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9.7 Stichtagsanpassung in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 187 - 188

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_187_1

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 176 9. Konzernbesonderheiten176 Zeitbezugsmethode für die Fremdwährungsumrechnung (vgl. hierzu Kapitel 9.9). Aus diesen Feststellungen folgt aber keine Orientierung an der engsten Form der Interessentheorie. Hiermit ist z. B. die Angabe von Minderheitsanteilen nicht vereinbar. Außerdem werden die Minderheiten nicht als Fremdkapitalgeber gezählt (IFRS 10.22). Die Unterschiede zwischen der weitesten Form der Interessentheorie und der Einheitstheorie beziehen sich auf die Behandlung des Goodwill und des Erwerbs und Verkaufs von Beteiligungen. Hier ist in der Entwicklung der IFRS eine kontinuierliche Annäherung an die (Reinform der) Einheitstheorie festzustellen276. 9.6 Konsolidierungskreis Gemäß IFRS 10 Anhang A gelten ein Weltabschluss- und damit verbunden ein Vollständigkeitsprinzip: Der Konzernabschluss umfasst das Mutter- und sämtliche Tochterunternehmen, inklusive beherrschter Zweckgesellschaften (vgl. Kapitel 9.3). Eine abweichende Geschäftstätigkeit eines Tochterunternehmens von der Geschäftstätigkeit anderer Konzernunternehmen führt nicht zum Ausschluss aus dem Konsolidierungskreis. Unternehmen, die ausschließlich mit dem Ziel der Weiterveräußerung in naher Zukunft erworben wurden, sind nach IFRS 5 zu behandeln, jedoch zugleich zu konsolidieren277. Dasselbe gilt für andere Tochterunternehmen, deren Veräußerung vorgesehen ist. Erst der Verlust der Beherrschung oder die Aufgabe des Gemeinschaftsunternehmens begründen das Ausscheiden aus dem Konsolidierungskreis. 9.7 Stichtagsanpassung Bei abweichenden Stichtagen von Abschlüssen ist für Tochterunternehmen die Erstellung zusätzlicher Finanzinformationen auf den Stichtag des Mutterunternehmens (nach altem IAS 27.22 hieß es: ist ein Zwischenabschluss) nötig, „sofern dies nicht undurchführbar ist“ (IFRS 10.B92). „Falls dies undurchführbar ist, hat das Mutterunternehmen 276 Vgl. hierzu Hendler/Zülch (2005), S. 1164–1166. 277 Vgl. Hayn/Grüne (2006), S. 19 f. 9.6 Konsolidierungskreis 9.7 Stichtagsanpassung Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 177 9.8 Konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung 177 die Finanzinformationen des Tochterunternehmens anhand des jüngsten Abschlusses des Tochterunternehmens zu konsolidieren, der im Hinblick auf die Auswirkungen bedeutender Geschäftsvorfälle und Ereignisse, die zwischen diesem Abschlussstichtag und dem Konzernabschlussstichtag eingetreten sind, angepasst wird. Der Zeitraum zwischen den Stichtagen der Abschlüsse von Tochterunternehmen und des Konzernabschlusses darf nie mehr als drei Monate betragen und die Unterschiede der Abschlussstichtage müssen von Periode zu Periode gleich bleiben.“ (IFRS 10.B93) Wie die Anpassung bei Undurchführbarkeit der Erstellung zusätzlicher Finanzinformationen bei abweichenden Stichtagen vorzunehmen ist, wird nicht weiter geregelt. Für Gemeinschaftsunternehmen und für assoziierte Unternehmen gilt: „Das Unternehmen verwendet bei der Anwendung der Equity-Methode den letzten verfügbaren Abschluss des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens. Weicht der Abschlussstichstichtag des Unternehmens von dem des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens ab, muss das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen für das Unternehmen einen Zwischenabschluss auf den Stichtag des Unternehmens aufstellen, es sei denn, dies ist undurchführbar.“ (IAS 28.33) Bei Undurchführbarkeit findet sich eine für Tochterunternehmen entsprechende Regelung (IAS 28.34; entsprechend IFRS 10.B93). 9.8 Konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung Für die Konsolidierung von Tochterunternehmen sind einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verlangt: „Ein Mutterunternehmen hat bei der Aufstellung eines Konzernabschlusses für gleichartige Geschäftsvorfälle und andere Ereignisse unter vergleichbaren Umständen einheitliche Rechnungslegungsmethoden anzuwenden.“ (IFRS 10.19; im Original hervorgehoben) Analoges gilt für Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen (IAS 28.35). Anders als bei der Stichtagsanpassung fehlt ein Verweis auf die mögliche Undurchführbarkeit. Diese Möglichkeit bestand früher, wurde aber im Rahmen des Improvement Project von 2003 beseitigt. 9.8 Konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS