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5.2 Zugangsbewertung in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 109 - 127

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_109

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 98 5. Bilanzbewertung98 5.2 Zugangsbewertung 5.2.1 Prinzip Im Regelfall werden Vermögenswerte im Zugangszeitpunkt erfolgsneutral bewertet183, d. h. mit ihrem Zugang ist keine Gewinnwirkung verbunden: (a) Entgeltlich erworbene Vermögenswerte führen entweder zu einem Aktivtausch (Vermögenswert an Liquide Mittel oder an anderen hingegebenen Vermögenswert) oder zu einer Bilanzverlängerung (Vermögenswert an Verbindlichkeiten). (b) Selbsterstellte Vermögenswerte haben grundsätzlich dieselben Wirkungen. Die Einschränkung resultiert daraus, dass nicht sämtliche Herstellungskosten aktiviert werden müssen. Die nicht aktivierten Teile sind gewinnwirksam. (c) Bei geschenkten Vermögenswerten aus der Hand von Gesellschaftern resultiert eine Bilanzverlängerung (Vermögenswert an Eigenkapital). (d) Im Rahmen eines Tauschs werden (nur) gleichartige und gleichwertige Tauschobjekte erfolgsneutral erfasst (IAS 18.12). (e) Eine Ausnahme grundsätzlich erfolgsneutraler Selbsterstellung liegt bei bestimmten Fertigungsaufträgen vor, bei denen Gewinnanteile schon vor Lieferung oder Leistung zu aktivieren sind (IAS 11.22-24). (f) Eine Sonderposition nehmen aktive latente Steuern und Derivate ein, die erfolgswirksam erfasst werden. (g) Schließlich betreffen weitere Ausnahmen z. B. Finanzinstrumente, die bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert, gegebenenfalls zuzüglich Transaktionskosten, zu bewerten sind. Der beizulegende Zeitwert kann, selbst bei Vernachlässigung von Anschaffungsnebenkosten, von den Anschaffungskosten abweichen, wenn vertraglich etwas vereinbart wird, was den fingierten Marktgegebenheiten des beizulegenden Zeitwerts nicht entspricht. Strittig sind die Auffassungen über Schenkungen von Nicht-Gesellschaftern. Sie erfüllen die Definition des Ertrags im Rahmenkonzept (Rahmenkonzept Abs. 4.25(a)), haben aber keine Anschaffungskosten. Jedoch ist eine Zugangsbewertung zum beizulegenden Zeitwert möglich. Adler/Düring/Schmaltz halten bis zu einer abschließenden Klärung 183 Die Umsetzung von IASB (2005) hätte die prinzipielle Erfolgsneutralität geändert, weil Anschaffungsnebenkosten zum Anschaffungszeitpunkt erfolgswirksam geworden wären. Das Projekt ruht aber derzeit. 5.2 Zugangsbewertung Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 99 5.2 Zugangsbewertung 99 des Sachverhalts durch den IASB beide Lösungen, ertragswirksame wie ertragsneutrale Vereinnahmung, für vertretbar184. Schulden entstehen hingegen teilweise erfolgsneutral, teilweise erfolgswirksam. Ersteres gilt z. B. für Bank- und Lieferantenkredite oder ausgegebene Schuldverschreibungen, letzteres für Rückstellungen, latente Steuern und Derivate. 5.2.2 Beizulegender Zeitwert Der beizulegende Zeitwert wird – wie in Kapitel 5.1 skizziert – in vielen IFRS bemüht. Er ist von besonderer Bedeutung für die Bewertung von bestimmten Finanzinstrumenten, für die sich auch am leichtesten seine Aussagekraft belegen lässt (man denke nur an den Handelsbestand). Ich gehe deshalb im Folgenden von dem für Finanzinstrumente EUrechtlich noch maßgeblichen IAS 39 und seiner Ergänzung durch IFRS 9 und IFRS 13 aus. IAS 39.9 definiert den beizulegenden Zeitwert als den „Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.“ IAS 39.48 verlangt, die Absätze A69- A82 von Anhang A anzuwenden. Gemäß IAS 39.A69 wird der beizulegende Zeitwert „nicht durch den Betrag bestimmt, den ein Unternehmen aufgrund von erzwungenen Geschäften, zwangsweisen Liquidationen oder durch Notverkäufe erzielen oder bezahlen würde.“ Sodann wird danach unterschieden, ob ein aktiver Markt vorliegt oder fehlt und ob es sich um Eigenkapitalinstrumente handelt. Danach werden (a) notierte Marktpreise (@ mark-to-market), (b) mit Bewertungsmethoden ermittelte Werte (@ mark-to-model) und (c) vernünftige Schätzungen relevant185. Nach IAS 39.A71 gilt: „Das Vorhandensein öffentlich notierter Marktpreise auf einem aktiven Markt ist der bestmögliche objektive Hinweis für den beizulegenden Zeitwert und wird falls existent für die Bewertung des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit verwendet.“ 184 Vgl. Adler/Düring/Schmaltz (2003), Abschnitt 9: Sachanlagevermögen, Rz. 71. 185 Das ist nur unwesentlich anders bei der Bewertung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien gemäß IAS 40.45-46. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 100 5. Bilanzbewertung100 Die Definition des aktiven Marktes findet sich nicht in IAS 39, aber in IAS 36.6 und IAS 38.8 und nimmt auf die oben charakterisierte Basis des beizulegenden Zeitwertes Bezug: „Ein aktiver Markt ist ein Markt, der die nachstehenden Bedingungen kumulativ erfüllt: (a) die auf dem Markt gehandelten Produkte sind homogen; (b) vertragswillige Käufer und Verkäufer können in der Regel jederzeit gefunden werden; und (c) Preise stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung.“ (IAS 36.6 und IAS 38.8; im Original z. T. hervorgehoben) Die Liquidität im Sinne der schnellen Abwicklung einer größeren Transaktion ohne starke Preiswirkung oder gegebenenfalls zügiger Erholung des Preises wird seltsamerweise nicht betont186. Zugleich werden – entgegen dem theoretischen Modell eines vollkommenen und vollständigen Kapitalmarktes187 – Transaktionskosten berücksichtigt. Danach 186 Vgl. auch Hitz (2005), S. 220. 187 Es gibt unterschiedlich präzise Abgrenzungen für vollkommene und vollständige Kapitalmärkte. Hinreichend ist hier die Definition von Schmidt/ Terberger (2006), S. 91: „Ein Kapitalmarkt ist vollkommen, wenn der Preis, zu dem ein Zahlungsstrom zu einem bestimmten Zeitpunkt gehandelt wird, für jeden Marktteilnehmer identisch ist. Der Preis gilt unabhängig Abb. 7: Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes bei Finanzinstrumenten Beizulegender Zeitwert für Finanzinstrumente mit aktivem Markt: Notierter Preis (IAS 39.A71) mit Unterscheidung von Angebots- und Nachfragepreisen (IAS 39.A72) ohne aktiven Markt und kein Eigenkapitalinstrument: Mit Bewertungsmethode ermittelt (IAS 39.A74-79 und .A82) ohne aktiven Markt und Eigenkapitalinstrument: Vernünftige Schätzung (IAS 39.A80-81) Vergangene Preise des Finanzinstruments Aktuelle Preise vergleichbarer Finanzinstrumente Discounted- Cash-Flow- Verfahren Optionspreismodelle Mark-to-market Mark-to-model Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 101 5.2 Zugangsbewertung 101 sind Angebots- und Nachfragepreise nicht identisch, d. h. es gibt einen Brief- und einen Geldkurs (vgl. auch IAS 39.A70). Dementsprechend besagt IAS 39.A72: „Für Vermögenswerte, die das Unternehmen hält, sowie für Verbindlichkeiten, die vom Unternehmen begeben werden, entspricht der sachgerechte notierte Marktpreis üblicherweise dem vom Käufer gebotenen Geldkurs. Für Vermögenswerte, deren Erwerb beabsichtigt ist, oder für Verbindlichkeiten, die weiter gehalten werden, ist der aktuelle Briefkurs sachgerecht. Hält ein Unternehmen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit sich kompensierenden Marktrisiken, kann es als Grundlage zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes für die Kompensierung der Risikopositionen Mittelkurse verwenden und den Geld- bzw. Briefkurs gegebenenfalls auf die offene Nettoposition anwenden.“ „Wenn für ein Finanzinstrument kein aktiver Markt besteht, bestimmt ein Unternehmen den beizulegenden Zeitwert anhand eines Bewertungsverfahrens. Zu den Bewertungsverfahren gehört der Rückgriff auf unlängst aufgetretene Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern – sofern verfügbar –, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, DCF- Verfahren sowie Optionspreismodelle. Gibt es ein Bewertungsverfahren, das von den Marktteilnehmern üblicherweise für die Preisfindung dieses Finanzinstruments verwendet wird, und hat dieses Verfahren nachweislich verlässliche Schätzwerte für Preise geliefert, die bei tatsächlichen Marktvorgängen erzielt wurden, setzt das Unternehmen dieses Verfahren ein.“ (IAS 39.A74) Unternehmensspezifische Daten sollen bei der Anwendung der Bewertungsmethode nicht berücksichtigt werden; stattdessen ist eine Marktsicht gewünscht: „Der beizulegende Zeitwert wird auf Grundlage der Ergebnisse eines Bewertungsverfahrens geschätzt, das sich in größtmöglichem Umfang auf Marktdaten und so wenig wie möglich auf unternehmensspezifische Daten stützt. Ein Bewertungsverfahren ermöglicht erwartungsgemäß eine realistische Schätzung des beizulegenden Zeitwerts, wenn (a) es auf angemessene Weise widerspiegelt, wie der Markt voraussichtlich das Finanzinstrument bewerten könnte, und (b) die dabei verwendeten Daten auf angemessene Weise die inhärenten Markterwartungen und davon, ob ein Marktteilnehmer als Käufer oder Verkäufer auftritt; und es gibt niemanden, der den Preis zu seinen Gunsten beeinflussen kann.“ „Ein Kapitalmarkt ist vollständig, wenn jeder beliebige Zahlungsstrom – und damit auch jeder beliebige Anteil eines Zahlungsstroms – gehandelt werden kann.“ (Im Original z. T. hervorgehoben) Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 102 5. Bilanzbewertung102 Berechnungen der Risiko-Rentabilitätsfaktoren der Finanzinstrumente darstellen.“ (IAS 39.A75) Die Darstellung zeigt, dass (a) nicht nur Marktpreise den beizulegenden Zeitwert bestimmen, (b) bei fehlenden oder aussagelosen Marktpreisen Bewertungsverfahren verwendet werden müssen, (c) bei der Anwendung der Bewertungsverfahren der Bewerter sich in die Rolle der Marktteilnehmer versetzen und sein spezifisches Wissen über das Unternehmen vergessen soll, (d) vernünftige Schätzungen angesprochen werden, deren Vernunftkriterium (zwangsläufig) offen bleibt. Es liegt nahe, dass sich hieraus Probleme der Verlässlichkeit ergeben, die ebenso wie die Frage nach der Entscheidungsnützlichkeit beizulegender Zeitwerte in Kapitel 5.4 behandelt werden. Ein Blick in den EU-rechtlich noch nicht geltenden IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ändert an dieser Einschätzung nichts Grundlegendes. IFRS 13.9 definiert den beizulegenden Zeitwert als den Preis, der bei Verkauf eines Vermögenswerts oder bei Übertragung einer Schuld im Rahmen einer gewöhnlichen Transaktion zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag erzielt werden würde. Damit wird zum einen ein marktbasiertes Bewertungskonzept anstelle eines unternehmensbezogenen Bewertungskonzepts favorisiert (IFRS 13.2 und IFRS 13.11) und zum anderen von einem Abgangspreis ausgegangen, der für einen Vermögenswert erhalten oder eine Schuld bezahlt wird. Die Frage nach der Verwendung eines Vermögenswerts oder einer Schuld nach dem Bewertungsstichtag im Sinne von Halten oder Aufgabe wird deshalb irrelevant (IFRS 13.3). Für die unterstellte Transaktion ist der Hauptmarkt oder – bei dessen Abwesenheit – der vorteilhafteste Markt bedeutsam (IFRS 13.16). Der Hauptmarkt hat den größten Umschlag oder das größte Aktivitätsniveau für den Vermögenswert oder die Schuld (IFRS 13.Appendix A) und ist insofern grundsätzlich aus Sicht der zu bewertenden Posten zu bestimmen. Da nicht alle Unternehmen denselben Zugang zum Hauptmarkt aufweisen, dieser Zugang aber verlangt wird, kann es für verschiedene Unternehmen selbst bei identischen Gütern verschiedene Hauptmärkte geben (IFRS 13.19). Auf dem vorteilhaftesten Markt wird der unter Berücksichtigung von Transport- und Transaktionskosten maximale Erlös erzielt (IFRS 13.BC54). Eine erschöpfende Suche nach beiden Märkten wird nicht verlangt. Das Unternehmen soll vielmehr alle Informationen berücksichtigen, die vernünftigerweise zugänglich sind. Bis zum offenkundigen Beweis des Gegenteils darf angenommen werden, dass der üblicherweise benutzte Markt relevant ist (IFRS 13.17). Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 103 5.2 Zugangsbewertung 103 Während Transaktionskosten kein Bestandteil des beizulegenden Zeitwerts sind (IFRS 13.25), kann dies bei Transportkosten der Fall sein. Falls der Standort eine Eigenschaft des Vermögenswertes darstellt, ist der Marktpreis um die Transportkosten zu vermindern (IFRS 13.11(a) und IFRS 13.26). Bei den Marktteilnehmern wird von sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ausgegangen (IFRS 13.BC56), mithin denjenigen Kategorien, die die frühere Definition des in IAS 39 enthaltenen beizulegenden Zeitwerts prägten. 5.2.3 Anschaffungs- oder Herstellungskosten für Vermögenswerte Vermögenswerte werden bei Zugang mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Diese werden in den hier herausgehobenen IAS 16 und IAS 38 definiert, sind aber gleichermaßen bedeutsam in anderen Standards. Anschaffungskosten sind der für den Erwerb eines Vermögenswertes entrichtete Betrag an Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten oder der beizulegende Zeitwert einer anderen Entgeltform (IAS 16.6 und IAS 38.8). Sie umfassen nach IAS 16.16 die folgenden drei und nach IAS 38.27 mit leicht veränderter, aber inhaltlich vergleichbarer Formulierung für (b) die folgenden ersten beiden Komponenten: „(a) den Kaufpreis einschließlich Einfuhrzölle und nicht erstattungsfähiger Umsatzsteuern nach Abzug von Rabatten, Boni und Skonti; (b) alle direkt zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert zu dem Standort und in den erforderlichen, vom Management beabsichtigten, betriebsbereiten Zustand zu bringen; (c) die erstmalig geschätzten Kosten für den Abbruch und die Beseitigung des Gegenstands und die Wiederherstellung des Standorts, an dem er sich befindet; die Verpflichtung, die ein Unternehmen entweder bei Erwerb des Gegenstands oder als Folge eingeht, wenn es ihn während einer gewissen Periode zu anderen Zwecken als zur Herstellung von Vorräten benutzt hat.“ (IAS 16.6) Beispiele für direkt zurechenbare Kosten sind Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer, die direkt aufgrund der Anschaffung der Vermögenswerte anfallen, Kosten der Standortvorbereitung, der erstmaligen Lieferung und Verbringung, der Installation und Montage, Kosten für Testläufe abzüglich bestimmter Nettoerträge sowie Honorare (IAS 16.17). Verwaltungs- und andere Gemeinkosten sind kein Bestandteil der Anschaffungskosten (IAS 16.19). Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 104 5. Bilanzbewertung104 Als Kosten aus der obigen Kategorie (c) sind zu unterscheiden: (a) Die geschätzten Kosten für Abbruch und Beseitigung der Sachanlagen und Wiederherstellung des Standortes und für die Verpflichtung, die dem Unternehmen daraus entsteht, dass es den Vermögenswert angeschafft hat: Diese Regelung betrifft Beseitigungskosten, die bereits durch die Installation oder Inbetriebnahme der Sachanlage verursacht sind. Beispielsweise entsteht die Entsorgungsverpflichtung im Zusammenhang mit Kernkraftwerken bereits in voller Höhe mit deren Inbetriebnahme. Diese Kosten sind im Zugangszeitpunkt der Sachanlage zu aktivieren, unabhängig vom Zweck der Nutzung der Anlage (IAS 16.16(c)). Ihre Höhe richtet sich nach der Bewertung der korrespondierenden Verpflichtung gem. IAS 37 (IAS 16.18). (b) Die geschätzten Kosten für Abbau und Abtransport der Sachanlagen und Wiederherstellung des Standortes für die Verpflichtung, die dem Unternehmen daraus entsteht, dass die Sachanlage für einen bestimmten Zeitraum während der Rechnungsperiode genutzt wird: Diese Regelung betrifft Beseitigungskosten, die erst mit der Nutzung der Sachanlage in der betreffenden Periode entstehen, d. h. Kosten für solche Verpflichtungen, die sich erst im Zeitablauf durch die Nutzung der Sachanlage aufbauen. Beispielsweise nehmen die Kosten der Abraumbeseitigung mit der abgebauten Menge zu. Entstehen solche Kosten sukzessive mit der Produktion von Vorräten, z. B. im Zusammenhang mit der Förderung von Öl, sind diese nicht Kostenbestandteil der Sachanlage, sondern sie sind gem. IAS 2 gegebenenfalls als Herstellungskosten der in der betreffenden Periode produzierten Vorräte zu behandeln (IAS  16.18; vgl. auch IAS  16. BC15 sowie Beispiel 3 in IAS 37 Anhang C). Entstehen solche Kosten sukzessive mit einer anderen Nutzung der Sachanlagen als der Produktion von Vorräten, sind diese Kosten dagegen Kostenbestandteil der betreffenden Sachanlage (IAS 16.16(c)). Die Bewertung der Beseitigungskosten richtet sich in beiden Fällen nach der Bewertung der korrespondierenden Verpflichtung gemäß IAS 37 (IAS 16.18). Eine Sonderregelung gilt durch IFRIC 20 für Kosten der Abraumbeseitigung während des Betriebs eines Tagebaus in Geschäftsjahren, die nach dem 31. Dezember 2012 beginnen. Sie werden als Ergänzung oder Verbesserung des bestehenden Vermögenswerts aktiviert, sodass sie zu einem Teil des bereits angesetzten Bilanzpostens werden (IFRIC 20.10), sofern die Voraussetzungen von IFRIC 20.8-9 erfüllt sind. Diese Voraussetzungen stellen insbesondere darauf ab, dass die Abraumbeseitigung einen verbesserten Zugang zu abbaubaren Erzen oder Mineralien ermöglicht. Werden hingegen durch Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 105 5.2 Zugangsbewertung 105 die Abraumbeseitigung unmittelbar Vorräte erzeugt, gelten die Regelungen des IAS 2. Die Frage, wie nachfolgende Schätzungsänderungen der Beseitigungskosten zu behandeln sind, ist in IAS 16 nicht geregelt. Diesen Sachverhalt behandelt IFRIC 1. Beispiele für Kosten, die keine einem Sachanlagegegenstand zurechenbaren Kosten darstellen und damit nicht aktiviert werden dürfen, sind in IAS 16.19 gegeben: (a) Kosten für die Eröffnung neuer Verkaufs-, Produktions- oder Lagereinrichtungen, (b) Kosten für die Einführung eines neuen Produkts oder einer neuen Dienstleistung, (c) Kosten für die Geschäftsführung an einem neuen Standort oder für eine neue Gruppe von Kunden und (d) Verwaltungskosten und andere allgemeine Gemeinkosten. Die Erfassung von Kosten als Anschaffungskosten eines Vermögenswerts der Sachanlagen endet, sobald sich dieser an dem Ort und in dem betriebsbereiten Zustand befindet, der vom Management vorgesehen ist. Daher sind Kosten der Nutzung nicht im Buchwert des Vermögenswerts zu erfassen (IAS 16.20). Folgende Kosten fallen daher z. B. nicht mehr unter die Anschaffungskosten: (a) Kosten, die anfallen, um die Nutzung eines bereits funktionsfähigen Vermögenswerts wieder aufzunehmen oder weil dieser noch nicht mit voller Kapazität arbeitet, (b) Anlaufverluste, (c) Kosten für die teilweise oder vollständige Verlegung oder Umorganisation des Geschäftsbetriebs. Es gibt Nutzungen von Vermögenswerten der Sachanlagen bereits während deren Konstruktion oder Entwicklung, die aber nicht erforderlich sind, um den Gegenstand in den vom Management vorgesehenen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Solche Nutzungen können sogar vor der Konstruktion oder Entwicklung liegen, z. B. die Nutzung eines Bauplatzes als Parkplatz, bevor die Bauarbeiten beginnen. Erlöse (sog. Nebenerlöse) und Kosten dieser Nutzung werden nicht in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten einbezogen, sondern in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst (IAS 16.21). Besonderheiten der Anschaffungskosten ergeben sich bei (a) Zahlung nach Überschreitung der üblichen Zahlungsfristen, (b) entgeltlichem Erwerb im Rahmen eines Tausches und im Rahmen von Sacheinlagen, (c) der Behandlung von Zuschüssen, Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 106 5. Bilanzbewertung106 (d) entgeltlichem Erwerb in fremder Währung: nach IAS 21.21 gilt der Kassakurs zum Zeitpunkt der Transaktion, wobei aus Aspekten der Wesentlichkeit und Praktikabilität auch der Durchschnittskurs möglich ist (IAS 21.22), (e) entgeltlichem Erwerb mehrerer Vermögenswerte: bei unaufgeteiltem Kaufpreis (z. B. für ein bebautes Grundstück) zählt das Verhältnis der beizulegenden Zeitwerte der einzeln zu aktivierenden Vermögenswerte188, ein Minderpreis unter der Summe der Zeitwerte wird auch nach deren Verhältnis aufgeteilt, eine Mehrpreiszahlung führt zu einer Überprüfung der Wertansätze auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf nach IAS 36189, (f) entgeltlichem Erwerb einer Sachgesamtheit im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses: hier ist auf IFRS 3 sowie auf die Kapitel 9.10.1.3 und 9.10.1.4 zu verweisen, (g) überhöhtem Kaufpreis: die Anschaffungskosten sind nach IAS 36 auf den beizulegenden Zeitwert abzuschreiben, (h) der Abgrenzung von Anschaffungsnebenkosten: Kosten der Entscheidungsvorbereitung dürfen als indirekte Kosten nicht einbezogen werden. Ad (a): „Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Sachanlage entsprechen dem Gegenwert des Barpreises am Erfassungstermin.“ (IAS 16.23; ähnlich IAS 38.32) Überschreitet die Zahlung die üblichen Zahlungsfristen, ist die Differenz zwischen diesem Betrag und den gesamten Zahlungen als Zinsaufwand über den Kreditzeitraum zu erfassen, sofern sie nicht entsprechend IAS  23 im Buchwert des Vermögenswerts aktiviert wird (IAS 16.23). Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, sind als Teil der Anschaffungskosten dieses Vermögenswertes zu aktivieren (IAS 23.1 und .8). „Ein qualifizierter Vermögenswert ist ein Vermögenswert, für den ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen.“ (IAS 23.5; im Original z. T. hervorgehoben) Das gilt beispielsweise für bestimmte Bauten. Ad (b): Bei einem Tauschgeschäft wird der beizulegende Zeitwert relevant. „Wenn ein Unternehmen den beizulegenden Zeitwert des erhaltenen Vermögenswerts oder des aufgegebenen Vermögenswerts verlässlich bestimmen kann, dann wird der beizulegende Zeitwert des aufgegebenen Vermögenswerts benutzt, um die Anschaffungskosten des erhaltenen Vermögenswerts zu ermitteln, sofern der beizulegende 188 Vgl. auch Beck-IFRS-HB/Scharfenberg (2013), § 5 Rz. 28, mit Verweis auf Beck Bil.-Komm./Grottel/Gadek (2012), § 255 Rz. 81 ff. 189 Vgl. Adler/Düring/Schmaltz (2003), Abschnitt 9, Rz. 26. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 107 5.2 Zugangsbewertung 107 Zeitwert des erhaltenen Vermögenswerts nicht eindeutiger zu ermitteln ist.“ (IAS 16.26) „Wenn der erworbene Gegenstand nicht zum beizulegenden Zeitwert bemessen wird, werden die Anschaffungskosten zum Buchwert des aufgegebenen Vermögenswerts bewertet.“ (IAS 16.24) Die Reihenfolge der Ermittlung der Anschaffungskosten bei – wirtschaftlich substanziellem – Tausch (IAS 16.24 f.) ist also wie folgt: •• Der beizulegende Zeitwert des aufgegebenen Vermögenswertes gilt grundsätzlich, •• der beizulegende Zeitwert des erhaltenen Vermögenswertes gilt, sofern er eindeutiger zu ermitteln ist, •• der Buchwert des aufgegebenen Vermögenswertes gilt bei fehlender verlässlicher Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte. Ad (c): Erhält ein Unternehmen Zuwendungen der öffentlichen Hand beim Erwerb oder bei der Herstellung einer abnutzbaren Sachanlage (vgl. Zuwendungen für Vermögenswerte gemäß IAS 20.3), kann deren Buchwert in Übereinstimmung mit IAS 20 direkt entsprechend gemindert werden (Nettomethode). Alternativ können solche Zuwendungen auch als passivischer Abgrenzungsposten erfasst werden und über die Nutzungsdauer der Sachanlage parallel zu den Abschreibungen planmäßig erfolgserhöhend verteilt werden (Bruttomethode), sodass der Buchwert unbeeinflusst bleibt (IAS 16.28). Die Wahlrechtsausübung ist im Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung und für vergleichbare Zuschüsse stetig auszuüben (vgl. Rahmenkonzept Abs. QC22: Stetigkeit als Mittel zum Ziel der Vergleichbarkeit; IAS 8). Eine sofortige gewinnrealisierende Erfassung ist nicht zulässig (IAS 20.17). Private Zuwendungen von Anteilseignern oder von Dritten sind von Vorauszahlungen für noch vom Unternehmen zu erbringende Leistungen abzugrenzen und als Minderungen des Kaufpreises zu erfassen190. Bei finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind die Transaktionskosten als Anschaffungsnebenkosten in die Zugangsbewertung einzubeziehen (IAS 39.9). Herstellungskosten sind der für die Herstellung eines Vermögenswertes entrichtete Betrag an Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten oder der beizulegende Zeitwert einer anderen Entgeltform zum Zeitpunkt der Herstellung (IAS 16.6). Sie sind in IAS 2.10-15 und in IAS 16.22 geregelt. Gemäß IAS  16.22 folgt die Ermittlung der Herstellungskosten eines Gegenstandes der Sachanlagen denselben Grundsätzen wie beim Erwerb. Wenn ein Unternehmen ähnliche Vermögenswerte sowohl für 190 Vgl. Adler/Düring/Schmaltz (2003), Abschnitt 9, Rz. 24. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 108 5. Bilanzbewertung108 den Verkauf als auch zur Nutzung in den Sachanlagen herstellt, sind die Herstellungskosten des Gegenstands der Sachanlagen normalerweise dieselben wie die für die Produktion der zu veräußernden Gegenstände. IAS  16.22 macht keine Ausnahmen von der Normalität deutlich, verweist aber darauf, dass dementsprechend zu den Herstellungskosten keine Zwischengewinne und Kosten für ungewöhnliche Mengen an Ausschuss, unnötige Arbeit oder andere Produktionsfaktoren zählen (vgl. zu den letztgenannten Kostenkomponenten die inhaltlich identische Formulierung in IAS 2.16(a)). Für die Behandlung von Fremdkapitalzinsen gilt IAS 23. Es gibt keinen Hinweis, wonach sich die Herstellungskosten für Sachanlagen und Vorräte unterscheiden. Zu den Herstellungskosten gehören (a) Kosten, die den Produktionseinheiten direkt (einzeln) zuzurechnen sind, wie beispielsweise Fertigungslöhne (IAS 2.12), (b) variable Produktionsgemeinkosten, die bei der Bearbeitung der Ausgangsstoffe zu Fertigerzeugnissen anfallen (IAS 2.12), (c) auf Basis normaler Kapazität systematisch zugerechnete fixe Produktionsgemeinkosten, die bei der Bearbeitung der Ausgangsstoffe zu Fertigerzeugnissen anfallen (IAS 2.12 f.), (d) nicht produktionsbezogene Gemeinkosten oder Kosten der Produktentwicklung für bestimmte Kunden (IAS 2.15), (e) Fremdkapitalkosten gemäß IAS 23 (IAS 2.17). Keine einbeziehungsfähigen Herstellungskosten „sind: (a) anormale Beträge für Materialabfälle, Fertigungslöhne oder andere Produktionskosten; (b) Lagerkosten, es sei denn, dass diese im Produktionsprozess vor einer weiteren Produktionsstufe erforderlich sind; (c) Verwaltungsgemeinkosten, die nicht dazu beitragen, die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen; und (d) Vertriebskosten.“ (IAS 2.16) „Abgrenzungsfragen werden durch Kostenstellen wie Werkschutz oder Kantine aufgeworfen.“191 Werden bei Erwerb von Vorräten Zahlungsziele beansprucht, die „effektiv ein Finanzierungselement“ beinhalten, „wird dieses Element, beispielsweise eine Differenz zwischen dem Kaufpreis mit normalem Zahlungsziel und dem bezahlten Betrag, während des Finanzierungszeitraums als Zinsaufwand erfasst.“ (IAS 2.18) Vereinfachende Wertermittlungen sind auf die Fifo-Methode (Fiktion des Lagerabbaus nach der Regel „first in, first out“) und die gewogene 191 Heuser/Theile/Theile (2012), Rz. 2238. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 109 5.2 Zugangsbewertung 109 Durchschnittsmethode beschränkt (IAS 2.25); die Lifo- („last in, first out“) und die Kifo-Methode („Konzern in, first out“) sind unzulässig192. 5.2.4 Fertigungsaufträge mit Herstellungskosten plus Gewinnanteil Bei Fertigungsaufträgen handelt es sich um kundenspezifisch vereinbarte Einzelfertigung (IAS 11.3). Für Fertigungsaufträge bestehen Bewertungsvorschriften, die von den Vorräten abweichen und unter bestimmten Bedingungen zur Gewinnrealisation nach Fertigungsfortschritt führen. Hierzu sagen die Abs. 22 bis 24 von IAS 11: „Ist das Ergebnis eines Fertigungsauftrages verlässlich zu schätzen, so sind die Auftragserlöse und Auftragskosten in Verbindung mit diesem Fertigungsauftrag entsprechend dem Leistungsfortschritt am Abschlussstichtag jeweils als Erträge und Aufwendungen zu erfassen. Ein erwarteter Verlust durch den Fertigungsauftrag ist (…) sofort als Aufwand zu erfassen. Im Falle eines Festpreisvertrags kann das Ergebnis eines Fertigungsauftrages verlässlich geschätzt werden, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind: (a) die gesamten Auftragserlöse können verlässlich bewertet werden; (b) es ist wahrscheinlich, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Vertrag dem Unternehmen zufließt; (c) sowohl die bis zur Fertigstellung des Auftrags noch anfallenden Kosten als auch der Grad der erreichten Fertigstellung können am Abschlussstichtag verlässlich bewertet werden; und (d) die Auftragskosten können eindeutig bestimmt und verlässlich bewertet werden, so dass die bislang entstandenen Auftragskosten mit früheren Schätzungen verglichen werden können. Im Falle eines Kostenzuschlagsvertrags kann das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich geschätzt werden, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind: (a) es ist wahrscheinlich, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Vertrag dem Unternehmen zufließt; und (b) die dem Vertrag zurechenbaren Auftragskosten können eindeutig bestimmt und verlässlich bewertet werden, unabhängig davon, ob sie gesondert abrechenbar sind.“ (IAS 11.22-24) 192 Vgl. auch Heuser/Theile/Theile (2012), Rz. 2244 f. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 110 5. Bilanzbewertung110 Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, wird der Fertigungsauftrag nur zu (werthaltigen) Herstellungskosten bewertet (IAS 11.32). Die Messung des Fertigungsfortschritts kann unterschiedlich erfolgen. IAS 11.30 unterscheidet193 (a) einsatzbezogene Messungen nach anteiligen Kosten, (b) ausstoßbezogene Messungen nach erbrachter Leistung oder Vollendung eines physischen Leistungsanteils. „Das Unternehmen setzt die Methode ein, mit der die erbrachte Leistung verlässlich bewertet wird.“ (IAS 11.30) Der Satz lässt Spielraum. Fertigungsaufträge werden regelmäßig mit Langfristfertigung in Verbindung gebracht. Das ist insofern irreführend, als die Fertigung weniger als ein Jahr betragen kann. Die spezifischen Bewertungs- und Gewinnwirkungen treten ein, wenn die Fertigungsdauer durch den Bilanzstichtag unterbrochen wird (IAS 11 Zielsetzung). Gleichermaßen ist es unerheblich, ob durch den Fertigungsauftrag ein materielles oder ein immaterielles Produkt entsteht. Letzteres ist beispielsweise bei Softwareentwicklungen zu erwarten. 5.2.5 „Anschaffungskosten“ für Schulden Schulden haben offiziell keine Anschaffungskosten, müssen jedoch einmal eingebucht werden. Der damit verbundene Betrag wird hier als Anschaffungskosten bezeichnet. Hinter ihm verbirgt sich (a) der Erfüllungsbetrag, (b) der Barwert, (c) der beizulegende Zeitwert, (d) der beizulegende Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten oder (e) der innere Wert. Der Erfüllungsbetrag ist der nicht diskontierte Betrag an Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten, der erwartungsgemäß gezahlt werden muss, um die Schuld im normalen Geschäftsverkehr zu begleichen (Rahmenkonzept 4.55(c)). Der Erfüllungsbetrag gilt z. B. für Rückstellungen (IAS 37.36) und für kurzfristige Verbindlichkeiten bei unwesentlichem Abzinsungseffekt (IAS 39.A79). 193 Weitere Maße nennen Heuser/Theile/Theile (2012), Rz. 2347 f., die aber die erste Methode als international gebräuchlich ansehen. Wird der Fertigungsfortschritt nicht nach der ersten Methode gemessen, ist eine bilanzielle Abgrenzung geboten, soweit die in der Periode aufwandswirksam verbuchten Auftragskosten nicht zufällig mit den sich nach Fertigungsfortschritt ergebenden Aufwendungen übereinstimmen; vgl. hierzu Dobler (2006), S. 164, und IDW (2012b), S. 20. Vgl. weiterhin z. B. Plock (2004), S. 130–132, m.w.N. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 111 5.2 Zugangsbewertung 111 Rückstellungen sind mit der bestmöglichen Schätzung der Ausgabe anzusetzen, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung am Abschlussstichtag erforderlich ist (IAS 37.36). Hierbei sind grundsätzlich die Verhältnisse am Erfüllungstag zugrunde zu legen: „Künftige Ereignisse, die den zur Erfüllung einer Verpflichtung erforderlichen Betrag beeinflussen können, sind bei der Höhe einer Rückstellung zu berücksichtigen, sofern es ausreichende objektive substanzielle Hinweise auf deren Eintritt gibt.“ (IAS 37.48) Konkretisiert wird die Berechnung des Erfüllungsbetrags für Rückstellungen bei Kollektiven durch den Erwartungswert und bei einzelnen Verpflichtungen durch den Modalwert: (a) „Wenn die zu bewertende Rückstellung eine große Anzahl von Positionen umfasst, wird die Verpflichtung durch Gewichtung aller möglichen Ergebnisse mit den damit verbundenen Wahrscheinlichkeiten geschätzt. Dieses statistische Schätzungsverfahren wird als Erwartungswertmethode bezeichnet.“ (IAS 37.39) (b) „Wenn eine einzelne Verpflichtung bewertet wird, dürfte das jeweils wahrscheinlichste Ergebnis die bestmögliche Schätzung der Schuld darstellen.“ (IAS 37.40) Unter Umständen ist der Erfüllungsbetrag zu diskontieren. Vernachlässigt man weitere explizite Regelungen zum Barwert, heißt es bei Rückstellungen: „Bei einer wesentlichen Wirkung des Zinseffekts ist im Zusammenhang mit der Erfüllung der Verpflichtung eine Rückstellung in Höhe des Barwerts der erwarteten Ausgaben anzusetzen.“ (IAS 37.45) „Parameter zur Beurteilung der Wesentlichkeit sind die Fristigkeit, die absolute Höhe der Verpflichtung und der Zinssatz.“194 Als Abzinsungssatz ist ein Zins vor (Unternehmens-)Steuern heranzuziehen, der „die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt sowie die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt.“ (IAS 37.47) Er soll insofern den Zeiteffekt und das Risiko der Zahlungen reflektieren. Für Leistungen an Arbeitnehmer gelten insbesondere IAS 19 und IFRS 2. Nach IAS 19.11(a) sind kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (sie werden definitionsgemäß innerhalb von 12 Monaten nach Ende der Berichtsperiode beglichen) unabgezinst als Verbindlichkeit anzusetzen. 194 Heuser/Theile/Pawelzik/Theile (2012), Rz.  3467; im Original z. T. hervorgehoben. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 112 5. Bilanzbewertung112 Für die Bewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen195 gilt die projected unit credit method196. Hiernach ist der Barwert der künftigen Leistungen, soweit sie durch den Arbeitnehmer bis zum Bilanzstichtag bereits erdient sind, anzusetzen. Im Einzelnen regelt IAS 19: „Ein Unternehmen hat die Nettoschuld (den Nettovermögenswert) aus einem leistungsorientierten Plan in der Bilanz anzusetzen.“ (IAS 19.63) „Die Nettoschuld (der Nettovermögenswert) aus einem leistungsorientierten Plan ist die Unter- oder Überdeckung nach Berücksichtigung der Auswirkung der Begrenzung eines Nettovermögenswerts aus einem leistungsorientierten Plan auf die Obergrenze für den Vermögenswert. Die Unter- oder Überdeckung ist: (a) der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich (b) des beizulegenden Zeitwerts eines etwaigen Planvermögens. Die Obergrenze für den Vermögenswert entspricht dem Barwert eines wirtschaftlichen Nutzens in Form von Rückerstattungen aus dem Plan oder Minderungen künftiger Beitragszahlungen an den Plan. Der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung ist der ohne Abzug von Planvermögen ermittelte Barwert erwarteter künftiger Zahlungen, die erforderlich sind, um die aufgrund von Arbeitnehmerleistungen in der Berichtsperiode oder früheren Perioden entstandenen Verpflichtungen abgelten zu können.“ (IAS 19.8; im Original z. T. hervorgehoben) Der als Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Betrag entspricht dem Saldo folgender Beträge: (a) dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Abschlussstichtag, (b) zuzüglich etwaiger versicherungsmathematischer Gewinne (abzüglich etwaiger versicherungsmathematischer Verluste), die noch nicht ergebniswirksam erfasst wurden, (c) abzüglich eines etwaigen, bisher noch nicht erfassten nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands, (d) abzüglich des am Abschlussstichtag beizulegenden Zeitwerts von Planvermögen (sofern ein solches vorliegt), aus dem die Verpflichtungen unmittelbar erfüllt werden. 195 Bei beitragsorientierten Pensionsplänen spielen als Passivum nur Erfüllungsrückstände eine Rolle. 196 Vgl. auch zur Charakterisierung samt Beispielen Heuser/Theile/Pawelzik/ Theile (2012), Rz. 3630–3680. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 113 5.2 Zugangsbewertung 113 Die – nicht nur für die Zugangsbewertung – relevanten Wertkomponenten sind also (a) der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung, (b) versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, (c) nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und (d) Planvermögen. Ad (a): Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung „Zur Bestimmung des Barwerts einer leistungsorientierten Verpflichtung, des damit verbundenen Dienstzeitaufwands und, falls zutreffend, des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands hat ein Unternehmen die Methode der laufenden Einmalprämien anzuwenden.“ (IAS 19.67) Die Methode der laufenden Einmalprämien wird auch als Anwartschaftsansammlungs- oder Anwartschaftsbarwertverfahren bezeichnet und geht davon aus, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des endgültigen Leistungsanspruchs erdient wird (IAS 19.68). Leistungsbausteine werden danach linear pro rata temporis oder entsprechend einer Planformel den Dienstjahren zugeordnet. Die Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtung hat erwartete künftige Gehaltssteigerungen, Leistungsänderungen und Kosten medizinischer Versorgung zu berücksichtigen (IAS 19.75-98). Der Zinssatz ist auf der Grundlage von Effektivzinsen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen, ersatzweise der Effektivzinsen von Staatsanleihen, zu ermitteln: „Der Zinssatz, der zur Diskontierung der Verpflichtungen für die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erbringenden Leistungen (…) herangezogen wird, ist auf der Grundlage der Renditen zu bestimmen, die am Abschlussstichtag für erstrangige, festverzinsliche Unternehmensanleihen am Markt erzielt werden. In Ländern ohne liquiden Markt für solche Unternehmensanleihen sind stattdessen die (am Abschlussstichtag geltenden) Marktrenditen für Staatsanleihen zu verwenden. Währung und Laufzeiten der zugrunde gelegten Unternehmens- oder Staatsanleihen haben mit der Währung und den voraussichtlichen Fristigkeiten der nach Beendigung der Arbeitsverhältnisse zu erfüllenden Verpflichtungen übereinzustimmen.“ (IAS 19.83; im Original hervorgehoben) Die Berücksichtigung künftiger Parameteränderungen wird nicht als Verstoß gegen das Stichtagsprinzip gewertet. Vielmehr sind die Parameteränderungen erwartungsgemäß zu berücksichtigen. Ad (b): Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste „Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste entstehen aus Erhöhungen oder Verminderungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung aufgrund von Änderungen der versicherungsmathema- Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 114 5. Bilanzbewertung114 tischen Annahmen und der erfahrungsbedingten Anpassungen.“ (IAS 19.128) Gründe für ihr Entstehen sind unerwartete Zahlen von Fluktuationsfällen, vorzeitigen Pensionierungen oder Todesfällen, unerwartete Anstiege der Gehälter oder der medizinischen Kosten, Änderungen der Sterblichkeitsraten oder des Diskontierungssatzes (IAS 19.128). „Versicherungsmathematische Annahmen sind unvoreingenommen zu wählen und aufeinander abzustimmen.“ (IAS 19.75; im Original hervorgehoben) Gemeint wird damit, dass sie weder unvorsichtig noch übertrieben vorsichtig zu wählen sind (IAS 19.77) und miteinander vereinbar sein müssen (IAS 19.78). Gemäß IAS 19.80 sind die Markterwartungen relevant. Ad (c): Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand „Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ist die Veränderung des Barwerts einer leistungsorientierten Verpflichtung aufgrund einer Planänderung oder -kürzung.“ (IAS 19.102) Ad (d): Planvermögen Planvermögen umfasst „Vermögen, das durch einen langfristig ausgelegten Fonds zur Erfüllung von Leistungen an Arbeitnehmer gehalten wird; und (…) qualifizierende Versicherungsverträge.“ (IAS 19.8) Andere langfristig fällig werdende Leistungen an Arbeitnehmer werden ebenfalls zum Barwert angesetzt. Bei finanziellen Verbindlichkeiten ist der beizulegende Zeitwert zentral. Eine finanzielle Verbindlichkeit, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, ist bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert unter Einbezug von Transaktionskosten, die direkt der Emission der finanziellen Verbindlichkeit zuzurechnen sind, zu bewerten (IAS 39.43). Bei aktienorientierten Vergütungen ist die Unterscheidung von virtuellen und echten Eigenkapitalinstrumenten hilfreich197: Aktiencharakter Optionscharakter Echte Eigenkapitalinstrumente Belegschaftsaktien Aktienoptionen Virtuelle Eigenkapitalinstrumente Virtuelle Aktien: Entlohnung nach fiktiv zugeteilten Aktien und deren Wertentwicklung Virtuelle Optionen: Entlohnung nach fiktiv zugeteilten Optionen und deren Wertentwicklung Tab. 4: Aktienorientierte Vergütungen 197 Vgl. Pellens/Crasselt (1999), S. 766; Pellens/Fülbier/Gassen/Sellhorn (2011), S. 517. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 115 5.2 Zugangsbewertung 115 Echte Eigenkapitalinstrumente führen zu einer Buchung Aufwand an Eigenkapital und sind in diesem Gliederungspunkt irrelevant. Virtuelle Eigenkapitalinstrumente erzeugen Geldzahlungen an Begünstigte, die sich an dem Wert von Aktien oder von Aktienoptionen orientieren, und führen zur Buchung Aufwand an Verbindlichkeiten. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert198. Das Disagio einer Verbindlichkeit wird nicht aktiviert, die finanzielle Verbindlichkeit wird vielmehr um das Disagio gemindert, d. h. mit dem Auszahlungsbetrag199 angesetzt. Liegen ein Disagio und Transaktionskosten vor, wird die Schuld bei der Zugangsbewertung gegenüber ihrem Nominalwert um beides zusammen gemindert. Der Auszahlungsbetrag entspricht dem Tageswert und begründet insofern keine eigene Wertkategorie. Mit ED/2010/1 Measurement of Liabilities in IAS 37 – Proposed Amendments to IAS 37 liegen Änderungsvorschläge zur Bewertung von Schulden vor. Sie betreffen erstens eine Anpassung der Kriterien für den Ansatz einer Schuld nach IAS 37 mit denjenigen anderer IFRS. Gegenwärtig verlangt IAS 37 den Ansatz dann und nur dann, wenn mehr dafür als dagegen spricht, dass die Verpflichtung zu einem Mittel- oder anderem Ressourcenabfluss vom Unternehmen führt (siehe oben S. 79). In IFRS 3 und IAS 39 wird diese Wahrscheinlichkeit des Mittelabflusses nicht verlangt. Zweitens sollen Unterschiede zwischen IFRS und US-GAAP hinsichtlich des Zeitpunktes für den Ansatz von Restrukturierungskosten beseitigt werden. Drittens sollen Unbestimmtheiten bei der Bewertung von Schulden korrigiert werden. Besonders vage und umstritten sei die „bestmögliche Schätzung“ der Ausgaben zur Erfüllung einer Verpflichtung (siehe oben S. 111). In praxi würde die beste Schätzung als Modalwert (Wert mit höchster Eintrittswahrscheinlichkeit), als Erwartungswert (gewogener Durchschnitt aller Ausgaben) oder sogar als Mindest- oder Maximalwert einer Bandbreite verstanden. Schließlich seien insbesondere auch die Kosten zu spezifizieren, die in die Bewertung einer Verbindlichkeit einfließen. Das Projekt ist zur Zeit ausgesetzt. Ihm wurden erhebliche konzeptionelle Widersprüche vorgeworfen200. 198 Vgl. auch Pellens/Fülbier/Gassen/Sellhorn (2011), S. 526–532. 199 Er entspricht regelmäßig dem fair value. 200 Vgl. Hommel/Schmidt/Wüstemann (2010). Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 116 5. Bilanzbewertung116 5.3 Folgebewertung 5.3.1 Sachanlagen201 5.3.1.1 Wahlmöglichkeit Ein Unternehmen kann zur Folgebewertung von Vermögenswerten der Sachanlagen (a) die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten heranziehen oder (b) eine Neubewertung auf Basis des beizulegenden Zeitwertes vornehmen. Im ersten Fall ist der Vermögenswert nach seinem Erstansatz zu den um kumulierte planmäßige Abschreibungen und alle kumulierten Abwertungsverluste verminderten Anschaffungs- oder Herstellungskosten anzusetzen (IAS  16.30). Abwertungsverluste sind gemäß IAS  36 zu berücksichtigen (IAS 16.63). Alternativ ist der Vermögenswert zu einem Neubewertungsbetrag anzusetzen, der seinem beizulegenden Zeitwert am Tage der Neubewertung abzüglich nachfolgender kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Abwertungsverluste entspricht. Es besteht keine Bewertungsobergrenze in Höhe der ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Neubewertungen müssen mit hinreichender Regelmäßigkeit erfolgen, damit der Buchwert nicht wesentlich von dem Wert abweicht, der sich bei einer Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag ergeben würde (IAS 16.31). Die gewählte Methode ist einheitlich auf eine gesamte Gruppe von Vermögenswerten der Sachanlagen anzuwenden (IAS 16.29). Bei einer Gruppe von Sachanlagen sind die zugehörigen Sachanlagen sowohl ähnlicher Art als auch ähnlicher betrieblicher Verwendung. Eine weitere Differenzierung, z. B. nach Segmenten (IFRS 8) oder zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (IAS 36.6), ist nicht erforderlich202. Beispiele für Gruppen von Sachanlagen sind gemäß IAS 16.37 (a) unbebaute Grundstücke, (b) Grundstücke und Gebäude, (c) Maschinen und technische Anlagen, (d) Schiffe, (e) Flugzeuge, (f) Kraftfahrzeuge, 201 Ich folge in diesem Abschnitt stark, z. T. wörtlich, Ballwieser (2013). 202 Vgl. Beck-IFRS-HB/Scharfenberg (2013), § 5 Rz. 124. 5.3 Folgebewertung

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References

Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS