Content

11.3.1 Notwendigkeit eines Informationsmanagementsystems in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 316 - 317

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_316_1

Bibliographic information
11.1 Überblick Dieses Kapitel setzt sich mit dem Informationsmanagement als Unterstützungsprozess des Real Estate Asset Managements auseinander. Dabei werden zunächst die Grundlagen und Anforderungen an ein Informationsmanagementsystem definiert und schließlich Funktionalitäten und Auswertungsmöglichkeiten beleuchtet. Das Kapitel schließt mit einem kurzen Einblick in das Angebot an Software-Lösungen für das Real Estate Asset Management. 11.2 Begriffsdefinition Unter dem Begriff Informationsmanagement verstehen Stahlknecht und Hasenkamp primär die Aufgabe, den für das Unternehmen, nach Kapital und Arbeit dritten Produktionsfaktor Information zu beschaffen und in einer geeigneten Informationsstruktur bereitzustellen, und davon ausgehend die Aufgabe, die dafür erforderliche IT-Infrastruktur, zu planen, beschaffen und einzusetzen.1 Krcmar spricht dem entsprechend von Informationswirtschaft, Informationssystemen und Informationstechnologie, als Führungsaufgaben des Informationsmanagements.2 Auch andere, in diesem Bereich herausragende Praktiker und Theoretiker, wie Mertens und Heinrich stellen die Information als wichtige unternehmerische Ressource heraus und betonen eine Notwendigkeit eines effektiven Informationsmanagements. Das Konzept des Informationsmanagements setzt sich zusammen aus den Prozessen des Datenzugriffs, der Datenfilterung, Datenspeicherung und Datenverwendung. 11.3 Grundlagen für ein Informationsmanagementsystem Die Daten und Informationen im Real Estate Asset Management stammen aus einer großen Anzahl an Quellen und entstehen zu unterschiedlichsten Zeitpunkten. Ebenso vielfältig ist die Zahl und Art der Zielpersonen, die diese Informationen verwenden und auch erhalten sollen. Das Management dieser Datensätze stellt also hohe Anforderungen hinsichtlich der Qualität und Funktion des zugehörigen Informationsmanagementsystems. Nur ein gut geplanter und verwalteter Datensatz zu den jeweiligen Betrachtungsobjekten ermöglicht ein effektives Real Estate Asset Management.3 1 Vgl. Stahlknecht, P./Hasenkamp, U. (2004), S. 437. 2 Vgl. Krcmar, H., et al., (2005), S. 100 ff. 3 Vgl. Jones, M./Jones, K. (Hrsg.) (2008), S. 65 ff. Datenmanagement DatenfilterungDatenspeicherung Datenzugriff Datenverwendung Aufbau des DatenmanagementsAbbildung 155: 312 11 Informationsmanagement und Informationstechnologie 11.3.1 Notwendigkeit eines Informationsmanagementsystems Ein umfassender Datenraum ist für das REAM zwingend notwendig. Aus einem effektiven Informationsmanagement leiten sich zahlreiche Vorteile für den Asset Manager und seine Kunden ab. Ziel ist es jegliche relevante Informationen zu sammeln, zu archivieren und den beteiligten Parteien zur Verfügung zu stellen, um durch eine Anwendung der Informationen den Wert der Unternehmung zu steigern. Von jedem beteiligten wird die jeweilige eigene Information vor der Weitergabe gefiltert, was den Informationsgehalt verringert. Der Entscheidungsprozess des Managements und die Information stehen in einer wechselseitigen Beziehung zueinander. Hierbei entspricht die Informationsbeschaffung zugleich dem ersten Schritt in der Entscheidungsfindung. Je höher die Qualität und Quantität der Information, desto effektiver ist also auch das Ergebnis jeglicher Entscheidung des Managements. Der zeitliche Aspekt spielt hier ebenso eine große Rolle.4 Trägt eine schnelle Informationsbeschaffung einer zügigen Entscheidungsfindung bei, so kann dadurch aber auch die Qualität oder Quantität verloren gehen. Qualität, Quantität und Geschwindigkeit bei der Informationsbeschaffung stehen also für sich in wechselseitiger Beziehung zueinander. Wird eines der drei optimiert, so verschlechtert sich automatisch ein anderes. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass ein durchdachtes und gut geregeltes Informationssystem für die Entscheidungsfindung und Effektivität des Managements unvermeidlich ist. 11.3.2 Ansätze für Informationsmanagementsysteme Unter prozessorientiertem Informationsmanagement versteht man eine Ausrichtung der Unternehmensorganisation an den Geschäftsprozessen. Bei dieser strategischen Ausgangslage, wird letzten Endes auch der gesamte Bereich der Informationsverarbeitung und -verwendung an den Geschäftsprozessen orientiert. Informationsressourcenmanagement vereinigt die Planung und Steuerung von Informationsressourcen externer und interner Art mit deren Nutzung. Die Ressource Information wird hierbei als Produktionsfaktor gesehen. Ziel des Managements ist es also, diesen Faktor in ausreichender und geeigneter Weise bereitzustellen, um die Nachfrage an Betriebsmitteln dieser Art zu decken. Das Ziel des Ubiquitous Information Management ist, eine geeignete Informationsinfrastruktur herzustellen, zu managen und so zu nutzen, dass jegliche erforderliche Information in technischem und betriebswirtschaftlichem Sinn, an jedem Ort, zu jeder Zeit mit jeglicher Zugangsvoraussetzung den maximalen Unternehmenserfolg unterstützt. Leistungszentriert ist das Informationsmanagement einer Unternehmung dann, wenn Information und Kommunikation alle Führungsaufgaben im Unternehmen und im Unternehmensumfeld umfasst.5 4 Vgl. Soens, M. et al. (1994), S. 158 ff. 5 Vgl. Heinrich, L. (2005), S. 50 ff.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.