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7.7 Management Commentary in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 168 - 169

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_168

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 157 7.7 Management Commentary 157 (h) Ertragsteueraufwand oder -ertrag, (i) wesentliche zahlungsunwirksame Posten, bei denen es sich nicht um planmäßige Abschreibungen handelt. Weiterhin ist über die Vermögenswerte und Schulden zu berichten, „wenn ein solcher Betrag der verantwortlichen Unternehmensinstanz regelmäßig gemeldet wird.“ (IFRS 8.23) 252 In Abhängigkeit der Nutzung für die interne Steuerung durch die verantwortliche Unternehmensinstanz ist ferner zu berichten über Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und über den Betrag der Zugänge zu langfristigen Vermögenswerten (ohne Finanzinstrumente), latente Steueransprüche, Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und Rechte aus Versicherungsverträgen (IFRS 8.24). Neben der Rechnungslegungsgrundlage für sämtliche Transaktionen zwischen berichtspflichtigen Segmenten ist jeweils „die Art“ der Unterschiede zwischen einer in- und externen Bewertung zu berichten (IFRS 8.27). Auf die unternehmensbezogenen Angaben sind gemäß IFRS 8.28 überzuleiten (a) die Umsatzerlöse der Segmente, (b) die Periodenergebnisse, (c) die Vermögenswerte, (d) die Schulden und (e) die Beträge für jeden anderen wesentlichen Informationsposten. Schließlich verlangt IFRS 8 auf Unternehmensebene grundsätzlich Informationen über Produkte und Dienstleistungen, über geografische Bereiche und über wichtige Kunden (IFRS 8.31-34). 7.7 Management Commentary Ein dem Lagebericht nach den §§ 289, 315 HGB ähnliches Instrument außerhalb des Abschlusses verlangen die IFRS nicht, wenngleich ein IFRS Practice Statement Managementbericht (Management Commentary) vom Dezember 2010 vorliegt. Nach dessen Einführung bildet es ein 252 Die deutsche Übersetzung macht in IFRS 8.23 aus dem Satz „An entity shall report a measure of profit or loss for each reportable segment“ die Aussage „Ein Unternehmen hat eine Bewertung des Gewinns oder Verlusts für jedes berichtspflichtige Segment vorzulegen.“ M.E. ist mit „measure“ ein Maß gemeint, keine Bewertung, auch wenn letztere amerikanisch mit „measurement“, englisch hingegen mit „valuation“ gleichgesetzt wird. In IFRS 8.26 wird aus „only one measure of an operating segment‘s profit or loss“ hingegen „lediglich einen Wertmaßstab für den Gewinn oder Verlust“. 7.7 Management Commentary Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 158 7. Weitere Instrumente158 breites, unverbindliches Rahmenkonzept für einen Managementbericht mit Bezug auf Abschlüsse, die nach IFRS erstellt werden. Es ist selbst kein IFRS und muss deshalb bei Abschlüssen nach IFRS nicht berücksichtigt werden. Es bleibt nationalen Instanzen vorbehalten, entsprechende oder abgewandelte Inhalte zu verlangen. Für Deutschland ist dies bereits entschieden: Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS entbindet deutsche Mutterunternehmen nicht von der Pflicht, einen Konzernlagebericht gemäß § 315 HGB aufzustellen (§ 315a Abs. 1 und 3 HGB). Entsprechendes gilt bei Übernahme der IFRS in den zu veröffentlichenden Jahresabschluss (§ 325 Abs. 2a Satz 4 HGB). 7.8 Zusammenfassung in Thesen (1) Nach IFRS werden Bilanz und GuV durch Anhang, Eigenkapitalveränderungs- und Kapitalflussrechnung zwingend ergänzt. Zwischen- und Segmentberichte sind hingegen nur unter bestimmten Bedingungen vorzulegen. (2) Der Anhang hat Erläuterungs-, Ergänzungs-, Entlastungs- und Korrekturfunktion für die anderen Rechenwerke. (3) Die Eigenkapitalveränderungsrechnung erhält ihre Bedeutung aus der Tatsache, dass nicht alle bilanziellen Wertänderungen in der GuV, sondern zu einem beachtlichen Teil direkt auf dem Eigenkapitalkonto erfasst werden. (4) Die Kapitalflussrechnung zeigt Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse der Berichtsperiode und unterscheidet diese Posten nach Zugehörigkeit zum Betriebs-, Investitions- und Finanzierungsbereich. Sie ist mit Bilanz und GuV rechnerisch verbunden und erleichtert eine integrierte Planung. (5) Der Zwischenbericht kann eigenständig oder integriert erstellt werden. Die IFRS lassen ein Kombinationsmodell erkennen. (6) Der Segmentbericht ist für große Unternehmen oder Konzerne bedeutend, deren Produkte, Märkte und regulatorische Bedingungen sich unterscheiden. (7) Für einen dem Lagebericht nach HGB ähnlichen Managementbericht gibt es nur ein unverbindliches Rahmenkonzept. Das entbindet deutsche Unternehmen nicht von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Lage- oder Konzernlageberichts, wenn sie nach IFRS gezwungenermaßen oder freiwillig bilanzieren. 7.8 Zusammenfassung in Thesen

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS