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7 Die Performancemessung durch Risikokennziffern in:

Hanspeter Gondring

Immobilienwirtschaft, page 759 - 760

Handbuch für Studium und Praxis

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4572-5, ISBN online: 978-3-8006-4573-2, https://doi.org/10.15358/9783800645732_759

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Vahlen Handbücher – Gondring, Immobilienwirtschaft, 3. Auflage – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 11.02.13 Status: Druckdaten Seite 713 7 Die Performancemessung durch Risikokennziffern 713 7 Die Performancemessung durch Risikokennziffern 7.1 Aufgaben und Ziele der modernen Performancemessung Ziel der Performancemessung ist die Bewertung des Anlageerfolgs verschiedener Portfolios bzw. Portfoliostrategien.151 Dabei gilt es die Überrendite eines Portfolios im Vergleich zu einem selbstdefinierten Benchmark zu ermitteln oder die relative Vorteilhaftigkeit gegenüber einer anderen Portfoliozusammensetzung erkennbar zu machen. Eines der wichtigsten Ziele der Performancemessung ist die nachhaltige Kontrolle des aktiven quantitativen Portfoliomanagements. In den nachstehenden Kapiteln werden die gängigsten Instrumente der externen Performancemessung, aus Sicht der Investoren, vorgestellt. 7.2 Sharpe-Ratio Die Sharpe-Ratio ist eine Kennzahl, die Auskunft darüber gibt, wie stark die Rendite einer Investition über dem risikofreien Zinssatz lag und bei welcher Volatilität diese Rendite erzielt wurde. Mit dem Sharpe-Ratio, auch als „Reward to Variability Ratio“ bekannt, kann im Nachhinein (ex post) ein Vergleich zwischen verschiedenen Geldanlagen vorgenommen werden. Intention des Sharpe-Ratios ist es, die Überrendite pro Einheit Risiko zu messen. Als Maß für das Risiko wird dabei die Volatilität der Überrenditen verwendet, ausgedrückt durch die Standardabweichung der Überrenditen. Die Sharpe-Ratio ist für ein Portfolio mittels der Formel 44 definiert, wobei Rf dem risikolosen Zinssatz entspricht und Rp der tatsächlichen Portfoliorendite. sp ist, wie schon bekannt, die erwartete Portfoliorendite. P f P P R R SR σ − = Formel 44 – Sharpe-Ratio Rp minus Rf ist die durchschnittliche Überrendite der Investition über die Rendite der risikolosen Anlage. Um das Sharpe-Ratio zu erhalten, wird die durchschnittliche Überrendite in Relation zur Volatilität der Überrendite gesetzt, wobei hierfür die Standardabweichung der Überrenditen verwendet wird. Je höher der Wert des Sharpe-Ratios, desto besser war die Wertentwicklung der untersuchten Geldanlage im Vergleich zur risikolosen Anlage. Das Eingehen des Risikos wurde also belohnt.152 Das Sharpe-Ratio kann auch negative Werte annehmen, was bedeutet, dass die Wertentwicklung der untersuchten Geldanlage schlechter war als bei der risikolosen Anlage: das eingegangene Risiko wurde hier nicht belohnt. Der Vergleich negativer Sharpe-Ratios untereinander ergibt jedoch keine sinnvollen Aussagen über die Risikoeffizienz der Anlagen. 151 Vgl. Liang, Y./McIntosh, W. (1998), S. 13 152 Vgl. Hielscher, (1999), S. 75 f. 7 Die Performancemessung durch Risikokennziffern Vahlen Handbücher – Gondring, Immobilienwirtschaft, 3. Auflage – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 11.02.13 Status: Druckdaten Seite 714 714 V. Die Immobilie als Asset im Portfolio 7.3 Treynor-Ratio Die von Jack L. Treynor 1965 erstmals aufgestellte Treynor-Ratio, auch „Reward to Volatility Ratio“ genannt, ist ebenfalls eine finanzwirtschaftliche Kennzahl. Sie bezeichnet das Verhältnis der Überschussrendite zum Betafaktor und somit die Risikoprämie je Einheit des eingegangenen systematischen Risikos. Sie ist durch folgende Formel definiert: P f P P R R TR β − = Formel 45 – Treynor-Ratio Hierbei stellt Rp die Rendite des Portfolios, Rf die Rendite der risikofreien Kapitalanlage und βp das Beta des Portfolios dar. Stehen zwei Portfolios unter gleichen Rahmenbedingungen zur Auswahl, so erzielt das Portfolio mit der größeren Treynor-Ratio seine Rendite mit einem geringeren systematischen Risiko. Gültig ist diese Betrachtungsweise nur unter der Prämisse, dass die Investitionsalternative dem Gesamtrisiko nach entspricht und nicht wegen schlechterer Diversifizierung eines der Portfolios mit einem größere unsystematischen Risiko behaftet ist. 7.4 Jensens-Alpha Eine weitere risikoadjustierte Kennzahl ist Jensens Alpha, welches angibt, ob die Überrendite des Portfolios über der Überrendite des Vergleichsindex liegt. Zudem wird in dieser Kennziffer wie bei der Treynor-Ratio das Beta berücksichtigt, um auch die Anfälligkeit des Fonds gegen Marktschwankungen als Risikoelement abzubilden. Ein positives Alpha sagt also, dass das Portfolio seinen Vergleichsindex nach Berücksichtigung des Risikos geschlagen hat. Diese Performance-Zahl eignet sich jedoch hauptsächlich für die absolute Bewertung eines Anlageergebnisses. ( ( ) )PP f m f PR R R Rα β= − + − ⋅ Formel 46 – Jensens Alpha 8 Zusammenfassung und Fazit Es wurde gezeigt, wie die Immobilie als Asset in ein Portfolio eingefügt werden sollte. Die Rendite der einzelnen Immobilien wird mittels der Investitionsrechnung berechnet. Als Methode mit der bestmöglichen Differenzierung der einzelnen Zahlungsströme ist die Cashflow-Methode genannt worden. Mit ihr lassen sich die Renditen für verschiedene Szenarien erstellen. Die Rahmendaten für die Szenarien werden unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Immobilieninvestitionsrisiken erfasst. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit der errechneten Renditen in den einzelnen Szenarien zu bestimmen, wurde die Wahrscheinlichkeitsrechnung näher erläutert. Damit ist es möglich, das Risiko, dass eine bestimmte Rendite nicht erreicht wird, genau zu bestimmen, um anschließend anhand der Portfoliotheorie eine geeignete Diversifikation berechnen zu können. Dazu werden die einzelnen Renditen mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten herangezogen und ihre Korrelation 8 Zusammenfassung und Fazit

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Zusammenfassung

Alles zur Immobilienwirtschaft.

Immobilienwirtschaft komplett

Gondrings Lehr- und Nachschlagewerk umfasst alle wesentlichen Bereiche der Immobilienwirtschaft und eignet sich als allgemeine Einführung in einen bislang von der Betriebswirtschaftslehre vernachlässigten Wissenschaftszweig. Es berücksichtigt sowohl traditionelle als auch für die Zukunft richtungsweisende Themengebiete.

Der „Gondring“

orientiert sich am Lebenszyklus einer Immobilie, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf das ganzheitliche Management von Immobilien in allen Bereichen gelegt wird. Die Schwerpunkte:

– Allgemeiner Teil

– Rechtlicher Teil

– Planen, Bauen, Betreiben

– Vermarktung, Verwaltung und Bewirtschaftung

– Die Immobilie als Asset im Portfolio

– Klassische Finanzierung

– Strukturierte Instrumente und Real Estate Investment Banking

– Bilanzierung und Basel II/Basel III

– Bewertung

– Immobilienmarkt und Ausbildung

Der Autor

Prof. Dr. Hanspeter Gondring, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft an der DHBW Stuttgart.

Zielgruppe

Studierende der Immobilienwirtschaft und immobiliennaher Studienfächer sowie Praktiker.