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3.3 Zusammenfassung in Thesen in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 58 - 59

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_58

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 46 3. Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung46 3.3 Zusammenfassung in Thesen (1) Rechnungslegung dient – auch unter dem (alleinigen) Gesichtspunkt von Entscheidungsnützlichkeit und Rechenschaft – der Vermögensoder Gewinnermittlung. Es ist bekannt, dass „anspruchsvolle“, ökonomisch interpretierbare Vermögensdarstellung mit „anspruchvoller“, ökonomisch interpretierbarer Gewinndarstellung nicht zu vereinbaren ist. Um zweckgerechte und nachprüfbare Regeln ableiten zu können, ist das beabsichtigte Konzept zu präzisieren. Aus dem Vermögens- oder Gewinnkonzept ergeben sich Schlussfolgerungen für anzusetzende Aktiva und Passiva und für die Bewertungskategorien. (2) Der IASB will grundsätzlich Fortführungsvermögen ermitteln lassen und schließt hierbei das Effektivvermögen (die Darstellung des Unternehmenswerts) explizit aus. Andere Konzepte wie Marktpreisvermögen aufgrund von Einzelbewertung oder Vermögen nach historischen Kosten sind denkbar, werden aber im Rahmenkonzept nicht diskutiert. Stattdessen werden Wertkategorien nur aufgezählt und beschrieben. (3) Mit der Gesamtergebnisrechnung geht der IASB über die Gewinnund Verlustrechnung (GuV) hinaus. Für ihre Darstellung enthält IAS 1 formale Kriterien im Sinne integrierter oder zweiteiliger Rechnung. Die inhaltlich bedeutsame Frage, nach welchen Prinzipien Erträge und Aufwendungen an der GuV vorbei direkt im Eigenkapital gebucht werden sollen, bleibt unbeantwortet. (4) Der IASB rekurriert bei der Standardsetzung auf die qualitativen Anforderungen von Relevanz und glaubwürdiger Darstellung der Information. Das damit verbundene Vermögens- oder Gewinnkonzept ergibt sich nur aus der Betrachtung der einzelnen IFRS. Der ökonomische Aussagegehalt des Gewinns oder des Vermögens bleibt damit (noch) offen. 3.3 Zusammenfassung in Thesen Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 47 4. Bilanzansatz 4.1 Posten und Gliederung Die Bilanz nach IFRS kennt nur drei übergeordnete Posten (IAS 1.9): (a) Vermögenswerte, (b) Schulden und (c) Eigenkapital. Gemäß IAS 1.27 hat ein Unternehmen seinen Abschluss nach dem Konzept der Periodenabgrenzung aufzustellen. Danach „werden Posten als Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital (…) dann erfasst, wenn sie die im Rahmenkonzept für die betreffenden Elemente enthaltenen Definitionen und Erfassungskriterien erfüllen.“ (IAS 1.28; im Original z. T. hervorgehoben) Ein Vermögenswert ist im Rahmenkonzept definiert als „eine in der Verfügungsmacht des Unternehmens stehende Ressource, die ein Ergebnis von Ereignissen der Vergangenheit darstellt und von der erwartet wird, dass dem Unternehmen aus ihr künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließt.“ (Abs. 4.4(a)) Ein Vermögenswert ist im Abschluss zu erfassen, „wenn (a) es wahrscheinlich ist, dass ein mit (ihm, Verf.) verbundener künftiger wirtschaftlicher Nutzen dem Unternehmen zufließen wird; und (b) die Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder der Wert (…) verlässlich ermittelt werden können.“ (Abs. 4.38) Seine Kennzeichen sind mit anderen Worten: •• Nutzenbündel in der Verfügungsmacht des Unternehmens aufgrund vergangener Ereignisse •• mit erwartetem, d. h. wahrscheinlichem Nutzenzufluss und •• verlässlicher Bewertbarkeit. Eine Schuld ist im Rahmenkonzept definiert als „eine gegenwärtige Verpflichtung des Unternehmens, die aus Ereignissen der Vergangenheit entsteht und deren Erfüllung für das Unternehmen erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen verbunden ist.“ (Abs. 4.4(b)) 4. Bilanzansatz 4.1 Posten und Gliederung

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS