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9.2 Vorarbeiten für die Aufstellung eines Konzernabschlusses in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 178 - 179

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_178

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 167 9.2 Vorarbeiten für die Aufstellung eines Konzernabschlusses 167 9.2 Vorarbeiten für die Aufstellung eines Konzernabschlusses Die Konsolidierung verlangt die Erfüllung organisatorischer und technischer Voraussetzungen, zu denen der einheitliche Stichtag, auf den bilanziert wird, und die einheitliche Währung zählen. Die Vorarbeiten für einen Konzernabschluss macht die folgende Abb. deutlich259: Hierbei bezeichnet HB I den Jahresabschluss der konzernzugehörigen Rechtseinheit. HB II ist der bezüglich Stichtag, Währungseinheit, Ansatz-, Bewertungs- und Gliederungsregeln vereinheitlichte Jahresabschluss dieser Rechtseinheit. Er erfüllt die Konzernrichtlinien, die regelmäßig von der Muttergesellschaft vorgegeben und bei den einzelnen Rechtseinheiten befolgt werden. Der Summenabschluss entsteht gemäß der in IFRS 10.B86 verlangten Zusammenfassung gleichartiger Posten. Die oben bereits erwähnten Konsolidierungsvorgänge, auf die in Kapitel 9.10 noch detailliert eingegangen wird, sind hier bezüglich der Posten Kapital, Schulden, Ertrag, Aufwand und Zwischenerfolg spezifiziert. 259 Vgl. auch Baetge/Kirsch/Thiele (2011), S. 131; Hayn/Grüne (2006), S. 17. 9.2 Vorarbeiten für die Aufstellung eines Konzernabschlusses Abb. 15: Vorarbeiten für den Konzernabschluss HB I HB II Summenabschluss Konzernabschluss Vereinheitlichungen: Addition gleich(artig)er Posten Konsolidierungen: • Stichtag • Währung • Ansatz • Bewertung • Gliederung • Kapitalkonsolidierung • Schuldenkonsolidierung • Ertrags- und Aufwandskonsolidierung • Zwischenergebniseliminierung Konsequenz: • Steuerabgrenzung Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 168 9. Konzernbesonderheiten168 Die Steuerabgrenzung ist Resultat dieser Konsolidierungsvorgänge. Sie bleibt im Folgenden unbehandelt260. Konsolidierungsarten lassen sich nach den behandelten Posten (wie Kapital, Schulden, Ertrag, Aufwand, Zwischenerfolg), nach dem angewendeten Verfahren (wie Erwerbsmethode und der früher erlaubten Interessenzusammenführungsmethode bei der Kapitalkonsolidierung), nach der damit verbundenen Erfolgswirksamkeit und nach dem betrachteten Zeitpunkt unterscheiden. Das letzte Kriterium führt zur Einteilung in (a) Erstkonsolidierung, (b) Folgekonsolidierung und (c) Entkonsolidierung. Die Erstkonsolidierung ist beim Erwerb eines Tochterunternehmens durch die Muttergesellschaft nötig. Die Entkonsolidierung betrifft das Ausscheiden dieses Tochterunternehmens aus dem Konzernkreis durch Verkauf oder Stilllegung. Die Folgekonsolidierung liegt bei Tochterunternehmen zwischen Erwerb und Verlassen des Konzernkreises vor. Ich gehe im Folgenden – mit Ausnahme des Werthaltigkeitstests für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert in Kapitel 9.11 – auf die Folgekonsolidierung nicht ein und vernachlässige die Entkonsolidierung völlig261. Die Erstkonsolidierung behandelt Kapitel 9.10. 9.3 Konzernentstehung Konzerne entstehen in engem Sinne durch (a) den Erwerb von Beteiligungen an anderen Unternehmen, mit der Möglichkeit, diese zu beherrschen; es entstehen Tochterunternehmen (IFRS 10, IFRS 3), (b) die Konstruktion von Zweckgesellschaften, bei denen keine oder nur eine geringe Beteiligung, aber Beherrschung vorliegt (IFRS 10), und in einem weiten Sinne auch durch (c) den Zusammenschluss von einzelnen Unternehmen zu einem Unternehmen mit gemeinschaftlicher Führung; es entstehen Gemeinschaftsunternehmen oder Joint Ventures (IFRS 11), 260 Vgl. hierzu z. B. Busse von Colbe/Ordelheide/Gebhardt/Pellens (2006), S. 46–50. 261 Vgl. hierzu insb. Hayn/Grüne (2006), S. 113–120; Hachmeister/Schwarzkopf (2011), Rz. 141–177; weiterhin z. B. Beck-IFRS-HB/Senger/Diersch (2013), § 35 Rz. 20–46; Heuser/Theile/Theile/Pawelzik (2012), Rz. 5780–5793. 9.3 Konzernentstehung

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS