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3.3.5 Stimmen aus der Praxis: Andreas Graeber-Stuch, Eckelmann Hotels KG in:

Felix Kolbeck, Marion Rauscher

Tourismus-Management, page 271 - 274

Die betriebswirtschaftlichen Grundlagen

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4486-5, ISBN online: 978-3-8006-4487-2, https://doi.org/10.15358/9783800644872_271

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Vahlen – Allgemeine Reihe – Kolbeck/Rauscher – Tourismus-Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.08.2012 Status: Druckdaten Seite 261 2613.3 Personalmanagement In der Praxis erfreut sich die Führungstechnik Management by Objectives (MbO) großer Beliebtheit. Beim MbO-Konzept legt die Führungskraft in Zusammenarbeit mit dem Mitarbeiter Ziele fest, die innerhalb einer bestimmten Zeitspanne erreicht werden sollen. Es basiert somit auf einer zielorientierten Unternehmensorganisation. „Das Mitarbeitergespräch für Mitarbeiter des Tarifbereichs ist ein wichtiges Führungsinstrument im Lufthansa Konzern. In einem Dialog zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter werden Arbeitsverhalten und Leistung bewertet sowie Ziele für die Zukunft formuliert. Das Instrument unterstützt damit die Weiterentwicklung der Mitarbeiter und die Umsetzung der Unternehmensziele.“370 Über Mittel und Maßnahmen zur Zielerreichung kann der Mitarbeiter innerhalb seines Einflussbereichs weitgehend frei entscheiden. In regelmäßigen Abständen wird der Zielerreichungsgrad überprüft und Gründe für mögliche Abweichungen diskutiert. Gegebenenfalls werden Ziele revidiert oder neue festgelegt. Der Grad der Zielerreichung dient letztendlich der Beurteilung des Mitarbeiters und ist Grundlage für Entlohnung, Beförderung oder weitere Entwicklungsmaßnahmen. Entscheidend bei der Umsetzung des MbO-Konzepts ist es, dass die Unternehmung auf einem klaren, hierarchischen Zielsystem aufbaut, bei dem sich die Oberziele des Unternehmens auf operationalisierbare Unterziele für die einzelnen Abteilungen und deren Mitarbeiter herunter brechen lassen. 3.3.5 Stimmen aus der Praxis: Andreas Graeber-Stuch, Eckelmann Hotels KG Appell an unsere Zukunft Es wird momentan viel diskutiert: Wo geht der Hotelnachwuchs hin und warum existiert eine sich verschlechternde Stimmung in der Industrie? Wir befinden uns doch in der spannendsten Welt, die es gibt. Wo sonst kann man seine Leidenschaft nutzen, um in Teams zusammen Träume zu verkaufen und 369 In Anlehnung an Jung (2009), S. 236. 370 Lufthansa (2011). Abbildung 99: Management-by-Techniken369 Phase des Führungsprozesses Führungstechnik Führungsmittel Zielbildung • Management by Objectives • Management by Participation • Management by Decision Rules • Führen durch Zielvereinbarungen • Führen durch Partizipation • Führen durch Vorgabe von Entscheidungsregeln Umsetzung • Management by Exception • Management by Delegation • Management by Motivation • Führen durch Eingreifen im Ausnahmefall • Führen durch Delegation • Führen durch Setzen geeigneter Anreize Kontrolle • Management by Results • Management by Control • Führen durch Ergebnisüberprüfung • Führung durch Kontrolle Vahlen – Allgemeine Reihe – Kolbeck/Rauscher – Tourismus-Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.08.2012 Status: Druckdaten Seite 262 3. Managementprozesse: Lenken und Entscheiden im Tourismus262 zu erfüllen? Die Serviceindustrie würde jedoch verkommen und durch ungerechte Arbeitszeiten oder Entlohnungen langsam aussterben, hören und lesen wir in letzter Zeit des Öfteren. Geht es uns wirklich so schlecht? Kämpfen wir um unser Image und werden den Nachwuchs kläglich an Berater, Werber oder sogar Investmentbanker verlieren? Wie war das noch, als wir selbst uns dafür entschieden haben in diese Welt einzutauchen, mit unseren Kollegen viele Stunden aufbrachten, um Zimmer sauber zu machen, Cocktails zubereiten lernten, unzählige Gänge in Ballsälen servierten und nach kurzem Schlaf wieder aufstanden, um Stars und Sternchen zu betreuen. Immer mit dem Ziel jedem einzelnen Gast ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern? Es ist die Suche nach Perfektion – der sogenannten Extra Mile-, die uns im festen Glauben an das gesamte Team antreibt – verbunden mit dem Willen, die große Kunst der Gastfreundschaft zusammen zu leben und stets zu verbessern. Doch über die Zeit entstanden betriebswirtschaftliche Schlagwörter, die Schwerpunkte bekamen. Wichtige Begriffe, wie Return on Investment, Shareholder Value und Value based Management, die der menschlichen Seite viel Druck und Theorie zuführten. Es liegt nicht nur Negatives in all diesen Neuerungen, denn in wandelnden Zeiten bedarf es neuer Wege. Dennoch sollte man die wichtige menschliche Seite nicht vernachlässigen: Das sogenannte Personalmanagement. Die Welt dreht sich schnell weiter! Bei all den modernen Lösungen der Social Media, der automatisierten Check-In-Counter und des Preisdrucks in den Märkten dürfen wir eines nicht vergessen: Eine Hotelimmobilie, eine Homepage oder ein Preis können noch so umwerfend sein – ohne die Leidenschaft innerhalb eines funktionierenden Teams werden sich weder unsere Gäste, noch wir, die sie lächeln sehen möchten, wohlfühlen. Daraus folgt die spannende Herausforderung für das Personalmanagement, Strategie und Umsetzung zu finden, um die Zukunft der Industrie zu bestimmen. Dazu gehören Stundenausgleich, überarbeitete Entlohnung und als wichtigster Punkt: ein offenes Ohr! Literatur Bier, Peter (2008): Vom Lächeln, das man hört, in: Brand Eins, Nr. 9, S. 68–73 Blake, Robert R.; Mouton, Jane S. (1986): Verhaltenspsychologie im Betrieb, 2. Aufl., Düsseldorf, Wien Henschel, U. Karla (2008): Hotelmanagement, 3. Aufl,, München Herzberg, Frederick (1966): Work and the Nature of Man, Cleveland Holtbrügge, Dirk (2007): Personalmanagement, 3. Aufl., Berlin, Heidelberg, New York Jung, Hans (2006): Pesonalwirtschaft, 7. Aufl., München Jung, Hans (2009): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 11. Aufl., München Andreas Graeber-Stuch Cocoon Manager, Hotel Cocoon München, Eckelmann Hotels KG Vahlen – Allgemeine Reihe – Kolbeck/Rauscher – Tourismus-Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.08.2012 Status: Druckdaten Seite 263 2633.3 Personalmanagement Lufthansa (2011): Beschäftigungspolitik, unter: http://verantwortung.lufthansa.com/fileadmin/ downloads/de/LH-Beschaeftigungspolitik.pdf, letzter Zugriff am 03. Februar 2011 Maslow, Abraham (1943): A Theory of Human Motivation, in: Psychological Review, Vol. 50, pp. 370- 396 Olfert, Klaus; Steinbuch, Pitter A. (2001): Personalwirtschaft, 9. Aufl., Ludwigshafen Schindlerhof (2011): Grundsätze Spielkultur, unter: http://www.schindlerhof.de/schindlerhof.grundsaetze,8_14.html, letzter Zugriff am 26. November 2011 Schulz, Axel u. a. (2010): Grundlagen des Tourismus, München SdK, Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (2011): Vergütungsstatistik DAX Vorstände, Geschäftsjahr 2010, online unter: http://www.sdk.org/statistiken.php?action=down&st atID=65&stat=Vorstandsverg%FCtung, letzter Zugriff am 07. Juli 2012 Tannenbaum, Robert; Schmidt, Warren H. (1958): How to Choose a Leadership Pattern, in : Harvard Business Review, Vol. 36, No. 2, S. 95–101 Thielmann-Holzmayer, Claudia (2005): Das Personalvermögenskonzept als Grundlage einer zeitgemäßen und ökonomisch orientierten Personalwirtschaft, in: Mroß, Michael; Thielmann-Holzmayer, Claudia (Hrsg.): Zeitgemäßes Personalmanagement, Wiesbaden, S. 4–32 Thommen, Jean-Paul; Achleitner, Ann-Kristin (2009): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 6. Aufl., Wiesbaden Weiterführende Literaturhinweise Bartscher, Thomas; Huber, Anne (2007): Praktische Personalwirtschaft, 2. Aufl., Wiesbaden Bittner, Andreas; Reisch, Bernhard (1994): Interkulturelles Personalmanagement, Wiesbaden Bröckermann, Reiner (2007): Personalwirtschaft, 4. Aufl., Stuttgart Dettmer, Harald; Hausmann, Thomas (2009): Organisations-, Personalmanagement und Arbeitsrecht in Hotellerie und Gastronomie, 2. Aufl., Hamburg Drumm, Hans Jürgen (2008): Personalwirtschaft, 6. Aufl., Berlin, Heidelberg Kolb, Meinulf (2008): Personalmanagement, Wiesbaden Scherm, Ewald; Süß, Stefan (2010): Personalmanagement, 2. 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Wie hat er diese begründet? •• Was bedeutet Koordination und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang formelle und informelle Instrumente der Koordination. •• Welche Ausprägungen werden durch die Konfiguration oder das Leitungssystem in einer Organisation festgelegt und wie sind diese jeweils definiert? •• Wie funktioniert die organisatorische Delegation und welche Bedeutung besitzt das Kongruenzprinzip vor diesem Hintergrund? •• Weshalb kann eine Standardisierung organisatorischer Strukturen sinnvoll sein und wie kann diese erreicht werden? •• Worin unterscheiden sich Aufbau- und Ablauforganisation grundsätzlich und welche Gemeinsamkeiten weisen die Organisationsformen auf? •• Wie verläuft die Aufgabenanalyse der Aufbauorganisation? Nehmen Sie Stellung zu einer Aufgabengliederung nach der Verrichtung, nach dem Objekt, nach dem Rang, nach der Phase und nach der Zweckbeziehung. •• Wie sind Stellen und Abteilungen definiert und welche Rolle spielen sie bei der Aufgabensynthese der Aufbauorganisation? Welche Organisations strukturen der Aufbauorganisation kennen Sie und wie sind diese jeweils charakterisiert? 3.4 Organisation

