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Melanie Bresser, Nikolay Delchev, Borislav Goranov, Annike von Slupetzki, 1.1 Einleitung in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ed.)

Asset Securitisation in Deutschland, page 8 - 9

4. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4498-8, ISBN online: 978-3-8006-4499-5, https://doi.org/10.15358/9783800644995_8

Bibliographic information
Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 1 Kapitel 1 Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen von Melanie Bresser, Nikolay Delchev, Borislav Goranov und Annike von Slupetzki 1.1 Einleitung In einem Umfeld großer Risikosensitivität der Finanzinstitute und Investoren steigt die Bedeutung des Risikomanagements. Dazu zählen u. a. die richtige Struktur der Finanzmittel und die adäquate Liquiditätsbeschaffung. Bei der Entscheidung für eine Finanzierungslösung stehen auch weitere Ziele des Unternehmens, wie Bilanzentlastung oder Verbesserung der Unternehmensbonität, im Fokus. Für viele Finanzinstitute ist in diesem Kontext auch eine Reduzierung des regulatorischen Kapitals von Interesse. Ein Instrument, das eine flexible und effiziente Struktur zur Umsetzung dieser Ziele bietet, ist die Verbriefung. Eine Verbriefung wandelt die nicht handelbaren Forderungsbestände einer Bank oder eines Unternehmens in kapitalmarktfähige Wertpapiere um. Prinzipiell erfolgt dies entweder synthetisch oder durch einen tatsächlichen Verkauf der Forderungen („True Sale“). Bei den synthetischen Verbriefungen wird das Risiko der zugrunde liegende Forderungen mit Hilfe von Kreditderivaten, wie Credit Default Swaps („CDS“) oder Garantien auf Dritte übertragen. Dagegen wird bei True-Sale- Transaktionen nicht nur das Risiko, sondern vielmehr die Forderungen selbst rechtlich auf eine für diesen Zweck gegründete Zweckgesellschaft (Special Purpose Entity; „SPE“) übertragen. Diese Übertragung wird anschließend durch die Emission von Wertpapieren, die meist in Tranchen mit unterschiedlichem Risikogehalt aufgeteilt sind, refinanziert. Beide Verbriefungsarten charakterisieren sich durch ein hohes Maß an Flexibilität und Effizienz. Mit Hilfe unterschiedlicher Ausgestaltung und Struktur können verschiedene Ziele erreicht werden. Da die ad- äquate Risikosteuerung und die ausreichende Ausstattung mit Liquidität primäre Problemstellungen von Industrie- und Handelsunternehmen sind, ist für sie ein tatsächlicher Forderungsverkauf grundsätzlich von höherem Interesse. Finanzinstitute verwenden beide Finanzierungs- 1 Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen 1.1 Einleitung Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 2 1 Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen2 formen in Abhängigkeit von ihrer Zielsetzung. Traditionelle Gründe für Verbriefung bei den Finanzinstituten sind die Diversifikation des Portfolios und die Eigenkapitalentlastung. Der regulatorische Anreiz für Verbriefungen ist jedoch mit Einführung von Basel II und den weiteren Änderungen des regulatorischen Umfelds deutlich gesunken. Durch die Anwendung von verschiedenen internen und externen Kreditverbesserungs-instrumenten kann bei beiden Verbriefungsarten der Risikogehalt der emittierten Wertpapiere bzw. Tranchen gesteuert werden, sodass ggf. „maßgeschneiderte“ Lösungen für die jeweiligen Investoren erreicht werden können. Dieser Vorteil der Verbriefung ist besonders dann von Bedeutung, wenn die Wertpapiere nicht auf dem öffentlichen Kapitalmarkt, sondern privat platziert werden sollen. Durch ihre Struktur und die damit verbundene Vielzahl von Transaktionsparteien sind Verbriefungstransaktionen komplex. Im Folgenden wird auf die verschiedenen Transaktionsstrukturen näher eingegangen und die Antwort auf die Frage gesucht, was genau sich hinter dem Finanzinstrument Verbriefung verbirgt. 1.2 Konzeption von Verbriefungsstrukturen 1.2.1 Verbriefungsstrukturen nach Art des Risikotransfers Synthetische Verbriefungsstrukturen Synthetische und True-Sale-Transaktionen sind als grundsätzliche Strukturvarianten von Verbriefungen zu unterscheiden. Beide Varianten unterscheiden sich in der Art des Risikotransfers. In synthetischen Transaktionen wird das Ausfallrisiko eines Forderungsportfolios (Referenzportfolio) von dem Forderungsinhaber (Originator) für einen festgelegten Zeitraum durch derivative Finanzinstrumente an Dritte (Swap-Vertragspartner und/oder Investoren) übertragen. Da nur die Forderungsrisiken transferiert werden, bleiben die Forderungen selbst im Eigentum und in der Bilanz des Originators. Ferner ist bei synthetischen Verbriefungen die Einschaltung einer SPE im Gegensatz zu True-Sale- Transaktionen nicht zwingend notwendig. Bei synthetischen Transaktionen lässt sich eine Unterscheidung in „Fully-funded“-, „Partially-funded“- und „Unfunded“-Strukturen vornehmen. Als „fully-funded“ bezeichnet man Strukturen, in denen Ausfallrisiken eines Referenzportfolios vollständig über Credit-Linked Notes auf den Kapitalmarkt übertragen werden. Dagegen werden Strukturen, bei denen eine reine Absicherung über Credit Default Swaps erfolgt, als 1.2 Konzeption von Verbriefungsstrukturen

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References

Zusammenfassung

Höchste Fachkompetenz zum Thema Securitisation.

Deloitte (Hrsg.), Asset Securitisation in Deutschland

4. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4498-8

Asset Securitisation

Dieses Handbuch liefert Ihnen Antworten auf die wesentlichen, bei einer Securitisation auftretenden Praxisfragen. Neben einem Überblick über gängige Securitisation-Strukturen und die Marktentwicklung in Deutschland werden vor allem die Rechnungslegung nach HGB und IFRS aus der Perspektive sowohl des Originators als auch des Investors vorgestellt. Zudem wird auf Bewertungsfragen eingegangen. Den als Reaktion auf die Finanzmarktkrise deutlich verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verbriefungstransaktionen wird besonderer Raum gegeben. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge, die sich mit steuerlichen Aspekten sowie rechtlichen Fragestellungen und deren Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Alles zu Asset Securitisation:

* Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Veräußerer nach deutschem Handelsrecht

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach IFRS

* Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9

* Bewertung von ABS-Transaktionen

* Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen

* Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities-Finanzierungen

* Rechtliche Aspekte bei Verbriefungen in Deutschland