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Philipp Burmester, Katharina Koring, Gaby Trinkaus, 6.5 Zusammenfassung in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ed.)

Asset Securitisation in Deutschland, page 109 - 111

4. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4498-8, ISBN online: 978-3-8006-4499-5, https://doi.org/10.15358/9783800644995_109

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Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 105 6.5 Zusammenfassung 105 kann der Investor beispielsweise auch Modelle von Ratingagenturen verwenden, sofern er auf Anfrage der Bundesanstalt belegen kann, dass er die Modellstrukturierung und Annahmen überprüft und die Methodik, Annahmen und Ergebnisse verstanden hat (§ 18b Abs. 1 KWG). •• Überwachung: Ein Investor hat durch entsprechende Prozesse die Informationen über die Wertentwicklung der der Verbriefungsposition zugrunde liegenden Forderungen zu überwachen (§ 18b Abs. 2 KWG). Unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen über die zugrunde liegende Forderungsart hat eine Überwachung zu erfolgen über: 1. Art der Forderung 2. Überfällige Kredite 3. Ausfallquoten 4. Vorzeitige Rückzahlungen 5. Zwangsvollstreckte Kredite 6. Art der Besicherung und ihre Beanspruchung 7. Scoring und Bonitätsbewertungen für zugrunde liegende Forderungen 8. Diversifikation nach Branche und Region 9. Beleihungsausläufe Bei Wiederverbriefungen sind zusätzlich die den einzelnen Tranchen zugrunde liegenden Portfolios, die Emittenten und die Kreditqualität zu überwachen. Wenn ein Investor die beschriebenen Anforderungen schuldhaft nicht erfüllt, so hat dieser der Bundesanstalt und der Deutschen Bundesbank den Verstoß zu melden. Die Bundesanstalt setzt – abhängig von Schwere und Häufigkeit des Verstoßes – das vom Investor für seine gehaltene Position anzuwendende Risikogewicht um mindestens den Faktor 3,5 bis zu einer Obergrenze von 1250 % herauf (§ 18b Abs. 6 KWG). 6.5 Zusammenfassung Mit den Änderungen der Bankenrichtlinie und der Kapitaladäquanzrichtlinie wurden zwar die regulatorischen Bedingungen für Verbriefungstransaktionen verschärft, dem entgegen steht jedoch die deutlich verbesserte Transparenz sowie die Intention, eine Harmonisierung der Interessen von Originatoren, Sponsoren und Investoren zu schaffen. Auf nationaler Ebene wurden die Vorgaben durch Anpassungen des Kreditwesengesetzes und der Solvabilitätsverordnung umgesetzt. 6.5 Zusammenfassung Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 106 6 Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen106 In dem vorliegenden Kapitel wurden die typischen Merkmale einer Verbriefungstransaktion sowie die aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen aus den unterschiedlichen Perspektiven des Originators und des Investors betrachtet. Eine Bank als Originator führt eine Verbriefungstransaktion in der Regel mit dem Ziel der Eigenkapitalentlastung und/oder zur Liquiditätsgewinnung durch. Die Motive eines Investors bei der Investition in eine Verbriefungstransaktion liegen häufig in der Diversifizierung seines eigenen Portfolios und einer damit verbundenen Verbesserung der Ertragsstruktur. Bei der aufsichtsrechtlichen Behandlung aus Sicht des Originators ist mit Blick auf das Ziel der Eigenkapitalentlastung zu überprüfen, ob die der Transaktion zugrunde liegenden Forderungen als im Sinne der SolvV effektiv verbrieft gelten. Hierfür ist unter anderem zu beurteilen, ob ein wesentlicher und wirksamer Risikotransfer stattgefunden hat. Je nach Art der Transaktion (True Sale oder synthetische Verbriefung) müssen für einen wirksamen Risikotransfer dabei unterschiedliche Mindestanforderungen erfüllt sein. Die aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungspositionen aus der Sicht eines Investors ist abhängig von der Art des zu wählenden Ansatzes, wobei sich der Ansatz nach der verbrieften Forderungsklasse bestimmt. Zu unterscheiden sind der Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) und der auf internen Ratings basierende Ansatz (IRBA). Die vorangegangenen Ausführungen haben deutlich gemacht, dass die Rahmenbedingungen für Originatoren und Investoren wesentlich ausgeweitet wurden. Die Anwendung der neuen Regelungen ist komplex. Ihre Auslegung muss sich in der Praxis durch die Anwendung auf konkrete Sachverhalte und die Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden weiter konkretisieren. Die Umsetzung dieser Regelungen (insb. der §§ 18a und 18b KWG) zielt darauf ab, eine Interessenharmonisierung zu ermöglichen und den Investoren durch zusätzliche Informationen eine bessere Übersicht über das übernommene Risiko zu verschaffen. Die Regelungen tragen damit wesentlich zu der Rückgewinnung des Vertrauens in den Verbriefungsmarkt bei. Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 107 Kapitel 7 Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities- Finanzierungen von Jürgen Brokamp 7.1 Einleitung Zwar hat bedingt durch die weltweite Wirtschaftskrise und die US- Immobilienkrise das Interesse an der Verbriefung von Forderungen im Rahmen von Asset-Backed Securitisations (nachfolgend als ABS-Transaktionen oder Securitisations bezeichnet) stark nachgelassen, aber es zeichnet sich ab, dass zukünftig auch in Deutschland wieder vermehrt ABS-Transaktionen durchgeführt werden. Diese Art der Finanzierung kann im Einzelfall nicht nur aus betriebswirtschaftlichen Gründen sinnvoll sein, sondern darüber hinaus steuerliche Vorteile gewähren. Vor allem ist eine Senkung der Finanzierungskosten möglich, indem die Hinzurechnung von Finanzierungsentgelten im Rahmen der mit der Unternehmensteuerreform 2008 eingeführten Zinsschranke vermieden wird Dieser Beitrag behandelt die steuerlichen Auswirkungen einer ABS- Transaktion aus der Sicht eines Forderungsverkäufers, des sog. Originators, sowie aus Sicht eines Forderungskäufers, der sog. Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV). Die betroffenen Steuerarten, also die Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer, die Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer, werden jeweils gesondert untersucht. 7.2 Steuerliche Implikationen von ABS-Transaktionen 7.2.1 Vorbemerkung Die ertragsteuerlichen Konsequenzen einer ABS-Transaktion beurteilen sich aufgrund der (weitgehend noch anwendbaren) Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz anhand der wirtschaftlichen Vermögenszugehörigkeit der Forderungen, die der Transaktion zugrunde liegen. Der Beitrag „Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Ver- 7 Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities- Finanzierungen 7.1 Einleitung 7.2 Steuerliche Implikationen von ABS-Transaktionen

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References

Zusammenfassung

Höchste Fachkompetenz zum Thema Securitisation.

Deloitte (Hrsg.), Asset Securitisation in Deutschland

4. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4498-8

Asset Securitisation

Dieses Handbuch liefert Ihnen Antworten auf die wesentlichen, bei einer Securitisation auftretenden Praxisfragen. Neben einem Überblick über gängige Securitisation-Strukturen und die Marktentwicklung in Deutschland werden vor allem die Rechnungslegung nach HGB und IFRS aus der Perspektive sowohl des Originators als auch des Investors vorgestellt. Zudem wird auf Bewertungsfragen eingegangen. Den als Reaktion auf die Finanzmarktkrise deutlich verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verbriefungstransaktionen wird besonderer Raum gegeben. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge, die sich mit steuerlichen Aspekten sowie rechtlichen Fragestellungen und deren Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Alles zu Asset Securitisation:

* Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Veräußerer nach deutschem Handelsrecht

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach IFRS

* Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9

* Bewertung von ABS-Transaktionen

* Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen

* Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities-Finanzierungen

* Rechtliche Aspekte bei Verbriefungen in Deutschland