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11.8.3 Investitionsanalysen, Risikomessung und Performanceberechnung in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 326 - 326

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_326

Bibliographic information
32111.8 Auswertungsmöglichkeiten den.25 Auch die Bewertung des Immobilienbestandes, der in der Regel im Prozess des REAM eine zentrale Rolle zukommt, erfolgt mit Hilfe der Datenverarbeitung. Diese systemgestützte Bewertung soll zu jedem beliebigen Zeitpunkt nach vorgegebenen Parametern zur Verfügung stehen. In der Regel kommt im EDV gestützten Bewertungsverfahren im REAM das Ertragswertverfahren nach der deutschen Wertermittlungsverordnung oder die Discounted- Cashflow Methode nach anglo-amerikanischem Vorbild zum Tragen.26 11.8.3 Investitionsanalysen, Risikomessung und Performanceberechnung Bei der Berechnung der Performance werden ex post Faktoren zusammengefasst, um den Erfolg der Anlage eines Objektes, Portfolios, oder einer ganzen Strategie zu bewerten. Hierbei erfolgt auch unmittelbar der Vergleich mit der Benchmark und die hieraus folgende Über- oder Unterrendite. In der Regel erfolgt die Performancerechnung auf Grundlage des Total Return, da dieser eine gute Vergleichbarkeit in der Praxis mit sich bringt. Als Benchmark kann, neben selbst ermittelten Vergleichswerten, der Deutsche Immobilien Index DIX der Investment Property Datenbank IPD dienen.27 Die Berechnung der Investitionsanalyse erfolgt hingegen ex Ante. Sie zielt darauf ab, durch systematische und zielgerichtete Ermittlungen, die ökonomische Durchführbarkeit und daraus folgende Eventualerfolge einer Unternehmung zu berechnen. Hieraus ergibt sich, dass die Investitionsberechnung ein wichtiges Organ im Prozess der Entscheidungsfindung ist. Die Berechnung erfolgt in der Praxis auf Basis verschiedener dynamischer Methoden, wie beispielsweise dem Internal Rate of Return, der Kapitalwertmethode, oder dem Vollständigen Finanzplan.28 Durch Risikoanalysen sollen Risikosituationen für interne und externe Zwecke transparent dargestellt werden.29 Risiko ist bei jeder Unternehmung vorzufinden, so auch im Real Estate Asset Management. Im Zuge der Risikoanalyse ist vor allem quantifizierbares Risiko von Relevanz. Hieraus ergibt sich eine Einschränkung der Risikoberechnung lediglich auf die Bereiche Performanceanalyse und Investitionsrechnung. Um dem Investor die Möglichkeit zu bieten, verschiedene Investitionsmöglichkeiten auch anhand des Risikos vergleichen zu können, müssen der Investitionsrechnung, die für sich kein Risiko beinhaltet, informative Daten hinzugefügt werden, die die Einschätzung von Risiken betreffen. Die Risikoanalyse ist somit eine Ergänzung der Investitionsrechnung. Sie erfolgt mittels praxisgängiger Methoden, wie die Sensitivitätsanalyse, Szenarioberechnung oder einer Portfoliosimulation.30 11.8.4 Kennzahlenbildung und -analyse Die Ergebnisse aus den Berechnungen der Berichte und Analysen, so wie der Risikobetrachtung können schließlich zu Kennzahlen verarbeitet werden. Diese Kennzahlen sollten von der EDV in unterschiedliche Teilbereiche gegliedert und selektiert berechnet und angezeigt 25 Vgl. ebenda, S. 306. 26 Vgl. Thomas, M. et al. in Schulte K.-W. (Hrsg.) (2000), S. 381 f. 27 Vgl. Vollrath, J./Schulte, K. (2007), S. 307. 28 Vgl. ebenda, S. 307. 29 Vgl. Maier, K. (2005), S. 554. 30 Vgl. Ropeter, S.-E. (1997), S. 204 ff.

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.