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15.3.1 Non-Property Companies in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 447 - 448

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_447

Bibliographic information
448 15 Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management Die Unternehmensstrukturen der untersuchten Beratergesellschaften sind sehr heterogen, sie reichen von kleinen Beratungsunternehmen mit einem Firmensitz im Inland, hin zu großen internationalen Beratungsgesellschaften mit mehreren Niederlassungen in Deutschland und Europa. Ebenso unterschiedlich sind die Zielgruppen der Consultants. Berater übernehmen Mandate für die unterschiedlichsten Unternehmenstypen aus dem In- und Ausland, die zwar selbst verwalten, aber Verbesserungspotential sehen. Dazu zählen Kapitalanlagegesellschaften, Projektentwickler, institutionelle Bestandshalter, Non-Property-Companies, aber auch private Investoren. Die Stärken großer internationaler Beratungsgesellschaften, wie der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH, der Accenture GmbH oder der KPMG Rechts anwaltsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mbH basieren in erster Linie auf ihrem internationalen Netzwerk und ihren Erfahrungen in der Management- und Transaktionsberatung. Darüber hinaus übernehmen diverse Beratungsgesellschaften die Unterstützung des Eigentümers bei Restrukturierungsprojekten und schaffen damit die Schnittstelle zwischen dem Investor und den unterschiedlichen Fachberatern, welche durch die Beratungsgesellschaften koordiniert und kontrolliert werden. 15.3 Nachfrager nach Real Estate Asset Management Leistungen Das externe Real Estate Asset Management kann generell von jedem privaten Kapitalanleger oder institutionellen Investor nachgefragt werden. Prinzipiell gilt, dass die Entscheidung für ein Outsourcing des Real Estate Asset Managements vom geplanten Investitionsvolumen abhängt. Daneben spielen die Anzahl der Objekte und das vorherrschende Risiko/Rendite-Profil eine Rolle. Außerdem muss die Immobilienkompetenz des Investors hinsichtlich der Positionierung am Markt und den damit verbundenen Marktkenntnissen berücksichtigt werden. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt ist, ob der Investor über genügend freie Kapazität im Unternehmen verfügt, um die Objekte (im der jeweiligen Zielregion) selbst zu managen.21 15.3.1 Non-Property Companies Non-Property Unternehmen können auf unterschiedliche Weise Real Estate Asset Management nachfragen. So verfügen diese Unternehmen i. d. R. über gewerblich genutzte, betriebsnotwendige Immobilien oder Werkswohnungen, die im Eigentum bestehen bleiben, und darüber hinaus über nicht betriebsnotwendige Immobilien, die ggf. veräußert werden sollen. Im Bereich des betriebsnotwendigen Vermögens können Asset Manager Beratungsleistung im Bereich der Potenzial- und Risikoanalyse, sowie die ausgelagerte Wahrnehmung der Eigentümerfunktion anbieten. Da betriebsnotwendige Immobilien aber in der Regel sehr eng in die Kernprozesse der Unternehmung eingebunden sind, wird hier vorwiegend die unternehmensinternen Ressourcen des Corporate Real Estate Managements genutzt werden. Im Falle der zum Verkauf bestimmten nicht betriebsnotwendigen Immobilien, bietet sich die Unterstützung und Marktexpertise von externen Asset bzw. Investment Managern bei der Strukturierung der Exit-Optionen und der Durchführung der Transaktion an. Mit der Einführung der G-REITs stehen deutschen Non-Property Gesellschaften eine neue steuerschonende Möglichkeit zur Verfügung umfangreiche nicht betriebsnotwendige Im- 21 Vgl. Bessenroth, S. (2007), S. 93. 44915.3 Nachfrager nach Real Estate Asset Management Leistungen mobilienbestände zu veräußern. Entschließt sich ein Unternehmen zur Ausgliederung seiner Immobilienbestände in einen REIT, so stehen Asset Manager von Investmentgesellschaften fü das professionelle Management zur Verfügung. Derzeit ist der Kapitalmarkt v. a. wegen der Subprime-Krise nicht in der Lage Neuemissionen von REITs aufzunehmen, weshalb viele, der für 2008 geplanten Börsengänge in die Zukunft verschoben werden.22 Mittelfristig dürften REITs jedoch ein interessantes Geschäftsfeld für professionelle Asset Manager darstellen. 15.3.2 Property Companies Immobiliengesellschaften, die keine eigenen Asset Management Kapazitäten vorhalten, zählen ebenso zu den potenziellen Nachfragern nach dieser Dienstleistung. Investmentgesellschaften benötigen für die Bewirtschaftung der Immobilien aus ihren Fonds ebenfalls Real Estate Asset Manager. Die meisten der deutschen Fondsgesellschaften haben eine eigene Asset Management Struktur aufgebaut, bieten diese Dienstleistung aber (noch) nicht für Dritte an. Es bleibt abzuwarten, inwieweit der Trend zum Outsourcing im Bereich Facility und Property Management Dienstleistungen im nächsten Schritt auch das Real Estate Asset Management erfasst. Nach einer Umfrage des IVD aus dem Jahr 2008, möchten deutsche Immobilieninvestoren, Initiatoren geschlossener, offener Fonds und Spezialfonds sowie Versicherungen ihr Engagement am inländischen Immobilienmarkt steigern. Die befragten Gesellschaften verfügen insgesamt über 53,5 Milliarden Euro Assets under Management auf dem heimischen Markt. 42 Prozent der Befragten wollen ihr Engagement am deutschen Immobilienmarkt – gemessen am Investitionsvolumen – stark steigern. 29 Prozent der Befragten wollen lediglich ein wenig mehr anlegen. Im Gegensatz dazu beabsichtigen 25 Prozent der Unternehmen das Investitionsvolumen unverändert zu belassen und nur vier Prozent wollen die zukünftigen Investitionen senken.23 Bei den Investitionen wird künftig ein Schwerpunkt ausgewählte Nutzungsarten gelegt. Ein Drittel der befragten Unternehmen will in Zukunft seine Investitionstätigkeit auf Shopping Center konzentrieren. Ebenfalls ein Drittel setzt stärker auf Wohnimmobilien. Logistikimmobilien, Hotels und Seniorenimmobilien spielen bei den Befragten aktuell eher eine untergeordnete Rolle.24 Damit bestätigt sich die Annahme, dass die geringeren Umsätze in der jüngsten Vergangenheit eher mit den schwierigen Finanzierungsbedingungen zu erklären sind, als mit einem mangelnden Interesse der Investoren. So ist also mit der Entspannung auf dem Kreditmarkt auch mit einem Ansteigen der Transaktionen zu rechnen, wodurch die Nachfrage deutscher institutioneller Kunden nach professionellen Asset Management Dienstleistungen wieder steigen dürfte.25 15.3.3 Ausländische Investoren Deutschland steht immer noch im Fokus ausländischer Investoren, denn die Aussichten auf Wertsteigerungen, gerade im Bereich von Value-Add Immobilien und stabile Cashflows ma- 22 Vgl. Schreiber, M. (2008). 23 Vgl. IVD (2008), S. 1 f. 24 Vgl. ebenda, S. 4 f. 25 Vgl. ebenda, S. 1 f.

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References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.