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10.3.12 Einsatz eines Value Reporting Systems in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 313 - 314

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_313

Bibliographic information
306 10 Controlling und Reporting im Real Estate Asset Management 10.3.12 Einsatz eines Value Reporting Systems Als grundlegende Inhalte eines Value Reports dienen unter anderem jegliche Angaben aus traditionellen Systemen der Berichterstattung. Hierzu zählen neben den finanziellen Daten aus dem Jahresabschluss und anderen Unternehmensberichten auch andere Angaben wie der Fair Value, Berechnung des Free Cashflow, und Angaben und Erläuterungen zu der Datenentstehung und Herkunft. Jegliche Daten, die durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft sind, können Inhalt des Value Reporting sein.90 10.3.12.1 Wertorientierte Angaben im Jahresabschluss Der Jahresabschluss kann ergänzt durch zusätzliche Fair Values, sei es als zusätzliche Spalte in der Bilanz, oder im Anhang des Berichtes, die Grundlage eines Value Reports darstellen. Durch zusätzliche Angaben im Anhang des Jahresabschlusses und deren Erläuterung, wie ein Intellectual Capital Statement oder die Darstellung des Free Cashflow anhand einer Kapitalflussrechnung werden die inhaltlichen Grundlagen eines Value Reporting geschaffen.91 10.3.12.2 Daten aus dem Lage- und Segmentbericht Auch Daten aus Lage- und Segmentberichten größerer Unternehmen und Konzerne können die grundlegenden Angaben im Value Reporting schaffen. Laut § 289 HGB in Verbindung mit § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB oder im Falle des Konzernlageberichtes § 315 HGB in Verbindung mit 90 Vgl. Geduhn, C./Zeglen, K. (2006), S. 71 f. 91 Vgl. ebenda, S. 71 f. Bilanz mit Ausweis des Fair ValueAbbildung 154: Aktiva 31.12.2008 Fair Value Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Patente II. Materielle Vermögensgegenstände 1. Grund und Boden 2. Maschinen 3. BGA – 50.000,00 234.123,43 343.233,74 53.234,55 53.234,55 19.345,98 20.934,00 30710.3 Value Reporting im Real Estate Asset Management § 290 Abs. 1 HGB besteht eine gesetzliche Pflicht zur Aufstellung von regelmäßigen Lageberichten. Durch Schaffung des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) muss in diesem Sinne auch auf zukünftige Entwicklungen und Risiken eingegangen werden. Des Weiteren besteht auch die Pflicht, nach § 297 Abs. 1 HGB oder IAS14 Segmentberichte für börsennotierte Kapitalgesellschaften zu erstellen. Im Zuge dessen wäre ein System denkbar, das durch eine umfassende Berichterstattung aller Risiken ein hohes Maß an Transparenz schafft. Angaben zu stillen Reserven und stillen Lasten, zum Kapitalkostensatz und Darstellung des Intellectual Statement, so wie Berichte aus einer Balanced Scorecard können als Datensätze für Value Reports aus Lageberichten dienen. Durch das DRS 15 der deutschen Rechnungslegungsstandards wurde die Funktion des Lageberichts als Grundlage von Value Reportings gestärkt. Hiernach müssen Berichte zu Geschäft und Strategie, so wie Berichte zur Vermögenslage regelmäßig erstellt werden. Diese erliegen gewissen Mindestanforderungen, wie dem Grundsatz der Vollständigkeit, der Verlässlichkeit, der Klarheit und Übersichtlichkeit.92 10.3.12.3 Wertorientierte Angaben aus sonstigen Quellen Die in vorherigen Unterpunkten aufgezählten Angaben können auch an jeder anderen Stelle als Grundlage eine Value Reporting dienen. So müssen diese Daten nicht unbedingt dem prüfungspflichtigen Teil eines Jahresabschlusses oder Lageberichtes entspringen, sondern können auch im zusätzlichen, nicht prüfungspflichtigen Erläuterungsteil enthalten sein. Auch andere Kommunikationslösungen oder Medien können der Übermittlung und Grundlagenschaffung von Daten dienen, die in den Value Report einfließen. Neben traditionellen Geschäfts- und Lageberichten können Ad-hoc Informationen getätigt, Pressemittelungen, oder Aktionärsbriefe aufgesetzt, Internetmeldungen oder E-Mails versendet, oder Analystenkonferenzen einberufen werden. Auf diese Weise ist eine kurzfristige und zeitnahe Bereitstellung der Informationen möglich, die einem großen Kreis an Empfängern zur Verfügung gestellt werden kann.93 10.3.13 Zusammenfassende Betrachtung des Value Reporting Durch das Value Reporting hat der Asset Manager eine zusätzliche Möglichkeit, durch wertorientierte Angaben, die über die traditionelle Rechnungslegung hinausgehen und auf freiwilliger Basis erfolgen, ein hohes Maß an Transparenz zu schaffen. Eine völlig neue Risikoeinpreisung der Objekte des Asset Managements am Kapitalmarkt und wesentlich geringere Risikoaufschläge sind die Folge. Die Kapitalkosten können somit also nachhaltig durch den Asset Manager gesenkt werden. Obwohl bis dato keine einheitliche Definition des Begriffes Value Reporting vorliegt, ist die inhaltliche Definition im Kern kongruent. Die verschiedenen Aufbaumodelle zielen jeweils auf die gleichen Ziele ab, durch zusätzliche, freiwillige Angaben die Transparenz der Unternehmung zu erhöhen. Durch diese neue Art der Berichterstattung, die über die traditionelle Rechnungslegung hinausgeht, kann der Asset Manager den Wert der Unternehmung nachhaltig steigern.94 92 Vgl. Geduhn, C./Zeglen, K. (2006), S. 74 ff. 93 Vgl. ebenda, S. 82 ff. 94 Vgl. ebenda, S. 89 ff.

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.