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8.3 Zusammenfassung in Thesen in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 173 - 174

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_173

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 162 8. Generalklausel: Vermittlung des Bildes162 kaum zu finden sein dürften, die einem Sachverhalt ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber ähnlichen Sachverhalten bei anderen Unternehmen verleihen und zugleich aufzeigen können, dass eine Nichtabweichung eine für die Adressaten relevante irreführende Darstellung der Unternehmenssituation zur Konsequenz hat.“256 8.3 Zusammenfassung in Thesen (1) Die IFRS kennen ein vorrangiges Einblicksgebot zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens. Es verlangt, unter bestimmten Bedingungen von einzelnen IFRS abzuweichen. (2) Das Gebot ist insofern missverständlich, als das zu vermittelnde Bild sich nicht aus der „Natur der Sache“ oder durch voraussetzungslose Wahrnehmung der Realität, sondern erst durch Anwendung der IFRS ergibt. Es liegt insofern ein Selbstbezug vor (vgl. auch Kapitel 2.3 und 3.2). (3) Wann das vorrangige Einblicksgebot greift, ist in den IFRS nicht ausgeführt. Auch die Bilanzierungspraxis offenbart hierzu kaum Beispiele. 256 Hinz (2005), S. 79 f. Ähnlich skeptisch Heuser/Theile/Pawelzik/Theile (2012), Rz. 7833 f.; Haufe IFRS-Kommentar/Hoffmann/Lüdenbach (2012), § 1 Rz. 71, die aber stark über missbräuchliche Nutzung argumentieren, was nicht das Thema ist. 8.3 Zusammenfassung in Thesen Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 163 9. Konzernbesonderheiten 9.1 Ziel des Konzernabschlusses Ein Konzern ist eine wirtschaftliche Einheit aus rechtlich selbständigen Unternehmen mit der Möglichkeit eines zugehörigen Unternehmens, die Politik der anderen Unternehmen zu bestimmen. Für seine Rechnungslegung gilt EU-rechtlich noch IAS 27. Im Mai 2011 gab der IASB IFRS 10 Konzernabschlüsse heraus, um IAS 27 bezüglich der Konzernabschlüsse zu ersetzen; IAS 27 wurde mit der neuen Überschrift Einzelabschlüsse anstelle von Konzern- und Einzelabschlüsse versehen. Der im selben Monat herausgegebene IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen ersetzt die konzernabschlussbezogenen Angabepflichten des früheren IAS 27. IFRS 10 enthält auch die Leitlinien aus zwei damit verbundenen Interpretationen: SIC-12 Konsolidierung – Zweckgesellschaften and SIC-33 Konsolidierungs- und Equity-Methode – Potenzielle Stimmrechte und Ermittlung von Beteiligungsquoten. Hintergrund der Änderungen waren insbesondere Widersprüche zwischen IAS 27 und SIC-12 und die Erfahrungen aus der Finanzkrise mit bilanzunwirksamen Konstruktionen wie Verbriefungsgesellschaften. Ich gehe im Folgenden von der neuen Regelung aus. Das Ziel des Konzernabschlusses liegt in der Information über diese wirtschaftliche Einheit nach den Regeln, die für Rechtseinheiten gelten. Das zeigen die Definitionen im neuen IAS 27: „Der Konzernabschluss ist der Abschluss eines Konzerns, bei dem Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cashflows des Mutterunternehmens und seiner Tochterunternehmen so dargestellt werden, als handle es sich um ein einziges Unternehmen. Einzelabschlüsse sind die von einem Mutterunternehmen (d. h. einem Investor, der ein Tochterunternehmen beherrscht) oder einem Investor, der an der gemeinschaftlichen Führung eines Beteiligungsunternehmens beteiligt ist oder einen maßgeblichen Einfluss auf ein Beteiligungsunternehmen hat, aufgestellten Abschlüsse, in denen die Beteiligungen zu Anschaffungskosten oder gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente bilanziert werden.“ (IAS 27.4; im Original z. T. hervorgehoben) 9. Konzernbesonderheiten 9.1 Ziel des Konzernabschlusses

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS