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3 Potenzialbeurteilung in:

Ewald Scherm, Stefan Süß

Personalmanagement, page 93 - 93

2. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3708-9, ISBN online: 978-3-8006-4474-2, https://doi.org/10.15358/9783800644742_93

Series: Lernbücher für Wirtschaft und Recht

Bibliographic information
3 Potenzialbeurteilung Im Gegensatz zu der Leistungsbeurteilung stellt die Potenzialbeurteilung eine in die Zukunft gerichtete Beurteilungsform dar. Dabei steht die Abschätzung bestimmter Merkmalsausprägungen (Leistung, Verhalten) im Vordergrund und es wird systematisch, nach Möglichkeit regelmäßig die Frage beantwortet, welches Potenzial Mitarbeiter aufweisen. Das Potenzial einer Person umfasst aktuell vorhandene und in der Zukunft entwickelbare Qualifikationsmerkmale, die die Eignung für eine Tätigkeit beeinflussen. Es bestimmt, welchen Anforderungen Mit arbeiter zukünftig genügen können. Von der inhaltlich ähnlichen Perso nalauswahl (vgl. dazu III) lässt sich die Potenzialbeurteilung abgrenzen, da Beurteilern hier mehr Informationen über die zu Beurteilenden zur Verfügung stehen (können). Mit der Potenzialbeurteilung ist eine Reihe von Zielen verbunden (vgl. auch Kanning/Holling 2004, Sp. 1686): Es soll (1) permanent und unternehmensweit das Leistungspotenzial der Mitarbeiter bzw. des Unternehmens erhoben werden. Dadurch wird angestrebt, (2) Leistungsdefizite der Mitarbeiter zu antizipieren, um sie nach Möglichkeit im Rahmen der Personalentwicklung abzubauen (vgl. V). Au ßerdem ist beabsichtigt, durch Potenzialbeurteilung (3) Informationen für die Stellenbesetzung, Karriere- und Nachfolgeplanung im Unternehmen generiert werden. Indem Potenziale rechtzeitig erkannt und gefördert werden, soll (4) ungewollte Fluktuation – insbesondere bei qualifizierten Führungs(nachwuchs)kräften – vermieden werden. Zusammenfassend betrachtet verfolgt die Potenzialbeurteilung den Zweck eines „Frühaufklärungssystems“ (Becker 1992, Sp. 1923), das Auskunft über die (zu künftige) Qualifikation der Mitarbeiter im Unternehmen gibt. Ihre Er gebnisse fließen in ein Personalinformationssystem ein, um bei Bedarf genutzt zu werden. Die Potenzialbeurteilung weist eine enge Verbindung zur Ermittlung des qualitativen Personalbedarfs auf (vgl. II, 1.2): Zum einen stellt der qualitative Per sonalbedarf den Ausgangspunkt der Potenzialbeurteilung dar. Ausge hend von zukünftigen Aufgaben des Unternehmens werden Anforderun gen an Mitarbeiter bestimmt (vgl. auch Lang-von Wins et al. 2008, S. 14). Vor diesem Hintergrund muss geprüft werden, ob Mitarbeiter die notwendige Qualifikation aufweisen bzw. ob diese auf der Grundlage vorhandener Potenziale zu entwickeln sind. Die Potenzialbeurteilung erfolgt dann auf konkrete Aufgaben und Anforderungen gerichtet. Zum anderen können Qualifikationsmerkmale der Mitarbeiter ungerichtet erhoben und Potenziale identifiziert werden. Der festgestellte qualitative Personalbestand kann die Grundlage zukünftiger Unternehmensstrategien darstellen; daraus leiten sich dann neue Anforderungen und Aufgaben ab. in die Zukunft gerichtete Beurteilung Leistungspotenzial erheben Leistungsdefizite antizipieren Informationen für Stellenbesetzungen generieren Fluktuation vermeiden Zusammenhang mit qualitativem Personalbedarf

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Zusammenfassung

Moderne Methoden des Personalmanagements.

Dieses Buch gibt Ihnen einen umfassenden und aktuellen Überblick über das Personalmanagement. Es ist in elf Teile gegliedert, die den Stand der Diskussion in den wesentlichen personalwirtschaftlichen Aufgabenfeldern widerspiegeln:

* Personalmanagement und Personaltheorie

* Personalplanung, -beschaffung und -freisetzung

* Personalauswahl, -einführung und -zuweisung

* Personalbeurteilung

* Ausbildung und Personalentwicklung

* Vergütung und Arbeitszeit

* Personalführung

* internationaler Personaleinsatz

* Mitbestimmung

* Personalcontrolling

* Personalorganisation

Alle Teile sind in sich geschlossen, vorangestellte Überblicke und Lernziele sowie abschließende Kontrollfragen sollen das Verständnis verbessern. Die Fallbeispiele am Ende jedes Teils erleichtern den Praxistransfer. Die Marginalientexte auf jeder Seite ermöglichen es Ihnen zudem, Inhalte auf einen Blick zu erfassen. Das Buch kann Sie daher durch Studium und Beruf begleiten.

Die Autoren

Professor Dr. Ewald Scherm ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insb. Organisation und Planung an der FernUniversität in Hagen.

Professor Dr. Stefan Süß ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insb. Organisation und Personal an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.