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References

Zusammenfassung

Vorteile

- Umfassendes Grundlagenwerk zur touristischen Betriebswirtschaftslehre

- Im deutschsprachigen Bereich ohne Beispiel

- Abdeckung aller wesentlichen Funktionsbereiche des Tourismus-Managements

- Eignung für Studierende und Praktiker

- Zahlreiche Praxis-Kurzbeiträge von Führungskräften

Zum Werk

Die Tourismusbranche gehört zu den am stärksten wachsenden, aber auch komplexesten Wirtschaftsbereichen.

Dieses Werk vermittelt erstmalig ein umfassendes betriebswirtschaftliches Grundwissen für die Tourismusbranche für Studium und Praxis, das alle wesentlichen Bereiche der Betriebswirtschaftslehre abdeckt. Es unterstützt Studierende und Praktiker bei der Entwicklung einer betriebswirtschaftlichen Denkhaltung, die sinnvolles aktives Handeln („Management“) im touristischen Geschäft ermöglicht.

Das Buch beschreibt auf der Basis eines integrierten Management-Modells Investition und Finanzierung, Beschaffung, Produktion und Marketing sowie die Managementprozesse Planung, Steuerung, Personalmanagement und Organisation. Den Abschluss bilden langfristige Überlegungen zur strategischen Unternehmensführung sowie zum nachhaltigen Tourismusmanagement.

Zahlreiche Experten-Statements von Führungskräften aus der Branche illustrieren die Praxisrelevanz.

Autoren

Prof. Dr. Felix Kolbeck und Prof. Dr. Marion Rauscher, Fakultät für Tourismus, Hochschule München

Zielgruppe

- Studierende der Bachelor-Studiengänge Tourismusmanagement, Masterstudiengänge, Weiterbildungsangebote (IHK, MBA, …) und Tourismusunternehmen.