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Ralf Struffert, 4.4 Zusammenfassung in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ed.)

Asset Securitisation in Deutschland, page 79 - 81

4. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4498-8, ISBN online: 978-3-8006-4499-5, https://doi.org/10.15358/9783800644995_79

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Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 74 4 Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 974 Topf 1 Topf 2 Topf 3 Inhalt Portfolios, die aus finanziellen Vermögenswerten bestehen, die keine beobachtbaren Ereignisse auf eine zukünftige Kreditverschlechterung aufweisen (also nicht den Töpfen 2 oder 3 zuzuordnen sind) Finanzielle Vermögenswerte, die beobachtbare Ereignisse auf zukünftige potenzielle Kreditverluste auf Portfolioebene aufweisen, welche einem einzelnen finanziellen Vermögenswert noch nicht zuordenbar sind Finanzielle Vermögenswerte, bei denen Informationen darauf schließen lassen, dass sich Kreditverluste auf individueller Basis ereignen werden oder schon ereignet haben Erfassungsebene Portfoliowertberichtigung Portfoliowertberichtigung Einzelwertberichtigung Umfang der Risikovorsorge Anteilige Erfassung erwarteter Verluste Vollständige Erfassung erwarteter Verluste über die (Rest-)Laufzeit Vollständige Erfassung erwarteter Verluste über die (Rest-)Laufzeit Tab. 4.1: Zuordnung finanzieller Vermögenswerte auf einzelne Töpfe Nach dem aktuellen Arbeitsplan des IASB soll im ersten Halbjahr 2012 ein neuer Standardentwurf mit Vorschlägen zur Wertminderungsprüfung vorgelegt werden. Es bleibt abzuwarten, welche Regelungen der finale Standard vorsehen wird; gleichwohl ist bereits jetzt absehbar, dass der bisherige unter IAS 39 entwickelte Impairment-Prozess grundlegend zu überdenken ist. Zur Ermittlung und Verteilung der Expected Losses sind geeignete Modelle zu entwickeln und zu implementieren. 4.4 Zusammenfassung Mit IFRS 9 haben sich hinsichtlich der vom Investor erworbenen Verbriefungstitel erhebliche Änderungen ergeben. Die künftige Klassifizierung hängt wesentlich davon ab, in welchem Portfolio die Verbriefungstitel gehalten werden und mithin welches Geschäftsmodell diesem Portfolio zugrunde liegt. Eine Bewertung der erworbenen Verbriefungstranche zu fortgeführten Anschaffungskosten ist – vorbehaltlich der Erfüllung weiterer Bedingungen hinsichtlich des Zahlungsstroms – nur dann möglich, wenn das Geschäftsmodell „Halten zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme“ lautet. Sonst ist eine Bewertung zum Fair Value vorzunehmen. Ein aktiver Abbau eines Verbriefungsportfolios – nach Erstanwendung von IFRS 9 – dürfte regelmäßig dem Geschäftsmodell „Halten zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme“ entgegenstehen. Eine detaillierte Beurteilung ist auf Basis der bei Erstanwendung 4.4 Zusammenfassung Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 75 4.4 Zusammenfassung 75 von IFRS 9 verfolgten Geschäftsstrategie für das Verbriefungsportfolio bzw. eventueller Subportfolios vorzunehmen. Wird die Verbriefung in einem Amortised-Cost-fähigen Geschäftsmodell gehalten, ist darüber hinaus in einem mehrstufigen Prüfungsschema zu ermitteln, ob kumulativ folgende Anforderungen gegeben sind: •• Möglichkeit der Durchschau auf die verbrieften Vermögenswerte •• Einklang der vertraglichen Zahlungsströme der Tranche mit der Zahlungsstrombedingung •• In Einklang mit den Vorschriften des IFRS 9 stehende Zusammensetzung des Pools •• Im Vergleich zum Pool gleiche oder bessere Kreditrisikosituation der Tranche Jede dieser Voraussetzungen erfordert eine detaillierte Prüfung, wozu zum Teil tiefgehende Kenntnisse der erworbenen Verbriefungstitel erforderlich sind. Ohne entsprechende Informationen dürfte eine Bewertung zum Fair Value unausweichlich sein. Aufgrund der erheblichen Produktvielfalt im Verbriefungsmarkt und der vielfach hohen Komplexität der Produkte ist eine Einzelfallbeurteilung erforderlich. Auf aggregierter Ebene lassen sich lediglich Tendenzaussagen zur Klassifizierung treffen, wonach beispielsweise bestimmte Asset-Klassen oder synthetische Verbriefungen generell zu einer Fair-Value-Bewertung führen. Im Zuge der Umstellung auf IFRS 9 ist letztlich eine Fülle von Detailfragen zu klären. Dabei könnten aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten ggf. auch bestimmte Vereinfachungen erwogen werden, die dann frühzeitig mit dem Abschlussprüfer abzustimmen wären. Da es bei der Analyse der Produkte vielfach auf spezifische Detailfragen zu deren Ausgestaltung ankommt, sollten rechtzeitig der Markt- bzw. Marktfolgebereich einbezogen werden. Auch sollten die neuen Anforderungen des IFRS 9 in den Neue-Produkte-Prozess (NPP) integriert werden. Beim Übergang von IAS 39 auf IFRS 9 ist zu beachten, dass die neuen Regeln grundsätzlich retrospektiv in Übereinstimmung mit IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern anzuwenden sind. Daraus ergibt sich das Erfordernis, mit dem Übergang auf IFRS 9 den vollständigen zum Zeitpunkt des Übergangs vorhandenen Bestand zu analysieren. Eine frühzeitige Beschäftigung mit den Vorgaben des IFRS 9 zur Klassifizierung sowie deren Umsetzung erscheint damit geboten. Des Weiteren zeichnen sich für die als Amortised Cost-klassifizierten Verbriefungstitel mit dem Übergang vom Incurred-Loss-Modell hin zu einem Expected-Loss-Modell hinsichtlich eines Impairment erhebliche Veränderungen ab. Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 77 Kapitel 5 Bewertung von ABS-Transaktionen von Borislav Goranov, Peter Mach und Dr. Thomas Moosbrucker 5.1 Einleitung Vor dem Hintergrund illiquider Märkte für ABS-Transaktionen, wie sie in den vergangenen Jahren insbesondere bei US-amerikanischen oder spanischen Residential Mortgage Backed Securities (RMBS) zu beobachten waren, hat die Mark-to-Model-Bewertung dieser Transaktionen vor allem im Hinblick auf ihre Bilanzierung an Bedeutung gewonnen105. Wenn sowohl für eine zu bilanzierende Transaktion als auch für vergleichbare Transaktionen kein beobachtbarer Marktpreis vorliegt, dann bietet sich zum einen bei der Bilanzierung zum Fair Value (IFRS) bzw. zum beizulegenden Zeitwert (HGB) und zum anderen bei der Impairment-Berechnung (IFRS) bzw. Bestimmung von Einzelwertberichtigungen (HGB) ein Discounted-Cashflow (DCF-)Verfahren an. Im Folgenden werden zunächst die Risiken beschrieben, die auf den Wert einer ABS- Transaktion einwirken. Anschließend wird die Vorgehensweise beim DCF-Verfahren dargestellt, bevor in der Zusammenfassung ein Resümee gezogen wird. 5.2 Risikoanalyse Die folgenden Risiken beeinflussen im Wesentlichen den Wert einer ABS-Transaktion aus Sicht des Investors.    Kreditrisiken •• Adressausfallrisiko: Das Risiko des Ausfalls von Kreditnehmern im Besicherungsportfolio, •• Bonitätsrisiko: Die Gefahr einer Verschlechterung der Bonität der Kreditnehmer, 105 Für Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen von ABS-Transaktionen war die Mark-to- Model-Bewertung schon vor der Finanzkrise von hoher Bedeutung. 5 Bewertung von ABS-Transaktionen 5.1 Einleitung 5.2 Risikoanalyse

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References

Zusammenfassung

Höchste Fachkompetenz zum Thema Securitisation.

Deloitte (Hrsg.), Asset Securitisation in Deutschland

4. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4498-8

Asset Securitisation

Dieses Handbuch liefert Ihnen Antworten auf die wesentlichen, bei einer Securitisation auftretenden Praxisfragen. Neben einem Überblick über gängige Securitisation-Strukturen und die Marktentwicklung in Deutschland werden vor allem die Rechnungslegung nach HGB und IFRS aus der Perspektive sowohl des Originators als auch des Investors vorgestellt. Zudem wird auf Bewertungsfragen eingegangen. Den als Reaktion auf die Finanzmarktkrise deutlich verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verbriefungstransaktionen wird besonderer Raum gegeben. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge, die sich mit steuerlichen Aspekten sowie rechtlichen Fragestellungen und deren Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Alles zu Asset Securitisation:

* Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Veräußerer nach deutschem Handelsrecht

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach IFRS

* Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9

* Bewertung von ABS-Transaktionen

* Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen

* Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities-Finanzierungen

* Rechtliche Aspekte bei Verbriefungen in Deutschland