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9.3.2 Betafaktor in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 258 - 259

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_258

Bibliographic information
2499.3 Risikomaße Da Immobilien als relativ illiquide Instrumente nur in relativ großen Zeitabständen einer Marktbewertung unterworfen werden, greifen viele Immobilien-Investoren für das Reporting an Index-Provider oder Rating Agenturen auf geschätzte oder interpolierte Wertansätze zurück. Aufeinander folgende Renditen unterscheiden sich daher nicht stark voneinander. Sie sind geglättet und die Volatilität wird zu niedrig ausgewiesen (hohe Autokorrelation ? Smoothing-Effekt). Durch Verwendung asymetrischer Risikomaße (Value at Risk, Lower Partial Moments, Omega- Maß) bzw. Korrektur der Normalverteilung unter Berücksichtigung von Autokorrelation, Schiefe und Kurtosis kann dieses Problem gelöst werden. 9.3.2 Betafaktor Der Beta-Faktor (?-Faktor) ist ein Maß zur Quantifizierung des systematischen Risikos (Marktrisikos) einer Kapitalanlage, d. h. des Teils des Gesamtrisikos, der sich durch Diversifikation nicht vermindern lässt. Der Betafaktor verknüpft die Renditeentwicklung eines Assets mit dem Renditeverlauf des entsprechenden Gesamtmarktes bzw. Referenzindex. In die Berechnung des Betafaktors fließt die Standardabweichung (Volatilität) des entsprechenden Gesamtmarktes ?m sowie des betrachteten Einzelwertes oder Portfolios ?i ein. Hierbei 11 Vgl. Wittrock, C. (2008), S. 73. Posi?ve Schiefe (linkssteil bzw. rechtsschief + –+ Nega?ve Schiefe (rechtssteil bzw. linksschief) ? Neg. Überschuss- Kurtosis (flachgipflig) Pos. Überschuss- Kurtosis / Fat Tails Die Normalverteilung weist eine Schiefe und eine Überschuss- Kurtosis von 0 auf – ? ? ? Schiefe und Kurtosis bei RenditeverteilungenAbbildung 122: 11 250 9 Risikomanagement für Immobilien messen die Korrelationskoeffizienten kim bzw. die Kovarianz COVim den Zusammenhang zwischen dem Einzelwert und dem Gesamtmarkt.12 im i 2 m COV  E V bzw. im   i i m k   VE V Bei einem Betawert größer Eins weist der Einzelwert ein höheres Risiko auf als der Gesamtmarkt, bei einem Betawert kleiner Eins ein geringeres. Beim Einsatz von Beta-Faktoren im Rahmen eines aktiven Risikomanagements sollte zur Beurteilung dessen Güte der Korrelationskoeffizient hinzugezogen werden. Dabei gilt: je höher der Korrelationskoeffizient, d. h. je enger die Beziehung zwischen dem Einzelwert und dem Gesamtmarkt ist, desto sinnvoller ist die Verwendung des Risikomaßes Beta, während bei niedrigen Korrelations koeffizienten die Beta-Faktoren an Aussagekraft verlieren.13 9.3.3 Residualvolatilität Die Residualvarianz einer Kapitalanlage i ist definiert als die Differenz zwischen dem Gesamtrisiko ( 2iV ) und dem systematischen Risiko ( 2 2i m E V ). Die Quadratwurzel aus der Residualvarianz wird als Residualvolatilität bezeichnet. Die Residualvolatilität ( irV ) misst somit den unsystematischen, diversifizierbaren Teil des Gesamtrisikos einer Kapitalanlage. 2 2 2 ir i i m     V V E V  Bei der Zerlegung des Gesamtrisikos in einen systematischen und einen unsystematischen Teil, weist eine hohe Residualvolatilität auf einen ausgeprägten Einfluss titel- bzw. objektspezifischer Determi nanten hin.14 9.3.4 Ausfallwahrscheinlichkeit (Shortfall-Risk) Als Shortfall-Risk bezeichnet man die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter, vorgegebener Return – die Mindest- oder Zielrendite – unterschritten wird. Je nach Risiko-/Renditepräferenz wird die Mindestrendite festgelegt als: 0 % (kein nomineller Vermögensverlust), Inflationsrate (kein realer Vermögensverlust), risikoloser Zins (mindestens Geldmarktverzinsung) oder Benchmark (Opportuni tätsverzinsung). Die Ausfallwahrscheinlichkeit wird von drei Größen bestimmt: Von der individuell vorgegebenen Ziel- bzw. Mindestrendite rmin dem beobachteten Erwartungswert ? der Rendite und von der Streuung der Renditen um ihren Mittelwert, d. h. der annualisierten Volatilität ?ann der Renditen. Die Ausfall wahr scheinlichkeit entspricht dem Flächeninhalt unter der Normalverteilungskurve, der die vorgegebene Zielgröße nicht überschreitet.15 Das Shortfall-Risk (Ausfallwahrscheinlichkeit) wird wie folgt berechnet: min ann r SFR N P V ª º « »¬ ¼ 12 Vgl. Maier, K. (2004), S. 37. 13 Vgl. Schierenbeck, H. (1991), S. 648. 14 Vgl. Maier, K. (2004), S. 39. 15 Vgl. ebenda, S. 36.

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.