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9.3.4 Ausfallwahrscheinlichkeit (Shortfall-Risk) in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 259 - 260

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_259_1

Bibliographic information
250 9 Risikomanagement für Immobilien messen die Korrelationskoeffizienten kim bzw. die Kovarianz COVim den Zusammenhang zwischen dem Einzelwert und dem Gesamtmarkt.12 im i 2 m COV  E V bzw. im   i i m k   VE V Bei einem Betawert größer Eins weist der Einzelwert ein höheres Risiko auf als der Gesamtmarkt, bei einem Betawert kleiner Eins ein geringeres. Beim Einsatz von Beta-Faktoren im Rahmen eines aktiven Risikomanagements sollte zur Beurteilung dessen Güte der Korrelationskoeffizient hinzugezogen werden. Dabei gilt: je höher der Korrelationskoeffizient, d. h. je enger die Beziehung zwischen dem Einzelwert und dem Gesamtmarkt ist, desto sinnvoller ist die Verwendung des Risikomaßes Beta, während bei niedrigen Korrelations koeffizienten die Beta-Faktoren an Aussagekraft verlieren.13 9.3.3 Residualvolatilität Die Residualvarianz einer Kapitalanlage i ist definiert als die Differenz zwischen dem Gesamtrisiko ( 2iV ) und dem systematischen Risiko ( 2 2i m E V ). Die Quadratwurzel aus der Residualvarianz wird als Residualvolatilität bezeichnet. Die Residualvolatilität ( irV ) misst somit den unsystematischen, diversifizierbaren Teil des Gesamtrisikos einer Kapitalanlage. 2 2 2 ir i i m     V V E V  Bei der Zerlegung des Gesamtrisikos in einen systematischen und einen unsystematischen Teil, weist eine hohe Residualvolatilität auf einen ausgeprägten Einfluss titel- bzw. objektspezifischer Determi nanten hin.14 9.3.4 Ausfallwahrscheinlichkeit (Shortfall-Risk) Als Shortfall-Risk bezeichnet man die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter, vorgegebener Return – die Mindest- oder Zielrendite – unterschritten wird. Je nach Risiko-/Renditepräferenz wird die Mindestrendite festgelegt als: 0 % (kein nomineller Vermögensverlust), Inflationsrate (kein realer Vermögensverlust), risikoloser Zins (mindestens Geldmarktverzinsung) oder Benchmark (Opportuni tätsverzinsung). Die Ausfallwahrscheinlichkeit wird von drei Größen bestimmt: Von der individuell vorgegebenen Ziel- bzw. Mindestrendite rmin dem beobachteten Erwartungswert ? der Rendite und von der Streuung der Renditen um ihren Mittelwert, d. h. der annualisierten Volatilität ?ann der Renditen. Die Ausfall wahr scheinlichkeit entspricht dem Flächeninhalt unter der Normalverteilungskurve, der die vorgegebene Zielgröße nicht überschreitet.15 Das Shortfall-Risk (Ausfallwahrscheinlichkeit) wird wie folgt berechnet: min ann r SFR N P V ª º « »¬ ¼ 12 Vgl. Maier, K. (2004), S. 37. 13 Vgl. Schierenbeck, H. (1991), S. 648. 14 Vgl. Maier, K. (2004), S. 39. 15 Vgl. ebenda, S. 36. 2519.3 Risikomaße N[ ] drückt hierbei das entsprechende Wahrscheinlichkeitsquantil der Standard-Normalverteilung für den Renditebereich unter rmin aus. Beispiel: Für eine Aktie A, deren Returns normalverteilt sind, sind folgende Kennwerte bekannt: ?A = 12,0 % ?A ann = 25,0 % Es wird die Wahrscheinlichkeit dafür gesucht, dass die Aktie A innerhalb eines Jahres weniger als 10,0 % Rendite erzielt. Die Ausfallwahrscheinlichkeit ergibt sich zu: A 10 12 SFR N 25 ª º « »¬ ¼ = N [-0,08] ? 46,81 % D. h. die Wahrscheinlichkeit, dass der Investor mit der Aktie A innerhalb eines Jahres einen Return unter 10,0 % erzielt, beträgt 46,8 %. 9.3.5 Value at Risk Der Value at Risk (VaR) bezeichnet den maximalen Wert von Verlusten, der innerhalb einer bestimmten Periode mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (Konfidenzniveau ?) nicht überschritten wird.17 Ausgangspunkt ist die Frage, welchen Betrag der maximale Verlust annimmt, der unter normalen Marktbedingungen mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eintreten kann. Es wird unterstellt, dass die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Returns bekannt ist. Der Vorteil des 16 In Anlehnung an: Maier, K. (2004), S. 35. 17 Vgl. Weidner, J. (2007), S. 755. f(r) ? rrmin PSF Bestimmung des Shortfall-RisksAbbildung 123: 16

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.