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Andrea Flunker, Ulrich Lotz, 2.5 Zusammenfassung in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ed.)

Asset Securitisation in Deutschland, page 41 - 42

4. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4498-8, ISBN online: 978-3-8006-4499-5, https://doi.org/10.15358/9783800644995_41

Bibliographic information
Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 35 2.5 Zusammenfassung 35 2.5 Zusammenfassung Für die Bilanzierung von Vermögensgegenständen, die im Rahmen von ABS-Transaktionen übertragen werden, ist nach deutschem Handelsrecht neben dem rechtlichen Eigentum das wirtschaftliche Eigentum an den Vermögensgegenständen entscheidend. Bei der Übertragung von Forderungen richtet sich das wirtschaftliche Eigentum danach, ob der Veräußerer oder der Erwerber das Bonitätsrisiko der Forderungen trägt. Um eine Ausbuchung der Forderungen aus der Bilanz des Verkäufers zu erreichen, ist insbesondere bei variablen Gestaltungen, wie z. B. der Vereinbarung eines variablen Kaufpreisabschlags, im Einzelfall anhand von Angemessenheitskriterien zu untersuchen, ob das Bonitätsrisiko übertragen wurde. Eine Aktivierung von Reservekonten durch den Veräußerer kommt nur unter sehr einschränkenden Voraussetzungen in Betracht. Mit den durch das BilMoG fundamental geänderten Konsolidierungsvorschriften werden vergleichsweise mehr Zweckgesellschaften konsolidiert werden als nach den bisher geltenden Regeln, da davon auszugehen ist, dass das Mutterunternehmen in vielen Fällen auf eine Verbriefungs- Zweckgesellschaft mittelbar oder unmittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Darüber hinaus hält das Mutterunternehmen in vielen gängigen ABS-Transaktionen die Erstverlusttranche oder hat ein Nachrangdarlehen gewährt, sodass mit hoher Wahrscheinlichkeit die Mehrheit der Chancen und Risiken der Zweckgesellschaft von der Muttergesellschaft getragen wird. 2.5 Zusammenfassung Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 37 Kapitel 3 Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach International Financial Reporting Standards (IFRS) von Vladimir Gryshchenko und Ulrich Lotz 3.1 IFRS im Wandel Das für ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer relevante IFRS- Regelwerk, insbesondere die Vorschriften zur Ausbuchung (IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) und zur Konsolidierung von Zweckgesellschaften (IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse i. V. m. SIC-12 Konsolidierung – Zweckgesellschaften), befindet sich bereits seit einigen Jahren im Wandel. Insbesondere während der Finanzkrise 2008/2009 wurden die Rufe nach einer verbesserten Kommunikation der Risiken aus mittels Zweckgesellschaften strukturierten Verbriefungen im IFRS-Abschluss zunehmend lauter. Kritisiert wurde vor allem die vermeintliche Inkonsistenz zwischen dem eigentlichen Standard zur Konsolidierung, also dem IAS 27, und seiner speziell der Konsolidierung von Zweckgesellschaften gewidmeten Interpretation SIC-12. Die Pflicht zur Konsolidierung wird in IAS 27 und SIC-12 über zwei verschiedene Konzepte begründet. Während der Standard dem gesellschaftsrechtlich geprägten Control-Ansatz folgt, liegt der Interpretation das als „Risks and Rewards“ bekannte Konsolidierungskonzept zugrunde. Je nach Einordnung der Gesellschaft in den Geltungsbereich des IAS 27 oder der SIC-12 wird diese entweder durch die beherrschende oder durch die die Mehrheit der Chancen und Risiken tragende Partei konsolidiert, was eine mangelhafte Vergleichbarkeit von Konzernabschlüssen zur Folge hat.14 Abhilfe sollte nach Auffassung des IASB ein einheitliches Konsolidierungskonzept schaffen. Am 12.5.2011 wurde IFRS 10 Consolidated Financial Statements veröffentlicht, der die bisherigen Regelungen des IAS 27 und der SIC-12 ersetzt. Die Regelungen des IFRS 10 wurden zudem durch IFRS 12 Disclosure of Interests in Other Entities ergänzt, der erweiterte Anhangangaben insbesondere in Bezug auf nicht konsolidierte Zweckgesellschaften vorsieht. 14 Vgl. IFRS 10IN3 f. 3 Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräu- ßerer 3.1 IFRS im Wandel

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References

Zusammenfassung

Höchste Fachkompetenz zum Thema Securitisation.

Deloitte (Hrsg.), Asset Securitisation in Deutschland

4. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4498-8

Asset Securitisation

Dieses Handbuch liefert Ihnen Antworten auf die wesentlichen, bei einer Securitisation auftretenden Praxisfragen. Neben einem Überblick über gängige Securitisation-Strukturen und die Marktentwicklung in Deutschland werden vor allem die Rechnungslegung nach HGB und IFRS aus der Perspektive sowohl des Originators als auch des Investors vorgestellt. Zudem wird auf Bewertungsfragen eingegangen. Den als Reaktion auf die Finanzmarktkrise deutlich verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verbriefungstransaktionen wird besonderer Raum gegeben. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge, die sich mit steuerlichen Aspekten sowie rechtlichen Fragestellungen und deren Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Alles zu Asset Securitisation:

* Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Veräußerer nach deutschem Handelsrecht

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach IFRS

* Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9

* Bewertung von ABS-Transaktionen

* Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen

* Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities-Finanzierungen

* Rechtliche Aspekte bei Verbriefungen in Deutschland