Content

9.12 Equity-Bewertung in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 220 - 222

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_220

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 209 9.12 Equity-Bewertung 209 33 (27,97 %) Unternehmen ist aus den Anhangangaben nicht eindeutig ersichtlich, auf welcher Grundlage der erzielbare Betrag basiert.“362 9.12 Equity-Bewertung Die Equity-Bewertung gilt für Gemeinschaftsunternehmen und für assoziierte Unternehmen. Ausnahmen von der zwingenden Anwendung der Equity-Bewertung regelt IAS 28.17-19. IAS 28.3 definiert jeweils (im Original hervorgehoben): „Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinschaftliche Vereinbarung, bei der die Parteien, die die gemeinschaftliche Führung der Vereinbarung innehaben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen.“ „Eine gemeinschaftliche Vereinbarung ist eine Vereinbarung, bei der zwei oder mehr Parteien die gemeinschaftliche Führung innehaben.“ „Gemeinschaftliche Führung ist die vertraglich geregelte Teilung der Beherrschung einer Vereinbarung, die nur dann gegeben ist, wenn Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten die einstimmige Zustimmung der sich die Beherrschung teilenden Parteien erfordern.“ Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem der Anteilseigner über maßgeblichen Einfluss verfügt (IAS 28.3) und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Anteil an einem Gemeinschaftsunternehmen ist (IAS 28.2), denn es gilt: „Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, nicht aber die Beherrschung oder die gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse.“ (IAS 28.2; im Original hervorgehoben) Auf die Wahrnehmung der Möglichkeit zur Mitwirkung an den finanzund geschäftspolitischen Möglichkeiten kommt es nicht an. Der maßgebliche Einfluss wird widerlegbar vermutet, wenn der Anteilseigner direkt oder indirekt über mindestens 20 % der Stimmrechte verfügt (IAS 28.5). „Bei der Equity-Methode wird die Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen beim erstmaligen Ansatz mit den Anschaffungskosten angesetzt.“ (IAS 28.10) 362 Müller/Reinke (2010), S. 28. Zu ähnlichen Ergebnissen vgl. Castedello/Klingbeil (2012), S. 484; Glaum/Wyrwa (2011), S. 68; KPMG (2011), S. 18 f. 9.12 Equity-Bewertung Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 210 9. Konzernbesonderheiten210 Zugleich ist wie bei der Konsolidierung nach IFRS 3 mithilfe der Erwerbsmethode in einer Nebenbuchhaltung der Wert des erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts zu berechnen. Hierzu hat man den Kaufpreis entsprechend der Anteilsquote auf die fiktiv einzeln erworbenen Vermögenswerte und Schulden aufzuteilen und dementsprechend zu mindern (vgl. Kapitel 9.10.1.1; insbesondere Abb. 16 auf S. 183). Anders als bei der Vollkonsolidierung wird dieser Geschäfts- oder Firmenwert aber nicht gesondert ausgewiesen; er ist vielmehr im Buchwert des Anteils enthalten (IAS 28.32(a)). „In der Folge erhöht oder verringert sich der Buchwert der Beteiligung entsprechend dem Anteil des Investors am Gewinn oder Verlust des Beteiligungsunternehmens. Der Anteil des Investors am Gewinn oder Verlust des Beteiligungsunternehmens wird im Gewinn oder Verlust des Investors erfasst. Vom Beteiligungsunternehmen empfangene Ausschüttungen vermindern den Buchwert der Beteiligung. Änderungen des Buchwerts können auch aufgrund von sonstigen Änderungen im Eigenkapitalanteil des Investors notwendig sein, welche sich aufgrund von Änderungen im sonstigen Ergebnis des Beteiligungsunternehmens ergeben. Solche Änderungen entstehen unter anderem infolge einer Neubewertung von Sachanlagevermögen und aus der Währungsumrechnung. Der Anteil des Investors an diesen Änderungen wird im sonstigen Ergebnis des Investors erfasst (siehe IAS 1 Darstellung des Abschlusses).“ (IAS 28.10) Das verlangt wie bei der Vollkonsolidierung (hier ausgesparte) Schritte der Folgekonsolidierung, erneut in einer Nebenbuchhaltung. Die Equity-Methode führt bei gewinnbringenden Beteiligungsgesellschaften zu einer Überschreitung der Anschaffungskosten der Beteiligung. Ein Ertrag aus Beteiligungen wird bereits „dann gebucht, wenn auf Ebene des assoziierten Unternehmens ein entsprechender Erfolg realisiert wird“363; es bedarf hierzu nicht der Ausschüttung. „Gewinne und Verluste aus ‚Upstream’- und ‚Downstream’-Transaktionen zwischen einem Unternehmen (einschließlich seiner konsolidierten Tochterunternehmen) und seinem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen sind im Abschluss des Unternehmens nur entsprechend der Anteile nicht nahestehender dritter Investoren am assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen zu erfassen. ‚Upstream’-Transaktionen sind beispielsweise Verkäufe von Vermögenswerten eines assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens an den Investor. ‚Downstream’-Transaktionen sind beispielsweise Verkäufe oder Einlagen von Vermögenswerten eines Investors an bzw. 363 Pellens/Fülbier/Gassen/Sellhorn (2011), S. 817. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 211 9.13 Zusammenfassung in Thesen 211 in ein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen. Der Anteil des Investors am Gewinn oder Verlust des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens aus solchen Transaktionen wird eliminiert.“ (IAS 28.28) 9.13 Zusammenfassung in Thesen (1) Konzerne sind wirtschaftliche Einheiten, in denen eine Muttergesellschaft Tochterunternehmen beherrscht. Für diese wirtschaftliche Einheit ist ein Abschluss so aufzustellen, als ob es sich um eine Rechtseinheit handeln würde (Fiktion der Rechtseinheit). (2) Ein Investor beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn er aufgrund seines Engagements bei dem Unternehmen variablen wirtschaftlichen Erfolgen ausgesetzt ist oder Rechte daran hat und die Möglichkeit besitzt, diese wirtschaftlichen Erfolge durch seine Bestimmungsmacht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Bestimmungsmacht besteht, wenn man aufgrund bestehender Rechte die Tätigkeiten, die die wirtschaftlichen Erfolge des Beteiligungsunternehmens signifikant beeinflussen, prägen kann. (3) Im Konzernabschluss werden gleichartige Posten der Vermögenswerte, der Schulden, des Eigenkapitals, der Erträge, der Aufwendungen und der Cash Flows des Mutterunternehmens mit denen aller Tochterunternehmen zusammengefasst. Ferner werden für jedes Tochterunternehmen die Buchwerte der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit den jeweiligen anteiligen Eigenkapitalbeträgen der Tochterunternehmen verrechnet. Dieser Vorgang heißt Kapitalkonsolidierung. Konzerninterne Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cash Flows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden eliminiert. Gewinn oder Verlust entsteht deshalb nur aufgrund von Tätigkeiten mit Konzernfremden. (4) Für die Erstellung eines Konzernabschlusses sind Vorarbeiten nötig. Sie umfassen die Herstellung eines einheitlichen Stichtags, die Verwendung einer einheitlichen Währung, einheitliche Ansatz-, Bewertungs- und Gliederungsvorschriften. (5) Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Hierbei wird nach einer Fiktion des Einzelerwerbs die vom Erwerber übertragene Gegenleistung (in Form von hingegebenen Vermögenswerten, übernommenen Schulden und ausgegebenen Eigenkapitalanteilen) mit sämtlichen erworbenen identifizierbaren Vermögenswerten und Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert 9.13 Zusammenfassung in Thesen

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS