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5.1 Gemischter Wertansatz in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 102 - 109

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_102

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 91 5. Bilanzbewertung 5.1 Gemischter Wertansatz Für die Bewertung von Aktiva und Passiva gilt kein einheitlicher, sondern ein gemischter Wertansatz in Abhängigkeit von betrachtetem Posten und Bewertungszeitpunkt im Sinne von Zugangs- oder Folgebewertung. Zeitweise wurde ein einheitlicher Wertansatz für die Erstbewertung diskutiert173. Gegenwärtig spielen sechzehn Wertkategorien eine Rolle174: (a) die Anschaffungs- oder Herstellungskosten (IAS 16.6 und IAS 38.8), (b) die fortgeführten Anschaffungskosten (IAS 39.9), (c) Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteil (IAS 11.22), (d) der Tageswert (Rahmenkonzept Abs. 4.55(b)), (e) der beizulegende Zeitwert (vgl. neben IFRS 13 insbesondere IAS 2.6, IAS 16.6, IAS 17.4, IAS 18.7, IAS 19.7, IAS 20.3, IAS 21.8, IAS 32.11, IAS 38.8, IAS 39.9, IAS 40.5, IAS 41.8, IFRS 1.A, IFRS 2.A, IFRS 3.A, IFRS 4.A, IFRS 5.A, IFRS 7.25-30), (f) der beizulegende Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten (IAS 39.43), (g) der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (IFRS 5.15) oder Verkaufskosten (IAS 36.6 und IAS 41.12), (h) der Veräußerungswert (Rahmenkonzept 4.55(c)), (i) der Nettoveräußerungswert (IAS 2.6 f.), (j) der erzielbare Betrag (IAS 16.6, IAS 36.6, IFRS 5.A), (k) der Nutzungswert (IAS 36.6, IFRS 5.A), (l) der unternehmensspezifische Wert (IAS 16.6, IAS 38.8), (m) der Barwert (Rahmenkonzept 4.55(d)), 173 Während in einem Diskussionspapier vom November 2005, vgl. IASB (2005), der einheitliche Wertansatz für die Zugangsbewertung in Form des beizulegenden Zeitwerts vorgeschlagen wurde, hat sich das nachfolgende Diskussionspapier, vgl. IASB (2006b und c), nur mit seiner Ermittlung beschäftigt. Wann der beizulegende Zeitwert zur Verwendung kommt, soll das überarbeitete Rahmenkonzept klären. Hierzu liegen noch keine Vorschläge vor. 174 Böcking/Lopatta/Rausch (2005), Rz. 101–285, weisen in den Überschriften zehn Kategorien ohne den unternehmensspezifischen Wert (l), den versicherungsmathematischen Barwert (n), den inneren Wert (o), Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteil (c) und die beiden Kategorien mit modifiziertem beizulegendem Zeitwert ((f) und (g)) aus. Auf die letzten zwei Kategorien gehen sie jedoch im Text ein (Rz. 109 und 204). 5. Bilanzbewertung 5.1 Gemischter Wertansatz Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 92 5. Bilanzbewertung92 (n) der versicherungsmathematische Barwert (IAS 26.8), (o) der innere Wert (IFRS 2.A), (p) der Erfüllungsbetrag (Rahmenkonzept 4.55(c)). Die Zuordnung der Wertkategorien zu Posten und Bewertungszeitpunkt ergibt sich aus der folgenden Tabelle:175 Wertkategorien Für Vermögenswerte und Schulden Nur für Vermögenswerte Nur für Schulden Zugangsbewertung •• Beizulegender Zeitwert (IAS 39.43) •• Beizulegender Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten (IAS 39.43) •• Barwert •• Anschaffungsoder Herstellungskosten •• Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteil •• Beizulegender Zeitwert abzüglich Veräu- ßerungskosten (IAS 41.12) •• Versicherungsmathematischer Barwert •• Erfüllungsbetrag •• Innerer Wert Folgebewertung (nur weitere Wertkategorien) •• Fortgeführte Anschaffungskosten •• Tageswert •• Unternehmensspezifischer Wert •• Veräußerungswert •• Nettoveräußerungswert •• Erzielbarer Betrag •• Nutzungswert Tab. 3: Wertkategorien175 Ich beginne mit den Wertansätzen für Vermögenswerte und Schulden im Zugangszeitpunkt. Dort sind der beizulegende Zeitwert und der Barwert relevant. Der beizulegende Zeitwert wurde früher unterschiedlich definiert. IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert hat hier Abhilfe geschaffen, ist aber noch nicht in der EU übernommen worden. Er ist danach der Preis, den man am Bewertungsstichtag in einer gewöhnlichen Transaktion bei Verkauf eines Vermögenswerts erhalten würde oder bei Übertragung einer Schuld zu zahlen hätte (IFRS 13.9). 175 Während die Zugangsbewertung bestimmter Schulden wie Pensionslasten zum Barwert unmittelbar einsichtig ist, mag der Barwert als Zugangswert von Vermögenswerten überraschen. Er gilt jedoch z. B. bei langfristigen Forderungen, unabhängig von der Tatsache, ob sie originär entstanden sind oder bei einem Unternehmenserwerb mit dem gekauften Unternehmen erworben wurden. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 93 5.1 Gemischter Wertansatz 93 Der beizulegende Zeitwert wird zum Teil um Transaktions- oder Ver- äußerungskosten ergänzt. So verlangt der in der EU noch geltende IAS 39.43 für finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die Zugangsbewertung zum beizulegenden Zeitwert „unter Einbeziehung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts oder der Emission der Verbindlichkeit zuzurechnen sind.“ Wie in Kapitel 4.2.4 ausgeführt, wird IAS 39 durch IFRS 7 ersetzt, ist aber noch kein EU-Recht. Zum Abzug von Veräußerungskosten siehe die übernächste Seite. Der Barwert findet sich in einer unverbindlichen Aufzählung176 von Bewertungsgrundlagen im Rahmenkonzept. Hier lesen wir: „Vermögenswerte werden mit dem Barwert des künftigen Nettomittelzuflusses angesetzt, den dieser Posten erwartungsgemäß im normalen Geschäftsverlauf erzielen wird. Schulden werden zum Barwert des künftigen Nettomittelabflusses angesetzt, der erwartungsgemäß im normalen Geschäftsverlauf für eine Erfüllung der Schuld erforderlich ist.“ (Rahmenkonzept 4.55(d))177 In dieser Allgemeinheit sind die Sätze für die IFRS falsch; man muss sie als Definition(sversuch) verstehen. Ein spezifischer Barwert wird in IAS 26.8 für bestimmte Schulden definiert. Es handelt sich um den versicherungsmathematischen Barwert der zugesagten Versorgungsleistungen, verstanden als „Barwert der künftig zu erwartenden Versorgungszahlungen des Altersversorgungsplanes an aktive und bereits ausgeschiedene Arbeitnehmer, soweit diese der bereits geleisteten Dienstzeit als erdient zuzurechnen sind.“ Ein Bezug von beizulegendem Zeitwert und Barwert ergibt sich daraus, dass die im beizulegenden Zeitwert angesprochenen Marktpreise oft nicht erhoben werden können und durch einen Barwertkalkül erst konstruiert werden müssen (vgl. hierzu Kapitel 5.2.2). Fortgeführte Anschaffungskosten sind nach deutschem Recht Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen178. IAS 16.30 176 „In Abschlüssen werden verschiedene Bewertungsgrundlagen in unterschiedlichem Maße und in unterschiedlichen Kombinationen eingesetzt. Dazu gehören: (…)“ (Rahmenkonzept Abs. 4.55). 177 Eine merkwürdige Formulierung: Der erste Satz beginnt im Plural und bezieht sich anschließend auf den Singular. Auch muss ein Posten nicht nur einen Nettomittelzufluss aufweisen. 178 In einem anderen Sinne definieren Heuser/Theile/Theile (2012), Rz. 432 f. und Rz.  2251–2254, fortgeführte Anschaffungskosten, wenn sie darunter z. B. auch die Nettoveräußerungswerte von Vorräten fassen. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 94 5. Bilanzbewertung94 kommt dem nahe, ist aber wegen der Erfassung auch außerplanmäßiger Abschreibungen damit nicht identisch179. Fortgeführte Anschaffungskosten werden im EU-rechtlich noch geltenden IAS 39.9 nur für finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten definiert. Sie sind der Betrag, „mit dem ein finanzieller Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit beim erstmaligen Ansatz bewertet wurde, abzüglich Tilgungen, zuzüglich oder abzüglich der kumulierten Amortisation einer etwaigen Differenz zwischen dem ursprünglichen Betrag und dem bei Endfälligkeit rückzahlbaren Betrag unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie abzüglich einer etwaigen Minderung (entweder direkt oder mithilfe eines Wertberichtigungskontos) für Wertminderungen oder Uneinbringlichkeit.“ (IAS 39.9) Amortisation entspricht bei immateriellen Vermögenswerten der Abschreibung; vgl. IAS 36.6 und IAS 38.8. Hier bezeichnet das Wort Verteilung der angesprochenen Differenz180. Das Rahmenkonzept erwähnt für die Folgebewertung von Vermögenswerten und Schulden den Tageswert (Rahmenkonzept Abs. 4.55(b)). Für einen Vermögenswert ist er der Betrag an Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt für den Erwerb desselben oder eines entsprechenden Vermögenswertes gezahlt werden müsste. Er entspricht den Wiederbeschaffungskosten. Der Tageswert einer Schuld ist der nicht diskontierte Betrag an Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten, der für eine Begleichung der Verpflichtung zum gegenwärtigen Zeitpunkt erforderlich wäre (Rahmenkonzept Abs. 4.55(b)). Es handelt sich um den gegenwärtigen Erfüllungsbetrag. Der unternehmensspezifische Wert ist „der Barwert der Cashflows, von denen ein Unternehmen erwartet, dass sie aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer oder bei Begleichung einer Schuld entstehen.“ (IAS 16.6 und IAS 38.8) Hier ist bei Vermögenswerten kein Unterschied zum noch zu behandelnden Nutzungswert zu erkennen. Bei Schulden müsste der unternehmensspezifische Wert hingegen mit dem bereits diskutierten Barwert identisch sein. Er ist insofern keine eigenständige Kategorie. Ich verenge nun die Darstellung auf die spezifischen Wertkategorien für Vermögenswerte: 179 IAS 16.30 lautet: „Nach dem Ansatz als Vermögenswert ist eine Sachanlage zu ihren Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen anzusetzen.“ 180 Vgl. das Rechenbeispiel bei Heuser/Theile/Löw/Theile (2012), Rz. 2486. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 95 5.1 Gemischter Wertansatz 95 Nach IAS 16.6 sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten „der zum Erwerb oder zur Herstellung eines Vermögenswerts entrichtete Betrag an Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten oder der beizulegende Zeitwert einer anderen Entgeltform zum Zeitpunkt des Erwerbs oder der Herstellung oder, falls zutreffend, der Betrag, der diesem Vermögenswert beim erstmaligen Ansatz gemäß den besonderen Bestimmungen anderer IFRS, wie beispielsweise IFRS 2 Aktienbasierte Vergütung, beigelegt wird.“ (Im Original z. T. hervorgehoben) Eine sprachlich leicht veränderte deutsche Version findet sich in IAS 38.8; die englische IASB-Version variiert ebenfalls, da einmal „where applicable“, ein anderes Mal „when applicable“ verwendet wird. Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteil kommen unter bestimmten Bedingungen für Fertigungsaufträge zur Geltung (IAS 11.22-24). Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wird in IFRS 5.15 genannt; IAS 36.6 und IAS 41.12 benennen den beizulegenden Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten181. Das Besondere bei IAS 41 ist seine Gültigkeit für die Zugangsbewertung, nicht nur die Folgebewertung. Als Veräußerungswert gilt der Betrag an Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten, „der zum gegenwärtigen Zeitpunkt durch Veräußerung des Vermögenswerts im normalen Geschäftsverlauf erzielt werden könnte.“ (Rahmenkonzept 4.55(c)) Es bleibt nach dieser Definition unklar, ob die Zahlungsmittel brutto (ohne Abzug von Transaktionskosten) oder netto (nach Abzug von Transaktionskosten) zu verstehen sind. Wegen der Existenz eines – noch zu diskutierenden und ebenfalls zum gegenwärtigen Zeitpunkt geltenden182 – Nettoveräußerungswerts spricht einiges für die Interpretation als Bruttowert. „Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.“ (IAS 2.6; im Original kursiv statt fett) Da gemäß IAS 2.7 der Nettoveräußerungswert als eine bestimmte Form des unternehmensspezifischen Werts anzusehen ist, müsste diese Interpretation – um konsistent zu sein – auch für den Veräußerungswert gelten. „Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert.“ (IAS 181 Verwirrenderweise werden bei IAS 36.6 die Verkaufskosten durch Veräußerungskosten definiert. 182 Vgl. IASB (2005), Rz.  85: „While not explicit in the above definition, it is presumed to be a current value, that is, the value on the measurement date.“ Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 96 5. Bilanzbewertung96 36.6; im Original kursiv statt fett) Verkaufs- und Veräußerungskosten sind hierbei synonym verwendet. Da sich der erzielbare Betrag aus zwei anderen Werten ergibt, handelt es sich bei ihm um keine eigenständige Kategorie. „Der Nutzungswert ist der Barwert der künftigen Cashflows, der voraussichtlich aus einem Vermögenswert oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abgeleitet werden kann.“ (IAS 36.6; im Original kursiv statt fett) Er entspricht dem oben bereits erwähnten unternehmensspezifischen Wert. Abschließend folgen die alleinigen Wertkategorien für Schulden: Bereits erwähnt wurde der versicherungsmathematische Barwert (IAS 26.8) für bestimmte Schulden im Zusammenhang mit der allgemeinen Diskussion des Barwerts. „Schulden werden mit dem Erfüllungsbetrag erfasst, d. h. zum nicht abgezinsten Betrag an Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten, der erwartungsgemäß gezahlt werden muss, um die Schuld im normalen Geschäftsverlauf zu begleichen.“ (Rahmenkonzept 4.55(c); Hervorhebung Verf.) Erneut gilt dies in dieser Allgemeinheit nicht für die IFRS; jedoch wird der Erfüllungsbetrag dadurch eindeutig definiert. Der Unterschied zum bereits diskutierten Tageswert besteht darin, dass Letzterer sich auf die Begleichung zum gegenwärtigen Zeitpunkt bezieht, während beim Erfüllungsbetrag auf den normalen Geschäftsverlauf abgestellt wird. Der innere Wert wird definiert als die Differenz von dem beizulegenden Zeitwert der Aktien, zu deren Zeichnung oder Erhalt die Gegenpartei berechtigt ist, und dem von der Gegenpartei für diese Aktien zu entrichtenden Betrag (IFRS 2.A). Er ist damit die Differenz von beizulegendem Zeitwert und Ausübungspreis. Schließlich ist auf den Steuerwert zu verweisen. Er ist der einem Vermögenswert oder einer Schuld für steuerliche Zwecke beizulegende Betrag (IAS 12.5). Handelsrechtlich wird er nur insoweit relevant, als sich aus den Unterschieden von handels- und steuerrechtlicher Bilanzierung latente Steuern ergeben. Er ist deshalb keine eigenständige handelsrechtliche Kategorie. Für die Vermögenswerte gilt der Überblick in Abbildung 6. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 97 5.1 Gemischter Wertansatz 97 Abb. 6: Wertkategorien für Vermögenswerte Unternehmensspezi sche Werte Fortgeführte Anschaffungskosten: Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und bestimmte nanzielle Vermögenswerte (Kredite und Forderungen und bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen) Nutzungswert = Unternehmensspezi scher Wert Unternehmensspezi scher Wert = Nutzungswert Veräußerungswert: Bedeutung nicht erkennbar Nettoveräußerungswert: Vorräte Marktbezogene Werte Beizulegender Zeitwert: Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, bestimmte Finanzinstrumente (Handelsbestand, zur Veräußerung verfüg bare sowie designierte Finanzinstrumente) Beizulegender Zeitwert abzüglich Verkaufskosten (Veräußerungskosten): Als zur Veräußerung gehalten klassi zierte langfristige Vermögenswerte (IFRS 5.15), biologische Vermögenswerte (IAS 41.12) und als Bestandteil des erzielbaren Betrags (IAS 36) Folgebewertung: Zugangsbewertung: Anschaffungs- oder Herstellungskosten und beizulegender Zeitwert (bestimmte Finanzinstrumente), Ausnahmen: bestimmte Fertigungsaufträge, biologische Vermögenswerte, bestimmte (andere) Finanzinstrumente Verbindung aus unternehmensspezi schem und marktbezogenem Wert Erzielbarer Betrag als Maximum aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten: Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts- oder Firmenwert Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 98 5. Bilanzbewertung98 5.2 Zugangsbewertung 5.2.1 Prinzip Im Regelfall werden Vermögenswerte im Zugangszeitpunkt erfolgsneutral bewertet183, d. h. mit ihrem Zugang ist keine Gewinnwirkung verbunden: (a) Entgeltlich erworbene Vermögenswerte führen entweder zu einem Aktivtausch (Vermögenswert an Liquide Mittel oder an anderen hingegebenen Vermögenswert) oder zu einer Bilanzverlängerung (Vermögenswert an Verbindlichkeiten). (b) Selbsterstellte Vermögenswerte haben grundsätzlich dieselben Wirkungen. Die Einschränkung resultiert daraus, dass nicht sämtliche Herstellungskosten aktiviert werden müssen. Die nicht aktivierten Teile sind gewinnwirksam. (c) Bei geschenkten Vermögenswerten aus der Hand von Gesellschaftern resultiert eine Bilanzverlängerung (Vermögenswert an Eigenkapital). (d) Im Rahmen eines Tauschs werden (nur) gleichartige und gleichwertige Tauschobjekte erfolgsneutral erfasst (IAS 18.12). (e) Eine Ausnahme grundsätzlich erfolgsneutraler Selbsterstellung liegt bei bestimmten Fertigungsaufträgen vor, bei denen Gewinnanteile schon vor Lieferung oder Leistung zu aktivieren sind (IAS 11.22-24). (f) Eine Sonderposition nehmen aktive latente Steuern und Derivate ein, die erfolgswirksam erfasst werden. (g) Schließlich betreffen weitere Ausnahmen z. B. Finanzinstrumente, die bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert, gegebenenfalls zuzüglich Transaktionskosten, zu bewerten sind. Der beizulegende Zeitwert kann, selbst bei Vernachlässigung von Anschaffungsnebenkosten, von den Anschaffungskosten abweichen, wenn vertraglich etwas vereinbart wird, was den fingierten Marktgegebenheiten des beizulegenden Zeitwerts nicht entspricht. Strittig sind die Auffassungen über Schenkungen von Nicht-Gesellschaftern. Sie erfüllen die Definition des Ertrags im Rahmenkonzept (Rahmenkonzept Abs. 4.25(a)), haben aber keine Anschaffungskosten. Jedoch ist eine Zugangsbewertung zum beizulegenden Zeitwert möglich. Adler/Düring/Schmaltz halten bis zu einer abschließenden Klärung 183 Die Umsetzung von IASB (2005) hätte die prinzipielle Erfolgsneutralität geändert, weil Anschaffungsnebenkosten zum Anschaffungszeitpunkt erfolgswirksam geworden wären. Das Projekt ruht aber derzeit. 5.2 Zugangsbewertung

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS