10. Kapitel: Mit Impulsen und Anregungen arbeiten in:

Christian-Rainer Weisbach

Das Coachinggespräch, page 237 - 262

Grundlagen und Trainingsprogramm beratender Gesprächsführung

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4488-9, ISBN online: 978-3-8006-4489-6, https://doi.org/10.15358/9783800644896_237

Bibliographic information
Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 229 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten Bislang waren alle Interventionen des Coach reaktiv. Dass ich die Impulse erst am Ende dieses Buches behandle, liegt an dem Umstand, dass die verbreitete Neigung, einen anderen zu beeinflussen, rasch schier unüberwindlichen Hindernissen begegnet, wenn der Coach eine andere Vorstellung von einer zukünftigen Situation hat als der Ratsuchende. Erscheinen ihm die eigenen Überlegungen vernünftig, neigt er sowohl zu der Mutmaßung, dass er sich vernünftig und klar ausdrückt, als auch zu der Annahme, dass die eigenen Ideen den Ratsuchenden überzeugen werden. Dabei wird großer Wert auf die logische Begründung bzw. Widerlegung eines Sachverhalts gelegt. Wer nun gewohnt ist, sich so auseinanderzusetzen, vertraut auf die Logik und setzt auf die Macht der Argumente. Doch im Vertrauen auf die Qualität der eigenen Argumente gerät der Ratsuchende nur zu leicht aus dem Blick. Doch im Coaching werden vorrangig psycho-logische Anforderungen an die Argumentation gestellt. Im Mittelpunkt steht nicht die Richtigkeit der jeweiligen Aussagen, sondern welche emotionale Bedeutung sie für den Ratsuchenden haben. Viele Ratsuchende gestehen sich allerdings ungern ein, dass ihre Gefühle bei Entscheidungen eine weitaus größere Rolle spielen als ihr Verstand. Gern wird nachträglich mit verstandesmäßigen Argumenten erklärt, warum eine (emotional getroffene) Entscheidung vernünftig ist. Dahinter verbirgt sich eine verbreitete Angst vor der Unberechenbarkeit der eigenen Gefühle und eine ebenso große Sorge vor der Beeinflussbarkeit der eigenen Wünsche und Empfindungen durch andere. Der Coach trägt dieser Gefühlsebene Rechnung, indem er nicht auf seine „besseren Argumente“ setzt, sondern sich auf den Ratsuchenden, seine individuellen Wünsche und momentanen Probleme einstellt. Ratsuchende unterscheiden bei jeder Information, die sie hören (wie überhaupt bei jeder Wahrnehmung) zwischen angenehm und unangenehm und schützen sich vor bzw. meiden Situationen, die negative Gefühle hervorrufen. Dazu gehört alles, was fremd, verworren und unklar scheint. Das ist bereits dann der Fall, wenn der Ratsuchende hört, bzw. merkt, dass seine Sichtweise nicht ernst genommen wird. Dies erklärt auch, warum Ratsuchende oft auf gut gemeinte Vorschläge, Anregungen und Empfehlungen so zurückhaltend, wenn nicht offen ablehnend reagieren. Nicht die Lösungsidee an sich ist schlecht, sie passt nur nicht zu der Vorstellung, die sich der Ratsuchende bereits gemacht hat; und was nicht ins Bild passt, wird auch als unpassend bezeichnet. Solange sich nämlich der Ratsuchende insgeheim sein einmal gemachtes Bild bestätigen lassen möchte, wird jede Empfehlung – und sei sie noch so geschickt formuliert – auf Widerstand stoßen. 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 230 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten230 Wir haben uns in den vorangegangenen Kapiteln so ausführlich mit der Problemsicht, den Zielen und den Ressourcen befasst, weil wir nur dann den Ratsuchenden für etwas gewinnen können, wenn wir uns seine Vorstellung und seine Herangehensweise vertraut gemacht haben. Spürt der Ratsuchende nämlich, dass man die Dinge mit seinen Augen sieht, wird seine Neigung, das einmal gefasste Bild zu verteidigen, merklich nachlassen. Auch wenn Sie mit den Gesprächsfertigkeiten, die Sie sich in den ersten neun Kapiteln dieses Buches angeeignet haben, frei von direkten Vorschlägen ein Beratungsgespräch führen können, gibt es Momente, da bittet Sie der Ratsuchende ganz direkt um einen Rat, möchte Ihre Lösungsideen kennen lernen oder Sie halten einen kurzen Hinweis für angebracht, weil es zeitraubend wäre, den Ratsuchenden durch behutsames Lenken zu einer Selbsteinsicht zu bringen, die in diesem Zusammenhang nicht relevant ist. Bei jeder Intervention stellt sich die Frage, wie wir Zugang zur Welt des Ratsuchenden bekommen, da sich dieser ja nicht zwangsläufig mit dem beschäftigt, was dem Coach gerade durch den Kopf geht. Wer sich konsequent mit der Welt des anderen auseinandersetzt, entdeckt rasch, dass es kein einheitliches Erfolgsrezept gibt. So wie ein Witz den einen zum Lachen bringt, während andere dafür nur ein gequältes Grinsen übrig haben, so kann ein und derselbe Impuls den einen zum Nachdenken bringen und den anderen mit Abwehr reagieren lassen. Wenn den Ratsuchenden nicht überzeugt, was Sie ihm zu vermitteln versuchen, muss es nicht unbedingt der Inhalt sein, der ihn von seiner Zustimmung abhält. Möglicherweise haben Sie nur deswegen nicht sein Interesse geweckt, weil er anders wahrnimmt (= Wahrnehmungsmuster) bzw. den Impuls anders verarbeitet (= Verarbeitungsmuster) und folglich anders entscheidet (= Entscheidungsmuster) als Sie vermutet hatten. Ehe Sie etwas an der inhaltlichen Aussage zurücknehmen, können Sie versuchen, ihn mit anderen Worten zu erreichen. Wenn Sie dem Ratsuchenden eine Anregung geben, können Sie vorab prüfen, mit welcher Wortwahl Sie den Verarbeitungsmustern Ihres Gegenübers am ehesten gerecht werden. Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, wie sich der bevorzugte Wahrnehmungskanal in der Sprechweise ausdrückt (Kapitel 4) und welche Möglichkeiten wir haben, uns anzugleichen. So verschieden wir Menschen zwar untereinander sind, so einheitlich sind wir uns selbst gegenüber. Die Art und Weise wie wir unsere Aufmerksamkeit lenken, Informationen aufnehmen und Erfahrungen abspeichern und organisieren, geschieht nach immer gleichen oder doch sehr ähnlichen Mustern. Da es sich bei diesen Mustern um beschreibbare Vorgänge handelt, besteht die Möglichkeit, sich mit den spezifischen Denkweisen so vertraut zu machen, dass es gelingt, sich auf diese Verarbeitungsmuster einzustellen. Im folgenden will ich Muster darstellen und zeigen, wie diese das Verhalten des Ratsuchenden und seine Reaktionen beeinflussen. Zunächst im Überblick: 1. „Hin zu“ oder „Weg von“ 2. Möglichkeit oder Notwendigkeit Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 231 23110. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten 3. Innen oder außen geleitet 4. Übereinstimmung oder Unterschied 1. „Hin zu“ oder „Weg von“ Im Coachinggespräch muss der Ratsuchende immer wieder Entscheidungen treffen. In der Phase der Problemklärung und der Lösung von Blockaden geht es darum, einen bestimmten Sachverhalt in einem anderen Licht zu betrachten bzw. sich für eine andere Gewichtung der Problemanteile zu entscheiden. Geht es um die Ziele, bleiben kritische Fragen nicht aus, die nur zu oft dazu führen, dass sich der Ratsuchende entschließt, sein Ziel auf ganz anderem Weg zu verfolgen. Bei all diesen Entscheidungen wird der Coach bemerken, dass der Ratsuchende entweder offen, neugierig (= „hin zu“) oder ablehnend, vermeidend (= „weg von“) reagiert. Darin zeigt sich ein allgemeines Prinzip: Wir ziehen – soweit es in unserer Macht steht – Wohlfühlen dem Schmerz vor. •• „Hin zu“ nenne ich alle Aktivitäten, die das Wohlbefinden erhalten oder steigern sollen. Jede Handlung dient dazu, etwas zu erreichen. Bei der „hin zu“-Haltung konzentriert sich die Wahrnehmung auf den Reiz der Möglichkeiten: Damit etwas ist. Ich möchte gern erreichen, dass er meinen Entwurf sorgfältig durchgeht, offene Fragen mit mir bespricht und wir zu einem gültigen Vertrag kommen. •• „Weg von“ heißen alle Aktivitäten, mit denen Unangenehmes vermieden werden soll. Hier resultieren die Handlungen aus dem Wunsch, dadurch etwas zu verhindern. Bei der „weg von“-Haltung ist die Wahrnehmung auf Gefahren und Risiken programmiert: Damit etwas nicht ist. Ich muss auf jeden Fall verhindern, dass er meinen Vertragsentwurf weiterhin auf die lange Bank schiebt, denn sonst kommen wir nie zum Ende. Was jedoch im einzelnen als zu Vermeidendes betrachtet wird, ist äußerst unterschiedlich. Wenn Sie wählen können, werden Sie sich wahrscheinlich bei den Zuständen wie Schmerz, Krankheit, Unfall, oder bei Empfindungen wie Blamage, Angst, Trauer spontan für Vermeiden entscheiden. Doch wie reagieren Sie auf folgende Stichworte: Tod, Trennung, Kündigung? Ist das genauso klar? Man spricht von „Tod als Erlösung“, Trennung kann einen quälenden Zustand beenden, Kündigung die Chance eines Neuanfangs sein. In ein und derselben Aktivität können die einen das Vergnügen, den Nutzen oder Vorteil suchen, während andere sich damit Unangenehmes, Schwierigkeiten oder Nachteile ersparen wollen. Wenn Sie herausfinden möchten, ob ein Ratsuchender in einer konkreten Situation „hin zu“ oder „weg von“ eingestellt ist, fragen Sie ihn: Was wollen Sie damit erreichen? oder Was verbinden Sie damit? Oder fragen Sie welche Vor- bzw. Nachteile eine bestimmte Entscheidung oder Vorgehensweise hat. Sie werden dabei entdecken, dass Ratsuchende mit einem „weg von“-Muster üblicherweise mit den Nachteilen beginnen und ihnen auch mehr Negativpunkte einfallen. Umgekehrt halten sich Menschen mit einem „hin zu“-Muster bevorzugt bei den Vorteilen auf, mit denen sie auch typischerweise beginnen. Coach: Sie haben jetzt Ihre Bewerbungsunterlagen komplett überarbeitet und doch erlebe ich Sie gerade sehr zögernd. Ich frage mich, was Sie abhält, diese nun abzuschicken. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 232 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten232 Ratsuchender: Mm. Eigentlich nichts. – Wobei ich damit rechnen muss, die Unterlagen mit so ’nem netten Zweizeiler zurückzubekommen, das täte schon weh. Coach: Jetzt verstehe ich Sie. Das ist in der Tat eine pfiffige Lösung, Ablehnung zu vermeiden. Und wenn es nun einen Weg gäbe, dieses Risiko zu verhindern? Ratsuchender: Dann würde ich keinen Moment zögern. Denn ich möchte mich ja verändern, weil die jetzige Situation nicht mehr lange auszuhalten ist. Coach: Es wird also so oder so nicht ohne Unannehmlichkeiten ausgehen. Bewerben Sie sich, gehen Sie das Risiko des Abgelehnt-Werdens ein, bewerben Sie sich nicht, werden weitere Belastungen unvermeidbar auf Sie zu kommen. Wenn Sie wissen, nach welchem Muster der Ratsuchende bevorzugt Informationen verarbeitet, können Sie darauf Bezug nehmen. Sie können den Ratsuchenden darüber nachdenken lassen, welche Vorteile sich aus einer bestimmten Handlung ergeben, oder hervorheben, welche Nachteile sich durch die gleiche Handlung vermeiden lassen. Die hier besprochenen Verarbeitungs- und Entscheidungsmuster sind wertfrei. Das „hin zu“-Muster ist nicht besser oder zielführender als das „weg von“- Muster, wenngleich mancher Coach geneigt sein mag, die „hin zu“-Haltung des Ratsuchenden als Ausdruck einer gelungenen Zielklärung zu halten. Doch hinter manchem „Hin zu“ steht ein unreflektiertes Hauruck, nach dem Motto: Hauptsache es geschieht überhaupt irgend etwas. Ein verantwortungsbewusster Coach wird hier bremsend intervenieren, beispielsweise: Ratsuchende: Wir haben das ja nun die Länge und die Breite besprochen, so dass alles klar ist. Jetzt gilt es Nägel mit Köpfen zu machen. Das heißt, ich werde morgen früh meinen Mitarbeitern den neuen Ablaufplan präsentieren. Coach: Sie haben sich entschlossen, die Gunst der Stunde zu nutzen und sehen sich bereits in der Umsetzungsphase. Zusätzlich können wir jetzt noch gedanklich testen, welche Potenziale bislang ungenutzt geblieben sind. Ratsuchende: Meinen Sie, ich bin schon wieder zu schnell? Coach: Gerade weil Sie möglichst schnell Ergebnisse sehen wollen, möchte ich Sie dabei unterstützen, alle Möglichkeiten umfassend zu beurteilen. Auch wenn es objektiv dasselbe ist, nehmen manche Menschen ein Glas als „halb voll“ wahr, während andere dazu „halb leer“ sagen. Entsprechend können wir ein und dasselbe von der Seite der Vorteile als auch von der Seite der Nachteile betrachten. Die folgende Liste mit einigen Beispielwörtern mag Sie bei den entsprechenden Formulierungen unterstützen. Hin zu Weg von außerdem, was noch, zusätzlich wählen, aussuchen, entscheiden, vorziehen, sich entschließen, urteilen, richten, probieren, testen, wagen Interesse, Neugier, Neigung angenehm, bequem, bereichernd Chance, Möglichkeit, Potenzial Gelegenheit, Nutzen, Anlass nicht, ohne, kein vermeiden, verhindern, abhalten, abwenden, unterlassen, verzichten, aufhören, bleiben lassen, versäumen, abstellen Belastung, Bürde, Unannehmlichkeit unangenehm, unbequem, anstrengend Risiko, Gefahr, Unglück Veränderung, Störung, Beeinträchtigung Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 233 23310. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten Unterstreichen Sie bei der folgenden Übung die entsprechenden Signalwörter und rahmen Sie zunächst die Äußerung affektiv, indem Sie auf die „Hin zu“bzw. „Weg von“-Haltung achten. Wenn Sie mögen, fügen Sie noch einen Impuls hinzu, um den Ratsuchenden für etwas zu bewegen. Ratsuchender Anregung/Vorschlag des Coach 1. Manchmal frage ich mich, wozu ich mich dieser Belastung unterziehe, am Ende war der ganze Stress doch umsonst. Ich sollte aufhören, mir irgendwelche Hoffnungen zu machen, weil die Kriterien für dieses Bewerbungsgespräch völlig willkürlich sind. 2. Die Vorbereitung für diesen Wettbewerb ist der reinste Wahnsinn. Ich komme kaum noch zum Schlafen und halte mich nur noch mit Aufputschmitteln wach. Doch die Vorstellung am Ende auf dem Siegertreppchen zu stehen, lässt mich die ganzen Strapazen aushalten. 3. Dieses Angebot für drei Jahre nach Barcelona zu gehen klingt schon sehr verlockend. Wenn es für die Kinder eine passende Schule gäbe, würde meine Frau vermutlich sofort dafür sein. Auf jeden Fall wäre das finanziell super, weil mein Gehalt in Deutschland weiterläuft. 4. Ich brauche dringend ’ne Veränderung, sonst drehe ich durch. Ich muss hier raus, wenigstens für ein halbes Jahr. Es grenzt zwar an Selbstmord, mit 57 zu kündigen, aber mich weiter durchzuwurschteln ist noch schlimmer. 5. Dieses ständige Pendeln zwischen München und Dortmund ist schon eine arge Bürde, ganz abgesehen von den Gefahren, die das zwangsläufig mit sich bringt. Aber ich wüsste nicht, wie man das abwenden kann, denn wenn ich in Dortmund keine Präsenz zeige, tanzen mir die Mitarbeiter auf dem Tisch und solange die Zukunft so unklar ist, möchte ich meiner Familie keinen Umzug zumuten. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 234 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten234 Es gibt natürlich wieder keine „richtige“ Antwort. Vergleichen Sie Ihre Erwiderung hinsichtlich der „Hin zu“- bzw. „Weg von“-Haltung mit den Antworten meiner Seminarteilnehmer. Die entsprechenden Signalwörter habe ich wieder fett geschrieben. 1. Manchmal frage ich mich, wozu ich mich dieser Belastung unterziehe, am Ende war der ganze Stress doch umsonst. Ich sollte aufhören, mir irgendwelche Hoffnungen zu machen, weil die Kriterien für dieses Bewerbungsgespräch völlig willkürlich sind. Es ist verständlich, wenn Sie unnötigen Stress vermeiden wollen. Vielleicht werden Sie meine Idee gleich weit von sich weisen: Sie könnten ja auch das Risiko des Abgelehnt-Werdens miminimieren, indem Sie herausfinden, wer für diese Kriterien zuständig ist und wie Sie diese vorab erfahren können. 2. Die Vorbereitung für diesen Wettbewerb ist der reinste Wahnsinn. Ich komme kaum noch zum Schlafen und halte mich nur noch mit Aufputschmitteln wach. Doch die Vorstellung am Ende auf dem Siegertreppchen zu stehen, lässt mich die ganzen Strapazen aushalten. Sie konzentrieren sich voll und ganz auf den Nutzen, den Ihnen Ihr Einsatz bringen wird. Wobei Sie sich auch entscheiden könnten, Möglichkeiten heranzuziehen, bei denen Sie wach und fit bleiben. Sobald Sie das Bewertungsschema kennen, das diesem Wettbewerb zugrunde liegt, können Sie getrost die Punkte abhaken, die Sie bereits mustergültig beherrschen. 3. Dieses Angebot für drei Jahre nach Barcelona zu gehen klingt schon sehr verlockend. Wenn es für die Kinder eine passende Schule gäbe, würde meine Frau vermutlich sofort dafür sein. Auf jeden Fall wäre das finanziell super, weil mein Gehalt in Deutschland weiterläuft. Sie sehen bereits, welche Chancen sich für Sie und Ihre Familie auftun. Gleichzeitig wundere ich mich, dass Sie mit Ihrer Frau darüber noch nicht detailliert gesprochen haben. Denn Sie wollen ja nicht aufgrund von Vermutungen planen. Nebenbei: Barcelona hat eine Deutsche Schule. 4. Ich brauche dringend ’ne Veränderung, sonst drehe ich durch. Ich muss hier raus, wenigstens für ein halbes Jahr. Es grenzt zwar an Selbstmord, mit 57 zu kündigen, aber mich weiter durchzuwurschteln ist noch schlimmer. Sie haben genau erkannt, dass Sie aufgefressen werden, wenn Sie sich zwingen da noch länger durchzuhalten. Wenn Sie sagen, dass Sie sich nur für eine gewisse Zeit abwenden, um zu vermeiden, gesundheitlich draufzuzahlen, könnte das ja für Ihren Arbeitgeber eine hoch attraktive Variante sein, Sie in sechs Monaten mit offenen Armen wieder einzustellen. Schließlich weiß er ja, was er an Ihnen hat. 5. Dieses ständige Pendeln zwischen München und Dortmund ist schon eine arge Bürde, ganz abgesehen von den Gefahren, die das zwangsläufig mit sich bringt. Aber ich wüsste nicht, wie man das abwenden kann, denn wenn ich in Dortmund keine Präsenz zeige, tanzen mir die Mitarbeiter auf dem Tisch und solange die Zukunft so unklar ist, möchte ich meiner Familie keinen Umzug zumuten. Mit Ihrer Doppelpräsenz vermeiden Sie Chaos in der Firma und Probleme daheim. Ich frage mich, was Sie davon abhält, Ihre Mitarbeiter engmaschig vom Homeoffice Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 235 23510. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten zuführen. Ein ganz anderer Gedanke ist, wie sich die Ungewissheit Ihrer Zukunft abstellen lässt. 2. Möglichkeit oder Notwendigkeit Beim vorangegangenen Punkt hatte ich bereits ausgeführt, dass sich der Ratsuchende fortlaufend entscheiden muss. Mal führt die Problemklärung zu einer neuen Sichtweise, mal werden vertraute Denkmuster infrage gestellt oder das bislang favorisierte Ziel erscheint in komplett anderem Licht. Bei all diesen Entscheidungen wird der Coach bemerken, dass diese entweder aus Einsicht in die Notwendigkeit oder aus einer Suche nach Möglichkeiten getroffen werden. Dieses Entscheidungsmuster kann sich wie ein roter Faden nicht nur durch das Coachinggespräch sondern durchs ganze Leben ziehen. Dabei fallen folgende Unterschiede besonders auf: •• Einsicht in die Notwendigkeit: Entscheidungen werden getroffen und Dinge werden getan, weil sie getan werden müssen. Die Aufmerksamkeit richtet sich vorzugsweise auf Bekanntes und damit Sicheres. Entschlüsse dienen vor allem der Stabilität und Kontinuität. •• Suche nach Möglichkeiten: Das Handeln wird angeregt durch das, was möglich ist. Das Interesse richtet sich bevorzugt auf das, was noch nicht bekannt ist, auf Gelegenheiten, die sich noch ergeben könnten. Entscheidungen werden vor allem durch die Wahl- und Entwicklungsmöglichkeiten bestimmt. Beim folgenden Gesprächsausschnitt können Sie überprüfen, wie der Coach dem Ratsuchenden in dessen Muster (Suche nach Möglichkeiten) entgegenkommt. Sie erinnern sich vielleicht noch an den Fall 9 aus dem 1. Kapitel. Der Ratsuchende, Junior-Chef einer Schlosserei, reibt sich seit mehreren Jahren mit seinem Vater, dem Senior-Chef. Ich kann es drehen und wenden, wie ich will: Der Laden gehört nun mal dem Alten und das lässt er mich tagein tagaus spüren. Dabei könnten wir gerade in der jetzigen Phase so viel ändern. Ob neue CNC-Maschinen oder Lasertechnik, die Zukunft liegt gewiss nicht mehr bei Hammer und Amboss. Coach: Sie möchten so gern die Entwicklung im Unternehmen mitgestalten und haben auch schon viele Ideen. Dabei schmerzt Sie im Moment, mit ansehen zu müssen, wie viele Möglichkeiten verspielt werden. Ratsuchender: Das kann man wohl sagen. Mein Vater übersieht jede noch so kleine Chance, damit sich das Unternehmen nach vorn entwickelt. Sein Lieblingswort heißt Kontinuität und keine Experimente. Als ob man damit im Wettbewerb überleben kann. Coach: Und gerade weil Sie überleben wollen, möchte ich mit Ihnen prüfen, wie Sie Ihren Vater gewinnen können. Wie geht es Ihnen bei der Vorstellung, dass sich ihr Vater nicht nur Ihre Überlegungen aufmerksam anhört, sondern interessiert nachfragt? Ratsuchender: Nicht vorstellbar, wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Coach: Okay, und wenn Sie einen Weg kennen würden, um das zu erreichen? Ratsuchender: Jetzt machen Sie mich neugierig. Schließlich ist das mein Ziel. Ich will den Alten ja nicht ausbooten, ich brauche ihn ja noch ’ne Weile. Jetzt schießen Sie schon los. Wie muss ich das anstellen? Coach: Sie hatten mir gerade das Lieblingswort Ihres Vaters genannt. Wie lässt sich beispielsweise Ihre Idee der Lasertechnik so darstellen, dass dabei die Kontinuität gewahrt bleibt und Ihr Vater keine Sorge haben muss, hier werden Experimente veranstaltet? Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 236 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten236 Ratsuchender: Eigentlich ganz einfach. Denn diese Technik kam ja nicht aus heiterem Himmel, sondern ist eine kontinuierliche Entwicklung. Außerdem müssen wir gar nicht experimentieren, sondern können bei anderen abgucken, was die bereits mit großem Erfolg machen. Coach: Bevor Sie Ihrem Vater etwas vorschlagen, können Sie zunächst die Möglichkeit nutzen, sich seine Sichtweise vertraut zu machen. Wenn Sie das ernst nehmen, was für ihn notwendig ist, wird er sehr viel geneigter sein, Ihnen zuzuhören. … Wenn Sie sich mit diesem Muster intensiv befassen, werden Sie entdecken, dass Ratsuchende mit einem „Notwendigkeits-Muster“ nach Begründungen fragen. Die Ursache-Wirkungs- Zusammenhänge fördern gewissermaßen ihre Einsicht in die Notwendigkeit. Hingegen werden Sie bei Ratsuchenden mit einem „Möglichkeits-Muster“ feststellen, dass für diese das Ziel, also der finale Aspekt einer Handlung wichtig ist. Bei der Lösung ihres Problems interessiert sie vor allem die Vielfalt der Möglichkeiten und sie reagieren neugierig auf den unausgeschöpften Reichtum an Chancen. Es hilft Ratsuchenden, die nach Notwendigkeit entscheiden, wenn sie Zusammenhänge in ihrer Sichtweise dargelegt bekommen, beispielsweise: Ratsuchender: Unsere freien Mitarbeiter werden sich daran gewöhnen müssen, dass der bisherige Schlendrian ein Ende hat. Was mein Vorgänger hat durchgehen lassen, mag ja ganz angenehm gewesen sein, aber damit ist jetzt definitiv Schluss. Jetzt werden neue Saiten aufgezogen. Coach: Es erscheint Ihnen zwingend, dass eine einheitliche Linie herrscht. Gleichzeitig müssen Sie für Kontinuität sorgen, damit die laufenden Anforderungen dauerhaft erfüllt werden. Das erfordert von Ihnen ein besonderes Fingerspitzengefühl. Ratsuchender: Wohl wahr! Aber ich muss handeln, denn die Ergebnisse schlagen ja auch auf mich zurück und ich werde eines Tages gefragt, wie ich das habe zulassen können. Es wird leider unvermeidlich sein, dass ich mich von dem einen oder anderen trennen muss, wenn er nicht gewillt ist, die erforderlichen Standards zu erbringen. Coach: Sie stehen da unter erheblichem Erfolgsdruck und möchten die Not wenden, indem Sie Maßstäbe setzen, über die nicht mehr diskutiert wird. Gleichzeitig sind Sie auf die Loyalität Ihrer freien Mitarbeiter angewiesen und dürfen diese nicht ungewollt vor den Kopf stoßen. Usw. Auch für dieses Muster möchte ich Ihnen einige typische Beispielwörter an die Hand geben, die Sie für „mustergültige“ Erwiderungen nutzen können. Notwendigkeit: Möglichkeit: notwendig, nötig, erforderlich, zwingend langfristig, dauerhaft, auf lange Sicht Ausdauer, Durchhaltevermögen Anforderung, Erfordernis, Kontinuität Bedingung, Voraussetzung unabdingbar, unvermeidlich, leider bleiben, bewahren, erhalten müssen, sollen, nicht dürfen möglich, hoffentlich, günstiger Zeitpunkt, Aussicht erweitern Chance ergreifen Möglichkeit nutzen Gelegenheit nutzen Entwicklung zulassen Abwechslung bieten können, wollen, dürfen Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 237 23710. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten Auch für das Muster Einsicht in die Notwendigkeit vs. Suche nach Möglichkeiten biete ich Ihnen wieder eine Übung an. Der Ratsuchende spricht Sie mehr oder weniger direkt an, erhofft sich also Ihre Stellungnahme. Wie können Sie reagieren und dabei gleichzeitig das zugrundeliegende Verarbeitungsmuster berücksichtigen? Da den Sätzen der Zusammenhang fehlt, gehen Sie wieder ganz spielerisch vor und lassen Ihrer Phantasie freien Lauf. Ratsuchender Anregung/Vorschlag des Coach 1. Wie bringe ich das nur an meinen Mitarbeiter ran? Er muss doch kapieren, dass es gewisse Standards an Ordnung gibt, die nun einmal zwingend sind, wenn man erfolgreich arbeiten will. Er ist extrem chaotisch, nicht zum Aushalten! 2. Ich sehe ja ein, dass es auf lange Sicht unvermeidbar ist, dass wir uns zusammenraufen. Aber dieser Kollege ist so etwas von übergriffig, dass es mir zunehmend schwer fällt, nichts zu sagen und ruhig zu bleiben. Was soll ich bloß machen? 3. Ich weiß nicht, was ich falsch mache. Ich möchte gern erreichen, dass mein Chef sich mehr mit meinen Ideen und Anregungen auseinandersetzt. Aber irgendwie hat er nur einen Blick für die Kollegen, die ihm nach dem Mund reden. 4. Ich würde gern die Gelegenheit nutzen, um mich weiterzuentwickeln und ein Abendstudium machen. Ich wollte das mit Ihnen besprechen, weil ich mir nicht sicher bin, ob der jetzige Zeitpunkt günstig ist, wenn ich auf 50 % reduziere. 5. Das Angebot ist schon sehr verlockend und meine Frau rät mir schon wegen des Gehalts sehr zu, allerdings schränkt es mich ziemlich ein und all das, was sich am Horizont auftut, wird am Horizont bleiben, weil ich dafür keine Zeit mehr habe. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 238 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten238 Vielleicht sind Sie überrascht, wie direktiv die Erwiderungen bei den Ratsuchenden ausfallen, die nach Notwendigkeit entscheiden. Es geht ums mustergerechte Reagieren. 1. Wie bringe ich das nur an meinen Mitarbeiter ran? Er muss doch kapieren, dass es gewisse Standards an Ordnung gibt, die nun einmal zwingend sind, wenn man erfolgreich arbeiten will. Er ist extrem chaotisch, nicht zum Aushalten! Es bringt Sie auf die Palme, dass Ihr Mitarbeiter die notwendigen Anforderungen so wenig beherzigt. Wir müssen uns allerdings fragen, nach welchen Prinzipien sich dieser Mann organisiert. Auch ein Chaot hält sein Vorgehen für zielführend. Eine zwingende Voraussetzung für ein gelingendes Mitarbeitergespräch besteht darin, die Sichtweise des Gegenübers zu erfassen. 2. Ich sehe ja ein, dass es auf lange Sicht unvermeidbar ist, dass wir uns zusammenraufen. Aber dieser Kollege ist so etwas von übergriffig, dass es mir zunehmend schwer fällt, nichts zu sagen und ruhig zu bleiben. Was soll ich bloß machen? Bei allem Respekt für Ihr Durchhaltevermögen, überrascht es mich, dass Sie auf unkollegiales Verhalten mit Schweigen reagieren. Schon der Respekt vor sich selbst erfordert, Übergriffe abzuwehren. Aber irgend etwas macht es Ihnen schwer, diesem Kollegen Einhalt zu gebieten. 3. Ich weiß nicht, was ich falsch mache. Ich möchte gern erreichen, dass mein Chef sich mehr mit meinen Ideen und Anregungen auseinandersetzt. Aber irgendwie hat er nur einen Blick für die Kollegen, die ihm nach dem Mund reden. Das ist natürlich enttäuschend, wenn Ihre Vorschläge so wenig beachtet werden. Wobei Sie bereits überlegen, was sich ändern lässt. Wir können gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, das Interesse Ihres Chefs zu wecken. Vielleicht können Sie seinen bisherigen Blick für die Kollegen auch für sich nutzen. 4. Ich würde gern die Gelegenheit nutzen, um mich weiterzuentwickeln und ein Abendstudium machen. Ich wollte das mit Ihnen besprechen, weil ich mir nicht sicher bin, ob der jetzige Zeitpunkt günstig ist, wenn ich auf 50 % reduziere. Einerseits möchten Sie Ihre Kompetenz erweitern und sehen die Chancen, die das mit sich bringt, andererseits wollen Sie gern herausfinden, wie die Reduktion Ihrer Arbeit momentan ankommt. Ich höre heraus, dass Sie keinen Moment zögern, wenn Sie sich sicher sind, dass das unterstützt wird. Ich frage mich, was Sie hindert, das bei Ihrem Vorgesetzten offen anzusprechen. 5. Das Angebot ist schon sehr verlockend und meine Frau rät mir schon wegen des Gehalts sehr zu, allerdings schränkt es mich ziemlich ein und all das, was sich am Horizont auf tut, wird am Horizont bleiben, weil ich dafür keine Zeit mehr habe. Sie möchten gern all die Wege nutzen, die sich gerade auftun und können sich gerade nicht vorstellen, welche Chancen mit diesem Angebot verknüpft sind. Wenn Sie wollen, können wir ja die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten miteinander vergleichen. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 239 23910. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten 3. Innen- oder außengeleitet Im vorangegangenen Abschnitt hatten wir uns vergegenwärtigt, wie oft sich der Ratsuchende während des Coaching entscheiden muss, ja dass die eigentliche Wirkung des Coach darin besteht, dem Ratsuchenden bewusst zu machen, dass allen seinen Handlungen und auch seinen „Nicht-Handlungen“ eine Entscheidung zugrunde liegt. Je direkter der Coach interveniert, um so wichtiger ist es, sich die Muster zu vergegenwärtigen, die auf Entscheidungsprozesse Einfluss haben. Bei Entschlüssen oder wenn es darum geht, sich einer Sache sicher zu sein, benutzen viele Menschen ein ihnen vertrautes Muster. •• Außengeleiteten Entscheidungen liegen Fragen zugrunde: Welche Zustimmung finde ich? Was sagen andere dazu? Entspricht das den Erwartungen, die an mich gestellt werden? Ist das sozial erwünscht bzw. wie stehe ich in den Augen anderer dar? Es grenzt an eine Überforderung, einem außengeleiteten Ratsuchenden eine Entscheidung abzuverlangen, ohne ihm Informationen zu geben, wie andere in dieser Situation denken und handeln und mit ihm zu überlegen, wie er gegebenenfalls von anderen gesehen wird. Hier liegt allerdings auch eine Gefahr: Der Ratsuchende orientiert sich unreflektiert am Coach. •• Innengeleitete Entscheidungen werden aus dem Gefühl, der Intuition heraus gefällt. Die innere Stimmigkeit steht hier im Vordergrund. Wenn die Zustimmung des Coach dem eigenen Urteil entspricht, wird das durchaus will kommen geheißen. Aber im umgekehrten Fall vermag die Meinung des Coach, wenn sie im Widerspruch zur eigenen Einschätzung steht, wenig verändern. Da hier das eigene Urteil fest vom Gefühl gesteuert ist, vermag die äußere Zustimmung oder Ablehnung kaum etwas zu bewegen. Es nützt herzlich wenig, einem innengeleiteten Ratsuchenden etwas zu erklären, indem darauf verwiesen wird, wer noch alles davon angetan ist und was andere dazu sagen und tun. Ihn überzeugt nur, was sich auf Dinge bezieht, die er selbst wissen oder überprüfen kann. Zur Illustration greife ich auf ein weiteres Beispiel aus dem 1. Kapitel zurück (Fall 5). Da überlegte die Ratsuchende nach zehn Jahren Erziehungsurlaub in ihren alten Beruf zurückzukehren und äußerte: Ich bin ja nun schon zehn Jahre raus, das ist eine verdammt lange Zeit. Also, da hat sich ja auch wahnsinnig viel verändert, ich weiß nicht, ob ich da noch den Anschluss finde. Ich habe mich ja all die Jahre auch nicht auf dem Laufenden gehalten, – wie auch bei drei Kindern?! Andererseits ist absehbar, dass meine Rolle als Mutter von Jahr zu Jahr an Bedeutung abnimmt. Coach: Die Sorge, nicht den Anschluss zu finden, verunsichert Sie gerade. Das heißt, Sie müssen irgendwie herausfinden, welche Erwartungen da auf Sie zukommen. Ratsuchende: Stimmt. Bislang habe ich nur von weitem mitbekommen, was sich alles geändert hat. Aber vielleicht sollte ich mich mal ganz direkt erkundigen, was man heute können muss. Coach: Auf jeden Fall würde Ihnen das helfen, eine Entscheidung zu fällen. Dabei können Sie auch nach den Erfahrungen anderer fragen, die nach zehnjähriger Pause wieder zurückkehren. Vielleicht kann man Sie auch darüber informieren, welche begleitenden Maßnahmen für ähnliche Wiedereinsteiger vorgesehen sind. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 240 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten240 Ratsuchende: Ja, das ist eine Idee. Ich bin ja schließlich nicht die einzige, die Erziehungsurlaub genommen hat. Mir fällt gerade ein, dass eine frühere Kollegin sogar wieder in ihre alte Abteilung zurückkehren konnte und das nach acht Jahren. Coach: Ich kann mir vorstellen, dass Ihnen das einige Sicherheit gibt, wenn Sie herausfinden, wer noch alles in einer vergleichbaren Situation war oder auch aktuell ist. Nebenbei: Ihre Entscheidung steht in bester Übereinstimmung zu den Unternehmensrichtlinien, wird doch dort besonders hervorgehoben, wie familienfreundlich das Unternehmen ist. Ehe Sie einen Impuls setzen oder sonst wie intervenieren, können Sie sich fragen, ob Sie den Ratsuchenden als innen- oder außengeleitet betrachten. Im einen Fall werden Sie Ihre Information bewusst so anbieten, dass sich der Ratsuchende selbst ein Bild machen und eine Entscheidung fällen kann; im anderen Fall werden Sie eher vergleichen oder sogar direkt auffordern, mit anderen zu reden und die Einschätzung anderer einzuholen. Ratsuchende, die innengeleitet entscheiden, neigen dazu sich abzugrenzen bzw. zu wehren, wenn Sie den Eindruck gewinnen, dass ihnen eine bestimmte Sichtweise nahegelegt wird. Darum wird ein erfahrener Coach seine Formulierungen so wählen, dass der Freiheitsspielraum des Ratsuchenden uneingeschränkt bleibt. Denn nimmt der Ratsuchende wahr, dass sein Verhaltensspielraum gegen seinen Willen eingeengt wird, äußert sich Widerstand. Dieser Widerstand, der auch als Reaktanz bezeichnet wird, kann bereits im Vorfeld einer vermuteten Freiheitseinschränkung gezeigt werden, sozusagen als vorweggenommene Antwort auf eine mögliche Beschränkung im Sinne des: „Wehret den Anfängen!“ In dem Versuch, die verlorene oder verloren geglaubte Freiheit wiederherzustellen, äußert sich Reaktanz in vier Formen: Trotz: Nach dem Motto: „Nun erst recht!“ Dabei wird auf Standpunkten beharrt, die eigentlich nicht der Rede wert sind, aber dazu dienen, sich vom Coach abzugrenzen. Zuwendung zur verwehrten Alternative: Es gewinnt gerade die Alternative an Attraktivität, die nicht in Augenschein genommen wird. Indirekte Freiheitswiederherstellung: Formal wird zugestimmt und gleichzeitig macht der Ratsuchende doch, was er für richtig hält. Offene Aggression: Dabei wird die Kompetenz des Coach infrage gestellt. Die folgende, kleine Tabelle mag für den außengeleiteten Coach eine Unterstützung sein, um zu sehen, wie andere dieses Entscheidungsmuster verbal aufgreifen … Innengeleitet Außengeleitet Sie sehen für sich … Sie können (über)prüfen, testen, erkunden, ausprobieren Sie beurteilen, bewerten, entscheiden selbst, schätzen ein … Für Sie ist es stimmig wenn, … Wenn Sie auf Ihre innere Stimme hören … Was sagt Ihnen Ihr Gefühl? andere und anderes hervorheben, wer noch … Vergleichen mit anderen Zuspruch durch andere In Übereinstimmung mit … andere entscheiden auch so Wer beurteilt, bewertet ebenso? Wie sehen Sie andere? Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 241 24110. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten Sie können bei den folgenden Übungssätzen dieses Muster erkennen und eine entsprechende Erwiderung formulieren. Sie haben bereits an den vorangegangenen Übungen bemerkt, dass es nicht um einen platten Ratschlag geht, sondern darum, den Ratsuchenden anzuregen, sich aktiv um seine Problemlösung zu kümmern. Ratsuchender Anregung/Vorschlag des Coach 1. So attraktiv es ja sein mag, in das Steuerungskomitee berufen zu werden, so sehr überfordert mich das gerade zeitlich. Aber wie sieht das denn aus, wenn ich meinem Chef sage, ich möchte da aus privaten Gründen nicht mitmachen? 2. Die können noch so sehr behaupten, dass das eine einmalige Chance sei. Mein siebter Sinn sagt mir, dass die nicht mit offenen Karten spielen. Auf so einer Informationsbasis bekommen die niemals meine Zustimmung. 3. Auch wenn ich neu bin und wenig Berufserfahrung habe, glaube ich sehr wohl, angemessen entscheiden zu können. Dieses dauernde Hineinreden meiner Kollegin nervt mich total. Wie kann ich mir das verbitten? 4. Diese neue Aufgabe macht mir Kopfzerbrechen. Früher konnte ich mich stets mit meinen Kollegen besprechen. Aber jetzt bin ich total allein und bekomme gar keine Rückmeldung bzw. erst am Ende, wenn ich nichts mehr beeinflussen kann. 5. Ich berichte ja jetzt an einen neuen Chef und kann den Mann nur ganz schwer einschätzen. Er macht zwar einen wohlwollenden Eindruck, aber letztlich weiß ich nicht, wie er mich sieht und ob ich überhaupt seinen Erwartungen entspreche. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 242 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten242 Auch hier können Sie Ihre Antworten mit denen meiner Ausbildungsteilnehmer vergleichen und prüfen, wie Sie auf das zugrundeliegende Muster von innengeleitet bzw. außengeleitet eingehen. Ich habe die entsprechenden Signalwörter wieder fett geschrieben. 1. So attraktiv es ja sein mag, in das Steuerungskomitee berufen zu werden, so sehr überfordert mich das gerade zeitlich. Aber wie sieht das denn aus, wenn ich meinem Chef sage, ich möchte da aus privaten Gründen nicht mitmachen? Sie möchten die Erwartungen Ihres Vorgesetzten nicht enttäuschen und machen sich Sorgen, wieweit das seine Zustimmung findet. Mich beschäftigt die Frage, ob es Kollegen gibt, die schon mal etwas abgelehnt haben. Welche Möglichkeiten sehen Sie, sich deren Erfahrungen zu eigen zu machen? 2. Die können noch so sehr behaupten, dass das eine einmalige Chance sei. Mein siebter Sinn sagt mir, dass die nicht mit offenen Karten spielen. Auf so einer Informationsbasis bekommen die niemals meine Zustimmung. Ihre innere Stimme sagt „Nein“ und gleichzeitig halten Sie sich Ihre Entscheidung offen, wenn Sie betonen: Auf so einer Informationsbasis. Welche Erkundigungen können Sie unternehmen, um alle Informationen zu bekommen, die für Sie nötig sind, um angemessen urteilen zu können? 3. Auch wenn ich neu bin und wenig Berufserfahrung habe, glaube ich sehr wohl, angemessen entscheiden zu können. Dieses dauernde Hineinreden meiner Kollegin nervt mich total. Wie kann ich mir das verbitten? Ich stelle mir vor, dass Sie sich ganz schön bevormundet fühlen und das dieses ungebetene Hineinreden auch ein gewisses Misstrauen hinsichtlich Ihres Könnens zeigt. Wenn Sie gerade für sich prüfen, wie wichtig es für Sie ist, dass die Kollegin Sie in einem guten Licht sieht bzw. nicht eingeschnappt reagiert, wenn Sie diese deutlich zurückweisen. 4. Diese neue Aufgabe macht mir Kopfzerbrechen. Früher konnte ich mich stets mit meinen Kollegen besprechen. Aber jetzt bin ich total allein und bekomme gar keine Rückmeldung bzw. erst am Ende, wenn ich nichts mehr beeinflussen kann. Ich stelle mir gerade vor, wie sehr das Ihren Schwung lähmt, sich förmlich isoliert zu fühlen und gar nicht mehr mit zu bekommen wie andere auf Ihre Arbeitsschritte reagieren. Wo gibt es dennoch Möglichkeiten zum Austausch? Denn mit einer Rückmeldung am Ende können Sie ja herzlich wenig anfangen. Was können Sie unternehmen, um sowohl Ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen, als auch deren Einschätzung kennen zu lernen? 5. Ich berichte ja jetzt an einen neuen Chef und kann den Mann nur ganz schwer einschätzen. Er macht zwar einen wohlwollenden Eindruck, aber letztlich weiß ich nicht, wie er mich sieht und ob ich überhaupt seinen Erwartungen entspreche. Sie sind gerade fürchterlich verunsichert, weil Ihnen so gar keine Orientierung gegeben wird,, wie Ihre Leistung beurteilt wird. Sie würden sich wesentlich wohler fühlen, wenn Sie wüssten, wie weit Sie seinen Erwartungen entsprechen. Ich überlege mir gerade, was Sie aktiv unternehmen können, um genau das in Erfahrung zu bringen. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 243 24310. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten 4. Übereinstimmung oder Unterschied Zum Schluss möchte ich Sie noch mit einem vierten Muster vertraut machen, das helfen kann zu verstehen, warum Ratsuchende manches so ganz und gar anders verarbeiten, als man es als Coach vermutet hatte. Es gibt Ratsuchende, die suchen bei neuen Informationen zunächst nach Vertrautem und andere gehen umgekehrt vor, indem sie sich erst einmal dem zuwenden, was anders ist. Auch wenn es im Ergebnis auf das Gleiche hinausläuft, so konzentrieren sich die sogenannten Übereinstimmungssucher zunächst auf die Gemeinsamkeiten, ehe sie sich den Unterschieden zuwenden, während umgekehrt die sogenannten Unterschiedssucher mit dem Trennenden beginnen, bevor sie einräumen, dass es auch Gemeinsamkeiten gibt. Die bevorzugten Fragen von Ratsuchenden, die nach Übereinstimmung suchen, lauten: •• Woher kenne ich das? •• Wie hängt diese Information mit anderen Informationen zusammen? •• Gibt es einen gemeinsamen Nenner? •• Was passt zusammen? Andere Ratsuchende verarbeiten die gleichen Informationen, indem sie sich fragen: •• Wo sind wichtige Unterschiede? •• Worin weicht diese Information von anderen ab? •• Inwieweit gibt es Differenzen? •• Was passt nicht zusammen bzw. was stimmt nicht? Ich möchte Ihnen dieses Muster an folgendem Beispiel verdeutlichen: Der Ratsuchende arbeitet seit zwanzig Jahren als Psychologe in einer Reha-Einrichtung für Behinderte. Weil er zunehmend unter seinem neuen Leiter leidet, bat er um ein Gespräch: Schon komisch, wenn man selbst auf der anderen Seite sitzt. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich das mal nötig haben könnte. Na ja, ist ja eigentlich nicht dasselbe. Das Setting hier ist ja nicht kompatibel mit dem, was ich sonst täglich mache. Auf jeden Fall brauche ich eine praktikable Lösung, denn sonst …, wie soll ich sagen, sonst muss ich mich trennen. Coach: Da hat sich etwas in letzter Zeit entwickelt, was so ganz und gar nicht Ihren Vorstellungen entspricht. Ratsuchender: So würde ich es nicht sagen. Das eigentliche Problem liegt darin, dass unser neuer Leiter einen Führungsstil an den Tag legt, der total von dem abweicht, was wir bislang gewohnt waren. Und das ist auf Dauer schwer auszuhalten. Coach: Es ist vor allem der Unterschied im Führungsstil, der Ihnen zu schaffen macht. Wobei ich mich frage, welche Diskrepanz Sie da besonders belastet. Ratsuchender: Belastet mich das? (Denkt nach.) Es sind mehr diese neumodischen Teamsitzungen. Plötzlich müssen wir über das Gruppenklima und unsere Gefühle reden und alles muss total einvernehmlich beschlossen werden. Sein Lieblingswort ist so ein betontes: Wir alle. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 244 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten244 Coach: Ich stelle mir gerade vor, dass da ein Stück Ihrer Autonomie verloren geht, wenn Sie plötzlich vereinnahmt werden und im „Wir alle“ keine eigene Position mehr haben dürfen. Ratsuchender: Da könnte was dran sein. Ich werde ja meiner Aufgabe nicht gerecht, wenn ich alle Rehabilitanden gleich behandle, ohne auf ihre Unterschiede zu achten. Im Coaching lässt sich dieses Muster mit Erfolg berücksichtigen. Falls Sie hinsichtlich des Verarbeitungsmusters Ihres Ratsuchenden unsicher sind, können folgende Testfragen so oder in Abwandlungen jederzeit gestellt werden: •• Wenn Sie diese Idee vergleichen mit dem, was Sie bislang … Oder: •• Ich weiß nicht, wieweit Sie diese Lösung mit dem vergleichen, was Sie bisher … Übereinstimmungssucher möchten sich nicht mit zusätzlichen Hinweisen auf interessante Unterschiede auseinandersetzen. Heben Sie hervor, was ähnlich ist und wie viel Bekanntes und Vertrautes im Neuen enthalten ist. Hingegen interessiert sich der Unterschiedssucher für Abweichungen und Gegensätze. Bieten Sie darum unaufgefordert an, die Dinge einfach anders zu sehen oder das schlichtweg abzulehnen, was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Im Coaching kann es auch darum gehen, dem Ratsuchenden dabei zu unterstützen, die Verarbeitungs- und Entscheidungsmuster anderer Menschen zu verstehen und darauf Rücksicht zu nehmen, wie das folgende Beispiel zeigt: Ratsuchende: Meine Schwester und ich mussten ja nach dem plötzlichen Tod unseres Vaters den Betrieb übernehmen. Abgesehen von all dem Neuen, was da auf mich einströmt, macht mich die Zusammenarbeit mit meiner Schwester ganz konfus. Kaum sind wir uns einig und haben etwas gemeinsam zum Abschluss gebracht, schon reißt sie eine neue Baustelle auf und stürzt sich mit ganzer Kraft da rein. Ihr Lieblingswort ist: Jetzt wird alles anders. Coach: Das stelle ich mir belastend vor. Jetzt; da Sie gemeinsam in der Verantwortung stehen, treten Ihre Unterschiede sehr deutlich zutage. Da Sie ja beide das gleiche Ziel haben, nämlich den Betrieb erfolgreich zuführen, können wir überlegen, wie Sie eine Übereinstimmung herstellen, die Ihre Schwester mitträgt und bei der Sie sich wohl fühlen. Ratsuchende: Ja, das möchte ich mir gern aneignen, denn wir gehören ja nun mal zusammen. Im folgenden habe ich Ihnen typische Wendungen zusammengestellt, die Ihnen eine Unterstützung sein können, sich gezielt auf einen Gesprächspartner vorzubereiten und sein Verarbeitungsmuster zu berücksichtigen: Übereinstimmung und Ähnlichkeit Unterschied und Abweichung ähnlich, analog, entsprechend genauso wie, ebenbürtig mit vergleichbar mit, gleichwertig wie stimmt überein mit …, gleichgestimmt passt zu, verwandt mit gehört zusammen lässt sich verbinden mit nicht, nie, niemals, keinesfalls anders als, ganz anders nicht so wie, nicht kompatibel Diskrepanz, im Unterschied zu hebt sich ab, unterscheidet sich von ist getrennt durch, trennt sich von differiert, weicht ab von Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 245 24510. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten In einem ersten Schritt zur Übung gilt es herauszufinden, ob der Ratsuchende zunächst das Gemeinsame oder mehr die Unterschiede betont. Anschließend formulieren Sie eine Erwiderung, mit der Sie dem Rechnung tragen, indem Sie zunächst wieder affektiv rahmend beginnen und anschließend Ihre Überlegungen mustergerecht hinzufügen. Ratsuchender Anregung/Vorschlag des Coach 1. Es ist für mich völlig realitätsfern, dieses Ergebnis als Durchbruch zu feiern. Bei derart großen Abweichungen sollte man mal nach den Ursachen fragen, statt sich zufrieden zurückzulehnen, aber das ist wohl schon zu viel verlangt. 2. Unser früherer Dozent hat uns wirklich toll auf die Prüfungen vorbereitet, da wussten wir immer woran wir sind. Aber der Neue verlangt ständig, dass wir uns den roten Faden selbst erarbeiten und den Stoff immerzu hinterfragen. 3. Ich bin jetzt seit zehn Jahren mit meinem Führungsstil gut angekommen. Aber seit ich einen neuen Chef habe, soll ich plötzlich alles anders machen. Da ist nichts mehr so wie früher. Es zählen nur noch Zahlen, keine Menschen. 4. Bei aller Harmonie, die wir sicherlich in der Projektgruppe haben, sollte man das Trennende nicht übersehen und nach Abweichungen Ausschau halten. Schließlich geht es um Risikomanagement und nicht um einen Kindergeburtstag. 5. Diese ewigen Erfolgsmeldungen bringen mich noch um den Verstand. Ja, es stimmt, wir sind führend, wir haben die besten Produkte und sind spitze. Aber gerade da liegt die Gefahr: Wer sich auf Lorbeeren ausruht, liegt bald darunter. Jetzt müssen wir an Veränderungen denken und nicht erst wenn der Markt uns dazu zwingt. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 246 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten246 Einige Leser haben mich wissen lassen, dass sie die letzten Übungen höchst anspruchsvoll fanden und einigermaßen betroffen waren, wie lange sie für ihre jeweilige Antwort benötigt haben. Vielleicht ging es Ihnen ähnlich. 1. Es ist für mich völlig realitätsfern, dieses Ergebnis als Durchbruch zu feiern. Bei derart großen Abweichungen sollte man mal nach den Ursachen fragen, statt sich zufrieden zurückzulehnen, aber das ist wohl schon zu viel verlangt. Sie sind über die Reaktion der anderen geradezu entsetzt und können deren Reaktion überhaupt nicht nachvollziehen. Gerade weil sich das Ergebnis ganz anders darstellt, als Sie sich das vorgestellt hatten, ergibt sich für mich die Frage, was Sie unternehmen, um die Unterschiede und Abweichungen zu thematisieren. 2. Unser früherer Dozent hat uns wirklich toll auf die Prüfungen vorbereitet, da wussten wir immer wo wir dran sind. Aber der Neue verlangt ständig, dass wir uns den roten Faden selbst erarbeiten und den Stoff immerzu hinterfragen. Mit dem Neuen ist es jetzt gar nicht mehr so wie früher, Sie fühlen sich geradezu verloren, sich in der Fülle des Stoffes allein zurechtfinden zu müssen. Was können Sie unternehmen, damit es für Sie passender wird und der neue Dozent Ihnen hilft, Ähnliches und Vergleichbares miteinander zu verknüpfen? 3. Ich bin jetzt seit zehn Jahren mit meinem Führungsstil gut angekommen. Aber seit ich einen neuen Chef habe, soll ich plötzlich alles anders machen. Da ist nichts mehr so wie früher. Es zählen nur noch Zahlen, keine Menschen. So wie Sie das schildern stimmen Sie mit Ihrem neuen Vorgesetzten gar nicht überein. So wie es bislang für Sie passend war, gilt plötzlich nichts mehr. Es wäre spannend herauszubekommen, ob es etwas gibt, was er genauso sieht, wie sie. Gerade wenn Zahlen für ihn so wichtig sind, könnte es für Sie von Vorteil sein, wenn Sie erfahren können, was für ihn zusammengehört und was entsprechend seine besondere Aufmerksamkeit erhält. 4. Bei aller Harmonie, die wir sicherlich in der Projektgruppe haben, sollte man das Trennende nicht übersehen und nach Abweichungen Ausschau halten. Schließlich geht es um Risikomanagement und nicht um einen Kindergeburtstag. Sie bringen ja einen klaren Blick für Diskrepanzen mit, wobei ich mir vorstelle, dass Ihre Kollegen sich manchmal lieber in Harmonie sonnen, statt sich der Herausforderung zu stellen, mit Unterschieden konstruktiv umzugehen. Womit könnten Sie es Ihren Kollegen leichter machen, sich auch für Differenzen zu öffnen und auch das zuzulassen, was anders ausfällt, als zunächst gewünscht? 5. Diese ewigen Erfolgsmeldungen bringen mich noch um den Verstand. Ja, es stimmt, wir sind führend, wir haben die besten Produkte und sind spitze. Aber gerade da liegt die Gefahr: Wer sich auf Lorbeeren ausruht, liegt bald darunter. Jetzt müssen wir an Veränderungen denken und nicht erst wenn der Markt uns dazu zwingt. Sie machen sich ernsthaft Sorgen um die zukünftige Entwicklung,, weil Sie bereits ahnen, was künftig nicht mehr läuft und wo sich mögliche Diskrepanzen auftun. Ihre Sichtweise unterscheidet sich diametral von der offiziellen Unternehmens- Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 247 24710. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten sicht. Ich überlege mir gerade, wie Sie es anstellen können, dass man Ihnen nicht nur zuhört, sondern sich auch Ihre Position zu eigen macht und den darin liegenden Nutzen erkennt. Ich will dieses Kapitel wieder mit einem Gesprächsausschnitt abschließen, bei dem Sie prüfen können, wie gut Sie die Verarbeitungs- und Entscheidungsmuster des Ratsuchenden erkennen, um darauf entsprechend zu reagieren. Der Ratsuchende (38 Jahre) besitzt eine kleine Computer-Firma mit insgesamt acht Mitarbeitern. Er ist ins Coaching gekommen, weil er sich Sorgen über das Betriebsklima macht. In der zweiten Sitzung berichtet der Ratsuchende zunächst von der aktuellen Entwicklung seiner Firma. Ratsuchender: Für mich ist das Allerwichtigste, welchen Eindruck man bei den Mitarbeitern erweckt. Ich sage immer: Wir werden das Kind schon schaukeln und die Hauptsache ist doch, dass man auch mit einem blauen Auge noch nach vorn blickt, oder? (lacht) Welches Muster können Sie erkennen? Wie reagieren Sie? Der Ratsuchende zeigt eine Orientierung an der Notwendigkeit (Hauptsache man blickt nach vorn) und bekundet, vor allem nach äußerem Eindruck zu entscheiden (= außengeleitet). Der Coach greift die Sorgen über das Betriebsklima auf und fokussiert die Außensicht. Coach: Ich frage mich gerade, wie Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen werden. Ratsuchender: Gut, ohne Zweifel gut. Soweit sie vor lauter Arbeit überhaupt aus den Augen gucken können! (lacht erneut) – Ich wette, die sind heilfroh, dass sie sich auf mich verlassen können, dass da einer immer gut gelaunt voran geht. Welches Muster können Sie erkennen? Wie reagieren Sie? Der Ratsuchende betrachtet sein beabsichtigtes Handeln (immer gut gelaunt voran zu gehen) mit den Augen seiner Mitarbeiter (= außengeleitet). Darüber hinaus scheint es ihm wichtig zu sein, dass seine Mitarbeiter sich auf ihn verlassen können (= Notwendigkeit). Es böte sich an, die Vermutung (ich wette) zu Nr. 16 Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 248 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten248 hinterfragen, doch zu diesem frühen Zeitpunkt des Gesprächs beschränkt sich der Coach darauf, die Intention des Ratsuchenden auf den Punkt zu bringen. Coach: Mit anderen Worten, Ihre Zuversicht strahlt auf die Mitarbeiter ab und hält alle bei Laune. Ratsuchender: So in etwa, ja. – Außerdem lässt sich manch unangenehme Situation mit Humor viel besser ertragen. Für mich ist das auch ein guter Weg, keine Konflikte aufkommen zu lassen. Mein Wahlspruch lautet: Ein Scherz zur rechten Zeit vermeidet Stress, bringt Heiterkeit. Welches Muster tritt hinzu? Wie reagieren Sie? Der Ratsuchende beschreibt, wie sich unangenehme Situationen ertragen lassen, wie wichtig es ihm ist, keine Konflikte aufkommen zu lassen und Stress zu vermeiden (= weg von). Der Coach greift mit seiner affektiven Rahmung zunächst die Frustration auf und klärt, wozu sich der Ratsuchende so verhält, wie er beschreibt. Coach: Das klingt ziemlich frustrierend, als ob Sie da völlig allein auf weiter Flur kämpfen, während Ihre Mannschaft zuschaut. Zweifellos kann man so Disharmonien aus dem Weg gehen, zumal Sie diese demonstrative Sorglosigkeit für Ihre Mitarbeiter an den Tag legen, um entsprechend positiv zu wirken. Ratsuchender: Stimmt! Es macht ja auch keinen Sinn, wenn ich meine Mitarbeiter unnötig belaste. Die sollen schließlich ihrer Arbeit nachgehen und sich nicht auch noch mit all dem Mist herumschlagen, der bei mir landet. Welche Muster erkennen Sie? Wie reagieren Sie? Der Ratsuchende fühlt sich verstanden und erklärt seine „weg von“-Haltung (keinen Sinn, unnötig belaste, nicht mit all dem Mist herumschlagen) und zeigt nochmals seine Orientierung an der Notwendigkeit (die sollen schließlich ihrer Arbeit nachgehen). Der Coach setzt einen Impuls, indem er gewissermaßen laut über mögliche Folgen eines veränderten Auftretens nachdenkt. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 249 24910. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten Coach: Ich versuche mir gerade vorzustellen, was passieren würde, wenn Ihre Mitarbeiter statt stets vergnügter Sorglosigkeit beim Chef auch mal die Befürchtungen und Zweifel mitbekämen, die nun mal dazu gehören. Ratsuchender: Hören Sie auf! Wie soll denn ein Mitarbeiter ordentlich arbeiten, wenn er seinem Chef nicht blind vertrauen kann? Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit diesem Psycho-Geschwätz von Echtheit und all dem Kram! Welches Muster liegt vor? Wie reagieren Sie? Ein Ratsuchender, der nach Möglichkeiten sucht, hätte den Impuls vermutlich aufgegriffen, wer jedoch nach Notwendigkeit entscheidet, verarbeitet diesen Gedanken komplett anders, so verwundert es nicht, dass der Ratsuchende mit deutlicher Abwehr reagiert und erklärt, warum es zu seinem Vorgehen keine Alternative gibt. Der Coach lässt seinen Gedanken fallen und reflektiert die Intention des Ratsuchenden sowohl im Lichte seiner Außenorientierung als auch hinsichtlich seiner Orientierung nach Notwendigkeit. Coach: Mit anderen Worten: Um Ihre Mitarbeiter nicht zu enttäuschen, müssen Sie ganz gezielt ein Verhalten zeigen, das niemanden ahnen lässt, wie es wirklich um Sie bestellt ist. Ratsuchender: Ja ja! (hält inne) – Nein, natürlich nicht. Ach, Sie bringen mich ganz durcheinander. – Was ist das denn für ein Chef, der nicht mehr weiter weiß, der manchmal vor lauter Verzweiflung keinen klaren Gedanken fassen kann, der vor lauter Sorgen den Kopf hängen lässt?? Wer will denn so jemanden zum Chef haben?! Welches Muster erkennen Sie? Wie reagieren Sie? Der Ratsuchende reagiert zwar verwirrt, scheint sich aber verstanden zu fühlen und erläutert, was ihm an der Außensicht eigentlich zu schaffen macht (Sorgen und Verzweiflung), wobei er dies in der typischen „weg von“-Haltung beschreibt. Erneut setzt der Coach einen Impuls, indem er den bislang eingeschlagenen Lösungsweg im „weg von“-Stil hinterfragt. Coach: Das sind in der Tat bedrängende Fragen, und gleichzeitig kann Ihre aufgesetzte Fröhlichkeit Sie nur für eine begrenzte Zeit darüber hinwegretten, dass Sie eigentlich ratlos sind. Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 250 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten250 Ratsuchender: (atmet schwer, nimmt seine Brille ab, reibt sich die Augen) Coach: Sie haben sich irgendwie daran gewöhnt, Ihre Probleme mit einem Lächeln im Gesicht zu ertragen. Ratsuchender: Ja. Coach: Der eigentliche Punkt betrifft die Frage, wann ist Ihre Zuversicht echt und wo ist sie aufgesetzt. Sobald Sie Ihre eigenen Grenzen kennen und akzeptieren, müssen Sie niemandem mehr etwas vormachen. Ratsuchender: Sie haben gut reden. (Pause) Aber … vielleicht haben Sie recht. Ich spiele den Sunnyboy schon völlig automatisch und verstecke mich hinter der Maske des Strahlemännchens. Welches Muster liegt vor? Wie reagieren Sie? Der Impuls des Coach zielte beim Ratsuchenden auf Einsicht in die Notwendigkeit. Nach kurzer Abwehr lässt dieser den neuen Gedanken zu und erkennt, wie sich sein Vermeidungsverhalten (= weg von) bereits verselbständigt hat. Der Coach greift die Formulierung des Ratsuchenden auf und klärt die emotionale Bedeutung. Ich betone wieder, dass diese Intervention nur in einer erlaubenden Haltung, im Tonfall selbstverständlicher Normalität wirksam ist. Coach: Diese Maske gibt Ihnen Sicherheit und macht Sie in den Augen anderer stark. Ich stelle mir vor, dass Sie durchaus in Übereinstimmung mit anderen bleiben, wenn Sie sich und anderen nichts vormachen und ernsthaft das beim Namen nennen, was gerade vorherrscht, beispielsweise Sorgen, Zweifel, Enttäuschung oder auch Mutlosigkeit. Ratsuchender: Mm. – Bis eben hätte ich diesen Gedanken für abwegig gehalten. Aber Sie machen mir Mut. Vielleicht sollte ich tatsächlich lernen, Klartext zu reden. Das wird für meine Umwelt natürlich eine heftige Umstellung, wenn ich statt meiner routinierten Heiterkeit einfach mal das zeige, was mich eigentlich bewegt. Welches Muster liegt vor? Wie reagieren Sie? Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 251 25110. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten Zunächst zeigt der Ratsuchende seine „Weg von“-Haltung (abwegig), lässt sich aber typisch außengeleitet vom Coach beeinflussen (Sie machen mir Mut) und entscheidet im vertrauten Muster der Notwendigkeit (ich sollte), dabei sieht er die Konsequenzen eines geänderten Verhaltens wieder mit den Augen der anderen. Der Coach zielt darauf, die Idee zu konkretisieren. Coach: Vielleicht können Sie sich ja schon vorstellen, wann und bei wem Sie das ausprobieren … Nr. 17, S. 337 Nr. 18, S. 343 Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 252 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten252 Zusammenfassung Wenn Ratsuchende mit Abwehr oder Widerstand reagieren, muss es nicht unbedingt der Inhalt Ihrer Aussage sein, möglicherweise haben Sie nur deswegen keine positive Reaktion erhalten, weil der Ratsuchende das, was Sie ihm gesagt haben, anders verarbeitet hat, als es von Ihnen beabsichtigt war. Sie können bei allen Ihren Äußerungen prüfen, mit welcher Wortwahl Sie am ehesten den Verarbeitungsmustern des Ratsuchenden gerecht werden. Im Folgenden finden Sie noch einmal die typischen Wendungen im Überblick, die Sie dabei unterstützen können, sich gezielt auf den jeweiligen Ratsuchenden einzustellen. Hin zu außerdem, was noch, zusätzlich wählen, aussuchen, entscheiden, vorziehen, sich entschließen, urteilen, richten, probieren, testen, wagen Interesse, Neugier, Neigung angenehm, bequem, bereichernd Chance, Möglichkeit, Potenzial Gelegenheit, Nutzen, Anlass Weg von nicht, ohne, kein vermeiden, verhindern, abhalten, abwenden, unterlassen, verzichten, aufhören, bleiben lassen, versäumen, abstellen Belastung, Bürde, Unannehmlichkeit unangenehm, unbequem, anstrengend Risiko, Gefahr, Unglück Veränderung, Störung, Beeinträchtigung Notwendigkeit notwendig, nötig, erforderlich, zwingend langfristig, dauerhaft, auf lange Sicht Ausdauer, Durchhaltevermögen Anforderung, Erfordernis, Kontinuität Bedingung, Voraussetzung unabdingbar, unvermeidlich, leider bleiben, bewahren, erhalten müssen, sollen, nicht dürfen Möglichkeit möglich, hoffentlich, günstiger Zeitpunkt, Aussicht erweitern Chance ergreifen Möglichkeit nutzen Gelegenheit nutzen Entwicklung zulassen Abwechslung bieten können, wollen, dürfen Innengeleitet Sie sehen für sich … Sie können prüfen, testen, erkunden, ausprobieren Sie beurteilen, bewerten, entscheiden selbst, schätzen ein … Für Sie ist es stimmig wenn, … Wenn Sie auf Ihre innere Stimme hören. Was sagt Ihnen Ihr Gefühl? Außengeleitet andere und anderes, hervorheben, wer noch … Vergleichen mit anderen Zuspruch durch andere In Übereinstimmung mit … andere entscheiden auch so Wer beurteilt, bewertet ebenso? Wie sehen Sie andere? Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 253 25310. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten Übereinstimmung und Ähnlichkeit ähnlich, analog, entsprechend genauso wie, ebenbürtig mit vergleichbar mit, gleichwertig wie stimmt überein mit …, gleichgestimmt passt zu, verwandt mit gehört zusammen lässt sich verbinden mit Abweichung und Unterschied nicht, nie, niemals, keinesfalls anders als, ganz anders nicht so wie, nicht kompatibel Diskrepanz, im Unterschied zu hebt sich ab, unterscheidet sich von ist getrennt durch, trennt sich von differiert, weicht ab von Vahlen – Allgemeine Reihe – Weisbach – Das Coachinggespräch – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.09.2012 Status: Druckdaten Seite 254 10. Mit Impulsen und Anregungen arbeiten254 Möglicherweise sind Sie ganz konfus, weil die dargestellten Muster nicht nur verwirrend sind, sondern auch Ihre bislang erworbene Reaktionssicherheit durcheinander bringen. Reflektieren Sie dennoch am Ende dieses Kapitels, wo Sie gerade stehen. Mir wichtige Erkenntnisse/Punkte: Was fiel mir leicht? Was fiel mir schwer? Was will ich besonders üben?

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Ein guter Coach

Dieses neue Werk ist die Quintessenz aus 30 Jahren Ausbildungspraxis und erläutert die Grundfertigkeiten der beratenden Gesprächsführung. Eine Vielzahl von Gesprächsausschnitten aus realen Coachingsitzungen wird detailgenau analysiert und nachvollziebar kommentiert. Durch die konkreten Übungen und durch das zusätzliche Trainingsmaterial im Anhang können Sie Ihr eigenes Gesprächsverhalten gezielt und professionell optimieren. 26 Gesprächsausschnitte können als Audio-Datei herunter geladen werden und ergänzen das Gelesene um das hörbare Erleben.

Coaching-Gespräch: die Schwerpunkte

* Die eigene Grundhaltung erkennen

* Der Unterschied zwischen Coaching/Beratung und anderen Gesprächen

* Die Grundhaltung beeinflusst den Verlauf

* Kontakt herstellen und Vertrauen aufbauen

* Die Ebenen der Problemschilderung

* Die Problemsicht des Ratsuchenden

* Blockaden erkennen und auflösen

* Ziele des Ratsuchenden erkennen und hinterfragen

* Mit Ressourcen des Ratsuchenden arbeiten

* Mit Impulsen und Anregungen arbeiten

* Mit Feedback arbeiten

Der Coaching-Experte

Professor Dr. Christian-Rainer Weisbach, Universitäten Tübingen und Hohenheim, ist Lehrtrainer und Lehrcoach der European Coaching Association.