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11.4.1 Standardisierte Informationen in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 318 - 319

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_318

Bibliographic information
31311.4 Relevante Informationen für Beteiligte 11.4 Relevante Informationen für Beteiligte im Real Estate Asset Management Generell ist zwischen zwei Informationstypen, die für den Tätigkeitsbereich des Real Estate Asset Management wichtig sind zu differenzieren. Auf der einen Seite finden sich Standardinformationen, auf der anderen dynamische Informationen. Beide unterscheiden sich wesentlich in Zugriff und Verwaltung.6 11.4.1 Standardisierte Informationen Standardisierte Informationen sind Basisinformationen, die für das Betrachtungsobjekt charakteristisch sind. Sie charakterisieren ein Betrachtungsobjekt in seinen wesentlichen Grundzügen. Die Zusammensetzung von Standardinformationen beschränkt sich im Wesentlichen auf die grundlegenden Daten des Investments. Diese bilden den systemimmanenten Rahmen des Informationssystems. Im Regelfall verändern sich Standardinformationen im Laufe ihres Bestehens nicht. Findet dennoch eine Änderung statt, so ist diese zeitlich beschränkt und steht in Bezug auf eine zukünftige Maßnahme. Dies ist beispielsweise der Fall bei Objektstandort, Objektgröße, Eigenschaften langjähriger Mietverträge, Lagepläne, aber auch grundlegende Informationen über die Anlagegesellschaft, wie Art der Beteiligung oder Zusammensetzung des Portfolios. Ein Großteil der standardisierten Informationen können bereits während der Due Diligence gewonnen werden. Auf Grundlage des Prüfungskataloges werden diese Informationen gesammelt, die von unterschiedlichsten Beteiligten des Kauf- und Untersuchungsprozesses hervorgerufen und bestätigt werden. Letztendlich bilden die so gesammelten Standardinformationen eine Diskussionsgrundlage zur Erörterung von eventuellen Risiken und Chancen, die die einzelnen Objekte auf rechtlicher, wirtschaftlicher und technischer Ebene mit sich bringen. Somit stellt die Informationssammlung von standardisierten Informationen den Ausgangspunkt für jegliche weitere Entscheidungen und Verhandlungen im Zusammenhang des Objektes dar. Die Vollständigkeit und Klarheit der Sammlung von Standartinformationen sollte also in jedem Fall gewährleistet sein. Bei der Organisation, Speicherung und Verarbeitung von Standardinformationen lässt sich eine große Abhängigkeit von dem Stellenwert der Zeitpunkte der Informationsentstehung, Informationsweitergabe, Informationsspeicherung und Informationsverarbeitung ausmachen. Des Weiteren soll die Speicherung und Verarbeitung jeglicher Informationen auch in Anbetracht des Zugriffszeitpunktes und Zugriffsortes erfolgen.7 Informationen, die für das laufende Management von Relevanz sind, werden im so genannten „Asset Management Plan“ gesammelt.8 Die weiteren Informationen, die im Eventualfall als notwendige Ergänzung dienen, werden in anderen Medien vereint. 6 Vgl. Soens, M. et al. (1994) S. 160. 7 Vgl. ebenda, S. 161 ff. 8 Vgl. ebenda, S. 106. 314 11 Informationsmanagement und Informationstechnologie 11.4.2 Dynamische Informationen Unter dynamischer Information werden Daten verstanden, die sich auf Transaktionen, Ereignisse und Entscheidungen beziehen, die unter einem sich ständig veränderndem Prozess stehen. Neben Standardinformationen sind dynamische Informationen ebenso äußerst wichtig für den Prozess der Entscheidungsfindung. Hier liegt allerdings die Schwierigkeit nicht nur in der Genauigkeit der Daten, sondern auch im Verständnis, dem Management und der Kontrolle der sich ständig ändernden Informationen. Die Wichtigkeit dynamischer Informationen wird unter anderem deutlich bei Beeinflussung des Wertes oder des Cashflow der Assets, wenn sich die Management Strategie ändert, oder die Haltedauer verlängert oder verkürzt wird. Die Informationsquellen dieser Faktoren können im Grunde in sieben Kategorien eingeteilt werden. (1) Marktinformationen (2) Informationen über Mieter und Nutzer (3) Gebäudestruktur, Architektur, Gebäudetechnik und Gebäudephysik (4) Wirtschaftliche Umwelt (5) Benchmark und Entscheidungen Dritter (6) Regulationsänderungen (7) Operationale Kosten Datum Erwerb: __________ Objektanschri?:_________________ Eigenkapital: __________ Lage: ________ Fremdkapital: __________ FK-Zins: ________ Erwartete EK-Verzinsung: _________ Nutzfläche: ___________ Umgriffsfläche: ___________ Datum Projektabschluss: ___________ Haltedauer: ___________ Erwarteter Ne?ocashflow: soll ist Bemerkung 1.Jahr _______ _______ _________________ 2.Jahr _______ _______ _________________ 3.Jahr: _______ _______ _________________ 4.Jahr: _______ _______ _________________ 5.Jahr: _______ _______ _________________ 6.Jahr: _______ _______ _________________ 7.Jahr: _______ _______ _________________ 8.Jahr: _______ _______ _________________ Grundlegende Informa?onen: Administra?ver Plan: Jan ____________ Mai _____________ Sep ____________ Feb ____________ Jun _____________ Okt ____________ Mar ____________ Jul _____________ Nov ____________ Apr ____________ Aug _____________ Dez ____________ Vermietungs- und Verkaufsplanung: Aktuelle Verträge: Asset Management Plan für Objekt ____________, vom __,__,____ Muster Asset Management PlanAbbildung 156:

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References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.