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Vladimir Gryshchenko, Ulrich Lotz, 3.1 IFRS im Wandel in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ed.)

Asset Securitisation in Deutschland, page 42 - 43

4. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4498-8, ISBN online: 978-3-8006-4499-5, https://doi.org/10.15358/9783800644995_42

Bibliographic information
Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 37 Kapitel 3 Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach International Financial Reporting Standards (IFRS) von Vladimir Gryshchenko und Ulrich Lotz 3.1 IFRS im Wandel Das für ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer relevante IFRS- Regelwerk, insbesondere die Vorschriften zur Ausbuchung (IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) und zur Konsolidierung von Zweckgesellschaften (IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse i. V. m. SIC-12 Konsolidierung – Zweckgesellschaften), befindet sich bereits seit einigen Jahren im Wandel. Insbesondere während der Finanzkrise 2008/2009 wurden die Rufe nach einer verbesserten Kommunikation der Risiken aus mittels Zweckgesellschaften strukturierten Verbriefungen im IFRS-Abschluss zunehmend lauter. Kritisiert wurde vor allem die vermeintliche Inkonsistenz zwischen dem eigentlichen Standard zur Konsolidierung, also dem IAS 27, und seiner speziell der Konsolidierung von Zweckgesellschaften gewidmeten Interpretation SIC-12. Die Pflicht zur Konsolidierung wird in IAS 27 und SIC-12 über zwei verschiedene Konzepte begründet. Während der Standard dem gesellschaftsrechtlich geprägten Control-Ansatz folgt, liegt der Interpretation das als „Risks and Rewards“ bekannte Konsolidierungskonzept zugrunde. Je nach Einordnung der Gesellschaft in den Geltungsbereich des IAS 27 oder der SIC-12 wird diese entweder durch die beherrschende oder durch die die Mehrheit der Chancen und Risiken tragende Partei konsolidiert, was eine mangelhafte Vergleichbarkeit von Konzernabschlüssen zur Folge hat.14 Abhilfe sollte nach Auffassung des IASB ein einheitliches Konsolidierungskonzept schaffen. Am 12.5.2011 wurde IFRS 10 Consolidated Financial Statements veröffentlicht, der die bisherigen Regelungen des IAS 27 und der SIC-12 ersetzt. Die Regelungen des IFRS 10 wurden zudem durch IFRS 12 Disclosure of Interests in Other Entities ergänzt, der erweiterte Anhangangaben insbesondere in Bezug auf nicht konsolidierte Zweckgesellschaften vorsieht. 14 Vgl. IFRS 10IN3 f. 3 Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräu- ßerer 3.1 IFRS im Wandel Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 38 3 Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer38 Die Überarbeitung der als zu komplex kritisierten Ausbuchungsvorschriften des IAS 39 wurde indes bis auf Weiteres zurückgestellt. Im Rahmen eines umfassenden Projekts des IASB zur Ablösung des IAS 39 wurden bestehende Ausbuchungsregeln des IAS 39.15–42 in den neuen IFRS 9 Finanzinstrumente vorerst bis auf redaktionelle Änderungen unverändert überführt.15 Statt neuer Ausbuchungsregeln entschied sich der IASB, die Anhangangaben im Zusammenhang mit der Übertragung von Vermögenswerten in IFRS 7 zu erweitern, um den Bilanzadressaten einen besseren Überblick über die beim übertragenden Unternehmen unter anderem aus Verbriefungen verbleibenden Risiken zu gewähren sowie eine weitgehende Konvergenz mit den Offenlegungsvorschriften nach US-GAAP (ASC 860 Transfers and Servicing) zu erreichen. Diese Änderungen sind bereits für am oder nach dem 1.7.2011 beginnende Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden. Für IFRS 10 und 12 wurde als Zeitpunkt der verpflichtenden erstmaligen Anwendung der 1.1.2013 festgelegt, wobei eine freiwillige vorzeitige Anwendung vorbehaltlich einer derzeit noch ausstehenden Anerkennung (Endorsement) durch die EU-Kommission gestattet ist.16 Der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 9 wird dagegen vom 1. Januar 2013 auf den 1. Januar 2015 verschoben. Eine vorzeitige Anwendung ist bei entsprechendem Endorsement weiterhin zugelassen. Im Folgenden wird ein Überblick sowohl über die bisherigen Regelungen zur Konsolidierung und Ausbuchung als auch über die neuen Konsolidierungsvorschriften nach IFRS 10 sowie Offenlegungsvorschriften nach IFRS 12 und IFRS 7 gegeben. 3.2 Zusammenhang zwischen Ausbuchung und Konsolidierung Die IFRS sind grundsätzlich für den Einzelabschluss und den Konzernabschluss gültig. In Deutschland können Unternehmen zwar einen IFRS-Einzelabschluss freiwillig aufstellen. Dieser entbindet jedoch nicht von der Pflicht zur Aufstellung eines HGB-Abschlusses. IAS 39.15 bzw. IFRS 9.3.2.1 schreibt vor, dass die Abgangsregeln des IAS 39 bzw. IFRS 9 im Konzernabschluss auf konsolidierter Ebene anzuwenden sind. Daraus folgt, dass zunächst alle nach IAS 27 und SIC-12 bzw. IFRS 10 konsolidierungspflichtigen Tochterunternehmen zu konsolidieren 15 Vgl. IFRS 9IN8. 16 Eine vorzeitige Anwendung ist nur möglich, wenn alle fünf am 12.5.2011 herausgegebenen neuen und überarbeiteten Standards (IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12 sowie IAS 27 und IAS 28) vorzeitig Anwendung finden. Lediglich IFRS 12 darf isoliert von dem restlichen Paket vorzeitig angewendet werden. 3.2 Zusammenhang zwischen Ausbuchung und Konsolidierung

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References

Zusammenfassung

Höchste Fachkompetenz zum Thema Securitisation.

Deloitte (Hrsg.), Asset Securitisation in Deutschland

4. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4498-8

Asset Securitisation

Dieses Handbuch liefert Ihnen Antworten auf die wesentlichen, bei einer Securitisation auftretenden Praxisfragen. Neben einem Überblick über gängige Securitisation-Strukturen und die Marktentwicklung in Deutschland werden vor allem die Rechnungslegung nach HGB und IFRS aus der Perspektive sowohl des Originators als auch des Investors vorgestellt. Zudem wird auf Bewertungsfragen eingegangen. Den als Reaktion auf die Finanzmarktkrise deutlich verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verbriefungstransaktionen wird besonderer Raum gegeben. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge, die sich mit steuerlichen Aspekten sowie rechtlichen Fragestellungen und deren Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Alles zu Asset Securitisation:

* Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Veräußerer nach deutschem Handelsrecht

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach IFRS

* Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9

* Bewertung von ABS-Transaktionen

* Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen

* Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities-Finanzierungen

* Rechtliche Aspekte bei Verbriefungen in Deutschland