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1. Überblick in:

Ernst Troßmann, Alexander Baumeister, Clemens Werkmeister

Fallstudien im Controlling, page 228 - 229

Lösungsstrategien für die Praxis

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4570-1, ISBN online: 978-3-8006-4571-8, https://doi.org/10.15358/9783800645718_228

Bibliographic information
Kapitel VI: Gemeinkostenmanagement 1. Überblick Themenschwerpunkte Controlling-Aufgaben im Gemeinkostenmanagement - Charakterisierung von Gemeinkostenproblemen - Abgrenzung von Fixkosten, Gemeinkosten und Sunk Costs - Problematik von Potenzialentscheidungen - Ansätze des betrieblichen Gemeinkostenmanagements Break-even-Analysen als Instrument des Gemeinkostenmanagements - Break-even-Punkte für Ja/Nein-Entscheidungen - Fixkostensteuerung mit Break-even-Analysen - Analyse von Hold-up-Situationen - Varianten von Break-even-Analysen Break-even-Analysen als Instrument des Gemeinkostenmanagements - Kostenzurechnung zur Präferenzsteuerung - Kostenzurechnung zur Informationssteuerung Grundlegende Literatur Ewert, Ralf und Alfred Wagenhofer: [Unternehmensrechnung] Interne Unternehmensrechnung. 7. Aufl., Berlin/Heidelberg 2008. Pfaff, Dieter: [Kostenrechnung] Kostenrechnung, Unsicherheit und Organisation. Heidelberg 1993. Schweitzer, Marcell und Ernst Troßmann: [Break-even-Analysen] Break-even-Analysen. Methodik und Einsatz. 2. Aufl., Berlin 1998. Troßmann, Ernst: [Investition] Investition als Führungsentscheidung. Projektrechnungen für Controller. 2. Aufl., München 2013. Troßmann, Ernst und Alexander Baumeister: [Rechnungswesen] Internes Rechnungswesen. München 2013 (im Druck). 222 VI. Gemeinkostenmanagement 2. Grundlagen zum betrieblichen Gemeinkostenmanagement a) Controlling-Aufgaben im Gemeinkostenmanagement Kaum ein betriebswirtschaftlicher Begriff des Rechnungswesens ist im Detail mit soviel unterschiedlichen Interpretationen belastet wie der Begriff der Gemeinkosten. Hilfreich ist deshalb ein Rückgriff auf die kostentheoretische Grundlage. Danach sind Gemeinkosten stets auf eine Bezugsgröße hin definiert (siehe Kapitel II). Es sind solche Kosten, die dieser Bezugsgröße nicht direkt zugerechnet werden können. Sie verhalten sich bei Änderungen dieser Bezugsgröße entweder fix oder variabel. Wird die Bezugsgröße nicht explizit genannt, ist regelmäßig die Ausbringungsmenge des betrachteten Produkts gemeint. Wird undifferenziert die Bezeichnung „Beschäftigung“ verwendet, ist weiter zu spezifizieren, ob mengen- oder zeitbezogene Größen herangezogen werden – und gegebenenfalls welche Produktionsmengen bzw. welche Zeiten von Produktionsstellen, Abteilungen oder Maschinen das sind (vgl. Schweitzer/Troßmann [Break-even-Analysen] 40 ff.). Eine saubere Definition löst zwar noch keines der sogenannten Gemeinkostenprobleme, ist aber doch vielfach die Voraussetzung für eine Identifikation möglicher Lösungsmaßnahmen. Als Gemeinkostenproblem werden unterschiedliche Problemkreise bezeichnet. Zum einen ist es die Tatsache, dass erhebliche Teile der Produktionsmengen- Gemeinkosten fix sind und daher bei einem Rückgang der Produktionsmengen bestehen bleiben. Zum anderen wird als Gemeinkostenproblem auch die Beobachtung angesprochen, dass die stückbezogenen Einzelkosten der Produkte durch verschiedene Effekte über die Jahrzehnte kleiner zu werden scheinen. Unabhängig davon, inwieweit dies tatsächlich empirisch nachweisbar ist (vgl. Troßmann/Trost [Gemeinkosten]), zeigt dieser plausible, teils nur vermutete, teils tatsächlich empirisch nachweisbare Zusammenhang ein gestiegenes Bewusstsein für den Tatbestand, dass viele Kosten durch stückbezogene Entscheidungen nicht beeinflussbar sind. Vielmehr sind es ganze Produktionsprogrammentscheidungen über verschiedene Produktarten, wie u. a. bei der Kuppelproduktion (siehe Fallstudie 11, S. 183), oder Entscheidungen über die Bereitstellung von Produktionspotenzialen, die solche Produkt-Gemeinkosten bestimmen. Unter Gemeinkostenmanagement ist daher die Gestaltung dieser kostenbeeinflussenden Größen zu verstehen. Zum Gemeinkostenmanagement gehört u. a. die Gestaltung des Produktionsprogramms sowie das Treffen von Potenzialentscheidungen. Allgemeiner gefasst können zum Gemeinkostenmanagement produktbezogene Entscheidungen einerseits und stellenbezogene Entscheidungen andererseits gerechnet werden. In diesem Sinne gehören beispielsweise auch das schon in anderen Kapiteln angesprochene Target Costing (Kapitel V) und die Budgetierung (Kapitel III) hierzu. Das Controlling unterstützt das Gemeinkostenmanagement durch die frühzeitige Identifikation potenzieller Gemeinkostenprobleme, die Mitwirkung bei der Erarbeitung von Alternativen, die Bereitstellung der dafür notwendigen Methoden sowie durch die Beratung des Managements in gemeinkostensensiblen Entscheidungen.

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Zusammenfassung

Controlling-Methoden gekonnt umsetzen

Für ein erfolgreiches Controlling genügt es nicht, die Methoden zu beherrschen – man muss sie vor allem auch praktisch umsetzen können. Die richtige Methode wählen, sie geschickt auf das aktuelle Problem anwenden und Widrigkeiten bei ihrem Einsatz überwinden: das kennzeichnet gutes Controlling.

Dieses Buch gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihre praktische Umsetzungskompetenz im Controlling zu testen und weiterzuentwickeln. 19 Fallstudien bieten Ihnen dazu typische Problemstellungen; die ausführlichen Lösungen erlauben eine schrittweise Eigenkontrolle. Zudem erhalten Sie zu jedem Themenbereich eine kompakte Einführung mit den zentralen Controlling-Prinzipien und Argumentationslinien.

Aus dem Inhalt:

- Controlling-Organisation

- Planungs- und Kontrollkonzepte

- Erfolgssteuerung mit Budgets und Lenkpreisen

- Risikocontrolling

- Preiscontrolling

- Gemeinkostenmanagement

- Investitionsmanagement

- Wertorientierte Führung mit Kennzahlen