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7.5 Zwischenbericht in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 163 - 165

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_163

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 152 7. Weitere Instrumente152 Der indirekten Ermittlung liegt – unter Vernachlässigung der drei zu trennenden Bereiche – folgendes Schema zu Grunde: Gemäß IAS 7.45 hat ein Unternehmen die „Bestandteile der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente anzugeben und eine Überleitungsrechnung zu erstellen, in der die Beträge der Kapitalflussrechnung den entsprechenden Bilanzposten gegenübergestellt werden.“ Besondere Regelungen enthält IAS 7 für erlaubte Saldierungen (IAS 7.22 ff.), Cash Flows in Fremdwährung (IAS 7.25 ff.), Zinsen und Dividenden (IAS 7.31 ff.), Ertragsteuern (IAS 7.35 f.), Anteile an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (IAS 7.37 f.), Erwerb und Veräußerung von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten (IAS 7. 39 ff.) und nicht zahlungswirksame Transaktionen (IAS 7.43 f.). Beispielhafte Darstellungen enthält der Anhang A von IAS 7. 7.5 Zwischenbericht Ein Zwischenbericht berichtet über eine Periode, die kürzer als ein gesamtes Geschäftsjahr ist (IAS 34.4) und kein Rumpfgeschäftsjahr darstellt. Er soll grundsätzlich auf konsolidierter Basis aufgestellt werden (IAS 34.14). Ein Zwischenbericht enthält einen vollständigen Abschluss – wie in IAS 1.10 und in IAS 34.5 beschrieben – oder einen verkürzten Abschluss (IAS 34.4), mindestens bestehend aus verkürzter Bilanz, verkürzter Gesamtergebnisrechnung, verkürzter Eigenkapitalveränderungsrechnung, verkürzter Kapitalflussrechnung und ausgewählten erläuternden Anhangangaben (IAS 34.8). 7.5 Zwischenbericht Abb. 14: Indirekte Cash Flow-Ermittlung Posten/Salden Beispiele Erträge – Aufwendungen = Gewinn – Zahlungsunwirksame Erträge Umsätze auf Ziel, Zuschreibungen + Zahlungsunwirksame Aufwendungen Abschreibungen, Erhöhungen von Rückstellungen + Erfolgsneutrale Einzahlungen Kreditaufnahmen – Erfolgsneutrale Auszahlungen Kredittilgungen = Zahlungsüberschuss der Periode Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 153 7.5 Zwischenbericht 153 Wird ein vollständiger Abschluss vorgelegt, sind die Anforderungen von IAS 1 zu erfüllen (IAS 34.9). „Wenn ein Unternehmen einen verkürzten Abschluss in seinem Zwischenbericht veröffentlicht, hat dieser verkürzte Abschluss mindestens jede der Überschriften und Zwischensummen zu enthalten, die in seinem letzten Abschluss eines Geschäftsjahres enthalten waren, sowie die von diesem Standard vorgeschriebenen ausgewählten erläuternden Anhangangaben. Zusätzliche Posten oder Anhangangaben sind einzubeziehen, wenn ihr Weglassen den Zwischenbericht irreführend erscheinen lassen würde.“ (IAS 34.10) In jedem Fall sind das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis je Aktie gemäß IAS 33 anzugeben (IAS 34.11). Ausgewählte erläuternde Anhangangaben finden sich in IAS 34.15 ff. Von Bedeutung für den Inhalt des Zwischenberichts ist die Frage, welchem Prinzip die Abschlusserstellung folgt251: (a) Wird die Zwischenberichtsperiode als eigenständige Periode betrachtet, worauf beispielsweise die Gewinnermittlungsprinzipien anzuwenden sind (eigenständiger Ansatz), oder (b) soll es der Zwischenbericht erlauben, eine Prognose für das Geschäftsjahr zu erstellen (integrativer Ansatz), oder (c) wird ein aus beiden kombinierter Ansatz gewählt? IAS 34.28 regelt hierzu: „Ein Unternehmen hat in seinen Zwischenabschlüssen die gleichen Rechnungslegungsmethoden anzuwenden, die es in seinen jährlichen Abschlüssen eines Geschäftsjahres anwendet, mit Ausnahme von Änderungen der Rechnungslegungsmethoden, die nach dem Stichtag des letzten Abschlusses eines Geschäftsjahres vorgenommen wurden und die in dem nächsten Abschluss eines Geschäftsjahres wiederzugeben sind. Die Häufigkeit der Berichterstattung (…) darf die Höhe des Jahresergebnisses jedoch nicht beeinflussen. Um diese Zielsetzung zu erreichen, sind Bewertungen in Zwischenberichten unterjährig auf einer vom Geschäftsjahresbeginn bis zum Zwischenberichtstermin kumulierten Grundlage vorzunehmen.“ (Im Original z. T. hervorgehoben) Auch wenn der eigenständige Ansatz betont wird, handelt es sich wegen Abweichungen hiervon um ein Kombinationsmodell. Das zeigt sich z. B. darin, dass (a) Erträge, die innerhalb eines Geschäftsjahres saisonal oder konjunkturell bedingt oder gelegentlich erzielt werden, am Zwischenberichtsstichtag nicht vorgezogen oder abgegrenzt werden, „wenn das 251 Vgl. Coenenberg/Haller/Schultze (2012), S. 955–959. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 154 7. Weitere Instrumente154 Vorziehen oder die Abgrenzung am Ende des Geschäftsjahres des Unternehmens nicht angemessen wäre“ (IAS 34.37), (b) der Ertragsteueraufwand einer Zwischenberichtsperiode auf Basis des Steuersatzes abgegrenzt wird, „der auf das erwartete gesamte Jahresergebnis angewendet würde, d. h. der geschätzte durchschnittliche jährliche effektive Ertragsteuersatz wird auf das Vorsteuerergebnis der Zwischenberichtsperiode angewendet“ (IAS 34.B12). 7.6 Segmentbericht Große Unternehmen, erst recht große wirtschaftliche Einheiten wie Konzerne, weisen regelmäßig sehr unterschiedlich risiko- und ertragreiche Geschäftsbereiche auf, sodass es nahe liegt, über diese getrennt zu berichten, damit man ihre Entwicklung besser verfolgen kann. Dies geschieht mithilfe der Segmentberichterstattung. Der im Jahr 2006 verabschiedete IFRS 8 regelt die Details und gilt für Unternehmen, deren Schuld- oder Eigenkapitalinstrumente auf einem öffentlichen Markt gehandelt werden oder die ihren Abschluss einer Behörde zwecks Emission solcher Instrumente auf einem öffentlichen Markt zukommen lassen (IFRS 8.2). Er basiert auf dem Managementansatz (IFRS 8.5 b)) anstelle des die Vorläuferregelung in IAS 14 beherrschenden Risiko-Ertrag-Ansatzes, wonach es eine Berichtspflicht für ein Geschäftssegment oder ein geografisches Segment nur dann gibt, wenn es sich von anderen Segmenten hinsichtlich der Risiken und Chancen unterscheidet. Die Änderung folgte dem US-amerikanischen Standard SFAS 131. Nach IFRS 8.5 ist ein Geschäftssegment gekennzeichnet durch (a) Geschäftstätigkeiten, mit denen Umsatzerlöse erwirtschaftet werden und bei denen Aufwendungen anfallen können, (b) dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz hinsichtlich Ressourcenallokation und Bewertung der Ertragskraft überprüft werden und (c) für das separate Finanzinformationen vorliegen. Umsatzerlöse von Geschäftssegmenten müssen bei ihrer Abgrenzung noch nicht vorliegen, aber erwartet werden (IFRS 8.5). Die unter (b) angesprochene verantwortliche Unternehmensinstanz wird funktional abgegrenzt, nicht nach Bezeichnung im Unternehmen (IFRS 8.7). Die Bedingung, dass Finanzinformationen vorliegen müssen, soll sowohl Mehraufwand zur Erstellung des Segmentberichtes verhindern als auch Fehlanreize aufgrund von Diskrepanzen zwischen interner 7.6 Segmentbericht

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS