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6.3 Zusammenfassung in Thesen in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 159 - 160

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_159

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 148 6. Gesamtergebnisrechnung148 dass sich der Anwendungsbereich der zuvor genannten Kriterien auf reine Dienstleistungsverträge erstreckt (S. 7 und Staff Paper 16-20 July 2012, Performance obligations satisfied over time, S. 14 und S. 60). Entgegen der bisherigen Auffassung im Schrifttum fallen Fertigungsaufträge somit nicht in den Anwendungsbereich des ED/2011/6.35(b)(ii), sondern in den Anwendungsbereich neu definierter Kriterien in ED/2011/6.35(a), (b)(iii) (Staff Paper 16-20 July 2012, Performance obligations satisfied over time, S. 13-24). 6.3 Zusammenfassung in Thesen (1) Die Gesamtergebnisrechnung geht über eine herkömmliche GuV hinaus, weil sie in dem Posten „sonstiges Ergebnis“ jene Posten enthält, die an der GuV vorbei direkt im Eigenkapital gebucht werden. Sie kann integriert oder zweiteilig aufgestellt werden. (2) Für die Gesamtergebnisrechnung gibt es nur eine Mindestgliederung. Die GuV kann nach Gesamt- und Umsatzkostenverfahren aufgestellt werden. Es gelten grundsätzlich das Saldierungsverbot und das Gebot der Darstellungsstetigkeit. (3) In der GuV finden sich als Erträge revenues und gains. Erstere stammen aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit, für letztere ist dies nicht zwingend. (4) IAS 18 regelt die Erfassung von Umsatzerlösen bei Verkauf von Gütern (ohne Fertigungsaufträge), bei Erbringen von Dienstleistungen und bei Zinsen, Nutzungsentgelten und Dividenden. Für die Umsatzrealisierung bei Verkauf von Gütern ist die Übertragung der maßgeblichen Risiken und Chancen ein wesentliches Kriterium. Das ist anders als bei Fertigungsaufträgen, für die IAS 11 gilt. (5) IAS 18 und IAS 11 sollen in einem neuen Standard aufgehen. Dieser liegt bisher nur in einem überarbeiteten Entwurf vor, der wiederum nachgebessert werden soll. (6) Konzeptionell erfolgt in diesem Entwurf ein Weggang vom Kriterium der Übertragung der maßgeblichen Risiken und Chancen zum Kriterium des Übergangs der Verfügungsmacht. Bei der Erfüllung einer eigenständigen Leistungsverpflichtung und dem damit verbundenen Übergang der Verfügungsmacht wird zwischen zeitpunktbezogenem und zeitraumbezogenem Übergang unterschieden. Beim Verkauf von Gütern dürfte sich gegenüber der geltenden Regelung kaum eine Änderung ergeben. Der zeitraumbezogene Übergang der Verfügungsmacht wird so definiert, dass der IASB auch Fertigungsverträge glaubt subsumieren zu können. Der dafür zu zahlende Preis besteht in einer Aufweichung des Kriteriums des Übergangs der Verfügungsmacht. 6.3 Zusammenfassung in Thesen Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 149 7. Weitere Instrumente 7.1 Überblick Neben Bilanz und GuV prägen weitere Instrumente den Abschluss nach IFRS. Diese sind (a) der Anhang, (b) die Eigenkapitalveränderungsrechnung, (c) die Kapitalflussrechnung, (d) der Zwischenbericht und (e) der Segmentbericht. Während die ersten drei Instrumente neben Bilanz und Gesamtergebnisrechnung zu einem vollständigen Abschluss nach IFRS gehören (IAS 1.10), sind Zwischenbericht und Segmentbericht nur unter bestimmten Bedingungen, die in den folgenden Abschnitten erläutert werden, vorzulegen. 7.2 Anhang Der Anhang „enthält zusätzliche Angaben zur Bilanz, zur Gesamtergebnisrechnung, zur gesonderten Gewinn- und Verlustrechnung (falls erstellt), zur Eigenkapitalveränderungsrechnung und zur Kapitalflussrechnung. Anhangangaben enthalten verbale Beschreibungen oder Aufgliederungen der im Abschluss enthaltenen Posten sowie Informationen über nicht ansatzpflichtige Posten.“ (IAS 1.7) Der Anhang hat eine Erläuterungs-, Ergänzungs-, Entlastungs- und Korrekturfunktion. Posten der Rechenwerke (wie Bilanz und Gesamtergebnisrechnung) werden in ihrem Zustandekommen erläutert. Die Rechenwerke werden zugleich um dort nicht passende Informationen, z. B. zur Struktur von Arbeitnehmern oder zu Risiken, ergänzt. Entlastet werden die Rechenwerke, wenn Informationen in diesen oder im Anhang gegeben werden dürfen. Die Korrekturfunktion bezieht sich auf die Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes, auf das Kapitel 8 eingeht. 7. Weitere Instrumente 7.1 Überblick 7.2 Anhang

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS