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Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage in:

Volker Bergen, Wilhelm Löwenstein, Roland Olschewski

Forstökonomie, page 293 - 315

Volkswirtschaftliche Ansätze für eine vernünftige Umwelt- und Landnutzung

2. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4552-7, ISBN online: 978-3-8006-4553-4, https://doi.org/10.15358/9783800645534_293

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 16.1. Angebotsstruktur Rohholzangebot Die Anbieter von Rohholz sind die Forstbetriebe. Das sind Produktionseinheiten, die Rohholz produzieren und verkaufen. In Deutschland gibt es zurzeit (2007) etwa 217.000 Forstbetriebe (Statistisches Jahrbuch ELF 2011, S. 395). Die Forstbetriebe können aufgrund unterschiedlicher Kriterien zu Gruppen zusammengefasst werden. Hier interessieren vor allem solche Unterscheidungen, die für die Marktstruktur oder das Marktverhalten von Bedeutung sind. Dies wird für die Kriterien Waldeigentum, Hauptproduktionsrichtung, Betriebsgrö- ßenklasse, Baumart und Baumaltersklasse vermutet. Einteilung nach dem Waldeigentum: Die Forstbetriebe bewirtschaften Privatwald, Staatswald und Körperschaftswald. Der deutsche Wald gehört gemessen an der Waldfläche zu 36 % privaten Eigentümern, vornehmlich natürlichen Personen, aber auch juristischen Personen des privaten Rechts. Dieser Privatwald wird von etwa 208.000 Forstbetrieben bewirtschaftet. Dem Staat, hier verstanden als Bund und Länder, gehören 38 % der Waldfläche. Der Staatswald wird von etwa 470 Forstämtern bewirtschaftet, die 16 Landesforstverwaltungen und einer Bundesforstverwaltung zugeordnet sind. 26 % der gesamten Waldfläche gehören Körperschaften des öffentlichen und des privaten Rechts, davon entfällt der größte Teil auf Gemeindewald. Dieser Körperschaftswald wird von etwa 8.100 Forstbetrieben bewirtschaftet. Die Zahlen finden sich im Statistischen Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der Bundesrepublik Deutschland. Der Markteinfluss des Waldeigentums wird vor allem im Marktverhalten aufgrund unterschiedlicher betrieblicher Ziele vermutet. Während der Privatwald einschließlich des privatrechtlichen Körperschaftswaldes eher erwerbswirtschaftlich handelt, dominiert im Staats- und Gemeindewald eher eine gemeinwirtschaftliche Zielsetzung. Die in einigen Bundesländern erfolgte Auslagerung als Landesbetriebe dient allerdings einer stärkeren Berücksichtigung erwerbswirtschaftlicher Zielsetzungen. Einteilung nach der Hauptproduktionsrichtung: Forstbetriebe sind alle Betriebe mit Wald. Die meisten dieser Betriebe produzieren jedoch nicht hauptsächlich Rohholz, sondern vor allem landwirtschaftliche Produkte. Seit der Landwirtschaftszählung 1960 werden die Betriebe nach ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung, der sogenannten Hauptproduktionsrichtung in landwirtschaftliche Betriebe mit Wald einerseits und in reine Forstbetriebe andererseits eingeteilt. Zurzeit Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 285 gibt es etwa 28.000 reine Forstbetriebe und etwa 189.000 landwirtschaftliche Betriebe mit Wald. Die landwirtschaftlichen Betriebe befinden sich i.d.R. im Privatbesitz, so dass sie als Teil der privaten Forstbetriebe anzusehen sind (Bauernwald). Da sie als Nebenbetriebe geführt werden, kann vermutet werden, dass sie als aussetzende Betriebe Rohholz nicht regelmäßig anbieten. Die reinen Forstbetriebe werden dagegen in jeder Periode auf Märkten anbieten. Einteilung nach der Betriebsgrößenklasse: Die Forstbetriebe bewirtschaften etwa 11 Mill. Hektar Waldfläche, das sind etwa 31 % der gesamten Fläche Deutschlands. Im statistischen Durchschnitt bewirtschaftet jeder Forstbetrieb etwa 50 ha. Diese Betriebsgröße ist jedoch nicht repräsentativ. In der Betriebsklasse unter 200 ha Waldfläche dominiert, gemessen an der Waldfläche und der Anzahl der Betriebe, der Privatwald, man bezeichnet ihn deshalb als Kleinprivatwald. In der Betriebsklasse zwischen 200 und 1.000 ha Waldfläche dominiert der Körperschaftswald, über 1.000 ha Waldfläche dominiert der Staatswald. Die Betriebsgrößenklassenverteilung könnte für die Erklärung eines unterschiedlichen Marktverhaltens von Bedeutung sein. Einteilung nach Baumarten: Für die Marktstruktur ist es von Bedeutung, welche Forstbetriebe über welche Baumarten verfügen und auf Märkten anbieten können. Eine betriebliche Zuordnung einzelner Baumarten liegt für Deutschland nicht vor. Es existiert nur eine Zuordnung zu den Eigentumsarten. Danach besitzen die drei Eigentumsarten Vorräte bei allen vier Leitbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche. Die Forsterhebung des Statistischen Bundesamtes von 1971 hat für die Baumartengruppen Nadelholz und Laubholz eine Zuordnung zu Betriebsgrößenklassen ermittelt. Damals besaßen ca. 50% aller Betriebe mit 1 ha Waldfläche und mehr nur Nadelholz, ca. 20 % nur Laubholz und ca. 30 % beide Baumartengruppen. Das bedeutet, dass ca. 80 % aller Forstbetriebe über Nadelholzbestände und ca. 50 % über Laubholzbestände verfügten. Dabei war auffällig, dass mit zunehmender Betriebsgröße der Anteil der Betriebe mit Nadel- und Laubholzbeständen stark zunahm. Diese Betriebe bewirtschafteten ca. 76 % der gesamten Waldfläche. Zwar liegt diese Erhebung mehrere Jahrzehnte zurück und bezieht sich auch nur auf die alten Bundesländer, wegen der langen Umtriebszeiten und ähnlicher Wuchsbedingungen darf dennoch vermutet werden, dass diese Zahlen auch heute noch in etwa zutreffen werden. Dann darf angenommen werden, dass jeweils viele Forstbetriebe Nadelholz und Laubholz anbieten können. Einteilung nach Baumartenaltersklassen: Für die Marktstruktur ist es auch von Bedeutung, welche Forstbetriebe über welche Altersklassen verfügen. Die Forsterhebung von 1971 gibt auch hierfür einige Informationen. Danach verfügten etwa 27 % der Betriebe über Nadelholz über 60 Jahre. Über Laubholz lagen auch damals schon keine derartigen Informationen vor. Aber auch hier darf ver- Dritter Teil: Forstliche Marktlehre286 mutet werden, dass jeweils viele Forstbetriebe Stammholz und Industrieholz anbieten können. Sind jeweils viele Anbieter vorhanden, dann liegt ein polypolistisches Marktverhalten der Anbieter nahe. Dies darf aus den statistischen Informationen geschlossen werden. Die bisherigen Informationen vermitteln ein Bild von der Anzahl und Struktur der Forstbetriebe und der ihnen zur Verfügung stehenden Wald- und Holzbestände. Das Angebot an Rohholz stellen diese Bestände jedoch nicht dar. Unter dem Angebot versteht die mikroökonomische Theorie die geplante Verkaufsmenge während einer Periode. Die geplante Verkaufsmenge einer Periode kann aus zwei Quellen stammen. Erstens aus dem geplanten Einschlag der Periode, für die geplant wird (Planungsperiode). Der geplante Einschlag wird auch als Einschlagsprogramm bezeichnet. Zweitens aus der geplanten Verminderung von Lagerbeständen der Forstbetriebe. Hier handelt es sich in der Regel um Einschlagsmengen aus früheren Perioden, die noch verkauft werden sollen. Die Angebotsmengen einer Periode bestehen somit aus den geplanten Verkäufen aus dem Einschlagsprogramm und aus geplanten Restverkäufen aus früheren Perioden. Die horizontale Addition beider Angebotsteile zeigt die Abbildung 16.1. = Rohholzangebot Einschlagsprogramm + geplanter Lagerabbau 0 X p Abb. 16.1: Rohholzangebot Die Mengenplanung ist das Ergebnis eines Entscheidungskalküls. Wir werden darauf im nächsten Abschnitt über die Determinanten des Angebotsverhaltens näher eingehen. Beobachten und statistisch feststellen lässt sich nur die Realisation der Mengenplanung, also hier die tatsächliche Verkaufsmenge an Rohholz. Sie lässt zwei Interpretationen zu. Erstens: Befindet sich der Holzmarkt im Gleichgewicht, dann können die Forstbetriebe ihre Pläne realisieren. Die tatsächliche Verkaufsmenge ist dann gleich der Angebotsmenge. In der Abbildung 16.2 wird diese Situation durch den Punkt E und die Menge X* verdeutlicht. Zweitens: Befindet sich der Holzmarkt im Ungleichgewicht, dann existiert entweder ein Angebotsüberschuss (AÜ) oder ein Nachfrageüberschuss (NÜ). Da Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 287 der Handel auf einem Markt freiwillig ist, setzt sich bei einem Ungleichgewicht jeweils die kürzere Marktseite durch. Bei einem Nachfrageüberschuss ist das die Angebotsseite. Sie kann ihre Pläne realisieren. Die tatsächliche Verkaufsmenge ist dann gleich der Angebotsmenge. AX1X 1p 2p Angebot AÜ E 0 X p Nachfrage p* X* NÜ Abb. 16.2: Rohholzmarkt Beim Preis p1 wird die Angebotsmenge X1 realisiert. Bei einem Angebotsüberschuss setzt sich die Nachfrageseite durch. Beim Preis p2 wird ebenfalls die Menge X1 realisiert. Das Angebot ist jedoch XA. Die Angebotsmenge übersteigt die realisierte Verkaufsmenge um einen ungeplanten Lageraufbau in Höhe des Angebotsüberschusses. Bei flexiblen Preisen erscheint eine permanente Ungleichgewichtssituation wenig plausibel, zumindest besteht eine Tendenz zum Gleichgewicht hin. Die tatsächliche Verkaufsmenge kann man deshalb approximativ mit der Angebotsmenge identifizieren. Bisher wurde davon ausgegangen, dass die Forstbetriebe ihre Einschlagsplanungen auch realisieren, d. h. nicht während der Aktivitätsperiode revidieren. Dies ist jedoch tatsächlich nicht der Fall, wie die Tabelle 16.3 zeigt. In der Regel weicht der tatsächliche Einschlag vom Einschlagsprogramm ab. Ab 2000 werden allerdings keine Zahlen über das Einschlagsprogramm mehr veröffentlicht. Für die Abweichungen können folgende Gründe maßgeblich sein: (1) Natürliche Schadensereignisse wie Sturmwurf oder Schneebruch führen zu Schadholzmengen. Wenn sie durch Verminderung des geplanten Holzeinschlags nicht kompensiert werden können, dann führen sie zu einer Planrevision in Form eines Mehrangebots. Solche nicht-kompensierbaren Kalamitäten treten jedoch nicht so häufig auf, dass sie allein die Vielzahl eines erhöhten Ist-Einschlags erklären könnten. Größere Kalamitäten sind für Deutschland seit 1991 nur für die Jahre 2000 und 2007 verzeichnet. Dritter Teil: Forstliche Marktlehre288 Tab. 16.3: Einschlagsprogramm und Ist-Einschlag der Forstbetriebe in der Bundesrepublik Deutschland FWJ Einschlagsprogramm in Mill. m³ o.R. Mill. m³ o.R. Isteinschlag in% des Einschlagsprogramms m³ o.R. je ha Holzbodenfläche 1991 28,0 31,9 114 3,1 1992 23,3 28,0 120 2,7 1993 27,5 28,0 102 2,7 1994 27,9 34,6 124 3,3 1995 29,1 33,9 116 3,3 1996 30,3 37,0 122 3,6 1997 35,7 38,2 107 3,8 1998 36,5 39,1 107 3,8 1999 36,2 37,5 103 3,5 2000 53,7 5,0 2001 39,5 3,7 2002 42,4 4,0 2003 51,2 4,8 2004 54,5 5,1 2005 56,9 5,3 2006 62,3 5,8 2007 76,7 7,2 2008 55,4 5,2 2009 48,1 4,5 Quelle:Holzmarktberichte und Statistische Jahrbücher über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und eigene Berechnungen (2) Die Planungen erfolgen aufgrund von Erwartungen über Determinanten. Werden die Erwartungen enttäuscht, dann ist es möglich, die Pläne noch während der Ausführungsperiode zu revidieren. Hier werden häufig die Holzpreise genannt, die eine Planrevision bedingten. Über die Einflussrichtung von Preis- änderungen vermag jedoch erst eine Analyse des Angebotsverhaltens Auskunft zu geben, die im nächsten Abschnitt erfolgen wird. (3) Da der Ist-Einschlag in der Bundesrepublik in der Regel über dem Soll- Einschlag liegt, kann man auch vermuten, dass die Planung des Einschlagsprogramms eine systematische Verzerrung enthält. Das Einschlagsprogramm orientiert sich am nachhaltigen Hiebssatz, der durch steuerliche Überlegungen mitbestimmt wird. Die jeweiligen Marktbedingungen und betrieblich-finanziel- Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 289 len Erfordernisse der Forstbetriebe erfordern dann aber eine größere Angebotsmenge. Für die Einschätzung der Marktstruktur ist die Tabelle 16.4 von Bedeutung. Sie zeigt den Holzeinschlag der drei Eigentumsarten. Die Zahlen vermitteln den Eindruck, dass bei den einzelnen Holzarten keine erheblichen Unterschiede in den Einschlagsmengen zwischen den Eigentumsarten auftreten. Gegenüber der Periode 1993 bis 1997 hat eine Verschiebung vom Staatswald zum Privatwald stattgefunden. Eine Marktdominanz einer Eigentumsart kann aus diesen Zahlen allerdings nicht abgelesen werden. Da die Marktstellung keine kurzfristige, sondern vielmehr eine mittelfristige Situation ist, ist die Verwendung von Durchschnittszahlen aus mehreren Perioden für die Fragestellung angemessen. Tab. 16.4: Holzeinschlag in Deutschland nach Holzsorten und Eigentumsarten im Durchschnitt der KJ 2006 – 2009 Holzsorte 1.000 m³ o.R. in Prozent alle Eigentumsarten Staatswald Körperschaftswald Privatwald Laub- 3.520 1.300 1.130 1.090 Stammholz 100 37,0 32,0 31,0 Laubindustrie- 8.870 3.457 2.940 2.473 und -energieholz 100 39,0 33,1 27,9 Laubholz 12.390 4.757 4.070 3.563 insgesamt 100 38,4 32,9 28,7 Nadel- 31.930 11.256 6.520 14.154 Stammholz 100 35,3 20,4 44,3 Nadelindustrie- 16.295 5.305 2.813 8.177 und -energieholz 100 32,5 17,3 50,2 Nadelholz 48.225 16.561 9.333 22.331 insgesamt 100 34,3 19,4 46,3 Holz 60.615 21.318 13.403 25.894 insgesamt 100 35,2 22,1 42,7 Quelle: Statistische Jahrbücher über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Hrsg.: BMELF) und eigene Berechnungen Die Tabelle 16.4 informiert auch über die relative mengenmäßige Bedeutung der Holzsorten. Der Einschlag an Nadelstammholz beträgt bei allen Eigentumsarten mehr als die Hälfte des gesamten Holzeinschlages. Das Nadelstammholz und hier insbesondere das Fichtenstammholz ist deshalb die Basis der betrieblichen Tätigkeit vieler Forstbetriebe. Dies könnte auf ihr Marktverhalten einen dominierenden Einfluss haben. Dritter Teil: Forstliche Marktlehre290 16.2. Angebotsverhalten Forstbetriebe Die Angebotsmengen eines Forstbetriebes sind das Ergebnis eines Entscheidungskalküls des Forstbetriebes. In der Theorie der Unternehmung im Kapitel 4 haben wir bereits dieses Instrument eines rational handelnden Unternehmens kennen gelernt. Für eine rationale Entscheidung benötigt ein Unternehmen seine Präferenzen (was will es mit seiner Tätigkeit bezwecken?), seine Beschränkungen (was ist ihm von außen vorgegeben?) und seine Zielsetzung (in welchem Umfang will es seinen Zweck erreichen?) Die Beschränkungen sind für ein Unternehmen von besonderer Bedeutung. Das sind Faktoren, die das Unternehmen nicht selbst bestimmen kann, die ihm vielmehr von außen vorgegeben sind. Dem Unternehmen bleibt lediglich die Möglichkeit, sich an diese Faktoren optimal, d. h. im Sinne seiner Zielsetzung anzupassen. Damit nehmen sie Einfluss auf sein Verhalten, wir bezeichnen sie deshalb als Determinanten seines Verhaltens, hier seines Angebotsverhaltens. Für eine Marktanalyse ist es aber nicht nur wichtig zu wissen, welche Determinanten sein Angebotsverhalten bestimmen. Wichtig ist auch die Art und Weise, wie das Unternehmen auf Änderungen der Determinanten reagiert. Im Folgenden wollen wir uns mit plausiblen Verhaltenshypothesen von Forstbetrieben beschäftigen und auf diesem Wege wichtige Determinanten ihres Verhaltens begründen. Die Produktion eines Unternehmens ist kein Selbstzweck. Vielmehr sollten mehr Werte durch die Produktion geschaffen werden, als im Produktionsprozess verbraucht werden. Einen solchen Überschuss bezeichnet man als Gewinn. Der Unternehmenszweck ist deshalb die Gewinnerzielung. Zwei Zielsetzungen sind möglich. Das ist zum einen das Streben nach einem möglichst hohen Gewinn, es handelt sich damit um ein Gewinnmaximierungsverhalten. Zum anderen kann ein Unternehmen einen festen, als angemessen angesehenen Gewinn anstreben. Der Gewinn wird hierbei als Zuschlag auf die zunächst zu deckenden Produktionskosten kalkuliert, weshalb diese Verhaltensweise als Kostendeckerverhalten bezeichnet werden kann. Umsatz- und Kostenfunktionen enthalten die für die Produktionsplanung relevanten Beschränkungen. Besitzen die Marktteilnehmer keine eigenen Preisgestaltungsspielräume, dann empfiehlt sich das Mengenanpasserverhalten. Bei den Produktionskosten lassen sich fixe und variable Kosten unterscheiden. Die variablen Kosten können mit zunehmender Produktionsmenge progressiv oder linear steigen. Die damit verbundenen Gewinnmöglichkeiten werden durch folgende Gewinngleichung erfasst: G=pX-Qf-qV(X). Dabei sind die Preise p und q exogene Größen, also Determinanten des Angebotsverhaltens. Die Angebotsfunktion lautet dann X=X(p,q). Ihre Eigenschaften können nun folgendermaßen bestimmt werden. Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 291 X p 0p 1p 0X Q ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ G 1XG0X K 0X K 1X 0dX dQ ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 00 X G X Q ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛+⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 0 Abb. 16.5: Rohholzpreis als Angebotsdeterminante bei steigenden Grenzkosten Angenommen, der Forstbetrieb produziert mit steigenden Grenzkosten, dann zeigen die Abbildungen 16.5 und 16.6 die alternativen Angebotsreaktionen. X p 0p G 1X G 0X K 0X K 1X 1dX dQ ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 01 X G X Q ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛+⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 1X Q ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 0 Abb. 16.6: Faktorpreis als Angebotsdeterminante bei steigenden Grenzkosten Beim Gewinnmaximierungsverhalten reagiert der Forstbetrieb auf einen steigenden Rohholzpreis mit einer Angebotsausdehnung und auf einen steigenden Faktorpreis mit einer Angebotsreduktion. Beim Kostendeckerverhalten ist die Angebotsreaktion nicht eindeutig, da er seinen festen Gewinn sowohl bei einer kleinen als auch bei einer großen Einschlagsmenge realisiert. Präferiert er eine kleine Einschlagsmenge, dann reagiert er auf einen steigenden Rohholzpreis mit einer Angebotsreduktion und auf einen steigenden Faktorpreis mit einer Angebotsausdehnung. Eine solche Reaktion bezeichnet man als inverses Angebots- Dritter Teil: Forstliche Marktlehre292 verhalten. Präferiert der Forstbetrieb dagegen eine große Einschlagsmenge, dann reagiert er wie ein Gewinnmaximierer konform. Zur Bestimmung der Angebotsreaktion benötigt man beim Kostendeckerverhalten also neben der Gewinnpräferenz noch eine Einschlagspräferenz. Auf eine Einschlagspräferenz kann verzichtet werden, wenn der Forstbetrieb mit konstanten Grenzkosten produziert. Die Abbildungen 16.7 und 16.8 zeigen seine Angebotsreaktionen. Kapazitätsgrenze X p 0p 1p 0X Q ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ K 0X K 1X 0dX dQ ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 00 X G X Q ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛+⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 0 G1G0 XX = Abb. 16.7: Rohholzpreis als Angebotsdeterminante bei konstanten Grenzkosten Kapazitätsgrenze X p 0p K 0X K 1X0 G 1 G 0 XX = 1dX dQ ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 01 X G X Q ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛+⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 1X Q ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ Abb. 16.8: Faktorpreis als Angebotsdeterminante bei konstanten Grenzkosten Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 293 Das Kostendeckerverhalten führt hier zu einer eindeutigen Angebotsreaktion. Der Forstbetrieb reagiert auf Güter- und Faktorpreisänderungen invers. Das Gewinnmaximierungsverhalten verlangt nun eine Kapazitätsgrenze, da der Gewinn bei konstanten Grenzkosten stetig wächst. Solche Kapazitätsgrenzen können Hiebsatz- oder Faktorgrenzen sein. Existieren solche Grenzen, dann reagiert ein gewinnmaximierender Forstbetrieb nicht auf Güter- und Faktorpreisänderungen, weil er stets an der Kapazitätsgrenze produziert. Kapazitätsgrenzen beschränken die Produktionsmöglichkeiten eines Forstbetriebes. Ist der Forstbetrieb ein Mehrproduktunternehmen, dann stellt sich ihm die Aufgabe, seine Produktionskapazität auf die verschiedenen Produkte zielkonform aufzuteilen. Wir haben gesehen, dass Kapazitätsgrenzen bei Gewinnmaximierungsverhalten von besonderer Relevanz sind, deshalb analysieren wir das Angebotsverhalten eines gewinnmaximierenden Forstbetriebes. 0 Kapazitätsgrenze IndXG 0IndX G 1IndX StX G 1StX G 0StX 0α1α Abb. 16.9: Rohholzpreise als Angebotsdeterminanten bei steigenden Grenzkosten Bei steigenden Grenzkosten verläuft die Kapazitätsgrenze konkav. Die Grenzrate der Transformation von Stammholz zu Industrieholz, also der Winkel α ist gleich dem Güterpreisverhältnis pInd:pSt. Erhöht sich nun der Industrieholzpreis relativ zum Stammholzpreis, dann reagiert der Forstbetrieb mit einer Angebotsausdehnung bei Industrieholz und einer Angebotsreduzierung bei Stammholz. Das Angebotsverhalten ist konform. Bei konstanten Grenzkosten verläuft die Kapazitätsgrenze linear, die Grenzrate der Transformation ist konstant (siehe Abb. 16.10). Angebotsrelevant sind hier Ecklösungen. Ist das Güterpreisverhältnis pInd:pSt kleiner als die Grenzrate der Transformation, dann bietet der Forstbetrieb nur Stammholz an. Auf Preisänderungen, die das Preisverhältnis nicht über die Grenzrate der Transformation an- Dritter Teil: Forstliche Marktlehre294 steigen lassen, reagiert der Forstbetrieb nicht. Übersteigt die Preisrelation die Grenzrate der Transformation, dann stellt er das Stammholzangebot ein und produziert nur noch Industrieholz. 0 Kapazitätsgrenze IndXG 1IndX StX G 0StX 0α1α Abb. 16.10: Rohholzpreise als Angebotsdeterminanten bei konstanten Grenzkosten Besitzen die Forstbetriebe eigene Preisgestaltungsspielräume, die sie sich durch individuelle Marketing-Strategien entsprechend Abschnitt 15.4 geschaffen haben, dann tritt an die Stelle des vorgegebenen Güterpreises die vorgegebene Bandbreite des Güterpreises. Auf die Preisober- und die Preisuntergrenze hat der Forstbetrieb keinen Einfluss, da er sich noch immer in einer polypolistischen Konkurrenz mit anderen Anbietern befindet. Eine Übersicht über mögliche Eigenschaften der Rohholzangebotsfunktion zeigt die Tabelle 16.11. Die Analyse erbringt nach Zielen und Produktionsbedingungen unterschiedliche, plausible Angebotsreaktionen von Forstbetrieben auf Güterpreis- und Faktorpreisänderungen. Tab. 16.11: Alternatives Angebotsverhalten Steigende Grenzkosten Konstante Grenzkosten Güterpreis Faktorpreis Güterpreis Faktorpreis Gewinnmaximierer + - 0 0 Kostendecker - / + + / - - + Die Angebotsfunktion bedarf weiterer Spezifizierungen, bevor sie zur Erklärung des Marktverhaltens herangezogen werden kann. Das betrifft zum einen die Einstellung der Forstbetriebe gegenüber der Geldillusion, zum anderen die Art der Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 295 Erwartungsbildung bezüglich der Determinanten. Die mikroökonomische Theorie der Unternehmung besagt, dass ein rational handelnder Unternehmer frei von Geldillusion handeln muss. Erwartet er eine Zunahme seines Produktpreises um einen bestimmten Prozentsatz und gleichzeitig auch eine Erhöhung seiner Grenzkosten um denselben Prozentsatz, so darf er seine Angebotsmenge nicht ändern, wenn er seinen Gewinn nicht schmälern will. Analytisch lässt sich dieses Verhalten dadurch verdeutlichen, dass die Angebotsdeterminanten in Mengeneinheiten und nicht in Geldeinheiten ausgedrückt werden. Die Determinante der Rohholzangebotsfunktion ist dann die Preisrelation Faktorpreis dividiert durch Rohholzpreis (q:p), die die Dimension Rohholzmenge zu Faktormenge hat. Ein Handeln mit Geldillusion belässt die Determinanten in Geldeinheiten. Dann wird nicht ausgeschlossen, dass ein Forstbetrieb sein Angebot bei einer Rohholzpreiserhöhung stärker ausdehnt, als es sein Angebot bei einer prozentual gleich großen Zunahme seiner Grenzkosten reduziert. Er unterliegt der Illusion erhöhter Gewinnmöglichkeiten aufgrund der Vergrößerung monetärer Variablen. Bei der Erwartungsbildung über die zukünftige Höhe der Determinanten unterscheidet die ökonomische Theorie die rationalen und die adaptiven Erwartungen. Die rationale Erwartungshypothese unterstellt, dass die Forstbetriebe ihre Erwartungen unter Verwendung aller ihnen verfügbaren Informationen über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft bilden. Sie lernen aus Fehlern und antizipieren die Determinanten der Planungsperiode immer besser. Analytisch wird dieses Verhalten dadurch ausgedrückt, dass alle Determinanten auf die Planungsperiode t bezogen sind. Im Gegensatz dazu unterstellt die adaptive Erwartungshypothese, dass sich die Forstbetriebe nur an der ihnen bekannten Vergangenheit und Gegenwart orientieren, nicht aus Fehlern lernen und der Entwicklung immer hinterherlaufen. Die Determinanten sind dann auf die Vorperiode der Planung t-1 bezogen. Rohholzpreise und Faktorpreise sind wichtige Determinanten des Teils des Angebots, das aus dem Einschlag der Planungsperiode stammen soll. Der andere Teil des Angebots resultiert aus einem geplanten Lagerabbau. Rohholzlager von Forstbetrieben entstehen vornehmlich durch unverkaufte Rohholzmengen aus dem Einschlag früherer Perioden, die vor allem das Ergebnis natürlicher Schadereignisse sind. Die Rohholzlagerbestände werden dann ebenfalls zu einer Determinante der Angebotsplanung. Unabhängig von der Zielsetzung reagieren Forstbetriebe mit einer Erhöhung der Angebotsmengen, wenn die Schadereignisse zunehmen. Empirische Untersuchungen zum Angebotsverhalten von Forstbetrieben Über das Angebotsverhalten von einigen deutschen Forstbetrieben sind in den letzten Jahren ökonometrische Untersuchungen gemacht worden. L. Michels (1991) hat das Angebotsverhalten einer privaten Forstbetriebsgemeinschaft aus Dritter Teil: Forstliche Marktlehre296 Nordrhein-Westfalen auf dem Nadelstammholzmarkt während der Periode 1973 bis 1987 untersucht. Die Forstbetriebsgemeinschaft besteht aus 85 privaten Waldbesitzern, die 1242 ha Wald bewirtschaften. Sie werden von einem staatlichen Forstamt beraten. Die regressionsanalytische Untersuchung zeigt, dass das Angebotsverhalten eher mit Hilfe der Kostendeckungshypothese als mit der Gewinnmaximierungshypothese beschrieben werden kann. Danach hat die Forstbetriebsgemeinschaft auf einen steigenden Nadelstammholzpreis und auf sinkende Erntekosten mit einem Rückgang der angebotenen Menge reagiert. Die durchschnittliche Preiselastizität des Angebots betrug -0,76. Dies ist eine eher preisunelastische Reaktion. L. Michels und U. Steinmeyer (1992) haben das Angebotsverhalten einer norddeutschen Landesforstverwaltung auf dem Nadelstammholzmarkt während der Periode 1976 bis 1989 untersucht. Auch hier zeigt die Untersuchung ein eher preis- und kosten-inverses Angebotsverhalten. Die durchschnittliche Preiselastizität des Angebots betrug etwa -1. Ein solches isoelastisches, inverses Angebotsverhalten konnte U. Steinmeyer (2000) ebenfalls für eine süddeutsche Landesforstverwaltung während der Periode 1975 bis 1988 auf dem Nadelstammholzmarkt beobachten. M. Moog (1988) hat das Angebotsverhalten einer süddeutschen Landesforstverwaltung auf dem Kiefernstammholzmarkt, also dem kleineren Teil des Nadelstammholzmarktes, während der Periode 1968 bis 1985 untersucht. Die regressionsanalytische Untersuchung zeigt, dass sich diese Forstverwaltung eher gewinnmaximierend mit einer durchschnittlichen Preiselastizität von etwa +1 verhalten hat. M. Moog (1992) hat in einer größeren Untersuchung neun private und staatliche Forstbetriebe untersucht. Sein Untersuchungsgegenstand war das Angebotsverhalten in bezug auf Stammholz und Industrieholz, also nicht differenziert nach Nadel- und Laubbaumarten. Auf dem Stammholzmarkt zeigt sich ein differenziertes Bild. Sechs der neun Forstbetriebe haben sich danach eher gewinnmaximierend, die übrigen drei eher kostendeckend verhalten. Auf dem Industrieholzmarkt zeigten alle neun Forstbetriebe ein eher gewinnmaximierendes Angebotsverhalten. Die ermittelten Preiselastizitäten waren bis auf wenige Ausnahmen kleiner als Eins, weisen also auf eine eher unelastische Angebotsreaktion hin. Fasst man sämtliche bisher mit den Methoden der Regressionsanalyse durchgeführten Untersuchungen zusammen, dann entsteht der Eindruck, dass sich die Forstbetriebe auf den für sie umsatzstärksten Rohholzmärkten eher kostendeckend, auf den übrigen Rohholzmärkten eher gewinnmaximierend verhalten. Unabhängig davon reagieren sie auf Preis- und Kostenänderungen eher unelastisch. Ein eigentumsartenspezifisches unterschiedliches Angebotsverhalten kann mit den vorliegenden Untersuchungen nicht belegt werden. Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 297 Mit Hilfe der Simulationstechnik lassen sich die monetären Konsequenzen eines unterschiedlichen Angebotsverhaltens darstellen. H. D. Brabänder (1991) hat dies für einen Modell-Forstbetrieb mit 500 ha Holzbodenfläche und einer planmäßigen Vor- und Endnutzung von 24.695 m3 im Zeitraum von 1980 bis 1989 untersucht. Als Referenzverhalten diente ein preisunabhängiges Angebotsverhalten mit annähernd gleichen jährlichen Hiebsmengen. Ein Verhalten mit dem Ziel möglichst hoher Überschüsse ab der zweiten Hälfte der Untersuchungsperiode hätte den erzielbaren Überschuss um 71% erhöht. Ein reines Kostendeckerverhalten hätte dagegen den Überschuss um 5% gesenkt, ein Kostendeckerverhalten mit einem festen Gewinn sogar um 12% gesenkt. Das liquiditätsorientierte inverse Angebotsverhalten hat also gegenüber dem marktkonformen Angebotsverhalten zu erheblichen Gewinneinbußen geführt. Marktangebot der Forstbetriebe Auf den Rohholzmärkten agieren die Forstbetriebe gemeinsam. Die gemeinsame Marktangebotskurve ergibt sich gedanklich durch die horizontale, d.h. über den einheitlichen Marktpreis erfolgende, Addition aller einzelbetrieblichen Angebotskurven. Gewinnmaximierungs- und Kostendeckungsverhalten treffen hier aufeinander und bilden gemeinsam das Marktangebot. Es ist für die Funktionsweise eines Rohholzmarktes nicht erforderlich, dass sich alle Anbieter gleich verhalten. Zeigt die Marktangebotskurve beispielsweise eine preisinverse Form, dann heißt das nicht, dass sich alle Anbieter kostendeckend verhalten. Es bedeutet lediglich, dass der größere Teil des Angebots durch die Kostendeckungshypothese bestimmt wird. Es ist auch denkbar, dass bei einigen Forstbetrieben Kapazitätsgrenzen auf die Angebotsplanung Einfluss nehmen, während dies bei anderen Forstbetrieben nicht der Fall ist. In der Marktangebotsfunktion können dann mehrere Determinanten den Einfluss der Einschlagsplanung abbilden. 16.3. Nachfragestruktur Rohholznachfrage Die Nachfrager nach Rohholz sind die Unternehmen der Holzwirtschaft sowie die Endverbraucher. Die Endverbraucher verwenden Rohholz vor allem in der Form von Brennholz zur Energiegewinnung. Zum Endverbrauch zählt auch der Eigenverbrauch der Forstbetriebe, der auch Nutzholz einschließen kann. Auch wenn keine quantitativen Informationen über die Anzahl und Größe dieser Nachfragegruppe vorliegen, so darf dennoch vermutet werden, dass sie über keine Marktmacht verfügen und daher ein eher polypolistisches Verhalten zeigen. Die Unternehmen der Holzwirtschaft verwenden Rohholz vor allem in der Form von Nutzholz zur Herstellung von Halbwaren aus Holz. In Deutschland gibt es viele Unternehmen der Holzwirtschaft, die Holzhalbwaren herstellen, zurzeit Dritter Teil: Forstliche Marktlehre298 sind es etwa 5.580. Diese Zahl ist so groß, dass auch hier ein polypolistisches Verhalten von Konkurrenznachfragern vermutet werden kann. Dieses Bild ändert sich auch dann nicht, wenn man die Holzunternehmen strukturiert. Als Strukturkriterium eignet sich hier vor allem die Hauptproduktionsrichtung, wobei neben der Art des Produktes auch die Art des Produktionsprozesses maßgebend ist. Danach unterscheidet man Unternehmen der Holzbearbeitung, der Holzverarbeitung und des Holzhandels. Die Holzbearbeitungsunternehmen verwenden Stamm- und Industrieholz der Nadel- und Laubbaumarten. Sie stellen vor allem die Holzhalbwaren Schnittholz und Holzfurniere sowie Holzwerkstoffe in der Form von Spanplatten, Faserplatten und Sperrholz her. Zur Herstellung der zwei erstgenannten Holzhalbwaren wird vor allem Stammholz benötigt, die Holzwerkstoffe brauchen vornehmlich Industrieholz. Etwa 2.400 Unternehmen gehören zu diesem Wirtschaftszweig, der stark mittelständig geprägt ist. Die Holzverarbeitungsunternehmen verwenden Industrieholz der Nadel- und Laubbaumarten. Ihre Hauptprodukte sind Zellstoff und Holzstoff, die vor allem zu Papier und Pappe weiterverarbeitet werden. Zu diesem Wirtschaftszweig zählen etwa 330 Unternehmen, der in der letzten Zeit eine verstärkte Tendenz zur Konzentration aufweist. Dennoch bleibt auch hier die Marktmacht begrenzt, da diese Unternehmen gemeinsam mit der Holzwerkstoffindustrie um das Industrieholz konkurrieren. Die Holzhandelsunternehmen handeln vor allem mit Holzhalbwaren und Holzfertigwaren, wobei die Nachfrage nach Rohholz eher gering ist. Dennoch gibt es etwa 2.850 Großhandelsunternehmen, die Rohholz, vor allem Stammholz, einkaufen. Häufig sind dies Handelsbetriebe mit einem angeschlossenen Sägewerk, in dem sie einen Teil ihrer Holzhalbwaren selbst herstellen, die sie dann in ihrem Handelsbetrieb weiter verkaufen. Diese Zahlen belegen, dass stets viele Unternehmen an den verschiedenen Rohholzsorten interessiert sind, was die eingangs aufgestellte Vermutung über eine Konkurrenznachfrage stützt. Die bisherigen Informationen vermitteln ein Bild von der Anzahl und Struktur der Nachfrager nach Rohholz und den Verwendungsmöglichkeiten des Rohholzes. Die Verwendungsmöglichkeiten sind jedoch nicht gleichbedeutend mit der Nachfrage nach Rohholz. Unter der Nachfrage versteht die mikroökonomische Theorie die geplanten Einkaufsmengen während einer Periode. Diese Mengen können aus der Sicht der Holzbetriebe zwei Zwecken dienen. Es kann sich erstens um Produktionsfaktoren für die laufende Produktion an Holzhalbwaren handeln. Sie können zweitens einem geplanten Lageraufbau an Rohholz dienen, der erst in späteren Perioden zu Produktionszwecken verwendet wird. Die Nachfragemengen einer Periode bestehen somit aus dem geplanten laufenden Einsatz und dem geplanten Lageraufbau. Die horizontale Addition beider Nachfrageteile zeigt die Abbildung 16.12. Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 299 = Rohholznachfrage + geplanter Lageraufbau Geplanter laufender Einsatz 0 X p Abb. 16.12: Rohholznachfrage Die Mengenplanung ist auch hier das Ergebnis eines Entscheidungskalküls. Wir werden darauf im nächsten Abschnitt über die Determinanten des Nachfrageverhaltens näher eingehen. Beobachten und statistisch feststellen lässt sich nur die Realisation der Mengenplanung, also hier die tatsächliche Einkaufsmenge an Rohholz. Sie lässt zwei Interpretationen zu. Erstens: Befindet sich der Holzmarkt im Gleichgewicht, dann können die Holzbetriebe ihre Pläne realisieren. Die tatsächliche Einkaufsmenge ist dann gleich der Nachfragemenge. In der Abbildung 16.13 wird diese Situation durch den Punkt E und die Menge X* verdeutlicht. 1X 1p 2p Angebot AÜ E 0 X p Nachfrage p* X* NÜ NX Abb. 16.13: Rohholzmarkt Zweitens: Befindet sich der Holzmarkt im Ungleichgewicht, dann existiert entweder ein Angebotsüberschuss (AÜ) oder ein Nachfrageüberschuss (NÜ). Da Dritter Teil: Forstliche Marktlehre300 der Handel auf einem Markt freiwillig ist, setzt sich bei einem Ungleichgewicht jeweils die kürzere Marktseite durch. Bei einem Angebotsüberschuss ist das die Nachfrageseite. Sie kann ihre Pläne realisieren. Die tatsächliche Einkaufsmenge ist dann gleich der Nachfragemenge. Beim Preis p2 wird die Nachfragemenge X1 realisiert. Bei einem Nachfrageüberschuss setzt sich die Angebotsseite durch. Beim Preis p1 wird ebenfalls die Menge X1 realisiert. Die Nachfrage ist jedoch XN. Die Nachfragemenge übersteigt die realisierte Einkaufsmenge in Höhe des unbefriedigten Nachfrageüberschusses. Bei flexiblen Preisen erscheint eine permanente Ungleichgewichtssituation wenig plausibel, zumindest besteht eine Tendenz zum Gleichgewicht hin. Die tatsächliche Einkaufsmenge kann man deshalb approximativ mit der Nachfragemenge gleichsetzen. Nur im Gleichgewicht können wir die tatsächlichen Marktmengen sowohl als Angebots- als auch als Nachfragemengen interpretieren. Wenn uns bei empirischen Untersuchungen wie üblich nur tatsächliche Marktmengen vorliegen, dann ist lediglich eine Gleichgewichtsanalyse theoriekompatibel. Eine Ungleichgewichtsanalyse scheitert an der fehlenden Verfügbarkeit von Plandaten. 