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11.9.1 Rückgriff auf transaktionale Systeme in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 327 - 328

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_327_1

Bibliographic information
322 11 Informationsmanagement und Informationstechnologie werden können. Zusätzlich kann eine Attributionsanalyse erfolgen, bei der die Kennzahlen in Ihre einzelnen Teilbestände zerlegt werden. Hierdurch wird eine einfachere Analyse und Beschreibung eines hochkomplexen Ursache-Wirkungs Modells möglich.31 11.8.5 Portfoliomodellbildung Mithilfe vorangehend berechneter Faktoren kann schließlich im Zuge der Portfoliotheorie nach Markowitz ein strategisches Portfolio gebildet werden. Dies bildet unter Einberechnung verschiedener Faktoren ein managementorientiertes Modell eines Immobilienportfolios. Die Objekte und Portfolios werden von der Datenverarbeitung in einer Matrix abgebildet, die unterschiedliche Handlungszenarien darstellt.32 11.9 Lösungsansätze für EDV-gestützte REAM-Systeme Da es derzeit auf dem deutschen Markt kein einheitliches und von der breiten Masse anerkanntes System des EDV-gestütztem Real Estate Asset Managements gibt, verbleiben aufgrund unterschiedlicher technischer und fachlicher Anforderungen zwei Lösungsansätze. 31 Vgl. Haub, C. (2003), S. 64 ff. 32 Vgl. Vollrath, J./Schulte, K. (2007), S. 308. 33 Vgl. ebenda, S. 309. Individuelle Entwicklung • Umfassende Integration der • Ausgereifte Fachkonzeption Vorsysteme • Einbindung bestehender Verfahren, Methoden und • Entwicklungsvorteile durch homogene Kundengruppe mit ähnlichem Anforderungsprofil Instrumente • Optimale Integration der Anwendung in die • Höhere Geschwindigkeit der technischen Umsetzung • Reduzierte Konzeptionskosten V o rt e il e modellierten Prozesse • Hohe Entwicklungskosten • Fehlendes internes und externes Know-how • Höheres Risiko des Scheiterns • Abhängigkeit vom Softwareanbieter • Reduktion des Entwicklungsaufwandes nicht N a ch te il e realisierbar wegen hoher Anforderungen • Anwendungskonzeption praxisfremd Vorgefertigtes System Individualentwicklung versus vorgefertigtes SystemAbbildung 160: 33 32311.9 Lösungsansätze für EDV-gestützte REAM-Systeme Zum einen kann eine Individualentwicklung eines EDV-Systems für das Real Estate Asset Management erfolgen, zum anderen kann ein bereits vorgefertigtes System durch Änderungen oder Erweiterungen den Anforderungen des Asset Managements angepasst werden. Beides bringt jedoch Vor- wie auch Nachteile mit sich. Zu Beginn muss eine Plattform gewählt werden, die die Software des Systems darstellt. Je nach Anforderungen und Zielsetzung ergeben sich hierbei verschiedene Möglichkeiten. Die Auswahl erfolgt in einem mehrstufigen Prozess, bei dem zuerst Zielsetzung, Adressaten, Anforderungen und Funktionalität in einem Konzept zusammengefasst werden. Hieraus lässt sich erkennen, welche mögliche IT-Architektur den Anforderungen entspricht. Durch Auswahl vorhandener Softwareoptionen wird der Planungsprozess abgeschlossen.34 11.9.1 Rückgriff auf transaktionale Systeme Unter transaktionalen Systemen werden IT Systeme verstanden, die der Aufgabe dienen, grundlegende Funktionen des Asset Managements durchzuführen. Zum einen werden in ein transaktionales System beispielsweise Stammdaten und Bewegungen auf den Einheiten Objekt, Gebäude oder Mieteinheit, eventuell auch Teilportfolio eingegeben und verwaltet. Zum anderen kann in einem transaktionalen System auch die reine Mietvertragsverwaltung stattfinden, also die Verwaltung von Mietverträgen und die Sollstellung jeglicher damit verbundener Zahlungsströme. Auch der gesamte Bereich der Buchhaltung und Kosten- und Leistungs rechnung kann Teil eines transaktionalen Systems sein.35 Aufgrund dessen bietet es sich an, bei der Schaffung eines REAM-IT Systems auf vorhandene Daten und Strukturen transaktionaler Systeme zurückzugreifen. Hierbei besteht jedoch die Gefahr der Abhängigkeit des zu schaffenden Systems von der Qualität bisheriger Systeme. Durch unzureichend geplante Informationstechnologie in der Vergangenheit und komplexe Strukturen der Immobilienwirtschaft haben bisherige Systeme jeweils nur Teilbereiche des Leistungsprozesses abgebildet und durch fehlende Vereinbarkeit zu einem hohen Maß an Ineffizienz geführt. Ein DV-gestütztes System für das Real Estate Asset Management muss also seine Daten aus einer großen Menge an unterschiedlichen Systemen beschaffen, die jeweils zu verschiedenen Zeitpunkten des Lebenszyklus der Immobilie und an verschiedenen Orten mit Informationen gespeist wurden. Es ergibt sich folglich die Problematik der Zuordnung der jeweiligen Daten und Informationen auf die einzelnen Objekte und Teilportfolios in den verschiedenen Systemen. Als Folge werden häufig in der Praxis die bestehenden transaktionalen Systeme überarbeitet oder gar durch neu geschaffene Systeme komplett abgelöst. Auch hierbei stellt die Überführung und Neuzuordnung der Daten in das neue System eine zu beachtende Problematik dar.36 11.9.2 Schaffung eines Data Warehouse Systems Eine mögliche technische Lösung der Datenverarbeitung im Real Estate Asset Management ist folglich der automatische Import relevanter Daten aus bestehenden transaktionalen Systemen. Diese Anbindung von Vorsystemen an ein neu geschaffenes Hauptsystem ist ein Leistungs- 34 Vgl. ebenda, S. 310. 35 Vgl. Frensch, S./Fischer, D., Ernst & Young (2008), S. 18 ff. 36 Vgl. Vollrath, J./Schulte, K. (2007), 308 ff.

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References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.