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Fragen zum 8.Kapitel in:

Michael Broer, Klaus-Dirk Henke, Horst Zimmermann

Finanzwissenschaft, page 451 - 454

Eine Einführung in die Lehre von der öffentlichen Finanzwirtschaft

11. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4547-3, ISBN online: 978-3-8006-4548-0, https://doi.org/10.15358/9783800645480_451

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Vahlens Handbücher – Zimmermann/Henke/Broer – Finanzwissenschaft (11. Aufl.) – Herst. Frau Deuringer Stand: 14.09.2012 Status: Druckdaten Seite 436 8. Kapitel: Finanzpolitik und Konjunktur436 des Preisniveaus P, verdeutlicht. Die Gesamtangebotskurve verschiebt sich von GA zu GA‘. Mit Hilfe der Abbildung lässt sich auch das Dilemma der Finanzpolitik offenlegen. Eine expansive Nachfrageausweitung im Interesse des Beschäftigungsziels zeigt sich in der Rechtsverschiebung der Gesamtnachfragekurve von GN zu GN‘. Von dieser expansiven Fiskalpolitik gehen zwar Einkommenssteigerungen aus, gleichzeitig werden aber weitere Preissteigerungen ausgelöst. Diese Politik läuft wiederum Gefahr, auf der Angebotsseite kostentreibende Reaktionen auszulösen. Kommt es durch Nominallohnerhöhungen – dargestellt mittels einer erneut verschobenen Gesamtangebotskurve (von GA‘ zu GA‘‘) –, bleiben der angestrebte Abbau der Unterbeschäftigung bzw. ein höheres Nationaleinkommen aus (siehe auch den Fall b) in Abb. 8.7). Ein Abbau der Arbeitslosigkeit erfordert in dieser Situation also zusätzlich den gleichzeitigen Einsatz von ordnungs-, struktur- und wettbewerbspolitischen Maßnahmen82. Um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden, muss die kurzfristige um die langfristige Stabilisierung unter Berücksichtigung der neuen europaweiten Gegebenheiten ergänzt werden. Sie ist Gegenstand des folgenden Wachstumskapitels. Fragen zum 8. Kapitel Zu Teil A: 1. Erläutern Sie die Merkmale der sog. Parallelpolitik. 2. Nennen Sie Teilziele des Konjunkturziels, und geben Sie Messmöglichkeiten an. 3. Zeigen Sie an einem selbst gewählten Beispiel, warum von einem „magischen Viereck“ gesprochen wird. 4. Was zeigt die sogenannte Konjunkturuhr an? 82 Zu den strukturpolitischen Maßnahmen siehe 9. Kapitel, B I. Abb. 8.15: Wirkungen einer expansiven Fiskalpolitik bei Angebotsschocks P Y GA GA‘‘ GA‘ GN GN‘ Vahlens Handbücher – Zimmermann/Henke/Broer – Finanzwissenschaft (11. Aufl.) – Herst. Frau Deuringer Stand: 14.09.2012 Status: Druckdaten Seite 437 F. Zweifel an der Wirksamkeit der Fiskalpolitik 437 Zu Teil B: 1. Worin besteht der Beitrag des Staates zur Entstehung des Nationaleinkommens? 2. Was versteht man in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen unter „Konsumausgaben des Staates“, und wie setzt sich dieser Posten zusammen? 3. Wodurch unterscheidet sich die Bewertung der privaten und der staatlichen Produktion in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen? 4. Warum erfahren Gebühren und Beiträge eine Sonderbehandlung in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen? 5. Welche staatlichen Aktivitäten werden bei der Ermittlung des persönlich verfügbaren Einkommens berücksichtigt? 6. Sollten die Sozialversicherungsbeiträge bei der Ermittlung des persönlich verfügbaren Einkommens abgezogen werden? Zu Teil C: 1. Worin liegt der Wert von „strategischen Faktoren“ für die konjunkturpolitische Wirkungsanalyse? 2. Zeigen Sie anhand einer graphischen Darstellung die Wirkung zusätzlicher Käufe der öffentlichen Hand auf das Nationaleinkommen. 3. Zeigen Sie mit Hilfe einer graphischen Darstellung, wie durch eine Variation der staatlichen Käufe eine deflationäre bzw. inflationäre Lücke beseitigt werden kann. 4. Zeigen Sie mittels der IS-LM-Darstellung, wie eine Erhöhung der Staatsausgaben zugleich auf dem Güter- und Geldmarkt wirkt. 5. Wodurch unterscheidet sich der Einkommensmultiplikator für die Staatskäufe von dem für die Transferzahlungen? 6. Leiten Sie das Haavelmo-Theorem ab. 7. Inwieweit werden die Aussagen des Haavelmo-Theorems durch folgende Annahmen verändert: offene Volkswirtschaft, Verausgabung der über die Pauschalsteuer vereinnahmten Mittel erst in späteren Quartalen, Beeinträchtigung der Zukunftserwartungen der Unternehmen? 8. Wie ändern sich die Multiplikatoren unter der Annahme, dass eine proportionale Einkommensteuer existiert? 9. Es sei eine Nationaleinkommenserhöhung von € 10 Mrd. angestrebt. Welche Ausgabensummen sind unter den Annahmen des Modells erforderlich, wenn eine Konsumneigung b = 0,6 und eine Einkommensteuer mit dem Satz t = 0,4 zugrunde gelegt wird? Fertigen Sie analog zu Tab. 8.6 eine neue Tabelle an. 10. Inwiefern hat die Geldmenge eine Bedeutung für den Ablauf der Multiplikatorprozesse? Zu Teil D: 1. Was versteht man unter „built-in stability“? 2. Was versteht man unter der Aufkommenselastizität einer Steuer, und wodurch wird sie mitbestimmt? 3. Lassen sich die Probleme der diskretionären Einsetzbarkeit fiskalischer Instrumente durch eine „Regelbindung“ lösen? 4. Welche Schwierigkeiten ergeben sich, wenn man mit Hilfe öffentlicher Käufe die Konjunktur beleben will? 5. Wovon ist die Wirksamkeit einer konjunkturorientierten Erhöhung der Sozialausgaben abhängig? Vahlens Handbücher – Zimmermann/Henke/Broer – Finanzwissenschaft (11. Aufl.) – Herst. Frau Deuringer Stand: 14.09.2012 Status: Druckdaten Seite 438 8. Kapitel: Finanzpolitik und Konjunktur438 6. Wie lassen sich mit Hilfe von Subventionen Nachfrageausweitungen erzielen, die über die eingesetzte Subventionssumme hinausgehen? 7. Inwiefern ist die konjunkturpolitische Wirksamkeit einer Einkommensteuersenkung von der marginalen Konsumneigung abhängig? 8. Unter welchen Bedingungen führt eine Gewinnsteuersenkung zu einer Erhöhung der Investitionen? 9. Inwiefern unterscheiden sich die drei Verfahren – der Abschreibungserleichterung, – des Abzugs des Investitionsaufwandes von der Steuerschuld und – der Gewährung sog. echter Investitionsprämien in ihrer Wirkung auf die Investition? 10. Warum führt eine Senkung des Umsatzsteuersatzes nicht unbedingt zu einer Nachfrageerhöhung? 11. Inwiefern wird die Wirksamkeit der Bildung eines Defizits durch seine Finanzierungsart mitbestimmt? 12. Worin liegen im Rahmen einer expansiven Strategie die Nachteile einer Verschuldung des Staates bei den Kreditinstituten im Vergleich zur Notenbankverschuldung? 13. Halten Sie es für sinnvoll, die öffentlichen Personalausgaben in den Dienst der Boom- bzw. Rezessionsbekämpfung zu stellen? 14. Inwiefern eignen sich Umsatz- und Verbrauchsteuern weder zur Boom- noch zur Rezessionsbekämpfung? 15. Worüber gibt der Finanzierungssaldo Auskunft, und welche konjunkturpolitische Bedeutung kommt seiner Veränderung zu? Zu Teil E: 1. Warum ist im keynesianischen Gütermarkt ein hohes Nationaleinkommen mit einem niedrigen Zinssatz verbunden? 2. Wie wirkt sich eine Erhöhung der Staatsausgaben auf das simultane Gleichgewicht von Güter- und Geldmarkt im IS-LM-Modell aus? 3. Wie wirkt eine Budgetänderung auf das Preisniveau? 4. Auf welche Weise kann eine Koordination von geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen erfolgen? 5. In welcher Weise beeinflussen feste bzw. flexible Wechselkurse die Wirksamkeit der Fiskalpolitik in der offenen Volkswirtschaft? 6. Erläutern Sie die Rolle der Finanzpolitik im Rahmen des „policy-mix“, und skizzieren Sie die Unterschiede in der Wirkungsweise von Geld- und Fiskalpolitik. Zu Teil F: 1. Diskutieren Sie die Verzögerungen beim Einsatz der Fiskalpolitik. Lassen sie sich vermeiden? 2. Halten Sie es für gerechtfertigt, von einer „Durchsetzungs-Asymmetrie“ beim Einsatz fiskalpolitischer Instrumente zu sprechen? 3. Gibt es Ansatzpunkte zur finanzpolitischen Bekämpfung der Stagflation? 4. Skizzieren Sie die Unterschiede in der Wirkungsweise einer keynesianisch ausgerichteten Geld- im Vergleich zur Fiskalpolitik. 5. Wodurch ist der Verlauf der Phillipskurve in Deutschland in den letzten 40–50 Jahren gekennzeichnet? Vahlens Handbücher – Zimmermann/Henke/Broer – Finanzwissenschaft (11. Aufl.) – Herst. Frau Deuringer Stand: 14.09.2012 Status: Druckdaten Seite 439 F. Zweifel an der Wirksamkeit der Fiskalpolitik 439 6. Inwiefern verändert sich die nationale Fiskalpolitik durch die Europäische Währungsunion? 7. Warum kritisieren monetaristisch orientierte Ökonomen die traditionelle Fiskalpolitik? 8. Aus welchen Gründen treten Zeitverzögerungen beim Einsatz fiskalpolitischer Maßnahmen auf? 9. Welche Aspekte auf der Angebotsseite müssen bei der Fiskalpolitik beachtet werden? 10. Geben Sie eine Einschätzung des konjunkturpolitischen Handlungsbedarfs und der Programme der Bundesregierung zur Stabilisierung der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008/2009 und der europaweiten Schulden- und Wirtschaftskrise. Literatur zum 8. Kapitel Zu Teil A, B und C: Blanchard, O., Macroeconomics, 5. Aufl. Boston 2011, Mass: Pearson. Felderer, B.; und Homburg, S., Makroökonomik und neue Makroökonomik. 9., verb. Aufl., 133. – 142. Tsd., Kolophon: Lightning Source, UK: Milton Keynes, 2010. Berlin: Springer (Springer-Lehrbuch). Online verfügbar unter http://deposit.ddb.de/cgi-bin/ dokserv?id=2611817&prov=M&dok_var=1&dok_ext=htm. Fendel, R., New Directions in Stabilisation Policies, in: Banca Nazionale del Lavoro, Quarterly Review, Bd. LVII, Nr. 231, Dezember 2004, S. 365 ff. Henke, K.-D., Ostwald, D. A., Health Satellite account: the first step, in: International Journal of Behavioural & Healthcare Research, volume 3, No. 2, 2012, S. 91 ff. Mankiw, N. G., Taylor, M. 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Zusammenfassung

Das Standardwerk zur Finanzwissenschaft.

Finanzwissenschaft kompakt

Dieses Lehrbuch verschafft einen gezielten Überblick über die öffentlichen Einnahmen und Ausgaben

– der EU,

– des Bundes,

– der Länder und Gemeinden

sowie der verschiedenen Zweige der Sozialversicherung. Wissenschaftlich fundiert bringt das Werk die spannende Thematik einer Ausbalancierung zwischen privatem und öffentlichem Sektor näher.

Die 11. Auflage

berücksichtigt die vielfältigen aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen, u.a. die Staatsschuldenkrise der Euro-Staaten sowie das Problem der »kalten Progression«.