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4.1 Überblick in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 87 - 88

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_87

Bibliographic information
4 Theoretische Grund lagen des Real Estate Asset Management 4.1 Überblick Dieses Kapitel befasst sich mit den theoretischen Modellen und Ansätzen, die das Fundament des finanzwirtschaftlichen Asset Managements bilden. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden dabei die bedeutendsten kapitalmarkttheoretischen Ansätze (quantitative Verfahren), die Denkansätze der Neuen Institutionenökonomie, die Ansätze aus der strategischen Unternehmensplanung (qualitative Verfahren) und die Grundzüge der dynamischen Investitionsrechnung vorgestellt. Einen wichtigen Schwerpunkt des Kapitels bildet dabei auch die Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen zur Übertragung der finanztheoretischen Ansätze auf den immobilienwirtschaftlichen Kontext des Real Estate Asset Managements. 4.2 Kapitalmarkttheoretische Ansätze 4.2.1 Asset Allocation Als Asset Allocation wird der Prozess der risikooptimalen und zielgerichteten Aufteilung, Allocation, der Investitionssumme auf die verschiedenen Anlagemöglichkeiten, Assets, bezeichnet. Diese Assets können in Anlageformen wie Aktien, Schuldverschreibungen, Immobilien etc., unterschiedliche Länder und Währungen gegliedert werden.1 Unter Beachtung der relevanten Kennziffern, Rendite und Risiko, wird in einem objektivierten Prozess ein für die Vorgaben des Investors möglichst optimales Portfolio zusammengestellt. Dabei führt die große Auswahl an möglichen Anlagetiteln dazu, dass Vereinfachungen und Aggregationen vorgenommen werden müssen. Dieser Prozess gliedert sich in die strategische und die taktische Asset Allocation, welche nachfolgend noch genauer beschrie ben werden. Vorgelagerte Bedeutung hat dabei die strategische Asset Allocation, die versucht, eine langfristige Anlagepolitik des Investors zu formulieren. Zuerst sollte dazu ermittelt werden, wie die Risiko- und Renditepräferenzen des Investors beschaffen sind und welche Restriktionen seine möglichen Anlagen einschränken. Aus diesen Überlegungen kann dann ein Marktprofil abgeleitet werden, welches diejenigen Assetklassifikationen enthält, die für den Investor in Frage kommen. Durch die Zusammenführung von Markt- und Anlegerprofil kann dann eine Benchmark definiert werden. Dieser Prozess entspricht grundsätzlich der Suche nach dem optimalen Portfolio nach Markowitz.2 Bei der Definition der Benchmark wird ein Neutralportfolio gebildet, das den Ansprüchen des Investors entspricht. Die Bildung dieses Portfolios erfolgt dabei immer unter den Gesichtspunkten der Rendite und des Risikos, die zuvor für den individuellen Investor ermittelt wurden.3 Die kurz- und mittelfristige Umsetzung der in der strategischen Asset Allocation festgelegten Anlagenziele des Investors unter Berücksichtigung der aktuellen Marktentwicklungen wird als taktische Asset Allocation bezeichnet. 1 Vgl. Garz, H./Günter, S./Moriabadi, C. (2002), S. 138. 2 Vgl. ebenda, S. 155. 3 Vgl. ebenda, S. 179 ff.

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References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.