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5.6 Zusammenfassung in Thesen in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 150 - 152

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_150

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 139 5.6 Zusammenfassung in Thesen 139 obigen Punkt (b)237. Weitere Beispiele ergeben sich aus der Fremdwährungsumrechnung, die erst in Kapitel 9.9 im Zusammenhang mit dem Konzernabschluss behandelt wird, und der hier unbehandelt bleibenden Berücksichtigung von Fehlern gemäß IAS 8. Ein Beispiel für einen temporären Verstoß ist die erfolgsneutrale Erfassung von Auf- und Abwertungen aufgrund von Änderungen des beizulegenden Zeitwertes bei der Neubewertung von Sachanlagen (vgl. Kapitel 5.3.1) und bestimmten Finanzinstrumenten (vgl. Kapitel 5.3.2). Weitere Beispiele ergeben sich bei der erfolgsneutralen Erfassung des effektiven Teils von bestimmten Sicherungsgeschäften (IAS 39.86, .95(a) und .97-100). Auf diese bin ich nicht eingegangen238. Die Liste der Verstöße ist nicht vollständig239. Wie sehr die Verstöße die Verwendung von IFRS-Zahlen im Wertsteigerungsmanagement stören, wird hier nicht weiter behandelt. 5.6 Zusammenfassung in Thesen (1) Für die Bilanz werden im Rahmenkonzept und in den IFRS sechzehn Wertkategorien für die Zugangs- oder Folgebewertung von Vermögenswerten oder Schulden genannt, die aber teilweise deckungsgleich sind (unternehmensspezifischer Wert und Nutzungswert), nicht mit dem genannten Ausdruck verwendet werden (Tageswert) oder einen Oberbegriffe für mehrere Werte darstellen (Barwert und erzielbarer Betrag). (2) Die Zugangsbewertung von Vermögenswerten erfolgt grundsätzlich erfolgsneutral, d. h. ohne Gewinnwirkung. Einige Schulden werden hingegen erfolgswirksam, andere erfolgsneutral beim Zugang erfasst. (3) Von besonderer Bedeutung ist der beizulegende Zeitwert, der sowohl für die Zugangsbewertung (IAS 41.12) als auch für die Folgebewertung verwendet wird. Er ist definitionsgemäß und damit im Idealfall ein bei Veräußerung eines Vermögenswerts erzielbarer oder bei Ablösung einer Schuld zu zahlender Marktpreis. Tatsächlich muss er in praxi überwiegend modellhaft mithilfe eines Barwertkalküls konstruiert werden, was die Relevanz und die glaubwürdige 237 Vgl. auch Schildbach (2003b), S. 897: „Die Buchung erschließt damit neue Welten der Rechnungslegung. Ohne per Saldo das Eigenkapital zu verändern, eröffnet sie die Möglichkeit, den Aufwand zu erhöhen.“ 238 Vgl. hierzu insb. Kuhn/Scharpf (2006); Brötzmann (2004). 239 Zu weiteren Beispielen vgl. Dobler (2008a), S. 264. 5.6 Zusammenfassung in Thesen Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 140 5. Bilanzbewertung140 Darstellung als qualitative Eigenschaften der Rechnungslegung zu beschädigen droht. (4) Für die Folgebewertung besteht bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten ein Bewertungswahlrecht zwischen fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Neubewertung auf Basis des beizulegenden Zeitwerts. Für immaterielle Werte wird die Nutzung des Wahlrechts an meist nicht erfüllte Bedingungen geknüpft; beim Sachanlagevermögen ist dies anders. In Deutschland spielt die Neubewertung in praxi bisher keine Rolle. (5) Die Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert führt bei bestimmten Finanzinstrumenten und bei Nutzung des Neubewertungswahlrechts für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte vor ihrer endgültigen Ausbuchung zu erfolgsneutralen Vorgängen, d. h. zu Wertänderungen, die an der GuV vorbei direkt im Eigenkapital erfasst werden. Sie gehen zugleich in das sonstige Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung ein (vgl. das folgende Kapitel 6). (6) Rückstellungen sind zu jedem Bilanzstichtag zu prüfen und anzupassen, damit sie die bestmögliche Schätzung des Erfüllungsbetrags widerspiegeln. (7) Die Verwendung des beizulegenden Zeitwerts als (fiktiver) Marktpreis bei Veräußerung eines Vermögenswerts oder Ablösung einer Schuld wird unter dem Gesichtspunkt der Entscheidungsnützlichkeit der Rechnungslegung fragwürdig, wenn der Markt gar nicht aufgesucht werden soll. Das ist bei der Masse der Vermögenswerte und Schulden, die langfristiger unternehmensinterner Nutzung dienen, der Fall. (8) Die vielfach nötige Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts mithilfe von Barwertkalkülen schafft dem Management Gestaltungsmöglichkeiten, die für bilanzpolitische Maßnahmen genutzt werden können. (9) Allgemein wird bei der Gewinnermittlung die Einhaltung des Kongruenzprinzips, wonach die Summe der Periodengewinne dem Totalgewinn entspricht, als sinnvoll erachtet. Etliche IFRS sorgen jedoch für Verstöße gegen dieses Prinzip. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 141 6. Gesamtergebnisrechnung 6.1 Struktur IAS 1.10 verlangt eine Gesamtergebnisrechnung, die auf zwei Arten dargestellt werden kann: „Ein Unternehmen kann eine integrierte Gesamtergebnisrechnung vorlegen, wobei der Gewinn oder Verlust und das sonstige Ergebnis in zwei Teilen ausgewiesen werden. Die Teile sind zusammen darzustellen, wobei der Teil ‚Gewinn oder Verlust’ zuerst und unmittelbar anschlie- ßend der Teil ‚sonstiges Ergebnis’ dargestellt wird. Ein Unternehmen kann den Teil ‚Gewinn oder Verlust’ in einer gesonderten Gewinn- und Verlustrechnung darstellen. In diesem Fall [zweiteilige Gesamtergebnisrechnung] muss die gesonderte Gewinn und Verlustrechnung unmittelbar vor dem Teil ‚sonstiges Ergebnis’, der mit dem Gewinn oder Verlust beginnt, dargestellt werden.“ (IAS 1.10A) Nach IAS 1.99 und .105 soll das Management eines Unternehmens diejenige Struktur einer Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) wählen, die verlässliche und relevantere Informationen liefert240. Zur Wahl stehen das Umsatz- und das Gesamtkostenverfahren (IAS 1.105). Als Beispiel für eine Gliederung bei der Anwendung des Gesamtkostenverfahrens ist angegeben: 240 IAS 1.99 und .105 steigern beide den Ausdruck relevant, was dubios erscheint. 6. Gesamtergebnisrechnung 6.1 Struktur Abb. 9: GuV nach Gesamtkostenverfahren gemäß IAS 1.102 Umsatzerlöse X Sonstige Erträge X Veränderung des Bestands an Fertigerzeugnissen und unfertigen Erzeugnissen X Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe X Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer X Aufwand für planmäßige Abschreibungen X Andere Aufwendungen X Gesamtaufwand (X) Gewinn vor Steuern X

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS