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10.3.9 Dimensionen und Adressaten des REAM Reporting in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 306 - 307

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_306_1

Bibliographic information
29910.3 Value Reporting im Real Estate Asset Management 10.3.8 Aufbau eines Value Reporting Systems Da es, wie in vorhergehenden Punkten beschrieben keine einheitliche Definition des Begriffes Value Reporting gibt, sondern lediglich einen gemeinsamen Kern, auf den die Fachwelt hinarbeitet, gibt es analog hierzu auch kein allgemein gültiges Value Reporting Modell. Unter der Menge von Aufbaumodellen, wie zum Beispiel die Modelle von Labhart, Müller, oder Heumann, treten wenige namhafte hervor.73 Diese vereinigen, trotz des unterschiedlichen Aufbaus einige wichtige Gesichtspunkte miteinander, wie es auch bereits bei den Definitionen der Fall war. Gemeinsames Ziel ist jeweils die Rechnungslegung durch zusätzliche Angaben zu erweitern, sei es auf freiwilliger oder gesetzlich vorgeschriebener Basis, um die Transparenz des Unternehmens zu erhöhen. Der Grund ist jeweils, die Stellung des Unternehmens auf dem internationalen Kapitalmarkt zu verbessern. 10.3.9 Dimensionen und Adressaten des REAM Reporting Aufgrund der Menge an Beteiligten im Prozess des Real Estate Asset Managements sind die Dimensionen eines REAM Reporting äußerst weitreichend. Ebenso zahlreich sind die Adressaten, die als mögliche Empfängermenge des Reporting infrage kommen. Für jede einzelne Gruppe an Adressaten muss letztendlich eine passende Auswahl aus den möglichen Dimensionen des Reporting, als aus der größtmöglichen Menge an Informationen getroffen werden. So kann für jeden Empfänger eine genau zugeschnittene Fülle an Informationen gewährleistet werden, die dieser benötigt. Gleichzeitig wird aber eine Überfrachtung mit unnötigen Informationen vermieden.74 Der Asset Manager identifiziert die Art von Report, die er erstellt nach einem strikten System. Hier beginnt die Organisation des Reporting Prozesses. Hierbei kommen zwei grundlegende Arten von Reports in Frage. Auf der einen Seite stehen Reports, die für die interne Verwendung bestimmt sind, also in der Regel der Verwaltung und dem Management dienen. Auf der anderen Seite treten dem gegenüber Reports, die der externen Verwendung dienen, also beispielsweise den Eigenkapitalgebern zukommen. Beide Arten von Asset Management Reports sind inhaltlich und strukturell voneinander abhängig, im Aufbau jedoch stark differierend. Die Inhalte des Reports variieren mit der Veränderung der Rolle des Asset Managements und den Umgebungsvariablen. Auf dieser Grundlage müssen die Dimensionen für jedes einzelne Reporting, je nach Adressat und Umgebungsvariable individuell bestimmt werden. Sind die Dimensionen des Reports bestimmt, ist der nächste Schritt im Prozess des Real Estate Asset Management Reporting, eine Form zu entwickeln, in der die Informationen umrissen werden, die dieser Report enthält. Wichtig ist hier die Frage, welche Informationen wichtig sind so wie ihre Reihenfolge und Anordnung. Die Organisation des Formats sollte hier unter Betrachtung der Stichworte kurz, bündig, konsistent und vollständig erfolgen. So kann Glaubwürdigkeit des Reports gewährleistet werden. Bei der Erstellung eines Reports sollten folgende Punkte beachtet werden: 1. Ein Medium anzubieten, um einen Überblick über wichtige Informationen zu gewähren. 2. Eine Basis der historischen Dokumentation anzubieten. 3. Mittels des Reports kann mit Dritten kommuniziert werden. 4. Durch Reports kann der Prozess der Entscheidungsfindung nachhaltig unterstützt werden. 