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3.3.2 Begriffsabgrenzung und Zieldefinition in:

Felix Kolbeck, Marion Rauscher

Tourismus-Management, page 251 - 252

Die betriebswirtschaftlichen Grundlagen

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4486-5, ISBN online: 978-3-8006-4487-2, https://doi.org/10.15358/9783800644872_251

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Vahlen – Allgemeine Reihe – Kolbeck/Rauscher – Tourismus-Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.08.2012 Status: Druckdaten Seite 241 2413.3 Personalmanagement gangenheit bspw. eine Wildwasserfahrt mit anschließendem Grillen oder auch einmal eine New York-Reise. Diese Strategie der Mitarbeiterführung und -motivation zahlt sich für das Tagungshotel offenbar langfristig aus. Nicht nur, dass viele Ehemalige nach verschiedenen Stationen wieder zum Schindlerhof zurückkehren zeugt von einer hohen Loyalität und emotionalen Bindung dem Unternehmen gegenüber. Auch von extern wurde die Personalpolitik des Schindlerhofs mehrfach positiv geachtet. So bekam der Schindlerhof zahlreiche Preise und Auszeichnungen; unter anderem belegt er regelmäßig einen der vordersten Plätze bei „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ und ist bereits zum 9ten Mal in Folge als „Bestes Tagungshotel zum Wohlfühlen“ ausgezeichnet worden. 3.3.2 Begriffsabgrenzung und Zieldefinition Das Personalmanagement setzt sich aus den Teilbereichen der Personalwirtschaft und der Personalführung zusammen. Wie sind diese Teilbereiche nun genau einzuordnen? Definition „Personalwirtschaft ist die Gesamtheit der mitarbeiterbezogenen Gestaltungs- und Verwaltungsaufgaben im Unternehmen.“340 ! Sie beschäftigt sich demnach mit dem Produktionsfaktor der menschlichen Arbeit, einer Ressource, die im Unternehmen nicht unbegrenzt verfügbar ist. Dem ökonomischen Prin zip folgend ist es das primäre Bestreben personalwirtschaftlicher Entscheidungen, die Ressource Arbeitskraft bestmöglich einzusetzen, um das wirtschaftliche Handeln im Unternehmen sicherzustellen. Die Personalführung findet sich in der Literatur häufig als Unterbereich der Personalwirtschaft. Streng genommen beschäftigt sich die Personalführung jedoch mit der Menschenführung und ist als interdisziplinäre Fachrichtung eher der Unternehmensführung zuzuordnen. Sie fällt damit in den Zuständigkeitsbereich der Führungskräfte341 und findet sich deshalb in der zweiten Dimension des Management-Kubus – den Management-Prozessen – wieder. Dort ist der „Führung“ zwar eine eigene Kategorie gewidmet. Dabei geht es aber erstens um die Unternehmensführung im Allgemeinen und nicht nur um die Menschenführung. Außerdem ergibt sich zweitens eine gewisse Schnittmenge zwischen der Personalwirtschaft und der Personalführung, insbesondere wenn es um die Gestaltungsaufgaben geht: beispielsweise die Beurteilung und Förderung der Mitarbeiterqualifikationen oder die Mitarbeitermotivation. Auf dieser Argumentation aufbauend werden im vorliegenden Kapital die Personalwirtschaft und die Personalführung unter dem Oberbegriff „Personal- 340 Olfert, Steinbuch (2001), S. 22. 341 Vgl. Thielmann-Holzmayer (2005), S. 16. Vahlen – Allgemeine Reihe – Kolbeck/Rauscher – Tourismus-Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.08.2012 Status: Druckdaten Seite 242 3. Managementprozesse: Lenken und Entscheiden im Tourismus242 management“ zusammen gefasst und gemeinsam behandelt, aufgrund ihrer unterschiedlichen Zuordnungsbereiche aber dennoch in zwei Unterabschnitten getrennt betrachtet. In der dienstleistungsorientierten Tourismusbranche beruht ein Großteil des Wertschöpfungsprozesses auf dem Inputfaktor der menschlichen Arbeit. Der Mensch und seine Arbeitsleistung tragen maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg des Produktes bei. Das wird nicht zuletzt daran deutlich, dass die Personalkosten häufig den größten Kostenblock eines Dienstleistungsunternehmens darstellen. Insofern ist ein effizientes Personalmanagement in Form der Durchsetzung personalwirtschaftlicher Ziele gerade für ein touristisches Unternehmen entscheidend. Welche Ziele betrifft dies im Einzelnen? Wie im Abschnitt 1.5 beschrieben, kann auch im Personalmanagement zwischen Formal- und Sachzielen unterschieden werden. Formalziele des Personalmanagements gliedern sich wiederum in wirtschaftliche und soziale Ziele. Im Rahmen der wirtschaftlichen Ziele strebt das Unternehmen gemäß des ökonomischen Prinzips an, die am besten geeigneten Mitarbeiter im Leistungserstellungsprozess einzusetzen. Zum einen geht es um die Bereitstellung der Personalressource, also um die Erhaltung bereits bestehenden Personals, um die Akquisition neuen Personals und um die Freisetzung nicht mehr benötigten Personals. Zum anderen betrifft es die Optimierung der Arbeitsleistung, also unter anderem um die Verbesserung der Personalleistung durch Fortbildungs-, Weiterbildungs- und Motivationsmaßnahmen.342 Soziale Ziele sind auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter ausgerichtet und konkurrieren daher zum Teil mit den wirtschaftlichen Zielen des Personalmanagements. Die Sachziele im Personalmanagement beziehen sich schließlich auf die Sicherstellung des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses, indem in den entsprechenden Organisationseinheiten des Unternehmens quantitativ, qualitativ und zeitlich die passenden personellen Ressourcen eingesetzt werden. 3.3.3 Aufgaben der Personalwirtschaft 3.3.3.1 Überblick Aus den angesprochenen Zielen lassen sich direkt die Aufgaben der Personalwirtschaft ableiten. Diese sind in der folgenden Grafik prozessual wiedergegeben. Zunächst ist eine Analyse der Ausgangslage erforderlich, um Chancen und Probleme zu identifizieren. Dabei sind einerseits die Bedürfnisse des Unternehmens aber auch der bestehenden oder potenziellen Mitarbeiter zu berücksichtigen. Dieser Schritt wird in der Personalbedarfsermittlung vollzogen, welche sich mit der Prognose des zukünftigen Personalgeschehens im Unternehmen befasst. Im Anschluss daran werden im Rahmen der Personalbeschaffung Wege definiert, um die notwendige Arbeitsleistung in quantitativer, qualitativer und 342 Vgl. Olfert, Steinbuch (2001), S. 24 f.

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Zusammenfassung

Vorteile

- Umfassendes Grundlagenwerk zur touristischen Betriebswirtschaftslehre

- Im deutschsprachigen Bereich ohne Beispiel

- Abdeckung aller wesentlichen Funktionsbereiche des Tourismus-Managements

- Eignung für Studierende und Praktiker

- Zahlreiche Praxis-Kurzbeiträge von Führungskräften

Zum Werk

Die Tourismusbranche gehört zu den am stärksten wachsenden, aber auch komplexesten Wirtschaftsbereichen.

Dieses Werk vermittelt erstmalig ein umfassendes betriebswirtschaftliches Grundwissen für die Tourismusbranche für Studium und Praxis, das alle wesentlichen Bereiche der Betriebswirtschaftslehre abdeckt. Es unterstützt Studierende und Praktiker bei der Entwicklung einer betriebswirtschaftlichen Denkhaltung, die sinnvolles aktives Handeln („Management“) im touristischen Geschäft ermöglicht.

Das Buch beschreibt auf der Basis eines integrierten Management-Modells Investition und Finanzierung, Beschaffung, Produktion und Marketing sowie die Managementprozesse Planung, Steuerung, Personalmanagement und Organisation. Den Abschluss bilden langfristige Überlegungen zur strategischen Unternehmensführung sowie zum nachhaltigen Tourismusmanagement.

Zahlreiche Experten-Statements von Führungskräften aus der Branche illustrieren die Praxisrelevanz.

Autoren

Prof. Dr. Felix Kolbeck und Prof. Dr. Marion Rauscher, Fakultät für Tourismus, Hochschule München

Zielgruppe

- Studierende der Bachelor-Studiengänge Tourismusmanagement, Masterstudiengänge, Weiterbildungsangebote (IHK, MBA, …) und Tourismusunternehmen.