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10.3.3 Reporting-Anforderungen in der Immobilienwirtschaft in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 300 - 301

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_300

Bibliographic information
29310.3 Value Reporting im Real Estate Asset Management 10.3.3 Reporting-Anforderungen in der Immobilienwirtschaft Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung und Globalisierung in den letzten Jahrzehnten, insbesondere im Bereich der Immobilienwirtschaft und dem Bereich der Finanzdienstleistungen, stehen Unternehmen aus diesen Branchen vor immer neuen Herausforderungen. Dies betrifft vor allem auch die unternehmerischen Tätigkeiten der Rechnungslegung und des Controllings. Erweitert wird diese Problematik durch eine Zunahme der Bedeutung der Kapitalmärkte bei der Kapitalbeschaffung. Sowohl bei Eigenkapital beschaffung, als auch bei Fremdkapitalbeschaffung gewinnen Kapitalgeber auf dem internationalen Kapitalmarkt an Einfluss in jedem einzelnen Unternehmen. Ebenso ist ein starker Anstieg der direkten Konkurrenten als Kapitalmarktteilnehmer im Zuge der oben genannten Entwicklung zu verzeichnen. In Folge der verstärkten Nutzung des Kapitalmarktes zur Kapitalbeschaffung gewinnen Größen, wie der Aktienkurs an Bedeutung und lösen unternehmensinterne Kennzahlen als Schlüsselgröße zunehmend ab. Als Problematik ergibt sich hieraus, inwiefern die traditionelle Rechnungslegung und das traditionelle Reporting und Controlling noch geeignet sind, auf diese neue Denk- und Handlungsweise einzugehen und welche Einzelschritte dieser unternehmerischen Tätigkeiten angepasst werden müssen. Im Einzelnen ist darauf einzugehen, wie die Antwort durch die Rechnungslegung, das Reporting und Controlling auf die Veränderungen der Gesamtwirtschaft aussehen kann und welche Lösungen es hinsichtlich der auskeimenden Problematik gibt.49 Theoretisch gibt es viele Möglichkeiten, ein Reporting im Real Estate Asset Management zu gestalten, aufgrund der Fülle an Informationen und Entscheidungen. Effizient ist ein Reporting jedoch erst, wenn es optimal auf das Management und die Situation zugeschnitten und gut organisiert ist. Das Gleichgewicht zwischen Verwaltung und Entscheidung, zwischen Organisation und Management ist hierbei zu optimieren. Zu viel investierte Zeit in das Manage- 49 Vgl. Geduhn, C./Zeglen, K. (2006), S. 5 f. 50 Vgl. ebenda S. 4. Neue Anforderungen an die Rechnungslegung Mängel tradi?oneller Rechnungslegung Shareholder-Value Ansatz Neue Entwicklungen und Denkansätze Value Repor?ng Value Reporting – neuer DenkansatzAbbildung 150: 50 294 10 Controlling und Reporting im Real Estate Asset Management ment der Daten fehlt bei der Entscheidungsfindung. Doch auch ein zu ausführlich gestaltetes Management ist hinderlich, da hier Zeit für die Datensammlung und Datenverarbeitung fehlt. Wichtig ist also eine frühzeitige und gut durchdachte Organisation des Reporting im Real Estate Asset Management.51 10.3.4 Neuausrichtung der Rechnungslegung im REAM Aufgrund der enormen Veränderungen in der Denkweise und im Handeln im internationalen Wirtschaftsgeflecht sind auch Neuerungen und Umstrukturierungen im unternehmerischen Handeln notwendig, um auf diese Änderungen flexibel einzugehen. Insbesondere auf dem internationalen Finanzmarkt und im Bereich der Immobilientransaktionen sind diese Veränderungen deutlich zu spüren. Aufgrund der gesetzlichen Lage und traditioneller Werte erfolgt die Rechnungslegung bei deutschen Unternehmen nach den Vorgaben des Handelsgesetzbuches. Lediglich für einzelne Gesellschaftsformen besteht die Pflicht auch nach den internationalen Richtlinien IAS/IFRS zu bilanzieren. Um im modernen, internationalen Wirtschaftsgeschehen eine Rolle spielen zu können, ist es daher nicht nur notwendig, sich den internationalen Richtlinien anzupassen, sondern auch Denkansätze wie der des Shareholder-Value, bei dem der Eigenkapitalgeber im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns steht sinnvoll zu übernehmen. Ein Ansatz im Bereich der Unternehmensführung ist in dieser Hinsicht das Value Reporting. Hierin wird auf neue Herausforderungen eingegangen und Probleme alter Reportingsysteme vermieden.52 Rechnungslegung nach HGB Die wichtigste Funktion der Rechnungslegung nach dem HGB ist die Funktion der Informationsübermittlung. Durch regel- und gesetzeskonforme Bilanzierung sollen Informationen über die Kapitalherkunft und die Kapitalverwendung im Unternehmen festgehalten und zugänglich gemacht werden. Des Weiteren soll durch die Dokumentationsfunktion der Rechnungslegung nach dem HGB das unternehmerische Handeln einer Unternehmung festgehalten und dokumentiert werden. Somit ist eine Einsicht in die Handlungen eines Unternehmens auch im Rückblick noch möglich. Nach dem HGB soll die Rechnungslegung zur Rechenschaftsablage des Managements oder einzelner Unternehmens bereiche dienen. Dies wird als Rechenschaftsfunktion bezeichnet. Zuletzt soll durch die Rechnungslegung eines Unternehmens dessen Ausschüttungen berechnet werden. Dies geschieht nach den Vorstellungen des HGB auf Grundlage der Ausschüttungsbemessungsfunktion.53 Eine zentrale Bedeutung innerhalb des HGB nimmt der § 252, Abs. 1, Satz 4 ein. Nach dem Wortlaut dieses Paragraphen ist nach unternehmerischem Denken vorsichtig zu bewerten und Gewinne sind lediglich dann zu berücksichtigen, wenn Sie am Abschlussstichtag realisierbar sind.54 Eine Folge dessen ist, dass erfolgswirksame Vorgänge asymmetrisch erfasst werden und die Rechnungslegung dadurch künstlich, systematisch verzerrt wird.55 Aufgrund der gegebenen Systematik ist die Rechnungslegung nach dem HGB stark vergangenheitsorientiert und eine geeignete, ausreichende Darstellung der unternehmerischen Risiken fehlt nahezu. Trotz eines zielgerichteten Einsatzes von Elementen, die den 51 Vgl. Soens, M. et al. (1994), S. 180. 52 Vgl. Price Waterhouse Coopers, o. V. (2006), S. 4 ff. 53 Vgl. Geduhn, C./Zeglen, K. (2006), S. 8. 54 Vgl. Wagenhofer, A. (2005), S. 232. 55 Vgl. Labhart, P., et al. (2005), S. 519.

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.