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9.8 Konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 188 - 189

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_188

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 177 9.8 Konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung 177 die Finanzinformationen des Tochterunternehmens anhand des jüngsten Abschlusses des Tochterunternehmens zu konsolidieren, der im Hinblick auf die Auswirkungen bedeutender Geschäftsvorfälle und Ereignisse, die zwischen diesem Abschlussstichtag und dem Konzernabschlussstichtag eingetreten sind, angepasst wird. Der Zeitraum zwischen den Stichtagen der Abschlüsse von Tochterunternehmen und des Konzernabschlusses darf nie mehr als drei Monate betragen und die Unterschiede der Abschlussstichtage müssen von Periode zu Periode gleich bleiben.“ (IFRS 10.B93) Wie die Anpassung bei Undurchführbarkeit der Erstellung zusätzlicher Finanzinformationen bei abweichenden Stichtagen vorzunehmen ist, wird nicht weiter geregelt. Für Gemeinschaftsunternehmen und für assoziierte Unternehmen gilt: „Das Unternehmen verwendet bei der Anwendung der Equity-Methode den letzten verfügbaren Abschluss des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens. Weicht der Abschlussstichstichtag des Unternehmens von dem des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens ab, muss das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen für das Unternehmen einen Zwischenabschluss auf den Stichtag des Unternehmens aufstellen, es sei denn, dies ist undurchführbar.“ (IAS 28.33) Bei Undurchführbarkeit findet sich eine für Tochterunternehmen entsprechende Regelung (IAS 28.34; entsprechend IFRS 10.B93). 9.8 Konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung Für die Konsolidierung von Tochterunternehmen sind einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verlangt: „Ein Mutterunternehmen hat bei der Aufstellung eines Konzernabschlusses für gleichartige Geschäftsvorfälle und andere Ereignisse unter vergleichbaren Umständen einheitliche Rechnungslegungsmethoden anzuwenden.“ (IFRS 10.19; im Original hervorgehoben) Analoges gilt für Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen (IAS 28.35). Anders als bei der Stichtagsanpassung fehlt ein Verweis auf die mögliche Undurchführbarkeit. Diese Möglichkeit bestand früher, wurde aber im Rahmen des Improvement Project von 2003 beseitigt. 9.8 Konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 178 9. Konzernbesonderheiten178 Dies schafft praktisch große Probleme278, weil die Einflussnahmemöglichkeit auf assoziierte Unternehmen nicht so groß ist wie bei Tochteroder Gemeinschaftsunternehmen (vgl. Kapitel 9.1 und 9.12). Für deutsche Unternehmen, die konsolidiert werden müssen und nicht bereits nach IFRS Jahresabschlüsse erstellen, ergibt sich wegen der Verpflichtung der kapitalmarktorientierten Konzerne, einen IFRS-Konzernabschluss zu erstellen, hier eine besondere Arbeitslast. 9.9 Fremdwährungsumrechnung Für die Fremdwährungsumrechnung gilt IAS 21. Dieser Standard regelt gemäß Abs. 3 (a) die Bilanzierung von Geschäftsvorfällen und Salden in Fremdwährungen außer solchen Geschäftsvorfällen und Salden, die derivatbezogen sind (für sie gilt IAS 39), (b) die „Umrechnung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“279 ausländischer „Geschäftsbetriebe“280, die durch Vollkonsolidierung oder durch die Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden, und (c) die „Umrechnung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“ eines Unternehmens in eine Darstellungswährung. IAS 21.8 unterscheidet folgende Währungen: (a) Die Darstellungswährung ist die Währung, in der die Abschlüsse dargestellt werden. (b) Die funktionale Währung ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem das Unternehmen tätig ist. Für deren Feststellung ist in erster Linie erheblich, in welcher Währung Preise und Kosten für die Produkte angegeben werden; Finanzierungsvorgänge sind erst danach von Bedeutung (IAS 21.9 f.). Für die Bestimmung der funktionalen Währung eines ausländischen Unternehmens gibt IAS 21.11 folgende Faktoren an: •• die Tätigkeit des ausländischen Geschäftsbetriebs als erweiterter Bestandteil des berichtenden Unternehmens oder ihre davon weitgehend unabhängige Ausübung (Unabhängigkeit der Tätigkeit), 278 Vgl. auch Hayn/Grüne (2006), S. 22; Pellens/Fülbier/Gassen/Sellhorn (2011), S. 818. 279 Ein weiteres Beispiel für eigenwilliges Deutsch. 280 Der Ausdruck „Geschäftsbetrieb“ mutet merkwürdig an, weil in der genannten Form Unternehmen einzubeziehen sind. Der Ausdruck umfasst aber auch gemäß IAS 21.8 die hier nicht vertieften gemeinschaftlichen Vereinbarungen. Er geht insofern über Unternehmen hinaus. 9.9 Fremdwährungsumrechnung

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS