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4.4 Zusammenfassung in Thesen in:

Wolfgang Ballwieser

IFRS-Rechnungslegung, page 100 - 102

Konzept, Regeln und Wirkungen

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4562-6, ISBN online: 978-3-8006-4563-3, https://doi.org/10.15358/9783800645633_100

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 88 4. Bilanzansatz88 4.4 Zusammenfassung in Thesen (1) Aktiva (Vermögenswerte) und Passiva (Eigenkapital und Schulden) werden im Rahmenkonzept definiert; gleichermaßen gibt es dort Anforderungen für ihren Ansatz. (2) Definitionsbestandteile von Vermögenswerten sind Verfügungsmacht des Unternehmens und erwarteter Nutzenzufluss als Ergebnis von Ereignissen der Vergangenheit. Definitionsbestandteile von Schulden sind gegenwärtige Verpflichtung des Unternehmens und erwarteter Nutzenabfluss als Ergebnis von Ereignissen der Vergangenheit. Der Ansatz von Vermögenswerten und Schulden verlangt verlässliche Bewertbarkeit. Eigenkapital ist der Saldo aus Vermögenswerten und Schulden. (3) Für die Bilanzposten existiert eine Mindestgliederung. Die Darstellung in der Bilanz hat nach Fristigkeit oder Liquidität zu erfolgen. (4) Für den Ansatz von Vermögenswerten ist Eigentum keine notwendige Voraussetzung, um die als Definitionsbestandteil geforderte Verfügungsmacht zu erfüllen. Es gilt vielmehr eine wirtschaftliche Betrachtungsweise, die insbesondere beim Leasing deutlich wird. Beim Finanzierungsleasing aktiviert der Leasingnehmer als Besitzer statt des Leasinggebers als Eigentümer den Vermögenswert. Beim Operating-Leasingverhältnis aktiviert der Leasinggeber das Leasinggut. (5) Für den Leasingstandard gibt es einen Änderungsvorschlag. Danach wird die Trennung der Verträge in Finanzierungsleasing und Operating-Leasingverhältnis aufgrund bestimmter Indikatoren aufgegeben und jeder Leasingnehmer muss das im Leasingvertrag zugesicherte Nutzungsrecht aktivieren. Beim Leasinggeber kommt es in Abhängigkeit der Nichtübertragung oder Übertragung maßgeblicher Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer zur Aktivierung des Leasinggegenstands oder zur Aktivierung der Leasingforderung sowie eines eventuell verbleibenden Restwerts des Leasinggegenstands. (6) Der Änderungsvorschlag ist sehr umstritten; seine Umsetzung würde konzeptionell nicht zur Behandlung anderer schwebender Verträge passen. (7) Finanzielle Vermögenswerte werden nach noch geltenden IFRS in vier Kategorien aufgeteilt, die sich hinsichtlich der Folgebewertung unterscheiden. Ein erster Änderungsvorschlag sieht vor, die vier Kategorien auf zwei zu begrenzen. Kriterium für letztere ist die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder beizulegendem Zeitwert. Ein im November 2012 vorgelegter weiterer 4.4 Zusammenfassung in Thesen Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 89 4.4 Zusammenfassung in Thesen 89 Änderungsvorschlag würde hingegen faktisch drei Bewertungskategorien einführen. Danach wären Wertänderungen bei einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert teils GuV-wirksam, teils würden sie im sonstigen Ergebnis, und damit direkt im Eigenkapital, erfasst werden. (8) Schulden sind am Abschlussstichtag vorliegende, hinsichtlich Existenz, Höhe und Erfüllungszeitpunkt u. U. unsichere, Verpflichtungen gegenüber Dritten. (9) Latente Steuern zählen als Vermögenswerte oder Schulden, je nachdem, ob sie aktivisch oder passivisch überhängen. (10) Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte oder Schulden sind getrennt von anderen Posten auszuweisen. Vahlens Handbücher Ballwieser – IFRS-Rechnungslegung, 3. Auflage Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.03.2013 Status: Druckdaten Seite 91 5. Bilanzbewertung 5.1 Gemischter Wertansatz Für die Bewertung von Aktiva und Passiva gilt kein einheitlicher, sondern ein gemischter Wertansatz in Abhängigkeit von betrachtetem Posten und Bewertungszeitpunkt im Sinne von Zugangs- oder Folgebewertung. Zeitweise wurde ein einheitlicher Wertansatz für die Erstbewertung diskutiert173. Gegenwärtig spielen sechzehn Wertkategorien eine Rolle174: (a) die Anschaffungs- oder Herstellungskosten (IAS 16.6 und IAS 38.8), (b) die fortgeführten Anschaffungskosten (IAS 39.9), (c) Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteil (IAS 11.22), (d) der Tageswert (Rahmenkonzept Abs. 4.55(b)), (e) der beizulegende Zeitwert (vgl. neben IFRS 13 insbesondere IAS 2.6, IAS 16.6, IAS 17.4, IAS 18.7, IAS 19.7, IAS 20.3, IAS 21.8, IAS 32.11, IAS 38.8, IAS 39.9, IAS 40.5, IAS 41.8, IFRS 1.A, IFRS 2.A, IFRS 3.A, IFRS 4.A, IFRS 5.A, IFRS 7.25-30), (f) der beizulegende Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten (IAS 39.43), (g) der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (IFRS 5.15) oder Verkaufskosten (IAS 36.6 und IAS 41.12), (h) der Veräußerungswert (Rahmenkonzept 4.55(c)), (i) der Nettoveräußerungswert (IAS 2.6 f.), (j) der erzielbare Betrag (IAS 16.6, IAS 36.6, IFRS 5.A), (k) der Nutzungswert (IAS 36.6, IFRS 5.A), (l) der unternehmensspezifische Wert (IAS 16.6, IAS 38.8), (m) der Barwert (Rahmenkonzept 4.55(d)), 173 Während in einem Diskussionspapier vom November 2005, vgl. IASB (2005), der einheitliche Wertansatz für die Zugangsbewertung in Form des beizulegenden Zeitwerts vorgeschlagen wurde, hat sich das nachfolgende Diskussionspapier, vgl. IASB (2006b und c), nur mit seiner Ermittlung beschäftigt. Wann der beizulegende Zeitwert zur Verwendung kommt, soll das überarbeitete Rahmenkonzept klären. Hierzu liegen noch keine Vorschläge vor. 174 Böcking/Lopatta/Rausch (2005), Rz. 101–285, weisen in den Überschriften zehn Kategorien ohne den unternehmensspezifischen Wert (l), den versicherungsmathematischen Barwert (n), den inneren Wert (o), Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteil (c) und die beiden Kategorien mit modifiziertem beizulegendem Zeitwert ((f) und (g)) aus. Auf die letzten zwei Kategorien gehen sie jedoch im Text ein (Rz. 109 und 204). 5. Bilanzbewertung 5.1 Gemischter Wertansatz

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Zusammenfassung

IFRS-Rechnungslegung

Dieses Handbuch liefert einen Überblick über das Konzept und die Regeln der IFRS, ohne in einer Flut von Details unterzugehen. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen geht es aber auch um eine Wertung des Regelwerkes im Hinblick auf Konsistenz, Verständlichkeit und empirische Wirkungen auf den Kapitalmarkt.

Die Schwerpunkte

- IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen

- Regelungsphilosophien des IASB

- Vermögensabbildung versus Gewinnermittlung

- Bilanzansatz und -bewertung

- Gesamtergebnisrechnung

- Weitere Instrumente

- Generalklausel: Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

- Konzernbesonderheiten

- Vermeintliche Vorteile der IFRS gegenüber HGB

- Probleme der IFRS