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Literatur und zitierte Quellen zu Kapitel 2 in:

Peter Spahn

Geldpolitik, page 102 - 104

Finanzmärkte, neue Makroökonomie und zinspolitische Strategien

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4478-0, ISBN online: 978-3-8006-4479-7, https://doi.org/10.15358/9783800644797_102

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Literatur 91 pensiert. Bei konstanten Wechselkurserwartungen zeigt die im Zins-Wechselkurs-Diagramm negativ geneigte Zinsparitätskurve die Menge aller Zins-Wechselkurs-Kombinationen, die ein Finanzmarktgleichgewicht darstellen. Existiert ein Währungsterminmarkt, so können sich Geldvermögensbesitzer gegen Wechselkursänderungen absichern, indem sie Devisen per Termin kaufen oder verkaufen. Bei der "gedeckten" Zinsparität entspricht die Zinsdifferenz dem Swapsatz, d.h. der Relation zwischen Termin- und Kassakurs. 2.4.2 Eine Abwertungserwartung wird bei flexiblen Wechselkursen unmittelbar realisiert oder muss durch einen relativ höheren Inlandszins kompensiert werden. Eine Zinssteigerung im Ausland zwingt entweder zu einer inländischen Zinsanpassung oder zu einer Abwertung; dabei wird die Veränderung des Wechselkurses im Zeitablauf von der erwarteten Dauer der Zinsdifferenz und vom Niveau des erwarteten Gleichgewichtskurses beeinflusst. Ist die Preisanpassungsgeschwindigkeit auf dem Devisenmarkt höher als auf dem Gütermarkt, kann eine aktive Geldpolitik zu überschießenden Wechselkursbewegungen führen. Der langfristig gemäß der Kaufkraftparitätentheorie erwartete Wechselkurs verändert sich proportional zur Geldmengenveränderung. Kurzfristig geht jedoch der realisierte Wechselkurs noch über diesen Wert hinaus, um bei zunächst rigiden Preisen eine solche Wechselkurs- änderungserwartung zu erzeugen, die der Zinsparitätsbedingung genügt. Literatur und zitierte Quellen zu Kapitel 2 Adrian, T. / Shin, H. S. (2009): Money, Liquidity, and Monetary Policy. American Economic Review, Papers and Proceedings, 99, 600-605. Adrian, T. / Shin, H. S. (2010): The Changing Nature of Financial Intermediation and the Financial Crisis of 2007-09. Federal Reserve Bank of New York, Staff Report 439. Belke, A. / Polleit, T. (2009): Monetary Economics in Globalised Financial Markets. Berlin / Heidelberg, Kap. 2-4. Blanchard, O. J. / Illing, G. 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Im Kern drehen sich geldpolitische Aktionen stets um die Menge und den Preis des Zentralbankgeldes. Beide Größen sind im allgemeinen nicht unabhängig voneinander. Deshalb wird in diesem Kapitel untersucht, warum Notenbanken eher den Zins als Instrument wählen und die Geldmenge der Nachfrage anpassen. Ansatzpunkt für die Geldpolitik kann der Kapitalmarkt sein, d.h. der Kauf und Verkauf langfristiger Wertpapiere, oder aber der Geldmarkt, auf dem kurzfristige Kredite an die Geschäftsbanken vergeben werden. Die Technik dieser Refinanzierungsgeschäfte wird mit Blick auf die Praxis der EZB näher dargestellt. Der zweite Teil des Kapitels thematisiert den Wirkungsprozess der Zinspolitik. Er untersucht die verschiedenen Kanäle, durch die Veränderungen der Notenbankzinsen schließlich auf Güterund Arbeitsmarkt wirken und dabei Produktion, Beschäftigung und Inflation beeinflussen. Da viele Unternehmen auf Bankkredite angewiesen sind, spielen die Geschäftsbanken in diesem Prozess eine große Rolle. Die Geldpolitik versucht, das Kreditgeschäft der Banken durch zinspolitische Anreize zu steuern. Der Transmissionsmechanismus geldpolitischer Entscheidungen ist durch lange, variable Zeitverzögerungen gekennzeichnet. Erwartungs- und Verhaltensänderungen privater Wirtschaftssubjekte können die Absichten der Notenbank durchkreuzen. Die Geldpolitik wird weiter erschwert durch die Tatsache, dass Notenbanken mit zahlreichen Informationsproblemen konfrontiert sind. Zinspolitik bei Unsicherheit bewegt sich auf einem schmalen Grat; der Versuch, inflationäre Überhitzungen der Konjunktur abzubremsen, endet häufig in einer geldpolitisch verursachten Wirtschaftskrise. 3.1 Das Instrumentarium der Notenbank 3.1.1 Offenmarktpolitik am Kapitalmarkt: Geldmengen- oder Zinsfixierung Geldpolitische Instrumente sollen eine Reihe von Anforderungen erfüllen, die die Schwierigkeit der Aufgaben der Notenbank andeuten: • Ihre primäre Aufgabe besteht in der Geldversorgung des Marktsystems. Daher ist ein geordnetes Verfahren für den Geldangebotsprozess zu finden. Jedoch darf die Liquiditätsbeschränkung des individuellen Wirtschaftens und damit die Zahlungsmittelfunktion des Zentralbankgeldes nicht aufgehoben werden (Abschnitt 1.1).

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Zusammenfassung

Entscheidungen von Notenbanken wirken sich nicht nur auf Geschäftsbanken, sondern auch auf das Wirtschaftsumfeld von privaten Haushalten und Unternehmen aus. Im Zentrum dieses Buches stehen folgende drei Themenbereiche:

* Finanzmärkte: Das Buch beschreibt die Rolle des Geldes in der Marktwirtschaft, die Tätigkeit der Banken sowie die Preisbildung auf Wertpapier- und Devisenmärkten. Vor diesem Hintergrund analysiert es die Wirkungsweise der geldpolitischen Instrumente.

* Ein „neuer Konsens“ in der Makroökonomie begreift nicht die Geldmenge, sondern den Zins als Hauptinstrument der Geldpolitik. Damit wird das traditionelle IS-LM-Modell durch einen Drei-Gleichungs-Ansatz ersetzt, in dem das Verhalten der Notenbank durch eine zinspolitische Reaktionsfunktion beschrieben wird.

* Die Konzeption zinspolitischer Strategien als Richtschnur für tagespolitische Entscheidungen der Notenbank berücksichtigt dabei wirtschaftspolitische Ziele, unterschiedliche Vorstellungen über die Funktionsweise einer Geldwirtschaft sowie Erfahrungen mit der Wirkungsweise geldpolitischer Instrumente.

Der Autor

Prof. Dr. Heinz-Peter Spahn, Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik, an der Universität Stuttgart-Hohenheim. Seine Lehr- und Forschungsgebiete sind insbesondere Makroökonomie, Geld- und Währungspolitik sowie Theoriegeschichte.