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11.4.3 Quellen standardisierter und dynamischer Informationen in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 320 - 321

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_320

Bibliographic information
31511.4 Relevante Informationen für Beteiligte Eine regelmäßige, tägliche Pflege, Abfrage und Überprüfung der dynamischen Informationen ist aufgrund der Tendenz zu schnellen Veränderungen notwendig.9 Der Einfluss von Tatbeständen, die dynamische Informationen auf die wirtschaftliche Performance eines Assets hervorrufen, hängt von der Effizienz und der Reaktionszeit des Datenmanagements ab. Je länger die Reaktionszeit ist, desto schwieriger gestaltet sich die Informationssteuerung. Optimum wäre ein Real Time Information System, welches die Information in dem Moment aufnimmt und weiterleitet, oder speichert, in dem sie tatsächlich entsteht. In diesem anzustrebenden Extremum könnte der größtmögliche Einfluss auf die Performance des Assets mit Hilfe der entstandenen Information genommen werden. Die Organisation dynamischer Informationen sollte, aufgrund der häufigen Änderungen und der laufenden Entstehung zum täglichen Regelgeschäft gehören. Ein Großteil dynamischer Informationen findet sich in Reports wieder, die letztendlich der Unterstützung, der Verwaltung und Entscheidungsfindung dienen. So werden zum Beispiel tägliche Zahlungsströme in Report ähnlichen Zusammenstellungen notiert, die der Erstellung weiterer Reports dienen, deren Ziel die Darstellung der Performance des Wirtschaftsgutes ist. Dieser Gesamtinformationsfluss wiederum trägt wesentlich zur strategischen Entscheidung auf jeder Managementebene bei. Für jede einzelne Ebene ist jedoch lediglich ein Auszug aus dieser Informationsmasse von Bedeutung, wobei es hier zu häufigen Überschneidungen kommen kann. Wichtig ist also für die Speicherung der Masse an dynamischen Informationen ein einheitliches Datenmodell mit zentralem Zugriffsort. Von hier können dann die Informationen selektiert, als Bündel an die einzelnen Interessensebenen zur weiteren Bearbeitung freigestellt, oder verschickt werden. 11.4.3 Quellen standardisierter und dynamischer Informationen Standardisierte und dynamische Informationen können aus jeglicher Ebene des Real Estate Asset Management gewonnen werden. Im Besonderen sind jedoch folgende Informationsarten und damit auch Informationsquellen von Bedeutung: Marktinformationen • Nutzer-/Mieterinformationen • Informationen über Architektur, Gebäudestruktur und Gebäudephysik • Wirtschafts- und Umweltinformationen • Performance und Entscheidungen Dritter • Veränderungen im Steuerungssystem • Kaufpreis, Betriebs- und Managementkosten • 10 Zur Gewinnung dieser Informationen trägt letztendlich jegliche Person bei, die in Berührung mit dem Betrachtungsobjekt kommt, unter Verantwortung des zuständigen Asset Managers. 9 Vgl. Soens, M. et al. (1994), S. 165 ff. 10 Vgl. ebenda, S. 172 ff. 316 11 Informationsmanagement und Informationstechnologie 11.5 Informationsmanagementsysteme Die für das Management relevanten Informationen werden koordiniert durch ein so genanntes Information Management System. Theoretisch hat der Asset Manager bei unendlicher Effizienz des Informationspools ein unbegrenztes Maß an verfügbaren Informationen, von denen jedoch nur ein Bruchteil für ihn von Bedeutung ist. Das Optimum ist erreicht, wenn genau die relevan ten Informationen aus der Masse gefiltert und zugänglich gemacht werden, um der Entscheidungsfindung dienlich zu sein und zur Renditemaximierung eingesetzt zu werden. Lediglich ein effizient arbeitendes Informationsmanagement führt demnach zu einem erfolgreichen Asset Management. Der erste Schritt im Informationsmanagement ist die Sammlung von Einzelinformationen. Von ähnlich hoher Bedeutung ist die Verarbeitung der so gesammelten Informationen, denn eine Masse an ungefilterten Rohinformationen hält das Management eher auf, als es zu unterstützen. Um bedeutende von unbedeutenden Informationen zu trennen und Wichtiges herauszustellen, müssen die Informationen in ein einheitliches Format gebracht werden. Hierbei werden relevante Teilinformationen hervorgehoben, weniger relevante dienen lediglich zur Ergänzung. Spätestens bei diesem Schritt müssen unwichtige Daten herausgenommen werden, um den Überblick zu verbessern. Das so entstandene Datensystem wird entsprechend hinterlegt und zugänglich gemacht.11 11.6 Anforderungen an die Funktionalität Grundlage der Verwendung eines effektiven IT-Systems im Real Estate Asset Management ist das Verständnis für die Notwendigkeit eines funktionierenden Informationsmanagements und Reportings für den Prozess der Entscheidungsfindung. Hierauf aufbauend ist es Aufgabe des folgenden Kapitels zu klären, wie die Speicherung und die Bereitstellung der Datenmengen sinnvoll gestaltet werden kann. Die Informationen, die benötigt werden stammen unter anderem aus den Bereichen Reporting, Entscheidungsfindung, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, so wie eigener Performancemessung. Bei der Datenspeicherung und Datenbeschaffung spielen vor allem Geschwindigkeit, Genauigkeit und Sicherheit eine wesentliche Rolle. Außerdem ist von Bedeutung, ob das Asset Management ein eigenes IT-System entwickeln lässt, vorgefertigte Produkte ohne Änderung übernimmt, oder IT-Systeme einkauft und diese individuell anpassen lässt. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Abstufungen sind ebenso im Folgenden zu klären. Auf diesen Beobachtungen basierend kann letztendlich ein IT-System für das Asset Management entwickelt und eingeführt werden.12 Der erste Schritt in der Planung einer effektiven Datenverarbeitung ist die Klärung, welche Informationen, wo und wann durch das Asset Management benötigt und geschaffen werden. Zu beachten ist hier insbesondere der unterschiedliche Informationsfluss in den einzelnen Phasen des Lebenszyklus der Immobilie. Oftmals ist die Funktionalität eines IT-Systems allein deswegen unzureichend, weil Informationen nicht in ausreichender Menge oder zum falschen Zeitpunkt gespeichert oder zur Verfügung gestellt werden.13 Andererseits sind nicht wenige Datenverarbeitungssysteme unbrauchbar, da sie eine zu große Menge an bedeutungslosen Informationen aufnehmen und dies nicht ausreichend verarbeiten können. 11 Vgl. Soens, M. et al. (1994), S. 176. 12 Vgl. ebenda, S. 239 ff. 13 Vgl. Jones, M./Jones, K. (Hrsg.) (2008), S. 65 ff.

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.