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9.4.2 Risikopolitik in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 264 - 264

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_264

Bibliographic information
2559.4 Prozess des Risikomanagements 9.4.2 Risikopolitik Bei der Steuerung von Risiken im Immobilien- und Finanzwesen bietet sich dem Marktteilnehmer ein breites Spektrum möglicher risikopolitischer Steuerungsinstrumente an, um drohenden Gefahren zu begegnen bzw. sich bietende Chancen zu nutzen. Die zwei gegensätzlichen Strategien einer zielorientierten Risikopolitik sind dabei einerseits die Risikovermeidung und andererseits die weitgehende Übernahme von Risiken. Eine vollständige Risikovermeidung, d. h. die totale Ausschaltung von Gefahren und Chancen, lässt sich weder im Bereich des Immobilienwesens noch in sonstigen Sektoren der Wirtschaft erreichen. Entscheidenden Einfluss auf die strategische Ausrichtung der Risikopolitik und damit auch auf den Einsatz der Steuerungsmittel haben dabei die Art des zu steuernden Risikos, die individuelle Risikobereitschaft und die durch materielle oder rechtliche Restriktionen begrenzte Risikotragfähigkeit des Entscheidenden. Möglichkeiten der Risikopolitik bestehen u. a. in der:22 Risikovorsorge (Risikoprävention) • Risikoübernahme • Risikobegrenzung (Risikolimitierung) • Risikoteilung (Risikozerfällung) • Risikoverlagerung • Risikoüberwälzung auf Dritte • Stellung von Kreditsicherheiten • Risikoabgeltung (Risikohonorierung) • Risikokompensation (Hedging) • Risikostreuung (Diversifikation) • 9.4.3 Risikokontrolle/Risikomonitoring Die Aufgaben der Risikokontrolle bestehen darin, die risikopolitischen Instrumente im Hinblick auf den Zielerreichungsgrad, ihrer Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit ständig zu überwachen und zu dokumentieren. Die Ermittlung und Analyse von Beziehungen zwischen Einzelrisiken, etwa das Erkennen von kumulativen oder kompensatorischen Effekten, sind weitere Inhalte der Risikokontrolle. So treten beispielsweise bei nationalen und internationalen Aktivitäten Zins- und Währungsrisiken oft im Verbund in Erscheinung. Beim Einsatz innovativer oder derivativer Produkte im Rahmen von Hedgingstrategien stellt die Analyse und Überwachung des Zusammenhangs zwischen dem Basiswert und dem Sicherungsinstrument ein weiteres Aufgabengebiet der Risikokontrolle dar.23 Generell besteht schon bei der Implementierung von risikopolitischen Maßnahmen gleichzeitig die Notwendigkeit, einen geeigneten Rahmen für das Monitoring der zu steuernden Risiken durch Definition bzw. Überwachung von Risikokennzahlen, Einführung eines Reporting- bzw. Frühwarnsystems und Ausarbeitung von Notfallplänen als Back-Up-Strategie zu schaffen. 22 Vgl. Maier, K. (2004), S. 18. 23 Vgl. ebenda, S. 22.

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.