Content

10.9 Zusammenfassung in Thesen in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 245 - 246

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_245

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 234 10. Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber dem HGB234 10.9 Zusammenfassung in Thesen (1) Die IFRS haben gegenüber dem HGB durch ihre eindimensionale Zielsetzung der Information von Kapitalgebern und dem weitgehenden Verzicht auf explizite Bilanzierungswahlrechte vermeintliche Vorteile, die man insbesondere im Hinblick auf Kapitalmarktwirkungen zu testen versucht. (2) Das Gros der empirischen Untersuchungen widmet sich beim Übergang von nationalen Regelungen auf IFRS oder dem Vergleich von unterschiedlich bilanzierenden Unternehmen der Prognoseeignung, der Wertrelevanz, den Gewinneigenschaften (wie Zeitnähe und bedingter Vorsicht) und dem Abbau von Informationsasymmetrie. (3) Bei diesen Untersuchungen sind nicht nur verbundene Hypothesen zu testen, sondern es ist auch für institutionelle Rahmenbedingungen, z. B. hinsichtlich der Durchsetzung von Regeln, zu kontrollieren. Um Selbstselektionsprobleme zu bewältigen, ist zwischen einer obligatorischen und einer freiwilligen Anwendung von IFRS zu unterscheiden. (4) Finanzanalysten scheinen mit IFRS-Abschlüssen besser Gewinne pro Aktien und Aktienkurse prognostizieren zu können, als dies mit HGB-Abschlüssen möglich ist. (5) Dass IFRS-Abschlüsse allein zur Eigenkapitalkostensenkung beitragen, lässt sich nicht belegen. 10.9 Zusammenfassung in Thesen Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 235 11. Probleme der IFRS 11.1 Konzeptionelle Probleme Die IFRS haben eine Vielzahl konzeptioneller Probleme, deren sich der IASB teilweise bewusst ist, wozu aber Lösungen noch ausstehen: (a) Fehlende Widerspruchsfreiheit: Die Standards sind weder immer mit dem Rahmenkonzept noch immer untereinander kompatibel. Auch gibt es Widersprüche innerhalb ein und desselben Standards466. •• Ein erstes Beispiel betrifft die Rückstellungen, für die gemäß IAS 37 eine doppelte Wahrscheinlichkeitshürde für Existenz und Ressourcenabfluss besteht (vgl. Kapitel 4.3.3), während das Rahmenkonzept allein auf die Wahrscheinlichkeit des Ressourcenabflusses abstellt. •• Ein zweites Beispiel betrifft IAS 2. Hier grenzt der Standard den Nettoveräußerungswert vom beizulegenden Zeitwert insoweit ab, als ersterer unternehmensindividuelle Züge aufweist: „Ersterer ist ein unternehmensspezifischer Wert; letzterer ist es nicht.“ (IAS 2.7) Die Vorräte sind zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- und Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert zu bewerten (IAS 2.9). Anzugeben ist jedoch der „Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzten Vorräte“ (IAS 2.36(c)). „Nettoveräußerungswert und fair value less costs to sell werden hier synonym verwendet, was IAS 2.7 widerspricht.“467 (b) Fehlende logische Ableitbarkeit: Die Standards müssten aus dem Ziel der Vermittlung entscheidungsnützlicher Information für die Adressaten abgeleitet werden. Dies kann nicht ohne Wertungen geschehen und ist insofern nur begrenzt nachvollziehbar, weil zur Entscheidungsnützlichkeit sowohl die Relevanz als auch die Zuverlässigkeit (Verlässlichkeit) der Information gehören und beide oftmals im Widerspruch zueinander stehen. Der im neuen Rahmenkonzept verwendete Ersatz von Verlässlichkeit durch glaubwürdige Darstellung ändert daran nichts. Darüberhinaus muss die Entscheidungsnützlichkeit öfter angenommen werden als dass sie bewiesen werden könnte. 466 Vgl. zu weiteren Beispielen auch Schildbach (2005), S. 47 f. 467 Hettich (2006), S. 175; im Original z. T. kursiv. 11. Probleme der IFRS 11.1 Konzeptionelle Probleme

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS