, dass die 13 nicht der Zwölferlogik des Duodezimalsystems entspricht: Das Jahr hat zwölf Monate, jeder Tag zweimal zwölf Stunden. Deshalb wurde die 13 im Volksmund auch „das Dutzend des Teufels“ genannt. Und wenn die Uhr 13 schlägt, dann verheißt auch dies Unheil. 3.3.3 Religionswissenschaften Menschen, die kein positives Gottesbild haben und somit Gott nicht als eine rationale, prinzipiell berechenbare – und vor allem wohlwollende – Instanz begreifen, sind überproportional abergläubisch. Dies gilt zum einen für Atheisten und zum anderen für die Anhänger von Naturreligionen, deren Überzeugung zufolge sich das Göttliche in den häufig unberechenbaren Naturerscheinungen manifestiert. 3.3.4 Sozialwissenschaften Aberglaube hängt eng mit dem ⇒ Bedürfnis nach Vorhersagbarkeit von Ereignissen zusammen: Der Mensch als „Muster suchendes Lebewesen“ ist darauf aus, Regelmäßigkeit in den Naturphänomen zu erkennen. Denn „Muster“ ermöglichen es, Ereignisse – und insb. gefährliche Ereignisse – vorherzusagen. Bauernregeln wie „Wirft der Maulwurf seine Hügel neu, währt der Winter bis zum Mai“ beschreiben solche Erklärungsmuster. Während sie auf langjährigen systematischen Naturbeobachtungen basieren und nicht selten eine 70 %-Prognose ermöglichen, entbehren die eigentlichen abergläubischen „Welterklärungsversuche“ (z.B. „Vorsicht vor Menschen mit angewachsenen Ohrläppchen“) jeglicher A. Merkel als Objekt abergläubischer Welterklärungsversuche: • Wahlprognose: „Seit A. Merkel Audi fährt, verliert die Union“ (Maak 2012). • Ohrendiagnostik: Ohrbild von A. Merkel ➢➢ groß, starke Leisten bis zum Läppchen = Dynamik, Phantasie, Zielstrebigkeit, Willensstärke und Ausdauer ➢➢ oben leichter Knick = Neigung zu Depression und Eigensinn www.gesundheitsspiegel.de/was-ohren-verraten-visuelle-ohrendiagnostik (15.09.2012) Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 240 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 241 3.3 Wissenschaftliche Sicht 241 Rationalität. Ob nun der Autor des Artikels über die Gründe der Wahlniederlagen der CDU, der selbsternannte Auto-Philosoph N. Maak, seine „Analyse“ tatsächlich ernst meinte oder ironisch: Das Beispiel lässt erahnen, warum Aberglaube auch in einer aufgeklärten Welt unausrottbar ist: Er bietet einfache, monokausale Erklärungen für nicht oder nur schwer zu erklärende multidimensionale Phänomene an (hier: die Serie der Niederlagen der CDU bei Landtagswahlen seit 2009). Dass Angehörige magischer Kulturen wie auch von unsicherheitsmeidenden Kulturen besonders anfällig für Aberglauben sind, erscheint vor diesem Hintergrund plausibel: Indem sie an übernatürliche, naturwissenschaftlich nicht erklärbare Kräfte glauben, schaffen diese Menschen ein Gegengewicht zu den Risiken der von ihnen in besonderem Maße als bedrohlich erlebten Umwelt. Im intrakulturellen Vergleich zeigt sich, dass aus demselben Grund Aberglaube häufig mit folgenden Persönlichkeitsmerkmalen einhergeht: Dog matis mus, Ethnozentrismus, ⇒  Rassismus, Rigidität sowie Intoleranz gegenüber abweichenden Meinungen und Ambiguität. Unsicherheitsvermeidung & Aberglaube „Uncertainty avoidance refers to the amount of effort an individual is willing to invest to maximize the probability of obtaining a desired outcome or reduce unexpected events. To cope with uncertainty, individuals may adopt such behaviors as dependence on authority, intolerance of ambiguity, traditionalism, superstition, rigidity, and ethnocentrism.” Dysart-Gale (2006, S. 3) Dogmatismus: Persönlichkeitsbedingte „Schwarz-/ Weiß-Sicht“ der Welt. Caruana (1996, S. 40) Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 240 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 241 4 Weltreligionen im Überblick 4.1 Judentum 4.1.1 Geschichte des Judentums Die erste der monotheistischen Weltreligionen entstand ca. 1850 v. Chr. in Kanaan. Nach der endgültigen Zerstörung Jerusalems und des Tempels (70 n. Chr.) lebten die Juden fast zwei Jahrtausende lang in der Diaspora. Anfänglich fanden die meisten von ihnen in Europa Exil, später auch in Nordamerika. Geistiges Zentrum des Judentums war zunächst Spanien. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Reconquista (718–1492) verlagerte sich der Schwerpunkt der Siedlungsgebiete nach Osteuropa, insb. nach Polen. In der Balfour-Deklaration von 1917 sagte die britische Regierung zu, den Aufbau einer „natürlichen Heimstätte der Juden“ in Palästina zu unterstützen. Starken Zulauf und nahezu weltweite Unterstützung erhielt die zionistische Bewegung, als nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges der Holocaust, die systematische Vernichtung eines Drittels des jüdischen Volkes durch die Deutschen und ihre Verbündete, nicht länger geleugnet werden konnte. 4.1 Judentum Reconquista: Rückeroberung der seit 711 von Arabern und Berbern besetzten iberischen Halbinsel durch die Westgoten. Inhaltsverzeichnis 4.1 Judentum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242 4.1.1 Geschichte des Judentums . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242 4.1.2 Grundzüge der Lehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243 4.2 Christentum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244 4.2.1 Grundzüge der Lehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244 4.2.2 Morgenländisches Schisma . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244 4.2.3 Reformation & Gegenreformation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245 4.3 Islam . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246 4.3.1 Geschichte des Islam . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246 4.3.2 Sunniten vs. Schiiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 247 4.3.3 Heilige Schriften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 248 4.4 Hinduismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249 4.4.1 Geschichte des Hinduismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249 4.4.2 Welt- & Gottesbild . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249 4.4.3 Lehre von Karma & Wiedergeburt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 250 4.4.4 Kastenwesen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 250 4.5 Buddhismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 252 4.5.1 Geschichte des Buddhismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 252 4.5.2 Welt- & Menschenbild . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 253 4.5.3 Grundzüge der Lehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 253 4.6 Konfuzianismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 254 4.6.1 Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 255 4.6.2 Neokonfuzianismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 255 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 242 Vahlens Handbuch – Müller/Gelbrich – Interkulturelle Kommunikation Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.11.2013 Status: Druckdaten Seite: 243

