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10.8 Einfluss auf Fremdkapitalkosten in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 244 - 245

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_244

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 233 10.8 Einfluss auf Fremdkapitalkosten 233 two mechanisms behind the cost of equity reduction. Taken together, these findings suggest that while mandatory IFRS adoption significantly lowers firms’ cost of equity, the effects depend on the strength of the countries’ legal enforcement.”461 10.8 Einfluss auf Fremdkapitalkosten Wie die IFRS auf den Fremdkapitalmarkt wirken, ist bisher weniger gut untersucht: „Die Zinssätze für die Kredite der Banken sind nicht breit für den Forscher verfügbar, die Verwendung von beobachtbaren Renditen der notierten Unternehmensanleihen wegen ihrer sehr unterschiedlichen Ausgestaltungsformen problematisch.“462 Zum Fremdkapitalmarkt liegen deshalb nur wenige Untersuchungen vor, die darüber hinaus oftmals auf Befragungen mit relativ kleinen Stichproben aufbauen463. Kiefer/Schorn legen die erste mir bekannte kapitalmarktorientierte Untersuchung der Auswirkungen auf Fremdkapitalkosten vor. Ihre Ergebnisse sprechen für einen positiven Effekt der IFRS-Umstellung auf diese: „Bei der Analyse der prozentualen Veränderung der Risikoprämie zeigt sich, dass eine IFRS-Umstellung im ersten und zweiten Jahr nach der Umstellung jeweils zu einer Reduktion der Veränderung der Risikoprämie in Höhe von etwa 40 % verglichen mit Nichtwechselunternehmen führt.“464 Die Autoren erfassen Sekundärmarktdaten der Anleihen von 25 Unternehmen, die zwischen 1997 und 2005 auf IFRS wechselten. Eine jüngere Studie von Florou/Kosi465 findet bei einer globalen Stichprobe von öffentlichen Schuldverschreibungen und privaten Krediten eine Präferenz der IFRS-Verwender für Schuldverschreibungen anstelle der Kredite in der Zeit nach der Umstellung auf IFRS. Die Zinsspanne auf Schuldverschreibungen sinkt im Gegensatz zu der auf private Kredite. 461 Li (2010), S. 607 (Abstract). 462 Daske (2005b), S. 463. 463 Vgl. z. B. Oehler (2006), dessen Ergebnisse auf 30 Antworten von Kreditinstituten basieren. 464 Kiefer/Schorn (2009), S. 359. 465 Vgl. Florou/Kosi (2012). 10.8 Einfluss auf Fremdkapitalkosten Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 234 10. Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber dem HGB234 10.9 Zusammenfassung in Thesen (1) Die IFRS haben gegenüber dem HGB durch ihre eindimensionale Zielsetzung der Information von Kapitalgebern und dem weitgehenden Verzicht auf explizite Bilanzierungswahlrechte vermeintliche Vorteile, die man insbesondere im Hinblick auf Kapitalmarktwirkungen zu testen versucht. (2) Das Gros der empirischen Untersuchungen widmet sich beim Übergang von nationalen Regelungen auf IFRS oder dem Vergleich von unterschiedlich bilanzierenden Unternehmen der Prognoseeignung, der Wertrelevanz, den Gewinneigenschaften (wie Zeitnähe und bedingter Vorsicht) und dem Abbau von Informationsasymmetrie. (3) Bei diesen Untersuchungen sind nicht nur verbundene Hypothesen zu testen, sondern es ist auch für institutionelle Rahmenbedingungen, z. B. hinsichtlich der Durchsetzung von Regeln, zu kontrollieren. Um Selbstselektionsprobleme zu bewältigen, ist zwischen einer obligatorischen und einer freiwilligen Anwendung von IFRS zu unterscheiden. (4) Finanzanalysten scheinen mit IFRS-Abschlüssen besser Gewinne pro Aktien und Aktienkurse prognostizieren zu können, als dies mit HGB-Abschlüssen möglich ist. (5) Dass IFRS-Abschlüsse allein zur Eigenkapitalkostensenkung beitragen, lässt sich nicht belegen. 10.9 Zusammenfassung in Thesen

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS