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Kapitel 6: Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Rechnungswesen in:

Volker Bergen, Wilhelm Löwenstein, Roland Olschewski

Forstökonomie, page 88 - 100

Volkswirtschaftliche Ansätze für eine vernünftige Umwelt- und Landnutzung

2. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4552-7, ISBN online: 978-3-8006-4553-4, https://doi.org/10.15358/9783800645534_88

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Kapitel 6: Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Rechnungswesen 6.1. Wirtschaftskreislauf In jeder arbeitsteiligen Volkswirtschaft finden Tauschvorgänge statt. Getauscht werden Wirtschaftsobjekte zwischen Wirtschaftssubjekten. Wirtschaftsobjekte sind Güter in der Form von Waren und Dienstleistungen und Forderungen in der Form von verzinslichen und unverzinslichen Wertpapieren. Wirtschaftssubjekte sind Haushalte und Unternehmen, die zu Gruppen zusammengefasst als Sektoren bezeichnet werden. Im einfachsten Fall finden zwischen Haushalten und Unternehmen die folgenden Tauschvorgänge statt, die sich als Kreislaufbeziehungen darstellen lassen. Die Haushalte liefern Faktorleistungen zu Produktionszwecken, z.B. in der Form von Arbeitsstunden an die Unternehmen. Sie erhalten als Gegenleistung von den Unternehmen ein Faktoreinkommen, z.B. in der Form von Geld. Getauscht wird hier ein Gut (Dienstleistung) gegen eine Forderung (Geld). Man nennt diesen Tauschvorgang eine ökonomische Transaktion. Der Tausch, Gut gegen Forderung, stellt einen Kauf der Unternehmen bzw. einen Verkauf der Haushalte dar. Damit ist dieser erste Tauschvorgang abgeschlossen. UnternehmenHaushalte Faktorleistungen Faktoreinkommen Konsumausgaben Konsumgüter Abb. 6.1: Realer und monetärer Kreislauf Die ökonomischen Aktivitäten können damit aber noch nicht beendet sein, denn es ist bisher ungeklärt, von wem oder woher die Unternehmen das Geld erhalten haben und wie die Haushalte das empfangene Geld verwendet haben. Die Unternehmen stellen mit den Faktorleistungen Güter her, die sie an die Haushalte verkaufen. Sie liefern die Konsumgüter an die Haushalte und empfangen von ihnen die Konsumausgaben in der Form von Geld. Hier liegt also ein zweiter Kapitel 6: Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Rechnungswesen 79 Tauschvorgang, Gut gegen Forderung, vor. Beide Tauschvorgänge stehen in einer quantitativen Beziehung zueinander. Die Konsumausgaben müssen dem Faktoreinkommen gleich sein. Nur dann ist eine Fortsetzung der ökonomischen Beziehungen zwischen Haushalten und Unternehmen möglich. Der dem Faktoreinkommen = Konsumausgaben entsprechende Geldbetrag zirkuliert zwischen den beiden Sektoren und hält den ökonomischen Prozess aufrecht. In diesem Kreislauf gibt es zwei Arten von Strömen: Güterströme als reale Ströme und Forderungsströme als monetäre Ströme. Innerhalb eines Tauschvorganges sind der reale und der monetäre Strom wertäquivalent, das heißt, von beiden Tauschpartnern wird das jeweils empfangene Objekt als mindestens so wertvoll wie das geleistete Objekt angesehen. Ausdruck eines Mehrwertes ist beim Haushalt die Konsumentenrente, beim Unternehmen die Produzentenrente. Damit entspricht die Bewertung des realen Stromes der Bewertung des monetären Stromes. Es ist somit nicht erforderlich, beide Ströme zu erfassen. Im gesamtwirtschaftlichen Rechnungswesen werden nur die monetären Ströme erfasst. Es ist deshalb eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Der einfache Kreislauf reduziert sich somit auf zwei monetäre Ströme, die gleich sein müssen. UnternehmenHaushalte Faktoreinkommen Konsumausgaben Abb. 6.2: Zwei-Sektoren-Kreislauf Nun gibt es in einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft viele Arten ökonomischer Transaktionen. Das gesamtwirtschaftliche Rechnungswesen versucht, die wichtigsten zu erfassen. Zu diesem Zweck teilt es die beiden Sektoren Haushalte und Unternehmen in mehrere Sektoren. Als Gliederungskriterien dienen die Hauptfunktionen der Wirtschaftssubjekte und die Hauptquellen der Finanzierung ihrer Ausgaben. Für viele Zwecke reicht es aus, vier institutionell abgegrenzte Sektoren zu bilden und durch einen funktional abgegrenzten Sektor zu ergänzen. (1) Der Sektor Unternehmen umfasst sämtliche Wirtschaftseinheiten einer Volkswirtschaft, die vorwiegend Waren und Dienstleistungen produzieren und diese gegen spezielles Entgelt verkaufen, das in der Regel Überschüsse abwirft, zumindest jedoch annähernd die Kosten deckt. Zu diesem Sektor gehören die industriellen Unternehmen, Banken, Versicherungen, Handelsunternehmen, landwirtschaftliche und private forstwirtschaftliche Betriebe, Handwerksbetrie- Erster Teil: Volkswirtschaftliche Grundlagen80 be, freie Berufe, öffentliche Unternehmen und die Wohnungsvermietung einschließlich der Nutzung von Eigentümerwohnungen. (2) Der Sektor private Haushalte umfasst alle Wirtschaftseinheiten einer Volkswirtschaft, die in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft, als letzte Käufer von Konsumgütern und als Anleger von Ersparnissen auftreten. Er umfasst auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter, wie z.B. Kirchen, politische Parteien, Gewerkschaften, Sportvereine, deren Leistungen vorwiegend privaten Haushalten dienen und die sich im Wesentlichen von privaten Haushalten finanzieren. (3) Zum Sektor Staat gehören die Gebietskörperschaften und die Sozialversicherung, die auch als öffentliche Haushalte bezeichnet werden. Zu ihnen gehören auch die staatlichen und kommunalen Forstverwaltungen. Sie produzieren Waren und Dienstleistungen, die sie den anderen Wirtschaftseinheiten in der Regel ohne spezielles Entgelt bereitstellen. Sie finanzieren sich hauptsächlich aus Zwangsabgaben. (4) Der Sektor Ausland umfasst alle diejenigen natürlichen Personen, die nicht ständig Bewohner des Inlandes sind, und alle diejenigen Unternehmen, die kein integrierter Bestandteil der inländischen Wirtschaft sind. In diesem Sektor werden alle ausländischen Wirtschaftseinheiten zusammengefasst, mit denen Inländer ökonomische Transaktionen durchführen. (5) Der Sektor Vermögensveränderung nimmt alle vermögensrelevanten Ströme der institutionell abgegrenzten Sektoren auf. Vermögensrelevant sind alle Ströme, die Vermögenswerte ändern. Das Reinvermögen eines Sektors ist sein Realvermögen in der Form von Sach- und Gebrauchsvermögen zuzüglich seiner Forderungen an andere Sektoren abzüglich seiner Verbindlichkeiten gegenüber anderen Sektoren. Diese Vermögenswerte können sich im Verlauf einer Periode verändern. Dabei gilt stets der folgende Zusammenhang: Anfangsbestand + Zugang - Abgang = Endbestand. Die Vermögenszugänge und die Vermögensabgänge sind die Ströme, die der Sektor Vermögensveränderung aufnimmt. Die Abbildung 6.3 zeigt einen Wirtschaftskreislauf, in dem wichtige ökonomische Transaktionen der fünf Sektoren erfasst sind. Importe stellen Einnahmen des Auslandes dar, Exporte Ausgaben des Auslandes. Übersteigen die Einnahmen die Ausgaben, dann spart das Ausland SA. Importiert das Inland mehr als es exportiert, dann ist SA>0 und das Ausland hat diesen Überschuss zur Finanzierung der inländischen Realvermögensbildung zur Verfügung gestellt. Ist SA<0, dann wird ein Teil der inländischen Ersparnisse für die Realvermögensbildung des Auslands verwendet. Kapitel 6: Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Rechnungswesen 81 Haushalte Staat Ausland Exporte Ex Investitionsausgaben I Konsumausgaben C Importe Im Staatsausgaben GSteuereinnahmen T Volkseinkommen Y Ersparnis des Staates US Vermögensänderung Unternehmen Abb. 6.3: Fünf-Sektoren-Kreislauf Für diesen Wirtschaftskreislauf können wir die Budgetgleichungen der Sektoren aufstellen, bei denen die Summe der Zuflüsse in einen Sektor (Einnahmen) gleich der Summe der Abflüsse aus einem Sektor (Ausgaben) sein muss. Die Gleichung der Vermögensänderung ist von besonderer Bedeutung. Sie besagt, dass in einer Volkswirtschaft die volkswirtschaftliche Ersparnis stets gleich der Nettoinvestition ist. Die Nettoinvestition ist der monetäre Betrag für diejenigen Güter, die das Realvermögen der Volkswirtschaft erhöhen. Man kann sich darunter Gebäude, Maschinen, Werkzeuge und Vorräte vorstellen, die zu Marktpreisen bewertet sind. Diese Güter stammen aus der laufenden Produktion und dem Import. Es ist der Teil der Güter, der nicht verbraucht oder exportiert wurde, der also noch zur Verfügung steht. Tab. 6.4: Budgetgleichungen Einnahmen Ausgaben Haushalte: Y = C + T + SH Unternehmen: C + I + G + Ex = Y + Im + SU Staat: T = G + SSt Ausland: Im = Ex + SA Vermögensänderung: SH + SU + SSt + SA = I Während der Produktion entsteht Einkommen. Inländisches Einkommen aus der inländischen Produktion, ausländisches Einkommen aus der ausländischen Produktion, die den Import ermöglicht. Mit diesen Einkommen werden die Güter Erster Teil: Volkswirtschaftliche Grundlagen82 gekauft. Das Einkommen muss deshalb dem monetären Betrag der Produktion entsprechen. Sparen die Sektoren, dann kaufen sie einen Teil der zur Verfügung stehenden Güter nicht für die Zwecke des Konsums oder des Exports. Diese Güter stehen für andere Zwecke zur Verfügung, sie erhöhen das Realvermögen. Die tatsächliche Ersparnis muss deshalb stets gleich der tatsächlichen Nettoinvestition sein. 6.2. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen Aufgrund unterschiedlicher Fragestellungen lassen sich sieben volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen unterscheiden. Sozialproduktrechnung Ihr Hauptanliegen ist die Ermittlung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft während eines Jahres. Als Indikator für diese Leistungsfähigkeit dient das Sozialprodukt. Es ist diejenige bewertete Gütermenge, die für die Zwecke des Konsums und der Investition während des Jahres zur Verfügung steht. Der Konsum ist die Basis des Wohlstands während des Jahres. Die Investition erhöht die produktive Leistungsfähigkeit und führt zu Wohlfahrtserhöhungen in den kommenden Jahren. Mit der Sozialproduktrechnung werden wir uns im folgenden Abschnitt noch näher beschäftigen. In Deutschland wird die Sozialproduktrechnung vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden erstellt. Input-Output-Rechnung Ihr Hauptanliegen ist die Ermittlung der wirtschaftlichen Verflechtungen der Produktionsbereiche untereinander und mit den anderen Sektoren der Volkswirtschaft. Hier geht es nicht in erster Linie um eine Wohlfahrtsmessung, sondern um die Darstellung des Prozesses, dessen Ergebnis die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist. Zu diesem Zweck wird der Unternehmens-Sektor in Produktionsbereiche aufgespalten. Eine Grobaufteilung unterscheidet einen primären Sektor mit der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, einen sekundären Sektor mit dem warenproduzierenden Gewerbe und einen tertiären Sektor mit Handel, Verkehr und Dienstleistungsunternehmen. Auch diese Rechnung wird vom Statistischen Bundesamt erstellt. Finanzierungsrechnung Ihr Hauptanliegen ist die Ermittlung der Kreditverflechtungen zwischen den Sektoren der Volkswirtschaft. Die Forderungen und Verbindlichkeiten der Sektoren sollen ermittelt werden, um festzustellen, wer wem und auf welchen Wegen die Finanzierungsmittel für seine ökonomischen Transaktionen zur Verfügung gestellt hat. In einer monetären Volkswirtschaft werden die meisten ökonomischen Transaktionen durch die Verwendung von Geld ermöglicht. Diese Kapitel 6: Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Rechnungswesen 83 Ströme sind von erheblichem Interesse. In Deutschland erstellt die Deutsche Bundesbank in Frankfurt am Main die Finanzierungsrechnung. Außenwirtschaftsrechnung Ihr Hauptanliegen ist die Ermittlung der ökonomischen Transaktionen zwischen den inländischen Sektoren und der übrigen Welt, dem Ausland. Sie werden in der Zahlungsbilanz erfasst. Sie besteht aus der Leistungsbilanz, die den Handel mit Gütern erfasst, und aus der Kapitalbilanz, die den Handel mit Forderungen erfasst. Die Leistungsbilanz orientiert über die Höhe und Struktur des Außenhandels. Sie wird vom Statistischen Bundesamt erstellt. Die Kapitalbilanz zeigt die Kreditbeziehungen zwischen dem Inland und dem Ausland. Diese wird von der Deutschen Bundesbank erstellt. Beide Informationen sind für eine offene Volkswirtschaft mit starken Außenbeziehungen von erheblichem Interesse. Vermögensrechnung Ihr Hauptanliegen ist die Ermittlung der Höhe und der Struktur des Volksvermögens und der sektoralen Vermögen. Es handelt sich hier, im Gegensatz zu den bisher genannten Gesamtrechnungen, um eine Bestandsrechnung. Zu ermitteln ist zum einen das Realvermögen zum anderen das Geldvermögen. Das Realoder Sachvermögen besteht aus dem reproduzierbaren Sachvermögen wie Anlagevermögen, Gebrauchsvermögen und Lagerbeständen, aus dem nichtreproduzierbaren Sachvermögen wie das natürliche Vermögen und Kunstschätze, aus dem immateriellen Vermögen wie Patente und Lizenzen, Urheber- und Markenrechte sowie aus dem menschlichen Vermögen im Sinne der Leistungsfähigkeit der Bevölkerung. Die Bewertung dieser Vermögensarten wirft große Probleme auf, weshalb die Realvermögensrechnung vom Statistischen Bundesamt erstellt bislang nur unvollständig durchgeführt wird. Das Geldvermögen besteht aus den Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Sektoren. Hierdurch werden Gläubiger-Schuldner-Beziehungen begründet. Ihre Bewertung ist erheblich einfacher, da die Verträge in Geldeinheiten abgeschlossen werden. Diese Aufgabe wird von der Deutschen Bundesbank wahrgenommen. Umweltökonomische Gesamtrechnung Ihr Hauptanliegen ist die Ermittlung der ökonomisch-ökologischen Zusammenhänge. Sie beschreibt die Nutzung der natürlichen Umwelt durch den Menschen sowie die damit verbundenen wirtschaftlichen Vorgänge und Veränderungen der verschiedenen Umweltmedien und Ökosysteme. Eine solche Gesamtrechnung ist beim Statistischen Bundesamt zurzeit im Entstehen. Bislang werden bei der Nutzung der natürlichen Umwelt nur die Rressourcenentnahme und die Emissionszuführung in Mengeneinheiten erfasst. Auch die Veränderungen der Umweltmedien und Ökosysteme erfolgen nur mengenmäßig. Lediglich die Umweltmaßnahmen werden soweit sie mit Einnahmen und Ausgaben verbunden Erster Teil: Volkswirtschaftliche Grundlagen84 sind in Geldeinheiten dokumentiert. Die volle Kompatibilität mit den anderen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen verlangt die vollständige Monetarisierung. Doch dafür sind noch erhebliche konzeptionelle und datenerhebungstechnische Probleme zu lösen. Sozioökonomische Gesamtrechnung Ihr Hauptanliegen ist die Ermittlung der sozialen Entwicklung und ihre Verknüpfung mit der ökonomischen und ökologischen Entwicklung einer Volkswirtschaft. Innerhalb der Bevölkerung ergeben sich Strukturwandlungen, die eine Änderung des Sozialverhaltens bedingen und ökonomische und ökologische Auswirkungen nach sich ziehen. Dazu gehören die Altersstruktur der Bevölkerung, die Qualifikationsstruktur der Erwerbspersonen, die Struktur der Privathaushalte und anderes mehr. Eine solche Gesamtrechnung ist beim Statistischen Bundesamt zurzeit im Entstehen. Sie komplettiert die Informationsbasis für eine nachhaltige Entwicklung einer Volkswirtschaft, die ökonomische, ökologische und soziale Aspekte integriert. 6.3. Sozialprodukt und Volkseinkommen Sozialprodukt Das Sozialprodukt ist eine bewertete Gütermenge. Es ist jedoch nur ein Teil des Wertes aller während einer Periode produzierten Güter. Die gesamte bewertete Gütermenge wird als Produktionswert oder Bruttoproduktionswert bezeichnet. Das Sozialprodukt entsteht somit als Teil des Produktionswertes, man spricht deshalb von der Entstehung des Sozialprodukts. Das Sozialprodukt unterscheidet sich vom Produktionswert in zweifacher Hinsicht. Zum einen enthält das Sozialprodukt nicht alle Gütermengen, die in der Periode produziert worden sind. Zum anderen werden die im Sozialprodukt enthaltenen Gütermengen anders bewertet als die im Produktionswert enthaltenen Gütermengen. Die Entstehung des Sozialprodukts ergibt sich aus folgenden Überlegungen: (1) Inländischer Produktionswert - inländische Vorleistungen = Bruttowertschöpfung Der Produktionswert gibt den Wert der von Wirtschaftseinheiten in der Periode im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen an. Diese Güter werden zu Marktpreisen ohne Mehrwertsteuer bewertet. Von diesem Wert werden die Vorleistungen abgezogen. Die Vorleistungen entsprechen dem Wert der Güter, die Wirtschaftseinheiten von anderen Wirtschaftseinheiten im Inland bezogen und im Zuge der Produktion verbraucht haben. Die Bruttowertschöpfung gibt an, welcher Wert den Vorleistungen durch die Produktionstätigkeit als Nettoproduk- Kapitel 6: Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Rechnungswesen 85 tion hinzugefügt wurde. Die darin enthaltenen Güter sind zu Marktpreisen ohne Mehrwertsteuer bewertet. (2) Bruttowertschöpfung + nichtabzugsfähige Umsatzsteuer + Einfuhrabgaben = Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen Die nichtabzugsfähige Umsatzsteuer, also die Mehrwertsteuer der Endverbraucher, und die Einfuhrabgaben bewerten die Gütermenge der Bruttowertschöpfung neu. Beide werden so als Preisbestandteil interpretiert. Die Logik dieser Vorgehensweise erschließt sich auf dem Umweg über das gesamte Güteraufkommen. Dieses besteht aus dem inländischen Produktionswert bewertet zu Nettopreisen und der Gütereinfuhr bewertet ebenfalls zu Nettopreisen vermehrt um die nichtabzugsfähige Umsatzsteuer und die Einfuhrabgaben. Es handelt sich dabei also um die im Inland verfügbare Gütermenge bewertet zu Bruttopreisen. Von diesem Betrag werden nun die inländischen Vorleistungen und die Einfuhr abgezogen, nicht abgezogen werden die Einfuhrabgaben, da sie im inländischen Preis der Güter genauso enthalten sind wie die nicht-abzugsfähige Umsatzsteuer. Das Bruttoinlandsprodukt ist somit die mit Brutto-Preisen bewertete Nettoproduktion, die im Inland hergestellt wurde. (3) Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen + Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt = Bruttonationaleinkommen Die Leistung des Inlandes ist nicht mit der Leistung der Inländer identisch. Ausländische Wirtschaftseinheiten können im Inland produzieren. Inländer können im Ausland produzieren. Fügt man das Leistungsentgelt der Inländer hinzu und zieht das der Ausländer ab, dann erhält man das Bruttonationaleinkommen oder Bruttosozialprodukt im Sinne eines Bruttoinländerprodukts. Durch diese Operation wird ebenfalls nur eine Umbewertung der Nettoproduktion vorgenommen, die im Inland verfügbaren Gütermengen werden dadurch nicht geändert. (4) Bruttonationaleinkommen - Abschreibungen = Nettonationaleinkommen Weitere Umbewertungen dieser Gütermenge werden vorgenommen. Die Abschreibungen sind Wertminderungen am Anlagevermögen, die durch den Produktionsprozess entstehen. Um diesen Betrag mindert sich der Wert der Nettoproduktion. Man erhält das Nettonationaleinkommen oder Nettosozialprodukt zu Marktpreisen. (5) Nettonationaleinkommen - Produktions- und Importabgaben + Subventionen = Volkseinkommen Erster Teil: Volkswirtschaftliche Grundlagen86 Produktions- und Importabgaben sind Zwangsabgaben, die der Staat bei den Produzenten erhebt. Sie bilden einen Preisbestandteil und wirken tendenziell preiserhöhend. Subventionen sind laufende Übertragungen des Staates an die Produzenten, die tendenziell preissenkend wirken. Beide Preisbestandteile sind nicht leistungsbezogen, sondern sie sind das Ergebnis einer staatlichen Umverteilung. Korrigiert man das Nettonationaleinkommen um diese Preisbestandteile, dann erhält man das Volkseinkommen oder Nettosozialprodukt zu Faktorkosten. Hier ist die Nettoproduktion zu Preisen bewertet, die sich an den Leistungen der Produktionsfaktoren orientieren. Das entstandene Sozialprodukt wird an inländische Haushalte und in- und ausländische Unternehmen geliefert bzw. verkauft. Die Verkäufe der Produzenten enthalten auch die importierten Güter, die von ausländischen Unternehmen produziert sind. Das Sozialprodukt, vermehrt um die Importe, wird von den Käufern zu Konsum- oder Investitionszwecken verwendet. Diese Unterscheidung wird explizit nur bei der inländischen Verwendung vorgenommen, bei den Lieferungen an das Ausland wird sie nicht beachtet, da unterstellt wird, dass die Exporte nur an ausländische Unternehmen geliefert werden. Die Verwendung des Sozialproduktes zeigt die folgende Gleichung: (6) Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen = Private Konsumausgaben + Staatskonsumausgaben + Bruttoinvestitionen + Exporte - Importe Als private Konsumausgaben werden die Käufe der inländischen privaten Haushalte für Konsumzwecke und der Eigenverbrauch der privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter bezeichnet. Die Staatskonsumausgaben umfassen die der Allgemeinheit ohne spezielles Entgelt zur Verfügung gestellten Verwaltungsleistungen der Gebietskörperschaften und der Sozialversicherung. Die Bruttoinvestitionen bestehen aus den Bruttoanlageinvestitionen und den Vorratsinvestitionen. Die Anlageinvestitionen stellen den Wert der dauerhaften Güter dar, die von inländischen Produzenten gekauft werden, um sie länger als ein Jahr im Produktionsprozess einzusetzen. Vorratsinvestitionen umfassen alle Waren, die nicht Anlageinvestitionen sind, sich im Besitz von Produzenten befinden und sich wertmäßig zwischen zwei Zeitpunkten verändert haben. Exporte von Waren und Dienstleistungen sind alle Güterverkäufe an Wirtschaftseinheiten, die ihren ständigen Sitz außerhalb des Staatsgebietes haben. Importe von Waren und Dienstleistungen sind alle Güterkäufe von Wirtschaftseinheiten, die ihren ständigen Sitz außerhalb des Staatsgebietes haben. Kapitel 6: Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Rechnungswesen 87 Volkseinkommen Das Volkseinkommen ist das Leistungsentgelt der Produktionsfaktoren. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung unterscheidet drei Arten von Produktionsfaktoren. Der Faktor Arbeit erhält das Arbeitseinkommen mit der amtlichen Bezeichnung Arbeitnehmerentgelt. Der Faktor Kapital erhält das Kapitaleinkommen bzw. Vermögenseinkommen. Der Faktor Unternehmerleistung erhält das Gewinneinkommen bzw. das Einkommen aus Unternehmertätigkeit. Die Ausgaben für die Leistungsentgelte entstehen im Verlauf des Produktionsprozesses. Sie werden aus den Einnahmen der Produzenten getätigt. Diese bestehen im Wesentlichen aus den Erlösen für die verkauften Güter, also aus dem Produktionswert der Produzenten. Bei der Entstehung des Sozialprodukts haben wir den Teil des Produktionswertes ermittelt, der die zu Faktorkosten bewertete Nettoproduktion darstellt. Das Nettosozialprodukt zu Faktorkosten muss also der Betrag sein, der den Produktionsfaktoren zusteht, da sie in dieser Höhe Werte geschaffen haben. Das Volkseinkommen entsteht somit in Höhe der Netto- Wertschöpfung im Produktionsprozess. Die Verteilung des Volkseinkommens auf die Produktionsfaktoren erfolgt entsprechend der Leistungen aus Arbeitnehmertätigkeit, Unternehmertätigkeit und Vermögen. Diese funktionale Einkommensverteilung wird vom Staat durch Erhebung von Steuern und deren Verausgabung geändert. Nach der staatlichen Umverteilung erfolgt die Verwendung des verfügbaren Einkommens für Konsumausgaben und Ersparnis. Die Ersparnis ist die Basis der Vermögensbildung, die als Nettoinvestition die Erhöhung des Sachkapitalbestandes der Volkswirtschaft ermöglicht. Es gilt die bereits bei der Darstellung des Wirtschaftskreislaufs entwickelte Übereinstimmung von Ersparnis und Nettoinvestition. 6.4. Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung Eine forstökonomische Anwendung im Bereich der Forstlichen Marktlehre ist die forstwirtschaftliche Gesamtrechnung. Sie ist ein Teil der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, insbesondere der Sozialproduktrechnung und der Au- ßenwirtschaftsrechnung. An einer stärkeren Einbeziehung in die Vermögensrechnung und die umweltökonomische Gesamtrechnung wird derzeit gearbeitet. Die ökonomischen Transaktionen der Forstwirtschaft beziehen sich auf das gesamte Spektrum forstlicher Waren und Dienstleistungen, soweit sie vermarktet sind oder als Vorräte zur Vermarktung bestimmt sind. Das betrifft vor allem das Rohholz und die Nebennutzungen, aber auch die Schutz- und Erholungsleistungen. Das Rohholz wird von der Forstwirtschaft produziert und auf den Rohholzmärkten zu Rohholzpreisen verkauft. Der natürliche Zuwachs, der noch nicht geerntet Erster Teil: Volkswirtschaftliche Grundlagen88 ist, gilt seit der Revision der VGR 2005 als Vorratsveränderung und wird mit dem erntekostenfreien Holzstückerlös bewertet. Der Rohholzumsatz, die bewertete Vorratsänderung und der Umsatz der sonstigen Waren und Dienstleistungen ergeben den Produktionswert der Forstwirtschaft. Um diese Leistungen produzieren zu können, ist der Einsatz von Produktionsfaktoren notwendig, die auf den Faktormärkten zu Faktorpreisen gekauft werden müssen. Das sind zunächst die Vorleistungen der anderen Produktionsbereiche, die der Forstwirtschaft Saatund Pflanzgut, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Energie, Reparaturleistungen des Sachkapitals und anderes zur Verfügung stellen. Die Bruttowertschöpfung ist der Wert, den die Forstwirtschaft der Volkswirtschaft unter Abzug des Wertverzehrs anderer Produktionsbereiche (Vorleistungen) während eines Forstwirtschaftsjahres hinzugefügt hat. Während des Produktionsprozesses hat die Forstwirtschaft Teile ihres Sachkapitals abgenutzt. Diese Abschreibungen stellen ebenfalls einen Wertverzehr dar, der die Wertschöpfung der Forstwirtschaft mindert. Die restliche Wertschöpfung könnte an die übrigen Produktionsfaktoren Arbeitnehmertätigkeit, Unternehmertätigkeit und Vermögen verteilt werden. Allerdings verändert der Staat den Verteilungsbetrag durch Erhebung indirekter Steuern (Produktionssteuern) und durch Zahlung von Subventionen. Zieht man von der Bruttowertschöpfung die Abschreibungen und die indirekten Steuern ab und fügt die Subventionen hinzu, dann erhält man die Nettowertschöpfung der Forstwirtschaft. Das ist der Teil des Produktionswertes, der den Beschäftigten der Forstbetriebe und den Kapitaleignern einschließlich der Waldbesitzer als Leistungseinkommen zufließt. Für Deutschland werden jährliche forstwirtschaftliche Gesamtrechnungen erstellt. Sie zeigen, dass der Produktionswert in den Jahren 2000 bis 2009 bei durchschnittlich 3,7 Mrd. € gelegen hat und eine leicht steigende Tendenz ausweist. Der Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt betrug durchschnittlich 2,1 Mrd. € mit einem ebenfalls leichten Aufwärtstrend. Setzt man diese Zahlen ins Verhältnis zu den gesamtwirtschaftlichen Werten der deutschen Volkswirtschaft, dann trägt die Forstwirtschaft allerdings nur zu etwa 0,1% mit leicht ansteigender Tendenz zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei. Zu den Gründen für diese Entwicklung siehe Abschnitt 3.5. und V. Bergen (1995). Der Außenhandel mit Rohholz wird in der Außenwirtschaftsrechnung erfasst, die ebenfalls eine Teilrechnung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist. Die Außenwirtschaftsrechnung erfasst die ökonomischen Transaktionen zwischen dem Inland und dem Ausland während einer Periode. Das Kernstück der Außenwirtschaftsrechnung ist die Zahlungsbilanz. Sie besteht aus der Leistungsbilanz, die den Handel mit Waren und Dienstleistungen erfasst, und aus der Kapitalbilanz, die den Handel mit Forderungen ausweist. Der Außenhandel mit Rohholz ist somit Bestandteil der Leistungsbilanz. Es handelt sich um eine ex- Kapitel 6: Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Rechnungswesen 89 post Strom-Rechnung. Rohholz-Außenhandelsbilanzen gibt es als Mengenbilanzen und als Wertbilanzen. Als Mengenbilanzen sind sie Bestandteile der Rohholz-Bilanzen, die das Aufkommen und die Verwendung von Rohholz während einer Periode und für eine Region erfassen (siehe Abschnitt 15.3). Die Außenhandels-Statistik differenziert zudem nach Ursprungs- und Bestimmungsländern. Sie weist also aus, aus welchen Ländern Rohholz bezogen und in welche Länder Rohholz geliefert wurde. Als wichtiger Handelspartner kann ein Land gelten, dessen Ex- oder Importwert einen jährlichen Mindestbetrag erreichte. Setzt man diesen Betrag für das Jahr 2010 auf 40 Mill. € fest, dann ergibt sich für Deutschland das folgendes Bild. Wichtige Handelspartner finden sich nur im Rahmen der Europäischen Union. Wichtiges Exportland ist nur Österreich. Wichtige Importländer sind Frankreich, Polen und Tschechien. Diese Informationen sind für eine Außenhandelsanalyse von großer Bedeutung. Aus ihnen lassen sich - wie in den Kapiteln 17 und 20 dieses Lehrbuchs - Hypothesen über das zugrunde zulegende Außenhandelsmodell und die Variablenabgrenzung gewinnen. Umweltökonomische Waldgesamtrechnungen ermitteln das Waldvermögen und seine Veränderungen, die sich aus natürlichen Prozessen und den Wechselwirkungen mit den Sektoren der Volkswirtschaft ergeben. Das Waldvermögen besteht aus der Waldfläche als dem nicht-produzierten Teil und dem stehenden Holz als dem produzierten Vorrat. Physische Waldbilanzen zeigen das Waldvermögen in ha Waldfläche und in m3 Rohholz. Zwischen 1993 und 2004 erhöhte sich die Waldfläche in Deutschland von 10,8 auf 11,1 Mill. ha (K. Bormann et al., 2007). Dazu haben vornehmlich Erstaufforstungen und natürliche Wiederbewaldung (Sukzession) beigetragen. Die Holzvorräte haben in dieser Zeit von 2,94 auf 3,46 Mrd. m3 zugenommen. Diese Zunahme ist das Ergebnis eines den Einschlag weit übersteigenden natürlichen Zuwachses. Die Integration in andere volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen verlangt die Monetarisierung des physischen Waldvermögens und seiner Veränderungen. Eine monetäre Holzvorratsbilanz bewertet das Rohholz mit Preisen für Holz auf dem Stock, das sind Kalkulationen auf der Grundlage ernstekostenfreier Holzerlöse. Zwischen 1993 und 2004 ist der Wert des Vorrats von 40 auf 30 Mrd. € gesunken, obwohl der physische Vorrat zugenommen hat. Als Gründe gelten gesunkene Stockpreise und strukturelle Probleme der Forstwirtschaft. Die Waldfläche wird bislang noch nicht monetarisiert, da die zur Verfügung stehenden Bewertungsansätze noch keine Akzeptanz der amtlichen Statistik gefunden haben. Auch eine Einbeziehung der öffentlichen Güter des Waldes stößt noch auf konzeptionelle Vorbehalte. Siehe dazu die Kapitel 10 bis 12. Kapitel 7: Kreislauftheorie 7.1. Gütermarkt Makroökonomische Theorie ist die Analyse gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge und Prozesse auf der Basis aggregierter Größen. Diesen methodischen Ansatz haben wir bereits im Abschnitt 2.4. kennengelernt. Hauptaufgabe der makroökonomischen Theorie ist es, Hypothesen über die Determinanten des Verhaltens der Sektoren zu formulieren, um die ökonomischen Beziehungen zwischen ihnen und die sich dabei bildenden gesamtwirtschaftlichen Variablen zu erklären. Die Wirtschaftssubjekte agieren auf zahlreichen Märkten für Güter und Forderungen. Diese Einzelmärkte werden gedanklich zu wenigen gesamtwirtschaftlich relevanten makroökonomischen Märkten zusammengefasst. Wir beginnen mit einer Analyse des makroökonomischen Gütermarktes. Auf ihm wird das Sozialprodukt angeboten und nachgefragt. Reales Sozialprodukt und Preisniveau sind das Marktergebnis. Vereinfachend gehen wir zunächst davon aus, dass das Preisniveau exogen und konstant ist. Das bedeutet, dass die Produzenten die Güter zu konstanten Preisen anbieten. Über die absetzbare Menge entscheidet dann die Nachfrage. Produzieren die Unternehmen mehr als nachgefragt wird, müssen sie den Angebotsüberschuss auf Lager nehmen. Sie tätigen unfreiwillige Lagerinvestitionen. Darauf reagieren sie mit einer Einschränkung ihrer Produktion. Produzieren sie weniger als nachgefragt wird, dann müssen sie zur Befriedigung der Nachfrage Lagerbestände abbauen. Hier tätigen sie negative unfreiwillige Lagerinvestitionen. Das veranlasst sie zur Ausdehnung ihrer Produktion. Ein güterwirtschaftliches Gleichgewicht liegt dann vor, wenn die Produzenten keine unfreiwilligen Lagerinvestitionen tätigen müssen. Das Angebot entspricht dann der Nachfrage. Über die Höhe der gleichgewichtigen Produktion kann so lange nichts ausgesagt werden, wie der Umfang der geplanten gesamtwirtschaftlichen Nachfrage unbekannt ist. Die einfachste Nachfragehypothese besteht darin, die Nachfrage als exogen und konstant anzusehen. Dann kann das gleichgewichtige Sozialprodukt in der Abbildung 7.1 folgendermaßen bestimmt werden. Die 45o-Linie ist der geometrische Ort aller Gleichgewichtsmengen an Sozialprodukt. Das Angebot Y entspricht stets der Nachfrage Yd. Der vorgegebenen Nachfrage Yda entspricht im Gleichgewicht das Sozialprodukt Y*. Dieses Konzept des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts basiert auf drei Konstruktionselementen (J. Siebke und H. J. Thieme, 2003, S. 103):

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Zur Forstökonomie liefert dieses Lehrbuch theoretisch fundierte Antworten auf Fragen des nationalen und internationalen Waldschutzes. Als umfassende Umweltökonomie bietet es dabei gleichzeitig Analysen, die sich mit der Vermarktung von Holz und Holzwaren auseinandersetzen und den ökonomischen trade-off zwischen Schutz und Nutzung der Wälder verdeutlichen. Es stellt sich ebenso den Herausforderungen, die sich aus der Globalisierung sowohl von Gütermärkten als auch – wie die internationale Klimaschutzdebatte zeigt – von Umweltproblemen ergeben.

Zur Neuauflage

Die aktuellen Entwicklungen, wie u.a. die Klimaschutzdebatte wurden integriert. Der Fokus ist nun stärker auf Fragen des nationalen und internationalen Waldschutzes ausgerichtet.

Die Autoren

Prof. Dr. Volker Bergen, Göttingen, Dr. Wilhelm Loewenstein, Bochum, und Dr. Roland Olschewski, Göttingen.