73 Vgl. Geduhn, C./Zeglen, K. (2006), S. 29. 74 Vgl. Soens, M. et al. (1994), S. 176. 300 10 Controlling und Reporting im Real Estate Asset Management Basierend auf diese Grundlagen erfolgt die Identifikation der spezifischen Inhalte und Informationen, die im Report notwendig sind, um die oben genannten Punkte zu erfüllen. Sind Dimension und Format des Reporting definiert und die spezifischen Inhalte und Informationen gewählt, steht als nächster Planungsschritt die Festsetzung des Zeitpunktes und zeitlichen Rahmens des Reports aus. Die genaue Einhaltung und Dokumentation von festgelegten Zeitpunkten sind Hauptbestandteile bei der Darstellung der Glaubwürdigkeit des Reports. Da für jeden Report und jeden Adressaten andere Zeitpunkte und zeitliche Rahmen relevant sind, ist es notwendig, jegliche einzelne Reports auch zeitlich zu koordinieren und einen akribischen Zeitplan, der sowohl Art und Adressat des Reports, die benötigte Informationen, als auch den Zeitpunkt, an dem er erstellt wird, oder an dem einzelne Informationen eingeholt werden müssen, als Inhalt hat. 10.3.10 Aufbaumodelle des Value Reporting Wie auch die bereits angesprochenen zahlreichen Definitionen des Begriffes Value Reporting, finden sich ebenso viele Modelle ein solches Reporting zu gestalten und durchzuführen. Die Ziele dieser Modelle sind im Wesentlichen deckungsgleich. Alle Modelle sollen dazu dienen, die traditionelle Rechnungslegung nach HGB oder IAS/IFRS durch zusätzliche, freiwillige Angaben zu ergänzen, die in finanzieller Hinsicht eine Unterstützung des Verständnisses der Unternehmensführung und der Entscheidungsfindung bewirken. Als Abriss der vorherrschenden Modelle werden im Folgenden das Business Reporting nach Jenkins, der Value Reporting Framework nach Labhart und das Value Reporting Modell nach Müller vorgestellt. Diese stellen nach aktueller Lage die ausführlichsten und am häufigsten in die Praxis umgesetzten Modelle des Value Reporting dar.75 10.3.10.1 Business Reporting nach Jenkins Als Grundlage des Value Reporting nach Jenkins dienen die Ergebnisse des Special Committee on Financial Reporting, das 1991 durch die AICPA gegründet wurde. Als Aufgaben und Ziele wurden die Verbesserung der Entscheidungsfindung und die Steigerung der Zuverlässigkeit der externen Rechnungslegung festgesetzt. Im Zuge dessen sollte eine Reformierung der Rechnungslegung angestrebt werden, um den Informationsbedarf der externen Adressaten nach dem betriebswirtschaftlichen Gedanken durch ausreichendes Angebot zu decken. Somit sollte also die Kundenorientierung der Rechnungslegung wesentlich verbessert werden. Auf dieser Grundlage sollte eine Orientierung des Aufbaus und der Inhalte der unternehmerischen Rechnungslegung auf Grundlage der Bedürfnisse der Nachfrager erfolgen. Nach dreijähriger Arbeit wurde 1994 der der Comprehensive Report veröffentlicht, dessen Inhalt die Darstellung der Schwachpunkte der traditionellen Unternehmensberichterstattung im Zuge gesamtwirtschaftlicher Änderungen ist. Das Resümee war eine Empfehlung der Anpassung der Rechnungslegung an die veränderten gesamtwirtschaftlichen Verhältnisse. Eine Steigerung des Informationsflusses über geplante und zukünftige Entwicklungen, Chancen und Risiken im Unternehmen ist notwendig. Des Weiteren soll die Unternehmensberichterstattung an Informationen ausgerichtet werden, die der reellen Unternehmenssteuerung dienen. Auch langfristige Faktoren des Managements sollen aufgrund herausgehobener Be- 75 Vgl. Geduhn, C./Zeglen, K. (2006), S. 27.

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References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.