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10.4 Wertrelevanz von IFRS-Kennzahlen in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 231 - 232

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_231

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 220 10. Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber dem HGB220 zu IFRS kann sich nur aus dem Druck von Aufsichtsorganen oder Banken ergeben. Dieser war erst nach der sog. IAS-Verordnung des Jahres 2002, wahrscheinlich sogar erst nach dem Umstellungszwang für kapitalmarktorientierte Konzerne in den Jahren 2005 bis 2007 zu erwarten. Auch fehlen aufgrund der relativ jungen IFRS-Anwendung große Ausfallzahlen401. 10.4 Wertrelevanz von IFRS-Kennzahlen Zum Vergleich der Wertrelevanz von IFRS- gegenüber HGB-Daten liegen mehrere Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen vor. So regressieren Bartov/Goldberg/Kim jährliche Aktienrenditen auf Gewinne vor außerordentlichen Posten von 417 in Deutschland notierten Unternehmen für die Jahre 1998 bis 2000 und erhalten grundsätzlich eine signifikant höhere Wertrelevanz bei Abschlüssen nach IFRS und US-GAAP gegenüber solchen nach HGB402. Das Ergebnis ist gegenläufig zu dem von Hung/Subramanyam403. Diese untersuchen mit einer Stichprobe von 80 deutschen Unternehmen die Einflüsse einer erstmaligen Verwendung von IFRS in der Zeit zwischen 1998 und 2002. Da im Umstellungsjahr die Vorjahreswerte sowohl nach HGB als auch nach IFRS angegeben werden müssen, lassen sich sämtliche Untersuchungen für jeweils dasselbe Unternehmen vornehmen, ohne Vergleichsunternehmen zu benötigen. Die Autoren finden, dass das Gesamtvermögen und der Buchwert des Eigenkapitals wie auch die Variabilität des Buchwerts und des Gewinns signifikant höher in Abschlüssen nach IFRS als nach HGB sind. Die kombinierte Wertrelevanz von Buchwert des Eigenkapitals und Gewinn nach IFRS ist hingegen nicht stärker als bei Werten nach HGB; sie ist vielmehr geringfügig niedriger404. Schließlich untersucht Vorstius die Wertrelevanz von Buchwert des Eigenkapitals und Gewinn nach Steuern für zwei Gruppen von möglichst vergleichbaren Unternehmen, die in den Jahren 1998 bis 2000 einerseits HGB-, andererseits IFRS- oder US-GAAP-Abschlüsse aufgestellt haben (jeweils 338 Unternehmen), und erhält bessere Ergebnisse für Unterneh- 401 Vgl. Mahlstedt (2008), S. 312–314. 402 Vgl. Bartov/Goldberg/Kim (2005), S. 108. Dies gilt nicht bei Verlust ausweisenden Unternehmen. Vgl. Bartov/Goldberg/Kim (2005), S. 110 f.; Lindemann (2006), S. 981. 403 Vgl. Hung/Subramanyam (2007) sowie Lindemann (2006), S. 981 f. 404 Das korrigierte R2 ist 80 % gegenüber 84 %. Vgl. Hung/Subramanyam (2007), S. 643 f. 10.4 Wertrelevanz von IFRS-Kennzahlen Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 221 10.5 Gewinneigenschaften von IFRS-Abschlüssen 221 men mit HGB-Abschlüssen405. Er sieht seine Ergebnisse allerdings nur mit Vorbehalt als repräsentativ an, weil sich die Struktur der verglichenen Gesellschaften hinsichtlich Branchen und Börsensegmenten nicht vollständig deckt406. Barth/Landsman/Lang untersuchen in einer Stichprobe von 327 Unternehmen aus 21 Ländern, die zwischen 1994 und 2003 von den heimischen Rechnungslegungsregeln auf IFRS umgestellt haben407, ob die damit verbundenen Rechnungslegungsdaten ein geringeres Ausmaß an Gewinnsteuerung, eine zeitnähere Verlustberücksichtigung und eine höhere Wertrelevanz aufweisen. Hierzu werden sowohl die umstellenden Unternehmen mit möglichst ähnlichen nicht umstellenden Unternehmen als auch die jeweiligen Unternehmen selbst in der Vorund Nachumstellungsperiode verglichen. Die Wertrelevanz wird insbesondere408 durch die Erklärungskraft des Gewinns nach Steuern und des Buchwerts des Eigenkapitals, jeweils pro Aktie, für den Aktienkurs mit Hilfe des korrigierten R2 gemessen. Resultat der Untersuchungen ist für die IFRS-Umsteller ein korrigiertes R2 von 40 % gegenüber 30 %. 10.5 Gewinneigenschaften von IFRS-Abschlüssen Zu Gewinneigenschaften von IFRS-Daten liegen mehrere Ergebnisse vor. Untersucht werden insbesondere das Ausmaß von Gewinnsteuerung im Sinne von Gewinnglättung, Erreichen bestimmter Werte oder unüblicher Zahlungsabgrenzungen409 und die Zeitnähe einer Verlustberücksichtigung als Indiz vorsichtiger Rechnungslegung410. Van Tendeloo/Vanstraelen finden, dass in Deutschland notierte Unternehmen, die in den Jahren 1999 bis 2001 freiwillig auf IFRS wechseln, keine Unterschiede in der Gewinnglättung aufweisen gegenüber Unternehmen, die das HGB beibehalten411. Ihre Stichprobe besteht aus 405 Vgl. Vorstius (2004), S. 175 f., S. 219–224 und S. 275. Das korrigierte R2 ist 65 % gegenüber 42 %. 406 Vgl. Vorstius (2004), S. 223 f. 407 Knapp 20 % stammten davon aus Deutschland; vgl. Barth/Landsman/Lang (2008), S. 488. 408 Zwei weitere Maße beziehen den Gewinn pro Aktie auf die jährliche Aktienrendite, wobei die Stichproben nach positiver und negativer Rendite unterschieden werden. Vgl. Barth/Landsman/Lang (2008), S. 486 f. 409 Vgl. zur genauen Charakterisierung, Messung und weiteren Ergebnissen insb. Dobler (2008a), S. 266–271. 410 Neben den hier wiedergegebenen Studien vgl. insb. Ahmed/Neel/Wang (2012); Capkun/Collins/Jeanjean (2012); Christensen/Lee/Walker (2008). 411 Vgl. Van Tendeloo/Vanstraelen (2005), S. 168. 10.5 Gewinneigenschaften von IFRS-Abschlüssen

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS