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Literatur zum 10. Kapitel in:

Michael Broer, Klaus-Dirk Henke, Horst Zimmermann

Finanzwissenschaft, page 534 - 537

Eine Einführung in die Lehre von der öffentlichen Finanzwirtschaft

11. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4547-3, ISBN online: 978-3-8006-4548-0, https://doi.org/10.15358/9783800645480_534_1

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher – Zimmermann/Henke/Broer – Finanzwissenschaft (11. Aufl.) – Herst. Frau Deuringer Stand: 14.09.2012 Status: Druckdaten Seite 521 C. Finanzpolitische Instrumente der Umweltpolitik 521 und den Ländern nachgeordneten Forschungsinstituten usw. Auch die Erteilung von Forschungs- und Entwicklungsaufträgen im Umweltbereich an private Unternehmen ist hierzu zu zählen. Abschließend sei noch der Einsatz des öffentlichen Beschaffungswesens für Umweltziele erwähnt. Hierbei handelt es sich vor allem um ein umweltbewusstes Nachfrageverhalten der öffentlichen Hand mit dem Ziel, umweltfreundlichen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen verbesserte Absatzchancen einzuräumen. Der Staat übernimmt hier auf der Ausgabenseite des öffentlichen Budgets eine Vorreiterrolle und übt damit Signalwirkung für andere Bereiche aus. Als Beispiel kann die Förderung der Verwendung von Papier aus Recycling-Material in öffentlichen Verwaltungen angesehen werden. Im öffentlichen Budget sind diese umweltpolitischen Maßnahmen in direkter Form in der Regel nicht ersichtlich, sondern in den verschiedenen Einzelposten der Ressorts enthalten. Elemente des Gemeinlastprinzips treten nur insoweit auf, als die Kosten einer umweltfreundlichen Beschaffung über den Kosten der umweltbelastenden Alternative liegen. Fragen zum 10. Kapitel 1. Inwiefern handelt es sich bei Umweltgütern um öffentliche Güter? 2. Wodurch unterscheidet sich das Verursacherprinzip vom Gemeinlastprinzip? 3. Zeigen Sie graphisch, dass es nach der Vergabe von Eigentumsrechten aus allokativer Sicht keine Rolle spielt, wer diese Eigentumsrechte hat (Schädiger oder Geschädigter). 4. Worin werden die Schwächen des ordnungsrechtlichen Instrumentariums gesehen? 5. Zeigen Sie graphisch die Wirkung einer sog. Pigou-Steuer, und beschreiben Sie den Wirkungsverlauf einer Steuer auf die Emission von Schadstoffen. 6. Erläutern Sie die drei „pragmatischen Kriterien“, an Hand derer Emissionssteuern mit Emissionsverboten verglichen werden können. 7. Inwiefern sind Emissionssteuern den Emissionsverboten bzw. -höchstgrenzen unter Effizienzaspekten überlegen? Zeigen sie es auch graphisch! 8. Wie lassen sich Umweltabgaben mit dem Ordnungsrecht kombinieren? 9. Inwiefern ergeben sich Konflikte zwischen umfangreichen Umweltabgaben und den Zielen des Steuersystems? 10. Diskutieren Sie den Vorschlag einer Zweckbindung von Umweltabgaben. 11. Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede ergeben sich zwischen Umweltabgaben und Anreizsubventionen in der Umweltpolitik? 12. Welche Gründe können für eine Anwendung des Gemeinlastprinzips genannt werden? 13. Welche finanzpolitischen Instrumente bei Anwendung des Gemeinlastprinzips kennen Sie? 14. Ist der Zertifikatehandel in der internationalen Klimapolitik aussichtsreicher als Abgaben? Literatur zum 10. Kapitel Bach, S., Zehn Jahre ökologische Steuerreform: Finanzpolitisch erfolgreich, klimapolitisch halbherzig, Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 9/2009, S. 219 ff. Baumol, W., und Oates, W. E., The Theory of Environmental Policy, 2. Aufl., New York u. a. 1988. Vahlens Handbücher – Zimmermann/Henke/Broer – Finanzwissenschaft (11. Aufl.) – Herst. Frau Deuringer Stand: 14.09.2012 Status: Druckdaten Seite 522 10. Kapitel: Umwelt und öffentliche Finanzen522 Benkert, W., Bunde, J., und Hansjürgens, B., Wo bleiben die Umweltabgaben?, Marburg 1999. Binder, K. G., Grundzüge der Umweltökonomie, München 1999. Böhringer, C., und Schwager, R., Die ökologische Steuerreform in Deutschland – ein umweltpolitisches Feigenblatt, in: Perspektiven der Wirtschaftspolitik, Nr. 4, 2003, S. 211 ff. Cansier, D., Umweltökonomie, 2. Aufl., Stuttgart und Jena 1996. Döring, T., Subsidiarität und Umweltpolitik in der Europäischen Union, Marburg 2000. Endres, A., Umweltökonomie, 3. Aufl., Stuttgart-Berlin-Köln 2007. 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Siebert, H., Economics of the Environment, 7. Aufl., Berlin 2008. Weimann, J., Klimapolitik im Zeitalter des Emissionshandels, in: Wirtschaftswissenschaftliches Studium, 38. Jg., 2009, S. 86 ff. Weimann, J., Umweltökonomik. Eine theorieorientierte Einführung, 3. Aufl., Heidelberg 2008. Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium der Finanzen, Umweltsteuern aus finanzwissenschaftlicher Sicht, Schriftenreihe des Bundesministeriums der Finanzen, Heft 63, Bonn 1997. Zimmermann, H., Öko-Steuern: Ansätze und Probleme einer „ökologischen Steuerreform“, in: Siebert, H., Hrsg., Elemente einer rationalen Umweltpolitik, Tübingen 1996, S. 239 ff. Vahlens Handbücher – Zimmermann/Henke/Broer – Finanzwissenschaft (11. Aufl.) – Herst. Frau Deuringer Stand: 14.09.2012 Status: Druckdaten Seite 523 C. Finanzpolitische Instrumente der Umweltpolitik 523 Zimmermann, H., und Benkert, W., Öffentliche Finanzen im Rahmen einer gemeinlastorientierten Umweltpolitik, in: Schmidt, K., Hrsg., Öffentliche Finanzen und Umweltpolitik II, Schriften des Vereins für Socialpolitik, NF Bd. 176/II, Berlin 1989, S. 9 ff. Vahlens Handbücher – Zimmermann/Henke/Broer – Finanzwissenschaft (11. Aufl.) – Herst. Frau Deuringer Stand: 14.09.2012 Status: Druckdaten Seite 525 Glossar finanzwissenschaftlicher Ausdrücke Das Glossar soll der Wiederholung und Überprüfung des Wissens dienen. Auf die Angabe von Seitenzahlen wurde verzichtet, da sie über das Sachverzeichnis erschlossen werden können. Für die alphabetische Einordnung von zusammengesetzten Begriffen ist das erste Substantiv entscheidend; so findet sich beispielsweise „versteckter öffentlicher Bedarf“ unter „Bedarf, versteckter öffentlicher“. Zu allen Einzelsteuern der Bundesrepublik Deutschland siehe Tab. A. 1, S. 190 ff. Abgaben, steuerähnliche Unter diesem Begriff der Finanzstatistik werden neben kleinen Posten wie Münzeinnahmen und Spielbankabgaben vor allem die umfangreichen Sozialversicherungsbeiträge zusammengefasst. Abgeltungsteuer Eine im Rahmen des Quellenabzugsverfahrens auf eine Einkunftsquelle(-art) erhobene Steuer. Durch ihre Abführung an das Finanzamt entfällt für den Steuerpflichtigen die Deklarierungspflicht in der Einkommensteuer. Abzugsfähigkeit Von Abzugsfähigkeit wird gesprochen, wenn ein Posten (Freibetrag, tatsächliche Ausgabe) von der Bemessungsgrundlage einer Steuer abgezogen werden kann. Die Minderung der Steuerschuld ergibt sich nach Maßgabe des Steuersatzes beim Abzug von der Bemessungsgrundlage (vgl. Anrechnungsfähigkeit). Adverse Selektion Informationsmängel führen zu Fehlverhalten auf Versicherungsmärkten. Versicherungsgeber können oft nicht zwischen guten und schlechten Risiken unterscheiden, so dass bei gleichen Beitragszahlungen mit Risikoselektion zu rechnen ist. Die guten Risiken werden ihre Versicherungsnachfrage zu Lasten der schlechten Risiken einschränken. Äquivalenzprinzip Bei einer Finanzierung öffentlicher Leistungen nach dem Äquivalenzprinzip werden bei denjenigen Staatsbürgern Abgaben erhoben, die aus diesen Leistungen Vorteile empfangen. Während bei der marktmäßigen Äquivalenz die Leistungen analog zum Preismechanismus auf privaten Märkten abgegolten werden, soll bei der kostenmäßigen Äquivalenz die Abgabe an den Kosten der genutzten Staatsleistungen ausgerichtet sein. Äquivalenz, fiskalische Begriff aus der Föderalismustheorie. Sind Entscheider, Kostenträger und Nutznießer einer öffentlich bereitgestellten Leistung identisch, so ist fiskalische Äquivalenz gegeben. Es wird dadurch eine Übernachfrage verhindert, da die Betroffenen Kosten und Nutzen der Leistung abwägen (können). Allmendegüter → Quasi-Kollektivgut Allokationsfunktion Diese Zielsetzung des öffentlichen Haushaltes betrifft die Aufteilung der volkswirtschaftlichen Ressourcen auf den privaten und öffentlichen Bereich sowie innerhalb des öffentlichen Sektors auf Art und Umfang der einzelnen öffentlichen Aufgaben bzw. Ausgaben. Anrechnungsfähigkeit Von Anrechnungsfähigkeit wird gesprochen, wenn ein Posten von der Steuerschuld einer Steuer abgezogen werden kann (vgl. Abzugsfähigkeit). Arrow-Paradoxon Wenn sich bei einer Abstimmung durch mehrere Wähler für die verschiedenen zur Wahl stehenden Alternativen eine jeweils unterschiedliche Rangfolge bildet, kann das Ergebnis einer Mehrheitswahl durch die Reihenfolge bestimmt sein, in der die Alternativen zur Ab- Glossar finanzwissenschaftlicher Ausdrücke

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References

Zusammenfassung

Das Standardwerk zur Finanzwissenschaft.

Finanzwissenschaft kompakt

Dieses Lehrbuch verschafft einen gezielten Überblick über die öffentlichen Einnahmen und Ausgaben

– der EU,

– des Bundes,

– der Länder und Gemeinden

sowie der verschiedenen Zweige der Sozialversicherung. Wissenschaftlich fundiert bringt das Werk die spannende Thematik einer Ausbalancierung zwischen privatem und öffentlichem Sektor näher.

Die 11. Auflage

berücksichtigt die vielfältigen aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen, u.a. die Staatsschuldenkrise der Euro-Staaten sowie das Problem der »kalten Progression«.