16.4. Nachfrageverhalten Holzbetriebe Die Nachfragemengen eines Holzbetriebes sind das Ergebnis eines Entscheidungskalküls des Holzbetriebes. Auch hierfür bietet die mikroökonomische Theorie der Unternehmung in der Theorie der Faktornachfrage entsprechend dem Abschnitt 4.7 den geeigneten analytischen Rahmen. Da die Holzbetriebe privatrechtliche Unternehmen sind, erscheint die erwerbswirtschaftliche Zielsetzung in der Form der Gewinnmaximierung besonders plausibel. Das Nachfrageverhalten kann folgendermaßen erklärt werden. Der Holzbetrieb findet seine gewinnmaximale Rohholz-Nachfragemenge dort, wo sein Grenzumsatz gleich dem vorgegebenen Rohholzpreis ist. Der Grenzumsatz ist die mit dem Holzhalbwarenpreis bewertete Grenzproduktivität des Rohholzes in der Produktion der Holzhalbware. Produziert der Holzbetrieb mit einer bei zunehmendem Rohholzeinsatz abnehmenden Grenzproduktivität, dann lässt sich das Unternehmensoptimum eindeutig bestimmen. Die Abbildung 16.14 zeigt die graphische Lösung. Beim Rohholzpreis p0 fragt der Holzbetrieb die Menge X0 nach. Steigt der Rohholzpreis von p0 auf p1, dann muss der Holzbetrieb seine Nachfrage nach Rohholz auf X1 senken, um sich an die neue Beschränkung gewinnmaximal anzupassen. Der Rohholzpreis ist somit die erste wichtige Nachfragedeterminante, auf dessen Änderungen der Holzbetrieb mit einem entgegen gerichteten Nachfrageverhalten reagiert. Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 301 X p 0p 1p G 1X G0X0 0dX dU ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ Abb. 16.14: Rohholzpreis als Nachfragedeterminante bei abnehmenden Grenzproduktivitäten Ist der Holzhalbwarenpreis pH für den Holzbetrieb vom Markt für Holzhalbwaren vorgegeben, an den er sich nur mengenmäßig mit seiner Holzhalbwarenproduktion anpassen kann, dann entspricht der Grenzumsatz dem Wertgrenzprodukt. Steigt der Holzhalbwarenpreis, dann nimmt das Wertgrenzprodukt jeder Rohholzmenge zu. Die Grenzumsatzkurve verschiebt sich nach oben. Abbildung 16.15 zeigt die graphische Lösung. X p 0p G 1XG0X0 0dX dU ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 1dX dU ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ Abb. 16.15: Holzhalbwarenpreis als Nachfragedeterminante bei abnehmenden Grenzproduktivitäten Der Holzbetrieb muss nun seine Nachfrage nach Rohholz auf X1 ausdehnen, wenn er die durch den gestiegenen Holzhalbwarenpreis sich bietenden zusätzlichen Gewinnmöglichkeiten realisieren will. Der Holzhalbwarenpreis ist also die Dritter Teil: Forstliche Marktlehre302 zweite wichtige Determinante, auf dessen Änderungen der Holzbetrieb mit einem gleichgerichteten Nachfrageverhalten reagiert. Besitzt der Holzbetrieb einen, wenn auch nur kleinen Preisgestaltungsspielraum für sein Produkt, dann erhalten wir zum Holzhalbwarenpreis alternative Nachfragedeterminanten. Der Holzbetrieb erreicht seinen Preisgestaltungsspielraum dadurch, dass es ihm gelingt, ein gegenüber seinen Konkurrenten leicht differenziertes Produkt anzubieten. Wir befinden uns hier in der Theorie der monopolistischen Konkurrenz heterogener Güter. Der Holzbetrieb verfügt jetzt über eine Monopolsituation auf dem Holzhalbwarenmarkt, die jedoch durch seine Mitanbieter ständig bedroht und beschränkt wird. Dennoch sieht sich der monopolistische Konkurrent einer, wenn auch begrenzten fallenden Nachfragekurve nach seinen Produkten gegenüber. E. Gutenberg (1968, S. 233-265) hat dies in der Form einer doppelt geknickten Preis-Absatz-Funktion deutlich gemacht. Die Abbildung 16.16 zeigt die Lösung. Preis-Absatzfunktionen Grenzumsätze Grenzkosten X0 H1p H0p Hp H0X H1X Abb. 16.16: Monopolistische Konkurrenz auf dem Holzhalbwarenmarkt Sein Grenzumsatz entspricht nun seinem Grenzerlösprodukt, das die Grenzproduktivität mit dem fallenden Grenzerlös seines Holzhalbwarenabsatzes bewertet. Die Lage der Nachfragekurve nach seinen Holzhalbwaren bestimmt die Höhe seiner Grenzerlöse. Zahlreiche Einflüsse bestimmen diese Lage. Dazu gehören Einflüsse, die er durch den Einsatz seines absatzpolitischen Instrumentariums selbst beeinflussen kann. Dazu zählen aber auch externe Einflüsse, an die er sich nur anpassen kann und die damit zu Determinanten seines Verhaltens werden. Wichtige Determinanten sind die Konjunktur Y und der Preis für Substitute seiner Holzhalbwaren pHS. Eine Konjunkturverbesserung und eine Substitutspreiserhöhung vergrößern die Nachfrage nach seinen Holzhalbwaren, dadurch ver- Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 303 schiebt sich seine Grenzumsatzkurve nach oben. Das veranlasst ihn, seine Nachfrage nach Rohholz entsprechend der Abbildung 16.17 auszudehnen. X p 0p G 1XG0X0 0dX dU ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ 1dX dU ⎟ ⎠ ⎞ ⎜ ⎝ ⎛ Abb. 16.17: Konjunktur und Substitutspreis als Nachfragedeterminanten Die bisher analysierte Rohholznachfrage bezog sich auf den Teil der Nachfrage, der für den laufenden Einsatz in die Holzhalbwarenproduktion vorgesehen ist. Der geplante Aufbau von Rohholzlagern erfolgt durch den anderen Teil der Nachfrage. Das Halten eines Rohholzlagers verursacht dem Holzbetrieb Kosten der Lagerhaltung. Diese bestehen zum größten Teil aus Rohholz- und Kapitalkosten, also Kosten für den Lagerbestand und den Lagerplatz. Das hierfür erforderliche Geldvermögen hätte das Unternehmen alternativ in zinsbringenden Wertpapieren anlegen können. Die entgangenen Zinserträge können deshalb als Lagerhaltungskosten angesehen werden. Für diesen Teil der Rohholznachfrage kann ein Zinssatz als Determinante des Nachfrageverhaltens dienen. Steigt der Zinssatz, dann nehmen die Lagerhaltungskosten zu. Darauf reagiert der Holzbetrieb mit einem Lagerabbau, in dem er ihn der laufenden Produktion zuführt. Das wiederum mindert die Nachfrage für die laufende Produktion, seine Rohholznachfrage nimmt ab. Das Ergebnis unserer Analyse sind auch hier alternative einzelbetriebliche Nachfragehypothesen der Holzbetriebe. Tabelle 16.18 zeigt die Alternativen. Die Nachfragefunktion bedarf ebenso wie schon die Angebotsfunktion weiterer Spezifizierungen, bevor sie zur Erklärung des Marktverhaltens herangezogen werden kann. Dies betrifft zum einen die Einstellung der Holzbetriebe gegen- über der Geldillusion, zum anderen die Art der Erwartungsbildung bezüglich der Determinanten. Die mikroökonomische Theorie der Unternehmung besagt, dass ein rational handelnder Unternehmer frei von Geldillusion handeln muss. Erwartet er eine Zunahme seines Faktorpreises um einen bestimmten Prozentsatz und Dritter Teil: Forstliche Marktlehre304 gleichzeitig auch eine Erhöhung seines Grenzumsatzes um denselben Prozentsatz, so darf er seine Nachfragemenge nicht ändern, wenn er seinen Gewinn nicht schmälern will. Analytisch lässt sich dieses Verhalten dadurch verdeutlichen, dass die Determinanten in Mengeneinheiten und nicht in Geldeinheiten ausgedrückt werden. Tab. 16.18: Alternatives Nachfrageverhalten Rohholz-Nachfragedeterminanten Rohholzpreis Holzhalbwarenpreis Konjunktur, Substitutspreis Zinssatz Vollkommener Holzhalbwarenmarkt - + - Unvollkommener Holzhalbwarenmarkt - + - Die Determinanten der Rohholznachfragefunktionen sind dann die Preisrelationen Holzhalbwarenpreis dividiert durch Rohholzpreis (pH:p) bzw. Holzhalbwarensubstitutspreis dividiert durch Rohholzpreis (pHS:p) und ein realer Konjunkturindikator sowie ein Realzinssatz. Ein Handeln mit Geldillusion belässt die Determinanten in Geldeinheiten. Dann wird nicht ausgeschlossen, dass ein Holzbetrieb seine Nachfrage bei einer Holzhalbwarenpreiserhöhung stärker ausdehnt, als er seine Nachfrage bei einer prozentual gleich großen Zunahme des Rohholzpreises reduziert. Er unterliegt der Illusion erhöhter Gewinnmöglichkeiten aufgrund der Vergrößerung monetärer Variablen. Bei der Erwartungsbildung über die zukünftige Höhe der Determinanten unterscheidet die ökonomische Theorie die rationalen und die adaptiven Erwartungen. Die rationale Erwartungshypothese unterstellt, dass die Holzbetriebe ihre Erwartungen unter Verwendung aller ihnen verfügbaren Informationen über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft bilden. Sie lernen aus Fehlern und antizipieren die Determinanten der Planungsperiode immer besser. Analytisch wird dieses Verhalten dadurch ausgedrückt, dass alle Determinanten auf die Planungsperiode t bezogen sind. Im Gegensatz dazu unterstellt die adaptive Erwartungshypothese, dass sich die Holzbetriebe nur an der ihnen bekannten Vergangenheit und Gegenwart orientieren, nicht aus Fehlern lernen und der Entwicklung immer hinterherlaufen. Die Determinanten sind dann auf die Vorperiode der Planung t-1 bezogen. Kapitel 16: Holzangebot und Holznachfrage 305 Empirische Untersuchungen über die einzelbetriebliche Nachfrage nach Rohholz von deutschen Holzbetrieben mit Hilfe ökonometrischer Methoden liegen bislang nicht vor. Marktnachfrage der Holzbetriebe Auf den Rohholzmärkten agieren die Holzbetriebe gemeinsam. Die gemeinsame Marktnachfragekurve ergibt sich auch hier gedanklich mit Hilfe der Methode der horizontalen Addition als Summe aller einzelbetrieblichen Nachfragekurven. Hier ist zu beachten, dass die alternativen Nachfragehypothesen nicht nebeneinander bestehen können, da der Holzhalbwarenmarkt entweder vollkommen oder unvollkommen ist. Aufgrund unserer Analyse zeigt die Marktnachfragekurve aber in beiden Fällen einen in Bezug zum Rohholzpreis fallenden Verlauf. Kapitel 17: Außenhandel mit Holz und Waren aus Holz 17.1. Gründe für den Außenhandel Volkswirtschaften sind in der Regel keine autarken Systeme, sie sind vielmehr durch den internationalen Austausch von Gütern und Forderungen mit anderen Volkswirtschaften verflochten. Mit der Analyse von ökonomischen Beziehungen zwischen Volkswirtschaften beschäftigt sich die Außenwirtschaftstheorie. Sie versucht, Antworten auf die folgenden Fragen zu geben: (1) Warum wird Außenhandel betrieben? Sind Vorteile im Sinne von Wohlfahrtssteigerungen damit verbunden? (2) Welches sind die Prinzipien der internationalen Arbeitsteilung? Unter welchen Bedingungen kommt ein Güteraustausch zwischen einzelnen Volkswirtschaften zustande? Wie bestimmen sich seine Struktur und sein Umfang? (3) Welche Faktoren bestimmen das Tauschverhältnis zwischen exportierten und importierten Waren? Wie bildet sich das Tauschgleichgewicht und welches Tauschverhältnis entspricht ihm? (4) Welche Faktoren bestimmen die Zahlungsbilanz eines Landes und welche Zusammenhänge bestehen zwischen ihr, dem Wechselkurs und der internen Stabilität (Volkseinkommen, Beschäftigung und Preisniveau) des Landes? Aus forst- und holzökonomischer Sicht interessieren vor allem Antworten auf die ersten drei Fragen, die dem Bereich der Außenhandelstheorie zuzuordnen sind. Die vierte Frage bildet den Gegenstand der monetären Außenwirtschaftstheorie, die mehr gesamtwirtschaftlich als sektoral orientiert ist. „Die Vielfalt möglicher Bestimmungsgründe der Warenstruktur von Exporten und Importen schließt eine monokausale Erklärung von Außenhandelsströmen aus“ (D. Bender, 2003, S. 478). Um die Auswirkung spezifischer Einflussfaktoren auf den Handel zu analysieren, müssen daher mehrere Typen von Erklärungsmodellen entwickelt werden, die jeweils nur einen Teilbereich internationaler Handelsbeziehungen erfassen. Dies gilt auch für den Außenhandel mit Holz und Waren aus Holz, verschiedene Warengruppen lassen sich den unterschiedlichen Erklärungsmodellen zuordnen. Substitutionsmodell Dieser Erklärungsansatz der Außenhandelsstruktur bezieht sich auf Güter, die sowohl im Inland als auch im Ausland hergestellt werden können. In beiden

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References

Zusammenfassung

Zur Forstökonomie liefert dieses Lehrbuch theoretisch fundierte Antworten auf Fragen des nationalen und internationalen Waldschutzes. Als umfassende Umweltökonomie bietet es dabei gleichzeitig Analysen, die sich mit der Vermarktung von Holz und Holzwaren auseinandersetzen und den ökonomischen trade-off zwischen Schutz und Nutzung der Wälder verdeutlichen. Es stellt sich ebenso den Herausforderungen, die sich aus der Globalisierung sowohl von Gütermärkten als auch – wie die internationale Klimaschutzdebatte zeigt – von Umweltproblemen ergeben.

Zur Neuauflage

Die aktuellen Entwicklungen, wie u.a. die Klimaschutzdebatte wurden integriert. Der Fokus ist nun stärker auf Fragen des nationalen und internationalen Waldschutzes ausgerichtet.

Die Autoren

Prof. Dr. Volker Bergen, Göttingen, Dr. Wilhelm Loewenstein, Bochum, und Dr. Roland Olschewski, Göttingen.