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Kapitel 2: Methodologie der Volkswirtschaftslehre in:

Volker Bergen, Wilhelm Löwenstein, Roland Olschewski

Forstökonomie, page 17 - 23

Volkswirtschaftliche Ansätze für eine vernünftige Umwelt- und Landnutzung

2. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4552-7, ISBN online: 978-3-8006-4553-4, https://doi.org/10.15358/9783800645534_17

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Kapitel 2: Methodologie der Volkswirtschaftslehre 2.1. Abstraktion Wie geht nun der Ökonom typischerweise vor, um die im Kapitel 1 genannten Probleme zu lösen? Wie stellt er die richtigen Fragen und findet befriedigende Antworten? Die erste Tugend des Ökonomen ist die Abstraktion von unwichtigen Details. Was das bedeutet, wollen wir uns an einem Beispiel klarmachen. Stellen Sie sich vor, Sie machen zum erstenmal Urlaub in den USA, und zwar im Raum von Los Angeles an der amerikanischen Westküste. Mit viel Mühe haben Sie in Göttingen drei Landkarten dieses Gebietes aufgetrieben, die sich im Maßstab unterscheiden. Nach einem angenehmen Flug und einem anschließenden Bustransport landen Sie schließlich mitten in Los Angeles. Dort mieten Sie sich ein Auto und wollen zunächst eine berühmte Sehenswürdigkeit von Los Angeles besichtigen. Welche Landkarte werden Sie wählen, wenn Sie möglichst schnell zu Ihrem Ziel gelangen wollen? Vermutlich die Landkarte mit dem mittleren Maßstab 1 : 5.000, denn sie verzeichnet lediglich die Hauptverkehrsstraßen, und Sie erkennen schnell eine günstige Fahrstrecke. Die Landkarte mit dem Maßstab 1 : 1.000 ist zu detailliert, die Landkarte mit dem Maßstab 1 : 50.000 ist zu wenig detailliert. Die Landkarte mit dem Maßstab 1 : 5.000 abstrahiert von unwichtigen Details, aber nur so weit, wie es mit der Aufgabenstellung, von Ihrem Ausgangspunkt zum Zielort zu gelangen, vereinbar ist. Ein ökonomisches Beispiel: Sie interessieren sich für die Gründe, warum verschiedene Menschen unterschiedlich hohe Einkommen erhalten. Warum einige Menschen sehr reich sind, andere Menschen dagegen sehr arm. Nun unterscheiden sich die Menschen in vielerlei Hinsicht. Es sind viel zu viele Unterschiede, um sie alle aufzuzählen, geschweige denn zu untersuchen. Der Ökonom abstrahiert von den meisten Details und konzentriert sich auf einige wenige Faktoren. So wird die Farbe der Augen und der Haare kaum eine Rolle für die Einkommensverteilung spielen, wohl aber die Hautfarbe. Die Körpergröße und das Gewicht eines Menschen werden kaum eine Rolle spielen, wohl aber die Größe des Vermögens der Eltern. So abstrahiert der Ökonom von Unterschieden, die er für unwichtig hält und sammelt Unterschiede, die er für wichtig hält, um die Einkommensverteilung zu erklären. Gibt es nun aber ein Kriterium, das den richtigen Grad an Abstraktion bestimmt? Ein solches Kriterium existiert leider nicht. Es ist die Aufgabe eines Studiums, ein Gefühl für den richtigen Grad der Abstraktion zu entwickeln. Ökonomie ist Erster Teil: Volkswirtschaftliche Grundlagen8 hier zu einem gut Teil eine Kunst. Allerdings gibt es Regeln für das Ausmaß der Abstraktion, an die man sich halten sollte. Regel 1: Der Grad der Abstraktion richtet sich nach der zu untersuchenden Fragestellung (Suche nach dem Weg vom Ausgangspunkt zum Zielort). Regel 2: Die Abstraktion sollte nicht soweit getrieben werden, dass das zu untersuchende Problem nicht mehr erkennbar ist (Landkarte III ist für den Weg zur Sehenswürdigkeit ungeeignet). Regel 3 (Minimumregel): Die Abstraktion sollte soweit getrieben werden, dass die Fragestellung gerade noch beantwortet werden kann (Landkarte II ist für unsere Problemstellung der geeignete Maßstab). 2.2. Ökonomische Theorie Die wissenschaftliche Arbeit beginnt mit der Beobachtung und Sammlung von Fakten. Dabei kann es sich um historische Informationen und empirische Daten aus der Gegenwart handeln, die wirtschaftliche Vorgänge und die Entwicklung ökonomischer Größen beschreiben. Aber Fakten sprechen nicht für sich selbst! Um mit den Worten Goethes in seinen Schriften und Maximen zur wissenschaftlichen Methode zu sprechen: „Denn das bloße Anblicken einer Sache kann uns nicht fördern. Jedes Ansehen geht über in ein Betrachten, jedes Betrachten in ein Sinnen, jedes Sinnen in ein Verknüpfen, und so kann man sagen, dass wir schon bei jedem aufmerksamen Blick in die Welt theoretisieren.“ (Goethes Anschauen der Welt, 1994, S. 29). Das ist das wissenschaftliche Credo. Erst eine Theorie lässt Fakten sprechen. Originalton Albert Einstein: „Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.“ In der Sprache der wissenschaftlichen Methodik ist eine Theorie eine bewusste Vereinfachung (Abstraktion) von Beziehungen zwischen Fakten, mit der erklärt werden soll, wie diese Beziehungen zusammenwirken. Dieser Theoriebegriff unterscheidet sich erheblich vom allgemeinen Sprachgebrauch. Der allgemeine Sprachgebrauch versteht unter einer Theorie die unbewiesene Behauptung über Fakten. Diese bezeichnet die Wissenschaft jedoch nicht als Theorie, sondern als Hypothese. Eine wissenschaftliche Theorie ist weit mehr als eine Hypothese. Dies kann durch das Schema von Woll (2003, S.16) verdeutlicht werden, das in der Abbildung 2.1 dargestellt ist. 1. Informationsbasis: Der Ökonom wird die Beobachtung und Sammlung von Fakten gelegentlich absichtslos tun. Meist wird jedoch die Faktenbeobachtung von ungelösten Problemen bestimmt. Da Fakten nicht für sich sprechen, trifft der Ökonom eine systematische Auswahl, bei der ihn bestimmte Fragen, Vermutungen oder vorgefasste Hypothesen leiten. Beispiel: In Deutschland sinken seit einigen Jahren die Rohholzpreise und verschlechtern das Betriebsergebnis der Forstbetriebe. Gibt es dafür bisher keine Erklärung, wird der Ökonom solche Kapitel 2: Methodologie der Volkswirtschaftslehre 9 Fakten auswählen, von denen er annimmt, dass sie möglicherweise seine auch noch so vage Vermutung über die Ursache der Preissenkung bestätigen. 2. Prämissenaufstellung: Wissenschaftliche Aussagen geben in der Regel eine Antwort auf die Frage nach den Ursachen von Ereignissen. Zwischen auslösenden Faktoren (Ursachen) und bestimmten Folgen (Wirkungen) werden Beziehungen postuliert. Diesen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nennt man eine Hypothese (Behauptung). In unserem Beispiel könnte der Ökonom beobachtet haben, dass in vergleichbaren Situationen immer dann die Preise sinken, wenn ein Angebotsüberschuss auf einem Markt entsteht. Er wird dann die Hypothese aufstellen, dass die Ursache der Preissenkung der Angebotsüberschuss ist. Bei den Hypothesen unterscheidet man Verhaltenshypothesen (Aussagen über Verhaltensweisen) und technische Hypothesen (Aussagen über technischphysikalische Zusammenhänge). Gleichgewichtsbedingungen, die ein Verhalten im Gleichgewicht beschreiben, werden als Unterfall von Verhaltenshypothesen angesehen. Durch Definitionen wird festgelegt, wie die in der Untersuchung verwendeten Begriffe, z.B. Angebotsüberschuss und Markt zu verstehen sind. Definitionen haben eine Sprachregelungsfunktion. Darin liegt ihr wissenschaftlicher Nutzen. Sie informieren jedoch nicht über Sachverhalte; noch so zahlreiche Definitionen vergrößern unser Wissen nicht. 5. Prüfungsfolgen 1. Informationsbasis 2. Prämissenaufstellung 3. Theoriebildung 4. Theorieprüfung Beobachtung und Sammlung von Fakten Logische Prüfung Vorläufig gültige Theorie Empirische Prüfung Definitionen und Hypothesen Entfaltung der Prämissen und logische Ableitungen Zurückweisung der Theorie Logische Richtigkeit Logischer Mangel Keine Falsifizierung Falsifizierung Empirischer Mangel Beseitigung der Ableitungsfehler Verbesserung der Prämissen Verbesserung der Information Abb. 2.1: Ökonomische Theorie 3. Theoriebildung: Aus den Hypothesen werden durch logische Ableitung (Deduktion) Theorien gebildet. Man bezeichnet die Theorien deshalb auch als abgeleitete Hypothesen oder Konklusionen. In unserem Beispiel könnte eine Zunah- Erster Teil: Volkswirtschaftliche Grundlagen10 me des Angebots oder eine Abnahme der Nachfrage den Angebotsüberschuss herbeigeführt haben. Dies wäre eine Konklusion, also eine Theorie. Je komplizierter die Prämissen sind, umso zahlreicher sind meist die Hypothesen, die sich ableiten lassen. 4. Theorieprüfung: Sind hypothetische Aussagen gebildet worden, unterwirft man sie einem Prüfverfahren, um festzustellen, ob sie logisch richtig sind (Konsistenztest) und mit den Fakten nicht kollidieren (empirischer Test). 5. Prüfungsfolgen: Eine Theorie, die logisch haltbar und empirisch bewährt ist, kann dennoch nicht als wahr bezeichnet werden, weil die Möglichkeit einer zukünftigen Widerlegung durch Fakten nicht auszuschließen ist. Jede Theorie gilt deshalb nur als vorläufig bestätigt oder noch nicht widerlegt (falsifiziert). Wird eine Theorie falsifiziert, gibt man sie entweder zugunsten einer überlegeneren auf oder ergänzt sie im Hinblick auf bekannt gewordene Tatsachen so, dass sie erneuten Falsifikationsversuchen standhält. Dieser Aussage liegt die Wissenschaftstheorie des Kritischen Rationalismus von Karl Popper (1902-1994) zugrunde. Den wissenschaftlichen Fortschritt kann man sich danach wie ein Mosaik vorstellen. Ständig werden Steine herausgenommen und durch andere ersetzt, und es werden neue Steine hinzugefügt. Ein solches Theoriegebäude vermag dann als Erklärung und Prognose des wirtschaftlichen Geschehens sowie als Grundlage einer rationalen Wirtschaftspolitik dienen. In diesem Sinne ist die ökonomische Theorie das A und O des Ökonomen: ohne Theorie kein wissenschaftlicher und kein gesellschaftlicher Fortschritt. Zum Abschluss dieses Abschnittes ein Zitat von Immanuel Kant (1724-1804): „Was aus Vernunftgründen für die Theorie gilt, gilt auch für die Praxis. Es gibt keinen Gegensatz zwischen Theorie und Praxis.“ Darüber sollten Sie nachdenken! 2.3. Ökonomisches Modell Das Kernstück einer ökonomischen Theorie besteht aus der Prämissenaufstellung und der Theoriebildung. Es ist letztlich die behauptete Ursachen-Wirkungs- Beziehung, an welcher der Ökonom interessiert ist. Diesen Theoriebestandteil bezeichnet man als ökonomisches Modell. Dabei ist es unerheblich, ob die Prämissenaufstellung aus einer Beobachtung und Sammlung von Fakten oder aufgrund von Plausibilitätsannahmen resultiert. Das ökonomische Modell ist das wichtigste analytische Hilfsmittel des Ökonomen. Es ist vergleichbar dem Spielzeugmodell des Kindes oder den Versuchsmodellen der Ingenieure. Sie betonen charakteristische Eigenschaften, mit ihnen lässt sich leichter umgehen, sie lassen sich ohne größere Gefahren manipulieren. Sie stellen somit Lern- und Lehrmittel dar. Diese Eigenschaften gewinnen die Modelle durch ihren hohen Abstraktionsgrad. Sie beschränken sich auf das Wesentliche mit all den Vorzügen und Kapitel 2: Methodologie der Volkswirtschaftslehre 11 Risiken, die mit dem Prinzip der Abstraktion bekanntlich verbunden sind. Die Vorwürfe des Modellplatonismus und der unrealistischen Annahmen gehören zu den Risiken. Ihr Stellenwert sollte jedoch vor dem Hintergrund unserer Ausführungen über Abstraktion und Theorie eher zurückhaltend beurteilt werden. Ökonomische Modelle bedienen sich in der Regel der Sprache der Mathematik. Die Mathematik als Geisteswissenschaft - mit großem Erfolg in Göttingen beginnend mit C. F. Gauß (1777 - 1855) erforscht - bietet die besten Möglichkeiten, die Konsistenz einer Theorie zu prüfen. Das ist der Grund für die starke formale Ausrichtung der volkswirtschaftlichen Theorie. Darüber hinaus bieten mathematisch formulierte ökonomische Modelle die Gewähr für eine intersubjektive Vergleichbarkeit. Der Ökonom wird gezwungen, sämtliche Prämissen seiner Theorie und die Theoriebildung offenzulegen. Dies erleichtert die Nachprüfung seiner Konklusionen durch andere. Es ist deshalb kein Zufall, sondern Absicht, dass im wirtschaftswissenschaftlichen Studium die Modell-Theorie besonders gepflegt wird. Trotz gegenteiliger Aussagen geplagter Studentinnen und Studenten erleichtert die Modell-Theorie das ökonomische Verständnis. Wir wollen uns so weit wie möglich allerdings nur der geometrischen Darstellungen bedienen. Die Bestandteile eines ökonomischen Modells ergeben sich aus der Prämissenaufstellung der zugrunde liegenden ökonomischen Theorie. Es sind die Definitionen und Hypothesen, die den Diskussionsrahmen eines ökonomischen Modells bestimmen. Für die praktische Arbeit in der Forschung ergibt sich folgende Abfolge: 1. Problemstellung mit einzelnen Fragestellungen 2. Bildung eines abstrakten Modells und Ableitung konsistenter Konklusionen 3. Daten-Beschaffung 4. Durchführung des empirischen Tests 5. Testfolgen Im Teil 1 des Lehrbuchs beschränken wir uns auf die ersten beiden Schritte. Alle für die praktische Forschung notwendigen Schritte gehen wir dann in den Hauptteilen 2 bis 4. 2.4. Mikro- und makroökonomische Betrachtungsweise Alle wirtschaftlichen Vorgänge werden von Menschen veranlasst, die wirtschaftliche Entscheidungen treffen und danach handeln. Jede Person oder Personengruppe, die wirtschaftliche Entscheidungen und Handlungen vornimmt, wird als Wirtschaftseinheit oder Wirtschaftssubjekt bezeichnet. Jede Wirtschaftseinheit nimmt ökonomische Funktionen wahr. Bündelt man die Funktionen institutionell, dann unterscheidet man Haushalte und Unternehmen. Die Hauptfunktion Erster Teil: Volkswirtschaftliche Grundlagen12 von Haushalten ist der Konsum an Gütern. Die Hauptfunktion von Unternehmen ist die Produktion von Gütern. Haushalte und Unternehmen gibt es in privater oder öffentlicher Rechtsform als inländische oder ausländische Wirtschaftseinheiten. Betont man eine einzelne Funktion, dann können aber alle Wirtschaftseinheiten, die diese Funktion aus- üben, zu einem Wirtschaftssektor zusammengefasst werden. Man unterscheidet dann die Konsumenten, die Produzenten, die Investoren, die Sparer etc. Die wirtschaftlichen Entscheidungen und Handlungen und die daraus resultierenden ökonomischen Konsequenzen sind der Gegenstand der volkswirtschaftlichen Analyse. Die Ökonomie ist der Gegenstand der Ökonomik. Diese Analyse kann nun auf verschiedenen Betrachtungsebenen erfolgen. Erfolgt sie aus der Sicht einer einzelnen Wirtschaftseinheit, dann bezeichnet man diese Analyse als eine mikroökonomische Analyse. Eine entsprechende Fragestellung lautet beispielsweise: Wie kann man die Konsumentscheidung eines privaten Haushalts erklären? Für ihre Entscheidung benötigt die Wirtschaftseinheit ökonomische Informationen, die aus dem Zusammenwirken mehrerer Wirtschaftseinheiten resultieren. Die Konsumentscheidung wird sich u.a. an den Preisen der Konsumgüter orientieren. Diese bilden sich auf Konsumgütermärkten, auf denen auch die zu analysierende Wirtschaftseinheit agiert, aber auch alle anderen Wirtschaftseinheiten, die solche Konsumgüter nutzen wollen. Auch eine solche Marktanalyse, bei der eine Reduktion auf die einzelne Wirtschaftseinheit möglich ist, wird als mikroökonomische Analyse bezeichnet. Bei der Zusammenfassung von Wirtschaftseinheiten zu Sektoren wird bewusst auf die Reduktion hin zu einer einzelnen Wirtschaftseinheit verzichtet. Man betrachtet nun nur noch eine gesamtwirtschaftliche Funktion. Der Zweck besteht darin, komplexe Zusammenhänge zwischen Funktionen zu untersuchen. Die Komplexität entsteht aus der Interdependenz der einzelwirtschaftlichen Entscheidungen und Handlungen. Ihre Vielzahl und Vielfältigkeit macht es notwendig, vom individuellen Detail zu abstrahieren. Dem dient die Bildung von Sektoren. Eine Analyse aus der Sicht von Wirtschaftssektoren bezeichnet man als makroökonomische Betrachtungsweise. Eine entsprechende Fragestellung lautet beispielsweise: Wie kann man die Höhe des Sozialprodukts eines Jahres bestimmen? Der Reduktionismus ist also das entscheidende Kriterium der Unterscheidung zwischen Mikroökonomie und Makroökonomie. Kapitel 3: Theorie des Haushalts 3.1. Analyse der Konsumentscheidung Ein privater Haushalt ist eine Wirtschaftseinheit, die vornehmlich Einkommen (Y) bezieht, Konsumgüter (C) verbraucht, Steuern (T) zahlt und durch Ersparnis (S) Vermögen bildet. Die Einnahmen-Ausgaben-Gleichung lautet: Y=C+T+S. Diese ökonomischen Aktivitäten sind das Ergebnis ökonomischer Entscheidungen des Haushalts. Wir beschränken uns auf die Analyse der Konsumentscheidung. Die Fragestellung lautet hier: Welche Gütermengen wird der Haushalt kaufen, wenn die Summe seiner Konsumausgaben C festliegt? Wir nehmen also an, der Haushalt kenne sein verfügbares Einkommen Y-T und habe bereits entschieden, wie viel er davon konsumieren wolle. Es ist üblich, anstelle der Konsumausgaben von Einkommen zu sprechen. Dies ist dann zulässig, wenn man annimmt, dass die Steuern und die Ersparnis gleich Null sind. Diese Annahme kann aufgehoben werden, hier stellt sie lediglich eine Vereinfachung dar. Wenn der Haushalt entscheiden will, welche Ausgaben er für welche Güter in dem vor ihm liegenden Zeitraum tätigen will, braucht er folgende Informationen: 1. Welche Güterarten will er überhaupt kaufen? Welche Güter fallen in seinen Begehrkreis? Wie bewertet er die Güter? Welchen Nutzen kann er aus ihrem Konsum ziehen? Mit diesen Informationen werden die Präferenzen des Haushalts beschrieben. 2. Welche Preise muss der Haushalt für die Güter bezahlen? Über welche Konsumausgaben = Einkommen kann er verfügen? Diese Informationen beschreiben die Beschränkungen (Restriktionen) des Haushalts. 3. Welches Ziel verfolgt der Haushalt, das er mit dem Mittel des Güterkonsums erreichen will? Diese Information beschreibt die Zielsetzung des Haushalts. Sind Präferenzen, Restriktionen und Zielsetzung des Haushalts bekannt, dann kann die Verbrauchsentscheidung des Haushalts bestimmt werden. 3.2. Güterbewertung Der Haushalt kauft solche Güter, die ihm einen Nutzen stiften. Alle Güter, die diese Eigenschaft besitzen, werden von ihm begehrt. Die Wohlfahrt eines Haushalts hängt folglich davon ab, welche Mengen solcher Güter vom Haushalt gekauft und konsumiert werden. Wir bezeichnen die Beziehung zwischen den ge-

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Zusammenfassung

Zur Forstökonomie liefert dieses Lehrbuch theoretisch fundierte Antworten auf Fragen des nationalen und internationalen Waldschutzes. Als umfassende Umweltökonomie bietet es dabei gleichzeitig Analysen, die sich mit der Vermarktung von Holz und Holzwaren auseinandersetzen und den ökonomischen trade-off zwischen Schutz und Nutzung der Wälder verdeutlichen. Es stellt sich ebenso den Herausforderungen, die sich aus der Globalisierung sowohl von Gütermärkten als auch – wie die internationale Klimaschutzdebatte zeigt – von Umweltproblemen ergeben.

Zur Neuauflage

Die aktuellen Entwicklungen, wie u.a. die Klimaschutzdebatte wurden integriert. Der Fokus ist nun stärker auf Fragen des nationalen und internationalen Waldschutzes ausgerichtet.

Die Autoren

Prof. Dr. Volker Bergen, Göttingen, Dr. Wilhelm Loewenstein, Bochum, und Dr. Roland Olschewski, Göttingen.