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Zusammenfassung

Prof. em. Dr. Stefan Müller lehrte Marketing an der Technischen Universität Dresden.

Prof. Dr. Katja Gelbrich ist Inhaberin des Lehrstuhls für Internationales Management an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Menschen kommunizieren auf vielfältige Weise. Nur wenige der dabei zu beobachtenden Kommunikationsformen und -inhalte sind weltweit gleichermaßen verständlich. Verständi­gung setzt deshalb u.a. voraus, dass die Beteiligten in der Lage sind, kulturspezifische Signale zu decodieren, z.B.:

• Grußformeln und Regeln des Small Talk (= verbale Kommunikation),

• Stimmlage, Tonhöhe und Lachen (= paraverbale Kommunikation),

• Mimik, Gestik sowie Art und Dauer des Blickkontakts (= nonverbale Kommunikation),

• Distanz und Nähe, körperliche Begrüßungsrituale und Gastgeschenke (= extraverbale Kommunikation).

Ausgehend von E. T. Halls berühmter These, dass „Kommunikation Kultur ist und Kultur Kommunikation“, erörtern die Autoren den Einfluss der Landeskultur auf die Kommuni­kation. Vor dem Hintergrund kulturabhängiger Weltbilder, Mythen, Helden, Rituale, Symbole, Tabus, Normen und Werte diskutieren sie die Möglichkeiten des Verstehens

und des Missverstehens.

Neben den Besonderheiten und Gesetzmäßigkeiten der interpersonellen Kommunikation in kulturübergreifenden Interaktionen behandelt das Buch die Grundlagen der interkulturellen kommerziellen Kommunikation. Sie umfasst Print-, TV- und elektronische Werbung, Public Relations, Verkaufsförderung, Sponsoring, vergleichende Werbung, Direkt­marketing und Empfehlungsmanagement bei Zielgruppen mit unterschiedlicher kultureller Orientierung. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit den verschiedenen kommu­nikativen Stilen. Hierzu zählen Denk-, Argumentations- und Verhandlungsstile sowie Führungsstile und Konfliktstile.