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9.3.6 Conditional Value at Risk in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 261 - 262

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_261

Bibliographic information
252 9 Risikomanagement für Immobilien VaR als Risikomaß besteht vor allem in der flexiblen Handhabung. So kann ein VaR nach unterschiedlichen Methoden berechnet und bei verschiedenen Geschäftsfeldern eingesetzt werden. Der VaR wird in der Regel positiv ausgedrückt (Verluste sind positive Zahlen, Gewinne negative). Daher gilt beim VaR die Entscheidungsregel: Wähle das Investment mit dem niedrigsten VaR. Der VaR für normalverteilte Renditen der Anlage i berechnet sich nach der folgenden Formel: i k i iVaR  z    V P  mit: zk: jeweiliges ?-Perzentil der Normalverteilung zum gewählten Konfidenzniveau Beispiel: Es wird angenommen, der Kurs der Aktie A aus 9.3.4 beträgt aktuell 200 €. Der VaR der Aktie A beträgt demnach bei einem Konfidenzintervall von ? = 95 %: VaRA = 200 € x (N[0,95] x 0,25 – 0,12) = 200 € (1,645 x 0,25 – 0,12) = 200 € x 0,291 VaRA = 58,25 € Mit anderen Worten: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % wird bei der Aktie A innerhalb eines Jahres ein Kursverlust von 58,25 € nicht überschritten. 9.3.6 Conditional Value at Risk Als Conditional Value at Risk (CVaR) bezeichnet man den erwarteten Verlust (absolut oder prozentual), der während eines bestimmten Zeitraums unter der Bedingung eintritt, dass man sich am (100 %-?)-Quantil der Verteilung der Gewinne/Verluste befindet. Ausgangspunkt ist die Frage, welchen Betrag der maximale Verlust annimmt, der unter kritischen Marktbedingungen eintreten kann. Es wird unterstellt, dass die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Returns bekannt ist. Der Conditional Value at Risk wird wie folgt berechnet: i i iCVaR k %    D V P  mit: ^ `20,5 Perzentil  (1 )1k %   2  (1 )e DD S D ?  ?  Beispiel: Es soll nunmehr für die Aktie A aus den vorherigen Beispielen der CVaR für ein Konfidenzintervall ? = 95 % berechnet werden. Somit ergibt sich: 20,5 1,6451k 95%   2  (1 0,95)eD S ? ?  k(? = 95 %) = 2,06 CVaRA = 200 € · (2,06 · 0,25 – 0,12) = 200 € · 0,395 = 79 € Daraus folgt, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 % (1–0,95) der durchschnittliche Kursverlust der Aktie A innerhalb des nächsten Jahres voraussichtlich 79 € betragen wird. Sowohl beim VaR als auch beim CVaR handelt es sich um sog. Safety-First Kriterien. Bei diesen Kriterien steht der Sicherheitsgedanke im Vordergrund. Der Schwerpunkt der Betrachtung 2539.4 Prozess des Risikomanagements liegt auf dem Verlust, der bei einer Investition auftreten kann. Dieser Verlust darf bestimmte kritische Werte nicht überschreiten. 9.4 Prozess des Risikomanagements Ein aktives, d. h. ein unmittelbar auf bestimmte Entscheidungssituationen bezogenes, Risikomana gement im Immobilienwesen lässt sich als dreistufiger Prozess darstellen, der die Phasen Risikoanalyse, Risikopolitik und Risikokontrolle (Risikomonitoring) umfasst. Die einzelnen Meilensteine dieses Prozesses werden nachfolgende kurz beleuchtet.18 9.4.1 Risikoanalyse Ein aktives Risikomanagement soll mit dazu beitragen, bewusste und effiziente Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen, um damit einen Beitrag zur Beherrschung von Risiken zu leisten. Ziel der Risikoanalyse ist dabei, Risikosituationen transparent, verständlich und fassbar zu machen. Die Identifikation und Dokumentation, die Charakterisierung und Klassifizierung, sowie die Quantifizierung und Beurteilung von risikotragenden Tatbeständen stellen die Hauptaufgaben der Risikoanalyse dar. Die einzelnen eng miteinander verwobenen Elemente des Prozesses der Informationsverarbeitung lassen sich folgendermaßen beschreiben:19 18 Vgl. Maier, K. (2004), S. 16. 19 Vgl. ebenda, S. 16. f(r) ? r VaR 1-? Konfidenzintervall ? CVaR CVaR und VaR bei normalverteilten RenditenAbbildung 124:

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References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.